Mit Microsoft ICE 360-Grad-Bilder erstellen

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Microsoft ICE ist ein kostenloses Stitching-Tool, das Einzelbilder zu großen Panoramen zusammensetzt. Es wurde nicht sonderlich von Microsoft beworben, bietet Fotografen aber die Möglichkeit, perfekte Panoramen zu erstellen. Einzige Voraussetzung: eine Digitalkamera und einige Einzelfotos, die zusammengesetzt werden können.

Der Image Composite Editor (ICE) von Microsoft ist ein praktisches und kostenloses Tool zur Erstellung von Panoramen aus Einzelbildern. In der neuen Version 2 hat Microsoft dem Programm einige neue Features spendiert, darunter eine Funktion zum automatischen Vervollständigen fehlender Bildinformationen sowie die Möglichkeit, beliebig große Panoramen und Rundumsichten zu erstellen. Selbst Gigapixel-Bilder sind mit dem Programm kein Problem mehr. Und wer einen speziellen, automatischen Panoramakopf für sein Stativ besitzt, kann ohne Weiteres aus hunderten von Einzelbildern ein gigantisches Panoramabild zusammenstellen, etwa vom Lieblingsurlaubsort. Und das funktioniert so:

Schritt 1: ICE installieren

Zunächst muss Microsoft ICE auf dem PC installiert werden. Das Programm ist für Windows x86- und x64-Systeme verfügbar, benötigt aber als Grundlage Microsofts Visual C++ Pack für Visual Studio 2013, das zuvor installiert werden sollte. Anschließend können Sie den Image Composite Editor von der Produktwebsite laden. Achten Sie darauf, ob Sie Windows im 32- oder 64-Bit-Modus verwenden. Letzteres eignet sich technisch bedingt natürlich deutlich besser für sehr große Panoramen.

Achten Sie darauf, ob Sie Windows im 32- oder 64-Bit-Modus verwenden. Letzteres
eignet sich technisch bedingt natürlich deutlich besser für sehr große Panoramen

Schritt 2: Bilder für den Image Composite Editor erstellen

Um das Programm nutzen zu können, benötigen Sie eine Reihe von Einzelbildern. Diese müssen vom gleichen Standpunkt aus aufgenommen sein und möglichst viel der Umgebung zeigen. Je mehr Bilder, desto besser ist später das Panorama. Microsoft ICE kann auch Videodateien als Grundlage nehmen, was recht praktisch ist, wenn Sie zum Beispiel über einen ansprechenden Schwenk in HD-Qualität verfügen. Wählen Sie die Bilder aus, die Sie verwenden möchten. Klicken Sie dazu im Programm auf „New Panorama From Images“ oder, falls die Grundlage eine Videodatei ist, auf „New Panorama From Video“.

Schritt 3: Fotos im Programm öffnen

Sie können jetzt die Foto- oder Videodateien im Windows Explorer auswählen. Markieren Sie mehrere Dateien mit gedrückter Shift-Taste und Mausklick und klicken Sie anschließend auf „Öffnen“.

Schritt 4: Bilder überprüfen und Panorama-Art wählen

Microsoft ICE zeigt Ihnen jetzt alle Bilder an, die Sie für Ihr Panorama ausgewählt haben. Fügen Sie gegebenenfalls weitere Bilder hinzu oder löschen Sie diejenigen, die Sie doch nicht verwenden möchten. Klicken Sie sie dazu einfach an und wählen Sie „Remove“. Alternativ können Sie Bilder hinzufügen, indem Sie auf „Add Images“ klicken. Rechts im Fenster finden Sie außerdem die Möglichkeit, den Panorama-Typ auszuwählen. Am einfachsten ist die Vorauswahl „Simple Panorama -> Auto-detect“: Hier versucht die Software selbstständig, die richtige Methode zum Bau des Panoramas zu ermitteln, was in der Regel funktioniert. Klicken Sie anschließend auf „Next“.

Microsoft Image Composite Editor: Das Programm verarbeitet Aufnahmen in den
Formaten JPEG, PNG, TIFF, BMP, GIF und WDP

Schritt 5: Panorama überprüfen und bearbeiten

Der Image Composite Editor überprüft jetzt die Einzelbilder und berechnet das Panorama, was je nach Menge und Größe der Bilder sowie nach Geschwindigkeit des Rechners mehr oder weniger schnell geht. Anschließend zeigt das Programm das Panorama in einem Raster an. Hier können Sie es nicht nur vergrößert und verkleinert betrachten, sondern auch manuell nachbearbeiten. So können Sie etwa den Horizont des Bildes begradigen, indem Sie ihn an den Hilfslinien ausrichten und das Bild am Rand mit dem Mauszeiger „anfassen“, um es geradezubiegen. Praktisch: Rechts können Sie zusätzlich verschiedene Arten der geometrischen Projektion wählen, was Einfluss auf die Linien innerhalb des Bildes hat. So kommt es bei Panoramen häufig vor, dass entweder der Hintergrund oder der Vordergrund gekrümmt ist: Die Auswahl der „Transverse Spherical“-Projektion korrigiert das. Klicken Sie nach Abschluss der Ausrichtungsarbeiten auf „Next“.

Schritt 6: Panoramabild beschneiden

In der nun folgenden Auswahl können Sie das Panorama beschneiden, um es in die normale rechteckige Form zu bringen, die sich für Websites, Fotobücher und andere Medien eignet. Praktisch ist dabei die Funktion „Auto-Complete“: Klicken Sie diese an, um fehlende Bildinformationen zu ergänzen. Diese wird anhand der bekannten Information berechnet, eignet sich also perfekt, um die Ränder zu glätten. Ziehen Sie nun das Crop-Werkzeug so zurecht, dass ein ansprechender Bildausschnitt entsteht, in dem keine leeren Flächen mehr zu sehen sind. Rechts sehen Sie auch gleich, welche Auflösung das beschnittene Bild haben wird. Klicken Sie auf „Next“, um die Bildbearbeitung abzuschließen.

Kostenloses Stitching-Tool: Das fertige Panorama können Sie jetzt wie jedes andere
Digitalbild weiterverarbeiten, ausdrucken oder in ein Fotobuch einbauen.

Schritt 7: Das Panorama fertigstellen und abspeichern

Im letzten Menü haben Sie abschließend die Möglichkeit, das Panorama fertigzustellen. ICE zeigt Ihnen die Größe der Zieldatei in Pixeln an, Sie können diese Werte natürlich ändern, indem Sie die Pixelzahl für eine kleinere Dateigröße senken oder für eine höhere Auflösung erhöhen. Zudem können Sie das Ziel-Dateiformat wählen: Neben JPEG kann das Bild auch verlustfrei als TIFF gespeichert werden, zudem erlaubt Microsoft das Adobe-Photoshop-Dateiformat oder PNG. Wählen Sie nun die Qualitätsstufe und klicken Sie anschließend auf „Export to Disk“, um das Bild auf Ihrem PC abzuspeichern. Das fertige Panorama können Sie jetzt wie jedes andere Digitalbild weiterverarbeiten, ausdrucken oder in ein Fotobuch einbauen.

Lesetipp der Redaktion: Das iPhone besitzt eine leistungsstarke Kamera mit lichtstarker Optik und Festbrennweite und ist damit im Grunde besser ausgestattet als so manche Digitalkamera, wenn diese schon einige Jahre alt ist. Warum also nicht einfach nur das iPhone in den Urlaub mitnehmen?