ZIP-Dateien erstellen – So einfach geht’s

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ZIP-Datei erstellen: Das ZIP-Format gehört zu den Klassikern schlechthin. Seit 30 Jahren begegnet es Nutzern unter jedem Betriebssystem. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, wie Sie ZIP-Dateien erstellen können.


Eine Onlineverbindung mit 50, 100 oder gar 200 Mbit? Festplatten, deren Größe in Terabyte gemessen werden? Was heute zum Alltag gehört, war vor 30 Jahren allenfalls zu erahnen. Fortgeschrittene Nutzer wählten sich in Mailboxen oder inzwischen vergessene Online-Dienste wie Compuserve ein. ISDN mit der maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 128 Kbit war das Höchste der Gefühle. Jedes übertragene Byte war kostbar. Phil Katz entwickelte eine Lösung, mit der Dateien in einen gemeinsamen Container gelegt und dabei auch noch geschrumpft werden konnten. Sein Programm PKZIP lief zunächst nur auf der Kommandozeile, aber dank Windows wurde der Umgang damit viel einfacher. Am Grundprinzip seines Formats hat sich indes nichts geändert.

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ZIP-Format: So schrumpfen Dateien

Das ZIP-Format bietet zwei wesentliche Vorteile. Ein sogenanntes Archiv kann eine ganze Reihe von Dateien aufnehmen. Es funktioniert wie ein Container oder ein Umzugskarton. Statt also viele einzelne Dokumente zu versenden oder zum Download anzubieten, muss man nur eine Datei berücksichtigen. Das ist übersichtlicher und der Ersteller des Archivs kann sicher sein, dass der Empfänger alle Dokumente erhält, die wichtig sind.

Die zweite wichtige Funktion ist das Komprimieren der Dateien. Je nach Dateityp werden ganz erstaunliche Kompressionsraten erreicht. Das Grundprinzip lässt sich immer noch am besten am Beispiel einer Textdatei erklären. Steht in einer Zeile der Datei zwölfmal der Buchstabe E, erkennt das Kompressionsprogramm das und notiert sich eine Art Kürzel. Das beansprucht weniger Platz. Die Datei schrumpft. Damit kann sie schneller übertragen werden, benötigt weniger Übertragungsvolumen und auch weniger Platz auf der Festplatte. Der Kompressionsgrad ist bei Dateiformaten geringer, die ihrerseits schon Dateiinformationen komprimieren, zum Beispiel JPG. In den vergangenen 30 Jahren sind noch eine ganze Reihe weiterer Archivformate entwickelt worden. ZIP ist aber das Format, das mit den berühmten „Bordmitteln“ sowohl Windows, Mac und auch Linux verarbeiten kann. Wie Sie jetzt eine ZIP-Datei erstellen können, erfahren Sie im nächsten Schritt.


Windows: Wie kann man eine ZIP-Datei erstellen?


Wenn Sie schnell unter Windows eine oder mehrere Dateien in ein ZIP-Archiv speichern wollen, geht das so:

  1. Öffnen Sie den Explorer und markieren Sie die Dateien, die Sie archivieren möchten.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und nutzen Sie aus dem Kontextmenü die Befehle „Senden an“ und danach „ZIP-komprimierter Ordner“.
  3. Die Datei wird sofort angelegt. Sie müssen im Explorer jetzt nur noch einen Namen dafür vergeben.
    Die Originaldateien bleiben unberührt. Sie haben also einmal das Archiv sowie die Dateien, die Sie darin abgelegt haben.
ZIP-Datei erstellen

ZIP-Datei erstellen: Hier sehen Sie den 2. Schritt unserer Anleitung: Ein ZIP-komprimierter Ordner lässt sich über die rechte Maustaste erstellen.

Tools wie 7zip können mehr

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die durchaus berechtigte Frage, wieso es noch so viele andere (kommerzielle) Programme gibt, die ZIP-Dateien erstellen? Die Antwort lautet schlicht: Weil Sie damit mehr Möglichkeiten haben. Die interne Funktion von Windows ist auf ZIP-Archive beschränkt. Und auf die Kompression haben Sie keinen Einfluss. Separat erhältliche Tools, wie zum Beispiel 7zip, einer der Favoriten der Redaktion, können üblicherweise mehrere Formate lesen und teilweise auch schreiben. 7zip laden Sie sich kostenlos aus dem Netz. Das Programm besitzt zwar auch eine völlig eigene Oberfläche, integriert sich aber nahtlos in den Explorer.


So erstellen Sie eine ZIP-Datei mit 7zip an

Das Anlegen einer ZIP-Datei mit 7zip ähnelt den Bordmitteln von Windows.

  1. Diesen Schritt kennen Sie schon. Sie markieren die Dateien im Explorer, die Sie archivieren wollen. Führen Sie wieder einen Rechtsklick aus. Das Programm hat sich bereits in das Menü eingetragen. Wählen Sie also „7zip“ und „Zu einem Archiv hinzufügen“. Alternativ könnten Sie auch die App starten und dann über den dort dargestellten Explorer die Dateien markieren, um im Programm auf den Schalter „Hinzufügen“ zu klicken. Sie gelangen danach zum gleichen Dialog.
  2. Entscheiden Sie sich zunächst für das „Archivformat“. Wenn der Empfänger des Archivs ohne die Installation von 7zip damit arbeiten soll, ist es ratsam, sich hier für „zip“ zu entscheiden.
  3. In der Eingabezeile am oberen Rand des Bildschirms vergeben Sie den Namen des Archivs und können sogar einen Ordner angeben, in den Sie das Archiv anlegen wollen.
  4. Je nach gewähltem Format werden weitere Optionen zum Grad der Kompression wählbar.
  5. Optional aktivieren Sie die Funktion, die Originale nach der Komprimierung zu löschen. Damit sparen Sie sich im Vergleich zu den Bordmitteln einen Schritt.
  6. Wenn vom Empfänger des Archivs ein Passwort gewünscht ist, um den Inhalt entpacken zu können, geben Sie es in dem Dialog zweimal ein. Jetzt brauchen Sie nur noch zu bestätigen.
ZIP-Datei mit Passwort erstellen

Und keine Sorge: Wenn Sie ein Passwort gesetzt haben, funktioniert das im Falle des ZIP-Formats ebenfalls auf allen Plattformen.

Update (08.05.2018): Bitte achten Sie darauf, 7zip in der Version 18.05 oder neuer zu verwenden. Es wurde eine Sicherheitslücke in den älteren Versionen entdeckt, welche ab der Version 18.05 behoben wurde.