Zeitraffer: Videos in Höchstgeschwindigkeit

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Abstoß ins Mittelfeld, was für ein Dribbling, um den ersten, den zweiten, den dritten Gegenspieler herum, dann eine Flanke, drei weitere Männer stehengelassen, Schuss und… Tor! Großartig sieht die Szene aus, wenn sie im Zeitraffer abgespielt wird, ein Spielzug wird zum Kunstwerk! Sowohl Apples iOS als auch Android bieten, abhängig vom Gerät, eine praktische Zeitraffer-Funktion für Videos. Wir zeigen, wie diese zu bedienen ist und was zu beachten ist.

Zeitraffer-Videos zeigen die Welt in einem ganz anderen Licht: Langsame Vorgänge wie das Hereinbrechen der Nacht in einer Stadt oder das Öffnen einer Blüte können so auf einzigartige Weise wiedergegeben werden. Für Mobilgeräte wie iPhone, iPad und verschiedene Androiden bietet sich zudem eine weitere Möglichkeit an: Warum nicht den Zeitraffer bei einem Spaziergang durch eine Stadt laufen lassen und damit spektakuläre Timelapse-Videos für Youtube erstellen?

Wie funktioniert ein Zeitraffer?

Sowohl unter Android als auch unter iOS verbirgt sich die Zeitraffer-Funktion, sofern vom Gerät unterstützt, in der Kamera-App und kann gegebenenfalls auch mit Drittanbieter-Apps nachgerüstet werden, etwa auf Geräten, die die Funktion von Haus aus nicht unterstützen.

Samsung Galaxy Note 3: Die Zeitraffer-Einstellung wird mit einem Klick aktiviert.

Samsung Galaxy Note 3: Die Zeitraffer-Einstellung wird mit einem Klick aktiviert.

Anders als bei der normalen Filmfunktion, die Videos mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnet, nimmt die Smartphone-Kamera im Zeitraffer-Modus deutlich weniger Bilder im gleichen Zeitraum auf, wodurch das Video bei anschließender Wiedergabe erheblich beschleunigt wiedergegeben wird. Wenn zum Beispiel nur ein Bild pro Sekunde aufgezeichnet wird und das Video anschließend mit 30 Bildern pro Sekunde gezeigt wird, ist eine 30-sekündige Aufzeichnung nur noch eine Sekunde lang – der Zeitraffer beschleunigt die Wiedergabe also um das 30-fache.

Zeitraffer unter iOS und Android verwenden

iPhones und iPads mit iOS 8 beherrschen die Zeitraffer-Funktion, genau wie – je nach Hersteller – Android-Geräte ab Android 4.4, wobei hier die Anzahl der Bilder pro Sekunde sehr stark variiert. Leider schweigt sich auch Apple bei seiner Zeitraffer-Funktion über die genaue Zahl der Aufnahmen pro Sekunde aus, allerdings hat der amerikanische Blogger Dan Provost, Mitbegründer des Zubehör-Anbieters Studio Neat (www.studioneat.com) die Anzahl der Bilder ermittelt (Google Tabelle): Das iPhone passt diese nämlich dynamisch an die Länge der Aufnahme an. Während kurze Sequenzen (weniger als 10 Minuten) mit zwei Bildern pro Sekunde geschossen werden, ist es bei längeren Videos mit bis zu 20 Minuten lediglich ein Bild pro Sekunde. Videos mit einer Laufzeit von über 4 Stunden werden mit nur noch einer Aufnahme pro 16 Sekunden erstellt, wodurch sie deutlich schneller ablaufen als kürzere Videos.

Lapse It!: Mehr Kontrolle durch Drittanbieter-Apps

Deutlich sinnvoller als der Gebrauch der integrierten Kamera-App ist daher der Einsatz eines Drittanbieter-Tools, etwa der kostenlosen App Lapse It!, die für Android (Google Play Store) und iOS (iTunes Store) verfügbar ist.

Samsung Galaxy Note 3: Die kostenlose Lapse It!-App im Einsatz.

Samsung Galaxy Note 3: Die kostenlose Lapse It!-App im Einsatz.

Diese erlaubt erheblich feinere Einstellungen als die serienmäßigen Apps bei Smartphones und Tablets und ermöglicht so eine deutlich bessere Kontrolle des Zeitraffer-Videos – zumal der extrem schnelle Zeitraffer, wie er unter iOS verwendet wird, natürlich nur für Langzeitaufnahmen sinnvoll ist. Lapse It! lässt hier die freie Auswahl, nicht nur hinsichtlich der Zeitintervalle, sondern auch im Hinblick auf die Aufnahmeauflösung. Allerdings sind HD- und Full-HD-Videos nicht in der kostenlosen Version enthalten – hier muss per In-App-Kauf nachgerüstet werden. Dafür erlaubt Lapse It! die volle Kontrolle über die Zeitraffer-Filme und kann, ganz nebenbei, gleich noch eine andere hübsche Funktion nachrüsten: die Aufnahme von Stop-Motion-Videos, um Animationsfilme zu erstellen. Diese ist der Zeitraffer-Funktion vom Prinzip her ähnlich – auch hier werden Einzelaufnahmen zu einer Art Timelapse zusammengesetzt – allerdings werden die Aufnahmen händisch erstellt, um das Objekt zwischen zwei Aufnahmen manuell bewegen zu können.

Gorilla Pod: Sinnvolles Zubehör ist wichtig

Ein großes Problem bei Timelapse-Aufnahmen ist natürlich das Halten der Kamera. Egal, ob beim iPhone, beim Android-Smartphone oder bei einer normalen Digitalkamera: Niemand kann die Kamera bei der teils stundenlangen Aufzeichnung ruhig in der Hand halten. Daher empfiehlt sich der Einsatz eines Stativs oder einer stabilen Unterlage, um das Gerät arbeiten zu lassen, während Sie anderen Aktivitäten nachgehen können. Da Smartphones, außer wenn eine spezielle Hülle eingesetzt wird, nicht über ein Stativgewinde verfügen, ist es sinnvoll, ein Smartphone-Stativ anzuschaffen, und zwar eines mit einer Klemmhalterung. Diese gibt es in großer Zahl auf dem Markt, eines der besten ist jedoch der Gorilla Pod von Joby. Das hochflexible Stativsystem erlaubt es, die Smartphone-Kamera in wirklich jeder Position zu befestigen und auf diese Weise spektakuläre Zeitraffer-Aufnahmen zu erstellen.

Lesetipp der Redaktion: Auslösen und sofort das fertige Foto in der Hand halten! Das ist der große Vorteil von Sofortbildkameras. Die instax mini 70 von Fujifilm bietet gegenüber den meisten anderen Modellen aber noch mehr: nämlich einen Selfie- und einen Makro-Modus. Unser Test zeigt, ob sich der Kauf lohnt.