Zelte-Guide: Welche Unterkunft eignet sich am besten für welche Reise?

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Ein Kurztrip ins Sauerland, ein Roadtrip durch Frankreich oder eine Gipfelbesteigung in Ecuador? Und das alles im Zelt? Dann sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, welche mobile Unterkunft für die Reise geeignet ist. Der Zelte-Guide zeigt Ihnen, in welchem Zelt Sie sich wie zu Hause fühlen können.



Die Traumunterkunft auf Reisen zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach: Da quält man sich erst stundenlang durch diverse Vergleichsportale, um am Ende doch in einem Dachstubenkämmerchen mit Ausblick auf die benachbarte Backsteinmauer zu landen. Mit dem passenden Zelt haben Sie immer den schönsten Ausblick: im besten Fall direkt auf die Natur, dort, wo Sie niemals ein Hotel finden würden.

Die Unterkunft aus Planen und Alustangen hat jede Menge Vorteile: Sie ist mobil und flexibel, leicht zu tragen, schnell aufzubauen und Sie genießen mit ihr die Natur in unmittelbarster Nähe. Da kann kein Hotel mithalten. Kein Wunder also, dass viele Reisende ihren Urlaub lieber im Zelt als im Betonbau inklusive Swimmingpool verbringen. Das Leben auf Sparflamme, das reduzierte Reisen, ungebunden und frei zu sein – das macht Zelten so attraktiv.

Aber Achtung: Der Campingurlaub kann auch sehr schnell in die Hose gehen, wenn Sie nicht in das richtige Zelt investieren. Wie bei den Vergleichsportalen für Hotelzimmer, können Sie auch auf dem Zeltmarkt schnell den Überblick verlieren. Pop-up-Zelt? Noch nie gehört. Geodät? Studiert man das nicht? Und was ist eigentlich dieses Biwak?

Die verschiedenen Zeltformen: Kuppel, Tunnel und ein Pop-up

Zunächst einmal sollten Sie sich darüber bewusst werden, wie viele verschiedene Zeltformen und -arten es gibt. Ob Kuppel-, Tunnel- oder Wurfzelt – jede Unterkunft hat ihre Vorteile:

  • Kuppelzelte sind klassische Campingzelte, die man meistens in schillernden Farben auf den Campingplätzen sieht. Der Vorteil ist, dass die Allrounder dank einer einfachen Konstruktion aus meist zwei sich kreuzenden Alustangen und einer Zeltplane sehr einfach aufzubauen und in Anbetracht der wenigen Bauteile relativ stabil sind. Auch ohne viele Abspannpunkte hält das Zelt, bei Wind sollte es allerdings durch Gepäck beschwert werden. Für das Kuppelzelt benötigen Sie nur eine kleine Zeltfläche. Allerdings ist die Höhe begrenzt und man muss Abstriche beim Gewicht machen.
  • Tunnelzelte sind vor allem für Familien ein Gewinn, da sie ausreichend Unterschlupf bieten. Die Zeltwände sind meist mit mehreren parallel verlaufenden Gestängen steiler gespannt als bei einem Kuppelzelt und bieten somit ein größeres Innenvolumen. Allerdings ist diese Konstruktion weniger windfest und muss daher unbedingt mit Heringen gesichert werden. Vorteile des Tunnelzeltes sind das geringe Gewicht und der großzügige Innenraum.
  • Geodät heißen nicht nur die Studenten der Geodäsie, sondern auch sehr praktische und super stabile Zelte. Sie sind vor allem für extreme Einsätze in der Natur geeignet und derzeit die widerstandsfähigsten Unterschlupfmöglichkeiten für Draußen. Ein Geodät sieht aus wie ein Kuppelzelt, die Konstruktion ist aber mit mehreren sich kreuzenden Alustangen weitaus komplizierter. Die vielen Kreuzungspunkte der Gestänge sorgen auch bei Sturm, beispielsweise an Küstengegenden, für die nötige Stabilität, wo ein Kuppel- oder Tunnelzelt nicht standfest genug wäre. Nachteil ist definitiv der langwierige Aufbau, der in sturmreichen Gegenden sicherlich eine Herausforderung sein kann.
  • Wurfzelte oder auch sogenannte Pop-up-Tents sind meine Favoriten. Keine langen Anleitungen, keine Leinen, die sich verheddern. Das Wurfzelt wird so aufgebaut, wie es heißt: Man wirft es. Innerhalb von zwei Sekunden baut sich das Wurfzelt wie von Zauberhand selbst auf. Einzig die Sicherung mit Heringen muss man noch vornehmen. Die Gestänge sind bereits in der Zeltplane vernäht. Für mich ist das unkomplizierte Auf- und Abbauen ein absoluter Vorteil, vor allem, wenn man rastlos schnell von A nach B wandern will. Der Nachteil ist allerdings das große Packmaß, da Wurfzelte meist in scheibenförmigen Taschen verstaut sind, die nur sehr unhandlich transportiert werden können.
  • Biwakzelte sind für die ganz Harten. Wer wirklich in freier Natur schlafen will, der greift auf ein Biwakzelt zurück. Hierbei handelt es sich um einen Biwakschlafsack, der am Kopfende in ein kleines Zelt übergeht, das den Kopf vor Wind und Regen schützt. Der Vorteil: extrem wenig Material und Gewicht bei sehr hohem Komfort, vorausgesetzt man schläft gerne unter freiem Himmel.



Konstruktion von Zelten – auf was müssen Sie achten?

Konstruktion von Zelten

Die Zeltform spielt beim Kauf eine sehr wichtige Rolle. Informieren Sie sich rechtzeitig, welche Komponenten bei einem Zelt von Bedeutung sind.

Wenn man zum ersten Mal ein Zelt kauft, weiß man meistens gar nicht, auf was man bei der Konstruktion überhaupt achten muss. Haben Sie sich schon entschieden, welche Zeltform es werden soll, gibt es immer noch ein paar Punkte, die Sie überprüfen sollten. Im Folgenden daher eine kleine Checkliste, welche Komponenten bei einem Zelt wichtig sind.

  • Zeltplanen: Das Außenzelt sollte aus wasserdichtem Material wie beispielsweise Nylon oder Polyester bestehen. Das Innenzelt muss atmungsaktiv sein, Nylon ist hier empfehlenswert.
  • Moskitonetze: Achten Sie darauf, dass Fenster und Eingänge mit einem Moskitonetz verschlossen werden können. So wird für ausreichend Luftzirkulation gesorgt, und Sie müssen sich keine Gedanken über unerwünschte Gäste machen.
  • Fenster: Ein Zelt sollte mindestens über einen Lüfter, besser zwei, verfügen. Meistens liegen sich diese am Kopf- und Fußende gegenüber und sorgen für eine regelmäßige Luftzirkulation.
  • Vorraum: Nicht jedes Zelt verfügt über einen Vorraum, so zum Beispiel die kleineren Wurfzelte. Bei Regenwetter ist das mehr als schlecht, da man sich dann die Isomatte mit dem Wanderrucksack teilen muss. Ein Vorraum ist also wichtig, um Schuhe und Gepäck regensicher verstauen zu können. Hat er ausreichend Abstand zur Zeltplane, kann er bei schlechtem Wetter auch als Raum zum Kochen genutzt werden.
  • Zeltboden: Der Zeltboden sollte aus sehr widerstandsfähigem Material bestehen, beispielsweise Nylon. Dennoch ist es empfehlenswert, sich eine zusätzliche Zeltunterlage zu beschaffen. Vor allem auf steinigem Boden kann der Zeltboden schnell verschleißen und löchrig werden.
  • Gestänge: Sie sind oft der Feind der Camper, vor allem, wenn sie brechen. Daher sollte der Gummizug in den Gestängen stabil sein. Beim Abbauen darauf achten, dass die Gummizüge nicht zusammenschnappen. Die Gestänge bestehen meistens aus Aluminium. Noch besser, aber teurer, ist Carbon.

Aber nicht nur beim Kauf eines Zeltes sollten Sie Acht geben, sondern auch bei der Wahl des richtigen Rucksacks. Wie Sie diesen finden, verraten wir Ihnen in unserem Rucksack-Guide.

Soll es an den Strand gehen …

Zelten am Strand

Die Strandmuschel ist besonders windstabil, sandfest und schützt zudem noch vor Blicken anderer Strandgäste.

Sie planen einen Urlaub am Strand und benötigen dafür noch das passende Zelt? Dann sind Sie mit einer sogenannten Strandmuschel bestens ausgerüstet. Diese Art von Zelt ist besonders windstabil, sandfest und schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor den Blicken der anderen Strandgäste. Strandmuscheln sind besonders schnell aufgebaut und müssen danach nur noch abgespannt werden, damit sie nicht vom Winde verweht werden. Achten Sie beim Kauf auf ausreichend Ablagemöglichkeiten für Sonnenbrille und Co. Wichtig: Strandmuscheln bieten zwar ausreichend Schatten, filtern das Sonnenlicht aber meist nicht komplett, sodass Sie nicht zu 100 Prozent vor der Sonne geschützt sind.


… oder doch lieber mit leichtem Gepäck in die Berge?

Zelten in den Bergen

Mit dem passenden Zelt haben Sie immer den schönsten Ausblick.

Für Bergwanderungen sollten Sie ein Trekkingzelt nutzen. Achten Sie dabei vor allem auf die Sturmsicherung und auf leichtes Gewicht. Doch hier entsteht schon ein Widerspruch: Ausreichend Leinen und Heringe für die Sicherung mitzunehmen, bedeutet auch mehr Gewicht. Es gibt sogenannte Ultralight-Zelte, bei denen an Gewicht gespart wird. Wer in warmen Gefilden campen möchte, der kann auch auf ein sogenanntes Tarp zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um eine einfache Plane, die an Zweigen oder Wanderstöcken befestigt wird.

Letztendlich kommt es also darauf an, wo Sie die schönste Zeit des Jahres verbringen möchten. Im warmen Kroatien am Strand oder doch lieber im kühleren Norwegen an den Fjorden? Je nach Standort sind ein anderes Zelt und eine passende Ausrüstung gefragt, um sich in den kleinen vier Wänden auch richtig wohl zu fühlen. Aber ganz egal, ob an einem windigen Standort oder mit Blick auf den tiefen Schwarzwald – der Vorteil des Zeltens ist für mich ganz klar: Es fehlt zwar an ein bisschen Komfort, aber mit einem Zelt fühlt man sich überall wie Zu Hause.

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie Ihren nächsten Camping-Trip mit Zelt planen, sich aber nicht sicher sind, wohin es denn nun genau gehen soll, dann helfen wir Ihnen gerne weiter. In unserem Camping-Guide verraten wir Ihnen unsere Lieblingsplätze in Europa.

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