9+1 Tipps: Windows 10 schneller machen

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Nichts kostet mehr Nerven als ein langsamer PC. Ob einem nun der Startvorgang zu lange dauert oder die Oberfläche nach einem Mausklick erst einen Moment des Nichtstuns einlegt, spielt keine Rolle. Das Allyouneed Magazin hat 9 Software-Tipps zusammengestellt, mit denen Ihr Rechner wieder flotter arbeiten wird. Zusätzlich gibt´s einen Hardware-Bonustipp.

Mit Windows 10 ist Microsoft aus meiner Sicht ein toller Wurf gelungen. Ich mag die Oberfläche und die vielen neuen Funktionen. Angefangen bei den virtuellen Desktops bis hin zu Cortana oder der Karten-App.

Lesetipp der Redaktion: So reizen Sie die Windows 10 Karten-App optimal aus.

So geht´s: Windows 10 schneller machen

Auf zwei älteren Maschinen bin ich aber mit der Geschwindigkeit nicht so zufrieden. Mit diesen Tipps drückt man bei Windows 10 auf das Gaspedal.

Tipp 1: Autostart ausmisten

Microsoft hat in den vergangenen Jahren viel Arbeit in einen schnelleren Systemstart gesteckt. Und mit einem frisch installierten Windows fahren aktuelle Rechner auch rasch hoch. Nur leider bleibt die Installation ja nicht besonders lange frisch. Wenn Nutzer über einen viel zu langsamen Systemstart meckern, ist das Problem meistens hausgemacht. Denn viele Apps hinterlegen während der Installation einen Eintrag, um im Hintergrund gestartet zu werden. Deswegen lohnt es sich, einen Blick auf die automatisch gestarteten Apps zu werfen. Führen Sie das Tastenkürzel Strg+Alt+Entf aus. Im nächsten Dialog klicken Sie auf „Task-Manager“. Im Register „Autostart“ zeigt Ihnen Windows sämtliche Apps an, die beim Start aufgerufen werden. Deaktivieren Sie dort alle Anwendungen, die Sie nicht benötigen.

Lumia 950

Microsoft erweitert die Windows-10-Produktfamilie um ein neues Lumia Smartphone. Das Lumia 950 punktet mit einem gestochen scharfen 5,2-Zoll-Quad-HD-Display.

Tipp 2: Unnötige Dienste abschalten

Der Task-Manager zeigt auch die auf dem System laufenden „Dienste“ an. Das sind zwar ebenfalls Programme, sie werden aber nicht manuell ausgeführt und besitzen keine Oberfläche. Sie stellen anderen Programmen Funktionen und Schnittstellen zur Verfügung. Im Register „Dienste“ des Task-Managers wartet auf den Anwender eine ziemlich lange Liste. Die meisten Einträge sind einerseits unverständlich, auf der anderen Seite aber notwendig. Trotzdem lohnt sich hier ein Blick, denn vielleicht ist ein Eintrag vorhanden, der auf eine Software verweist, die schon lange gelöscht wurde. Um einen Dienst zu beenden, klicken Sie auf „Dienste öffnen“. Im nachfolgenden Fenster markieren Sie einen Eintrag und entscheiden sich danach für „Dienst beenden“.

Tipp 3: Analyse-Software nutzen

Kennen Sie die Sysinternals? Das sind kleine Zusatzprogramme, die von Microsoft nicht ausgeliefert werden, aber von Experten geschrieben wurden und gerade für die Systemverwaltung enorm hilfreich sein können. Dazu gehört auch Autoruns (Link). Damit analysieren Sie alle Dienste und Programme, die von Windows automatisch geladen werden. Diese App zeigt Ihnen auch eventuelle Fehlermeldungen an, so dass Sie schneller Einträge finden, die Probleme bereiten. Denn wenn eine Datei hier hinterlegt, aber gar nicht mehr auf dem System zu finden ist, dauert der Startvorgang natürlich länger.

Surface

Optimiert für Windows 10: Für das präzise Bearbeiten feiner grafischer Details ist das hochauflösende 13,5-Zoll-Touch-Display des Surface Book prädestiniert.

Tipp 4: Eye-Candy abschalten

Was wäre ein modernes Betriebssystem heute ohne die vielen grafischen Effekte, die gut aussehen und bei der Arbeit Spaß machen? Auf moderner Hardware fallen die dafür verwendeten Ressourcen nicht besonders ins Gewicht. Das sieht auf älteren Maschinen oder bei einer schwächeren Grafik-Engine schon anders aus. Etwas mehr Leistung bringt das Abschalten von grafischen Effekten. Suchen Sie nach „Erweiterte Systemeinstellungen“ und rufen Sie sich das Programmfenster auf. Wechseln Sie in das Register „Erweitert“. Hier drücken Sie auf „Einstellungen“ im Abschnitt „Leistung“. Im nächsten Dialog wählen Sie dann gezielt einzelne Effekte ab.

Tipp 5: Transparenz ausschalten

In die gleiche Richtung geht das Abschalten der Transparenz-Effekte. Dazu öffnen Sie „Einstellungen“ und wechseln hier in den Abschnitt „Farben“. Scrollen Sie die Seite herunter. Ganz am Ende finden Sie die passende Option.

Tipp 6: Cache leeren

Damit Abfragen von Windows schneller bearbeitet werden können, landen viele Dateien im Zwischenspeicher des Systems. Dieser Cache wird im Laufe der Zeit immer umfangreicher. Etwas flinker wird Ihr System wieder, wenn Sie den Zwischenspeicher gelegentlich aufräumen. Das erspart Windows das Suchen in der ständig wachsenden Liste der Einträge. Starten Sie hierzu das Programm „Datenträgerbereinigung“. Zunächst muss die Festplatte ausgewählt werden, die bearbeitet werden soll. Danach beginnt die App damit, die Platte zu untersuchen. Als Ergebnis gibt es eine Liste der Dateien, die gelöscht werden können.

Windows 10 schneller machen

Praxistipp: Wenn der Rechner ordentlich RAM hat, dann beschleunigt eine Verkleinerung der Auslagerungsdatei das System.

Tipp 7: Festplatte defragmentieren

Für die einen ist es ein Placebo, andere Anwender schwören darauf. Die Rede ist vom Defragmentieren der Festplatte. Dabei werden die Dateien physikalisch ordentlich durcheinandergewirbelt. Am Ende lagern alle Dateien am Anfang der Platte und der freie Speicherplatz ist ebenfalls sauber zusammengefasst. Das spart dem Betriebssystem etwas Zeit. Um die Optimierung auszuführen, öffnen Sie den Explorer und wechseln in „Dieser PC“. Führen Sie auf dem Eintrag der Festplatte einen Rechtsklick aus und nutzen Sie im Kontextmenü den Befehl „Eigenschaften“. Im Register „Tools“ drücken Sie im Abschnitt „Laufwerk optimieren“ auf „Optimieren“. Danach müssen Sie noch einmal den Datenträger auswählen, der bearbeitet werden soll. Windows führt Sie dann durch die weiteren Schritte.

Tipp 8: Auslagerungsdatei reduzieren

Windows schneller machen: Einen Geschwindigkeitsgewinn kann auch eine Verkleinerung der Windows-Auslagerungsdatei bringen. Dort landen Fragmente, für die im Arbeitsspeicher kein Platz mehr ist, die aber kurzfristig wieder benötigt werden. Wenn der Rechner deutlich weniger als 8 GB an Arbeitsspeicher besitzt, ist der Nutzen einer kleineren Auslagerungsdatei allerdings zweifelhaft. Suchen Sie nach „Erweiterte Systemeinstellungen“. Wechseln Sie in das Register „Erweitert“ und drücken Sie unter „Leistung“ auf „Einstellungen“. Im nächsten Dialog wechseln Sie ebenfalls in das Register „Erweitert“. Dort befindet sich der Abschnitt „Virtueller Arbeitsspeicher“. Mit „Ändern“ öffnen Sie den Abschnitt, um einen individuellen Wert zu hinterlegen.

Microsoft Display Dock

Der Microsoft Display Dock verbindet das Lumia 950/950XL mit einem externen Monitor, Tastatur und Maus und ermöglicht dadurch das Arbeiten wie auf einem PC.

Tipp 9: BIOS optimieren

Zugegeben, dieser Tipp ist etwas komplizierter in der Umsetzung, kann aber den Systemstart ebenfalls deutlich beschleunigen. Im Startprogramm Ihres Rechners, das vor dem eigentlichen Start von Windows ausgeführt wird, ist hinterlegt, an welchen Stellen der Computer nach einem startbaren Betriebssystem sucht. Am häufigsten erreichen Sie das BIOS (oder dessen Nachfolger UEFI) durch Drücken der Entf-Taste während des Systemstarts. Manchmal muss aber auch F2, F8, F10 oder F12 gedrückt werden. Informationen dazu finden Sie im Handbuch des Rechners. Sind Sie im Startprogramm, suchen Sie nach Einträgen wie „Boot Device Priority“ oder „Boot Sequence“. An erster Stelle sollte immer die Festplatte stehen, auf der sich das System befindet. Müssen Sie später doch von einem externen Datenträger starten, können Sie die Sequenz im Startprogramm immer noch ändern.

Hardware-Bonustipp: In eine SSD investieren

Einen wirklich enormen Geschwindigkeitszuwachs erhalten Sie, indem Sie eine SSD installieren. Nach wie vor bauen die Hersteller in ihre Notebooks und PCs klassische Festplatten, bei denen die Leseköpfe mechanisch über die magnetischen Scheiben wandern. Wenn Sie die Festplatte gegen eine SSD austauschen oder eine zusätzliche SSD in den Rechner integrieren, werden selbst ältere oder einfach ausgestattete Systeme pfeilschnell. Denn eine SSD arbeitet ähnlich wie der Arbeitsspeicher. Lagern Programme und Windows auf einer SSD, werden Sie Ihren Rechner in Sachen Geschwindigkeit nicht mehr wiedererkennen.

Lesetipp der Redaktion: Windows 10 auf der Festplatte installieren ist einfach – erst recht, wenn Microsoft seine nervigen Update-Aufforderungen durchdrückt. Wollen Sie das System hingegen erst einmal in Ruhe ausprobieren, packen Sie es doch einfach auf einen USB-Stick! Starten Sie Windows 10 vom USB-Stick: Wir zeigen Ihnen, wie das in der Praxis funktioniert.