Windows 32 Bit oder 64 Bit: Version überprüfen und umsteigen – so geht’s

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Wer sich einen neuen PC anschaffen oder sein Betriebssystem upgraden möchte, steht immer vor einer Frage: Greife ich zu Windows 10 mit 32 Bit oder zu Windows 10 mit 64 Bit? Wir erklären die Unterschiede zwischen den Systemen, zeigen, wie Sie nachschauen können, welche Version bei Ihnen installiert ist und erklären, wann sich ein Wechsel lohnt.

Microsoft hat den Countdown gestartet. Ab dem 14. Januar 2020 wird das Unternehmen keine Sicherheits-Patches, Updates und keinen Support mehr für die beliebte Betriebssystemversion Windows 7 bereitstellen.
So langsam also müssen sich alle Anwender mit Computer, auf denen aktuell Windows 7 läuft, auf einen Wechsel zu Windows 10 vorbereiten. Wie bei Windows 7 bietet Microsoft die neueste Betriebssystemversion wahlweise in einer 32-Bit- und in einer 64-Bit-Ausführung an. Da stellt sich natürlich die Frage: Zu welchem System soll man wechseln?

Was spricht für Windows 10 mit 64 Bit?

Das leistungsfähigere System ist zweifellos die 64-Bit-Variante. Aktuelle Prozessoren sind fast ohne Ausnahme 64-Bit-fähig. Mit der Bitzahl wird der maximale Speicherwert beschrieben, den das Betriebssystem gleichzeitig adressieren kann. Das sorgt für einen Geschwindigkeitsvorteil – vorausgesetzt, Sie nutzen speziell für solche 64-Bit-Systeme konzipierte Software. Schon seit einigen Jahren bieten die meisten Software-Hersteller ihre Programme für beide Bit-Varianten an. Starten Sie hingegen eine 32-Bit-Software, ist Windows 10 mit 64 Bit nicht schneller als Windows mit 32 Bit.

In der Praxis werden Sie die Unterschiede vor allem bei rechenintensiven Anwendungen bemerken: also beim Videoschnitt oder dem Spielen von aktuellen 3D-Spielen. Wer hingegen nur im Internet surft und mit Microsoft Word Briefe schreibt, wird keine Geschwindigkeitsvorteile spüren können.

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Für alte Systeme lohnt der Wechsel meist nicht

Wer seinen PC in den letzten sieben, acht Jahren gekauft hat, wird sehr wahrscheinlich die Leistungsanforderungen von Windows mit 64 Bit erfüllen und theoretisch wechseln können. Allerdings sollten Sie nicht zwangsläufig wechseln, wenn Ihr PC die Minimalanforderungen erfüllt.

Microsoft gibt beispielsweise als Mindestwert eine Arbeitsspeichergröße von 2 GB an. Tatsächlich aber hat sich in der Praxis gezeigt, dass erst ab einem Wert von 4 GB ein Wechsel empfehlenswert ist. Ansonsten nämlich kann der PC von der Berechnung größerer Integer-Werte gar nicht nennenswert profitieren. Deshalb gilt die Faustregel: Vor allem bei älteren, leistungsschwachen Systemen lohnt sich der Wechsel zu 64 Bit nicht.

Sollten Sie aktuell Windows 7 nutzen oder von Windows 10 mit 32 Bit zur 64-Bit-Version wechseln wollen, empfiehlt es sich also, zuvor die eigene Hardware genau unter die Lupe zu nehmen. Möglicherweise genügt es, den Arbeitsspeicher aufzurüsten, um den PC fit für den Wechsel zu Windows 64 Bit zu machen.

Arbeitet Ihr PC mit 32 oder 64 Bit? So finden Sie es heraus

Sind Sie sich nicht sicher, ob auf Ihrem PC Windows mit 32 Bit läuft oder die 64-Bit-Version? Kein Problem, das lässt sich in 3 Schritten leicht herausfinden:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Windows-Symbol unten links in der Task-Leiste.
  2. Wählen Sie im Kontextmenü System aus.
  3. Unter Gerätespezifikationen finden Sie den Eintrag Systemtyp. Hier ist aufgeführt, welche Betriebssystemversion Sie aktuell nutzen. Auf dem Beispielrechner läuft Windows 10 mit 64 Bit.
Windows 32 Bit oder 64 Bit? So finden Sie es heraus

Arbeitet Ihr PC mit 32 oder 64 Bit? So finden Sie es heraus.

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So wechseln Sie von Windows 32 Bit zu Windows 64 Bit

Windows 10 mit 64 Bit ist potenziell schneller und leistungsfähiger als Windows 10 mit 32 Bit. Kein Wunder also, dass viele Anwender mit dem Gedanken spielen, zum 64-Bit-System zu wechseln. Doch geht das überhaupt bei jedem Computer? Und wie genau wechselt man zu 64 Bit?

Falls Sie überlegen zu wechseln, überprüfen Sie zunächst, ob Ihr Computer die nötigen Hardware-Anforderungen erfüllt. Laden Sie sich hierfür das kleine, kostenlose Tool CPU-Z herunter und installieren Sie es. Das Tool analysiert die Hardware Ihres Computers und listet alle wichtigen technischen Daten übersichtlich auf.

  1. Schon seit vielen Jahren unterstützen fast alle Prozessoren die 64-Bit-Architektur. Möchten Sie auf einem etwas betagteren Desktop-PC oder Notebook Windows mit 64 Bit installieren, schauen Sie mithilfe von CPU-Z nach, ob der Prozessor dafür ausgelegt ist.
    CPU-Z

    Das kostenlose Tool CPU-Z überprüft, ob Ihr Computer die nötigen Hardware-Anforderungen erfüllt.

  2. Microsoft gibt als Mindestanforderung für Windows 10 mit 64 Bit 2 GB Arbeitsspeicher vor. Tatsächlich aber sollten Sie mindestens 4 GB RAM mitbringen, damit das Betriebssystem flüssig läuft. Klicken Sie bei CPU-Z auf den Reiter Memory, um nachzuschauen, wie viel Arbeitsspeicher Ihr PC mitbringt.
  3. Der freie Festplattenplatz muss für Windows 10 mit 64 Bit mindestens 20 GB betragen.
  4. Für sämtliche Peripherie-Geräte, also zum Beispiel Drucker, Scanner oder Cardreader, benötigen Sie nach einem Umstieg auf Windows mit 64-Bit auch entsprechende neue Treiber. Bei älteren Geräten könnten Sie das Pech haben, dass die Hersteller keine entsprechenden Treiber bereitstellen. In solch einem Fall könnten Sie die Geräte nach einem Betriebssystemumzug nicht mehr nutzen. Deshalb ist es ratsam, vorher bei den Herstellern nachzufragen.
    Canon Drucker

    Prüfen Sie vor dem Betriebssystem-Upgrade, ob für Ihren Drucker ein 64-Bit-Treiber vom Hersteller bereitgestellt wird.

  5. Erfüllt Ihr PC alle Anforderungen? Dann können Sie zu Windows 10 mit 64 Bit wechseln. Ein Wechsel per Klick von einer Bit-Variante zur anderen ist jedoch leider nicht möglich. Stattdessen müssen Sie Windows auf Ihrem PC komplett neu aufsetzen – also Windows 10 mit 64 Bit neu installieren. Das alte System wird dabei gelöscht! Sichern Sie also zuvor unbedingt alle wichtigen Daten.

Fazit: Für wen lohnt sich der Wechsel?

Beim Kauf Ihres nächsten PCs sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Windows 10 mit 64 Bit vorinstalliert ist. Da inzwischen alle verbreiteten Programme 64 Bit unterstützen, ist der Geschwindigkeitsvorteil enorm. Ob sich auf Ihrem bisherigen System ein Wechsel zur 64-Bit-Variante lohnt, hängt jedoch von Ihrer aktuellen Hardware-Ausstattung ab. Wenn Ihr PC mit Ach und Krach die Mindestanforderungen erfüllt, macht ein Upgrade wenig Sinn. Ansonsten sollten Sie aber den Geschwindigkeitsvorteil nutzen und unbedingt zu Windows 10 mit 64 Bit wechseln.

Fotos: Canon, Microsoft

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