Wasserkocher entkalken: Greifen Sie zum altbewährten Hausmittel

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Wasserkocher entkalken. Das Leitungswasser in vielen deutschen Städten gleicht Mineralwasser. Für Geräte, besonders den Wasserkocher, ist das Gift: Die Kalkablagerungen lassen den Stromverbrauch steigen und verlangsamen den Vorgang des Kochens. Wir zeigen Ihnen deshalb, wie Sie Ihren Wasserkocher mit Hausmitteln entkalken können.

Als Bonner, der nach Köln gezogen ist, ärgere ich mich tagtäglich über die Plörre, die aus dem Wasserhahn sprudelt. Binnen weniger Tage überzieht ein hartnäckiger Kalkfilm Wasserhähne und Küchengeräte. Grund ist das besonders mineralienreiche Uferfiltrat, das viel Calcium und Magnesium, also Kalk, enthält. In Bonn ist das nicht so, hier kommt das relativ kalkarme Wasser aus der Wahnbachtalsperre.

Das Wasser in Köln ist (natürlich) nicht per se schlecht – nein, die Kölner Wasserqualität gilt sogar als gut, wenn auch sehr hart. „Die Wasserhärte mag zwar für das eine oder andere Haushaltsgerät eine gewisse Herausforderung darstellen, doch für die menschliche Gesundheit sind die gelösten für den Kalk verantwortlichen Mineralstoffe förderlich“, schreibt der Versorger RheinEnergie in einer Broschüre und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Das Kalkwasser mag gesund sein, doch für Haushaltsgeräte ist es die Pest.

Wasserkocher entkalken Essig Zitrone Backpulver

Zitronensäure oder Essig? Backpulver oder Cola? Oder gar der Gebissreiniger von Opa? Das Allyouneed Magazin verrät Tipps und Tricks zum Entkalken Ihres Wasserkochers mit Hausmitteln.

Wasserkocher, Kaffeemaschine, Spülmaschine

In der Praxis bedeutet das: Mehr Waschpulver in der Waschmaschine und bloß den Entkalker nicht vergessen. Spülmaschinen ohne neutralisierendes Salz produzieren schnell Flecken. Und meine Kaffeemaschine beginnt nach kurzer Zeit zu schnaufen und zu dampfen wie ein Drache in der Augsburger Puppenkiste.

Wasserkocher entkalken mit Hausmitteln

Wasserkocher entkalken: Hier finden Sie Tipps und Tricks zum Entkalken des Wasserkochers mit Zitronensäure, Backpulver, Essig und anderen Hausmitteln.

Besonders schlimm ist es aber um meinen Wasserkocher bestellt. Das alte, zuverlässige Teil mit Induktionstechnik von Bosch hat inzwischen 16 Jahre auf dem Buckel und sammelt binnen weniger Tage epische Kalkablagerungen an.

Wasserkocher entkalken mit Hausmittel– so geht´s

Grobe Ablagerungen kann ich in der Tat mit dem Finger auswischen, doch bleibt immer ein hartnäckiger Kalkrest, der scheinbar mit dem Metallgehäuse des Wasserkochers verbacken ist. Der lässt sich allerdings recht einfach mit Zitronensäure entfernen.

Zitronensäure hat den Vorteil, dass sie Kalkablagerungen rückstandsfrei entfernt, ohne den Kunststoff oder das Metall des Kochers anzugreifen. Und so geht’s:

  1. Ich spüle dazu zunächst die groben Kalkreste unter fließendem Wasser aus.
  2. Anschließend befülle ich den Wasserkocher zur Hälfte mit Wasser und gebe einen Schuss (ca. 3–5 Esslöffel) des Zitronensäure-Reinigers dazu.
  3. Einmal kurz erwärmen (nicht kochen!) und einige Minuten abkühlen lassen.
  4. Anschließend mehrmals unter fließendem Wasser ausspülen. Schon ist der Wasserkocher entkalkt.
Wasserkocher mit Zitronensäure entkalken

Wasserkocher mit Zitronensäure entkalken: Sauer macht (nicht nur) lustig, sondern befreit Ihren Wasserkocher auch von unschönen und energiefressenden Kalkablagerungen.

Dazu verwende ich den guten alten Universal-Entkalker mit Zitronensäure von Sidol. Natürlich funktioniert auch reine Zitronensäure oder Zitronensaft, um den Wasserkocher zu entkalken.

Wasserkocher entkalken: Zitronensäure darf nicht kochen

Zitronensäure eignet sich ausschließlich für sogenannte Kaltentkalkungen. Das Wasser darf nicht wärmer als 40 Grad sein. Bei höheren Temperaturen wird die Säure sonst zu Calciumcitrat, das sich wiederum als hartnäckiger Belag im Gerät festsetzen kann.

Wasserkocher entkalken Tipps

Wichtig: Verdünnen Sie die Zitronensäure zum Entkalken des Wasserkochers unbedingt mit Wasser. Pur ist sie zu aggressiv für das Material Ihres Wasserkochers.

Beim Wasserkocher ist das in den meisten Fällen nicht allzu tragisch. Doch bei Küchengeräten mit feinen Rohrleitungen wie zum Beispiel eine Kaffeemaschine kann das mittelfristig einen Defekt nach sich ziehen. Im Falle meines Wasserkochers kann ich auch nach jahrelangem Vorgehen dieser Art bisher keine negativen Effekte feststellen. Das Ding funktioniert wie am ersten Tag, als ich ihn in meiner ersten eigenen Wohnung kurz nach der Jahrtausendwende auspackte.

Wasserkocher entkalken: Essig geht auch, schmeckt aber nicht

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Hausmittel, die geeignet sind, einen Wasserkocher zu entkalken. Grundsätzlich gilt: Alles, was „Säure“ ist, eignet sich zum Entkalken. So zum Beispiel auch Essig, den ich ebenfalls eine Weile verwendet habe. Drei bis fünf Esslöffel der guten Essig-Essenz, die ich auch für den Salat verwende, erfüllen den gleichen Zweck wie Zitronensäure und kann wie oben beschrieben angewendet werden. Legen Sie allerdings Wert auf einen frischen Geruch, sollten Sie Ihren Wasserkocher lieber ohne Essig entkalken. Essig stinkt beim Kochen und der Essiggeschmack im Wasser ist deutlich dominanter und langlebiger als der von Zitronensäure. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der doch recht aggressive Essig die Kunststoffteile des Kochers angreift. Gerade Wasserkocher aus Verbundmaterial oder Kaffeemaschinen können das auf Dauer gar nicht leiden.

Cola und Backnatron helfen nicht

Auch Cola ist eine schwache Säure, kann also theoretisch ebenfalls zur Entfernung von Kalk im Wasserkocher verwendet werden. Da das Getränk aber stark schäumt und zudem klebrige Reste in jeder Ritze hinterlässt, sollte man davon Abstand nehmen. Oft ist zu lesen, dass sich auch Backnatron als Hausmittel zum Entkalken eines Wasserkochers eignet. Dieser Trick kann nicht funktionieren: Einerseits schäumt das Zeug ebenfalls heftig, andererseits ist Backnatron keine Säure, sondern ein Alkalium. Also im Grunde das, was bei der Reaktion des Wasserkocher-Kalks mit der Zitronensäure herauskommt. Schade, denn Backnatron eignet sich für eine Vielzahl von Reinigungsaufgaben im Haushalt, so zum Beispiel, um Kaffeeflecken aus Kaffeemaschinen zu entfernen.

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Gebissreiniger, Zahnpasta: andere Hausmittel im Schnellcheck

Das gleiche wie für die Hausmittel Backpulver und Natron gilt für andere basische Reiniger wie Zahnpasta. Die eignet sich lediglich dafür, den Kalk „wegzuputzen“ – womit ein unnötiger Aufwand verbunden ist. Auch der oft zu lesende Tipp „Gebissreiniger“ ist Blödsinn: Einerseits, weil Kukident und Co. nur sehr schwach sauer sind. Und andererseits, weil die Kosten pro Anwendung vergleichsweise hoch ausfallen. Das gleiche gilt übrigens auch für Aspirin-Brausetabletten. Die enthalten zwar (wie übrigens alle Brausetabletten) Säure für die sprudelnde Reaktionsbildung im Wasser. Allerdings wird dieser Anteil für die Brause-Reaktion gebraucht. Dass Kalk gelöst wird, ist dabei eher zufälliger Natur und im Grunde nichts anderes, als dem Wasser direkt Säure – Essig- oder Zitronensäure – zuzusetzen.

Wasserkocher entkalken Ausspülen

Spülen Sie Ihren Wasserkocher nach dem Entkalken gründlich aus. Eventuelle Rückstände der verwendeten Hausmittel werden so spielend entfernt.

Fazit: Wasserkocher mit Zitronensäure entkalken

Wasserkocher entkalken: Vergessen Sie Cola, Essig, Backnatron und Co. Zitronensäure ist ein kostengünstiges und praktisches Hausmittel. Setzen Sie beim Entkalken Ihres Wasserkochers deshalb auf die gute alte Zitronensäure. Ihr Wasserkocher wird es Ihnen danken und in neuem Glanz erstrahlen.

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