So dekorieren Sie Ihre Wohnung im Mustermix

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Lieben Sie die Vielfalt und können sich einfach nicht für ein Muster beim Dekorieren Ihrer Wohnung entscheiden? Dann kombinieren Sie doch einfach! Der Mustermix ist ein beliebter Einrichtungs-Trend und lässt keine Wünsche offen. Dennoch gilt es, ein paar Regeln zu beachten, damit die Wohnung nicht überladen wirkt. In diesem Artikel verrate ich Ihnen die fünf goldenen Regeln beim Mustermix.

Es hört sich erst einmal seltsam an, dass bei etwas so Unkonventionellem wie dem Mustermix Regeln gelten sollen. Aber die gibt es tatsächlich, und wenn Sie sich nicht daran halten, könnten Sie eine böse Überraschung erleben. In erster Linie sollten Sie sich aber auf Ihr natürliches Gespür verlassen und Ihre Vorlieben berücksichtigen. Es geht ja schließlich um Ihre private Wohnungseinrichtung und nicht um den Arbeitsplatz. Wie Sie dennoch einen Fauxpas umgehen, lesen Sie nun.

Die fünf goldenen Regeln beim Mustermix

Die fünf goldenen Regeln, die ich Ihnen gleich zum Mustermix vorstellen möchte, dienen also lediglich dazu, Ihnen Ideen für stimmige Kombinationsvarianten zu geben. Vor allem, wenn Sie noch ein Neuling sind und sich fragen „Wie kann ich den Mustermix eigentlich kombinieren?“ werden Ihnen meine Hinweise weiterhelfen.
Grundsätzlich kann ich Ihnen jedoch sagen, dass es nur wenige Grenzen beim Mixen von Mustern gibt. Sie können nicht nur verschiedene Designs miteinander kombinieren, sondern auch Farben oder verschiedene Materialien wie Kord und Leinen.

Den Stil festlegen

Das Allerwichtigste beim Einrichten im Mustermix ist aber, sich vorher zu überlegen, was man eigentlich will. Es geht nicht darum, das Maximum an Möglichkeiten auszuschöpfen, sondern seinen eigenen Stil zu finden. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie oder Ihren Mitbewohnern, welchen Stil Sie in Ihrer Wohnung oder im Haus am schönsten fänden oder was Sie schon immer verwirklichen wollten. Der Mustermix ermöglicht es, dass verschiedene Wünsche beim Dekorieren ein Stück weit miteinbezogen werden.

Mag Ihr Kind am liebsten Tiere? Dann können Sie das Kinderzimmer mit verschiedenen Tiermotiven gestalten. Entscheiden Sie sich gemeinsam für ein Habitat: Soll es der Dschungel mit Affen und Tigern sein? Oder die Steppe mit Giraffen und Zebras? Vielleicht auch lieber der Wald mit Füchsen und Eichhörnchen? So lernt Ihr Kind gleichzeitig, die verschiedenen Tierarten ihren natürlichen Umgebungen zuzuordnen.

Geometrische Muster - Mustermix

Bleiben Sie sich und Ihrem eigenen Stil beim Mustermix treu.

Für die anderen Zimmer werden Sie sich vermutlich für erwachsenere Muster entscheiden. In großen Räumen machen sich zum Beispiel geometrische Muster sehr gut. Hier bieten sich Würfelmuster, Punkte, Karos oder Kacheln an. Besonders raffiniert sind auch Muster, die eine optische Täuschung beinhalten. So kann man oft nicht erkennen, wo das eine Symbol anfängt und das nächste aufhört.

Im Badezimmer kann der Mustermix auf orientalische Weise zum Einsatz kommen. Fliesen in unterschiedlichen filigranen Mustern erinnern an orientalische Teppiche oder einen Basar in Marrakesch und regen die Fantasie an. Wer es maritimer mag, wählt als Farben Blau und Weiß aus.

Auch in der Küche macht sich der Ornament-Stil gut. Das Geschirr wirkt damit sehr edel und hochwertig und verlockt zum Backen von süßen Muffins oder Küchlein. Alternativ können Sie auch rote Punkte mit grünen Streifen kombinieren und so das Gefühl einer Gartenparty im Mai wecken.

Eine Farbfamilie wählen

Regel Nummer 2 beim Mustermix lautet: Nur Deko in einer Farbfamilie wählen. Darunter versteht man sämtliche Farben, die auf demselben Grundton basieren, aber durch Aufhellung oder Abdunklung sowie Beimischung weiterer Farben leicht verändert wurden. Apfelgrün zum Beispiel tendiert zu Zitronengelb, während Smaragdgrün ins Blaue übergeht. Spargelgrün stellt den hellen Pol, Olivgrün den dunklen dar.

Wenn Sie Ihre Wohnung in einer Farbfamilie dekorieren, profitieren Sie von dem Vorteil, dass die Einrichtung nicht überladen wirkt. Wählen Sie zum Beispiel eine neongelbe Vase mit Spiralmuster und stellen diese vor eine altrosafarbene Paisley-Wand, führt das mit Sicherheit zu dem Phänomen, das in der Umgangssprache scherzhaft „Augenkrebs“ genannt wird.

Wir Menschen haben ein natürliches Gespür für Ausgewogenheit und bemerken innerhalb von Sekunden, wenn etwas nicht zueinander passt. Denselben Effekt erleben wir, wenn wir über einen Witz lachen. Sobald zwei Dinge zusammenkommen, die absolut nicht zueinander passen, müssen wir lachen. Und dies ist sicherlich nicht die Absicht, die Sie beim Dekorieren Ihrer Wohnung verfolgen.

Pastelltöne im Mustermix

Alle Pastelltöne gehören zur gleichen Farbfamilie und eignen sich deshalb sehr gut für den Mustermix.

Stellen Sie Ihre Einrichtung stattdessen aus einer Farbfamilie zusammen, werden Sie sich vor Komplimenten kaum retten können. Türkisblaue Wände lassen sich zum Beispiel gut mit einem dunkelblauen Sofa und mintfarbenen Kissen kombinieren. Wählen Sie dazu noch eine Fußleiste in Weiß, ist das Design perfekt.
In Sachen Mustermix zählen aber auch Farbthemen wie Pastell oder Neon zu den Farbfamilien. Pastelltöne aus rosa, braun, grün oder blau machen sich hervorragend im Kinderzimmer. Die milden Farben versprühen Sanftheit und sorgen sofort für gute Laune. Dazu passende Muster sind Paisley, florale Ornamente oder stilisierte Tiere (Fuchs, Eule und Flamingo stehen derzeit hoch im Kurs).

Lesetipp der Redaktion: Sie lieben die Farbe grün und wollen deshalb auf diese Farbfamilie setzen? Wie wäre es dann mit einer Einrichtung in der Trendfarbe des Jahres 2017: Greenery? Wir geben Ihnen wertvolle Tipps für das Wohnen in Grün.

Auf Kontraste setzen

Jetzt haben Sie gerade so schön gelernt, nur Deko in einer Farbfamilie zu wählen – und schon macht die nächste Regel alles wieder zunichte. Farbfamilien sind wichtig, ABER: Kontraste sind auch nicht schlecht. Dass sich Neon und Pastell nicht vertragen, steht nach wie vor fest. Auch Pink und Braun oder Hellblau und Knallrot passen absolut nicht zueinander.

Farbkontraste im Mustermix

Wenn Sie Kontraste mögen, dann setzen Sie auf Komplementärfarben. Blau und Gelb funktioniert wunderbar.

Die große Ausnahme bilden aber Komplementärfarben. Diese stehen sich im RGB-Farbkreis gegenüber und werden teils auch als „Gegenfarben“ bezeichnet. Königsblau zum Beispiel passt hervorragend zu Sonnengelb und wirkt im Wohnzimmer besonders edel.

Aber auch beim Muster selbst können Sie mit Kontrasten arbeiten. Als Design für königsblaue Tapeten eignet sich zum Beispiel das edle Lilienmuster. Eine Lampe mit einem gelben Lampenschirm, der ein Kreismuster aufweist, macht sich vor dieser Wand besonders gut.

Sehr edel wirken auch Räume, die mit nur geringer Farbabstufung arbeiten, dafür aber völlig verschiedene Muster anbieten. Die Computerecke kann zum Beispiel eine florale Tapete als Hintergrund haben, während die Essecke im Schachbrettmuster gestaltet ist. Die TV-Ecke hingegen ist dann gepunktet. Bei den Farben beschränken Sie sich jedoch auf Aschgrau, Weiß und Anthrazit.

Ein Stil, der ohnehin schon mit starken Kontrasten arbeitet, ist Ethno. Hier werden Zickzacklinien, Kreise, Tierköpfe und Federn wild miteinander vermischt. Wer es etwas gediegener mag, wählt hierfür dieselbe Farbfamilie, wer es hingegen aufregend liebt, setzt auf Farbkontraste.

Der Mustermix im Ethnostil

Ein Stil, der ohnehin schon mit starken Kontrasten arbeitet, ist Ethno.

Auch die Auswahl der Materialien oder Stoffe kann Kontraste erzeugen. Schwere Echtholzmöbel zum Beispiel lieben die Gegenwart von Stahl. Dieser kann zum Beispiel als Tischbein, Laterne oder Weinregal zum Einsatz kommen. Aber auch Echtleder ist ein guter Gegenspieler für Massivholz.
Ein Glastisch hingegen freut sich über einen Sisalteppich oder eine Teakholzschale (bitte auf das FSC-Siegel achten). Als Stuhlmaterial eignen sich Wildleder, schwarzes Schmiedeeisen im Ornamentstil oder auch Korbgeflecht. Hierbei kommt der Mustermix auf subtile Weise zum Einsatz.

Räume nicht überfrachten

Erinnern Sie sich an die königsblaue Tapete mit der gelben Lampe? Dieser Farbeffekt ist schön anzusehen. Dekorieren Sie jedoch alle Wände in einer dunklen Farbe, wirkt dies schnell bedrückend. Kleine Räume wirken noch kleiner, aber auch große Räume verlieren schnell an Weitläufigkeit und engen ein. Die vierte Regel lautet also: Nicht zu viel auf einmal.

Auch ein Zuviel an Mustern kann einen Raum überfrachten. Versuchen Sie lieber, ein Muster rund drei Mal innerhalb eines Zimmers aufzugreifen, zum Beispiel an einem Kissen, einer Vase und einer Kommode. Alternativ können Sie auch bis zu drei verschiedene Muster miteinander mischen, allerdings sollten diese dann tatsächlich jeweils nur einmal auftreten. Die übrigen Flächen sollten uni gehalten werden.

Die einzige Ausnahme ist Patchwork. Dieses Muster lebt von Widersprüchen, Kontrasten und Spannung. Meist kommt der Mustermix auf selbstgenähten Decken zum Einsatz, die aus Stoffresten oder ausgedienten Kleidungsstücken zusammengenäht wurden. Aber auch auf Geschirr, Teppichen oder Kissen macht das Patchworkmuster eine gute Figur.

Mustermix - Dem eigenen Stil treu bleiben

Patchwork-Muster leben von Widersprüchen, Kontrasten und Spannung.

Doch auch hier gilt: Jede Musterkategorie wird akkurat durch eine gerade Trennlinie von der nächsten abgegrenzt. Klassisch bekommt jedes Muster ein gleichgroßes Quadrat zur Verfügung gestellt. Daneben besteht die Möglichkeit, die Kategorien durch schräge Linien voneinander zu trennen. Bedenken Sie aber: Jede Unregelmäßigkeit schafft mehr Unruhe im Raum.

Keine Themen mixen

Die letzte Regel bei der Einrichtung im Mustermix lautet: keine Themen mixen. Solange Sie im Thema bleiben, ist alles in Ordnung. Sie können sich bei Patchwork austoben, im Ethno-Style wild Linienarten mischen oder verschiedene Tierfiguren kombinieren. Sobald Sie aber verschiedene Themen vermengen, wirkt die Deko schnell dilettantisch.

Können Sie sich zum Beispiel vorstellen, sich in einem Raum wohlzufühlen, der einerseits blau-weiß-gestreifte Sitzkissen anbietet und dabei mit einer Tapete im Leopardenlook ausgestattet wurde? Nein, denn African Wildlife und Nordsee passen einfach nicht zueinander. So sehr Kontraste im Mustermix auch erwünscht sind, alles hat seine Grenzen.

Sie werden nicht glücklich, wenn Sie alles, was Ihnen gefällt, in einen Raum stecken. Wenn jede Zimmerecke ein anderes Gefühl in Ihnen hervorruft, dann können Sie sich nicht entspannen. Auch verlieren die Muster an Attraktivität, wenn sie nicht sanft in das Interieur integriert werden. Kaufen Sie also nicht wild verschiedene Gegenstände ein, sondern überlegen Sie in Ruhe, ob sich der ausgewählte Stil in den gewünschten Raum gut integrieren lässt.