Was tun, wenn das Notebook zu heiß wird?

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Wenn das Notebook heiß wird, kann das drei Ursachen haben: schlichte Überlastung durch aufwendige Rechenaufgaben, verrücktspielende Software oder Hardware-Probleme. Wir zeigen Ihnen, wie Sie herausfinden, woran es liegt, wenn Lüfter brüllen und das Gehäuse scheinbar glüht.

Na, haben Sie sich auch schon einmal die Finger an Ihrem Notebook verbrannt? Mein MacBook Pro 15“ kann das dank des Metallgehäuses besonders gut. Da wird die Stelle, an der der Prozessor sitzt, glühend heiß! Im besten Fall dringt Wärme durch die Jeans, im schlimmsten Fall wird das Laptop zum Brandeisen. Doch was ist die Ursache, wenn das Notebook manchmal – oder andauernd – heiß wird?

Was tun, wenn das Notebook zu heiß wird?

Schon nach kurzer Betriebszeit erhitzt sich Ihr Notebook stark? Der Lüfter Ihres Laptops wird heiß und brüllt dabei wie ein B-Promi im Dschungelcamp bei Verzehr eines Fischaugen-Kakerlaken-Cocktails? Dann sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen: Das Allyouneed Magazin zeigt, wie Sie Ihr Notebook vor dem drohenden Hitzetod retten können.

Fest steht: Für die Lebensdauer der Hardware kann die permanente Überhitzung nicht gut sein. Zwar werden Lötstellen nicht aufplatzen, die Hitze kann aber die Platine temporär verformen und den Lötzinn abreißen oder brechen lassen. Die Folge sind Wackelkontakte. Und auch die Lüfter werden nicht besser, wenn sie permanent im Dauereinsatz sind – zumal sie dadurch schneller verdrecken. Bei meinem MacBook liegt die Hitzeentwicklung in aller Regel an Anwendungen, die den Prozessor und/oder die Grafikkarte stark belasten.

Allerdings gibt es auch andere Gründe. Die finden Sie am effektivsten mit der folgenden Checkliste heraus:

1. Notebook wird heiß: Sind die Lüfter sauber und frei von Staubflocken?

Bevor Sie mit der konkreten Fehlersuche beginnen, sollten Sie überprüfen, ob die Lüftungsschlitze des Laptops blockiert sind. Bekommt das Notebook keine Luft, überhitzt es. Gerade moderne Laptops mit ihrem dünnen Design und Geräte, die häufig auf dem Bett oder dem Sofa benutzt werden, neigen zu heftigem Verflusen durch Haare und Hautschuppen. Ziehen Sie Schmutz vorsichtig mit einer feinen Pinzette aus den Lüftungsschlitzen, sofern Sie welchen entdecken. Das sollte die gröbsten Probleme lösen.

Lüfter vom Laptop wird zu laut - was tun?

Moderne Notebooks haben sehr enge Gehäuse: Staubablagerungen können die Lüftung stören. Hier muss der Fachmann ran.

Internen Schmutz im Lüfter können Sie leider nicht so einfach entfernen – das ist ein Fall für den Fachmann! Wenn der Außenlüfter aber völlig verdreckt ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch innen viel Staub herumfliegt. Der lässt sich bei offenem Gehäuse vorsichtig mit Druckluft entfernen.

Lesetipp der Redaktion: Den Lüfter Ihres Notebooks reinigen – so geht’s. Und dank unserer Tipps und Tricks müssen Sie dazu nicht einmal zum Schraubenzieher greifen!

2. Laptop wird heiß: Spinnt ein Prozess?

Prüfen Sie als nächstes, ob eventuell ein Prozess spinnt oder das Betriebssystem unnötig vermüllt ist. Dazu sollten Sie schauen, was die hohe Systemlast – und damit die Hitzebildung – verursacht. Das geht unter Windows 10 am einfachsten, indem Sie im Cortana-Suchfeld „Taskman“ eingeben.

Laptop wird heiß und schaltet sich aus

Der Task-Manager kann verraten, ob ein Prozess aus dem Ruder läuft.

Starten Sie damit den Task-Manager und wählen Sie „Mehr Details“, um alle Prozesse aufzuschlüsseln. Klicken Sie jetzt auf den Reiter „CPU“, um die Prozesse nach Last zu sortieren. Schauen Sie sich die Prozesse an, die am meisten Last verursachen: Meist sind das Hintergrund-Funktionen wie Virenscanner, Up-Download-Tools oder Updater. Der Task-Manager gibt einen Hinweis darauf und hilft Ihnen, Systemfresser-Software zu finden und über Windows-Einstellungen -> System -> Apps und Features -> Programme zu löschen.

Notebook wird heiß und geht aus

Die Aktivitätsanzeige auf dem Mac leistet das Gleiche.

Übrigens: Auf dem Mac funktioniert das ähnlich. Im Tool „Aktivitätsanzeige“ aus dem Ordner /Programme/Dienstprogramme/ sehen Sie, ob irgendein Prozess aus dem Ruder läuft. Linux-Rechner haben je nach Desktop-Umgebung vergleichbare Tools.

Es empfiehlt sich grundsätzlich, nicht mehr benötigte Programme zu löschen! Unter Windows nimmt man dafür die Uninstall-Funktion, am Mac am einfachsten ein Programm wie AppCleaner (Link).

3. Notebook wird heiß: Sind die Treiber und das System aktuell?

Manchmal lässt sich über die Aktivitätsanzeige keinerlei Hinweis auf Prozesse entnehmen, die für die Hitzeentwicklung verantwortlich sind. In einigen Fällen ist es die Gesamtheit der Prozesse, die ständig Last verursacht. Der Grund dafür kann veraltete Treibersoftware oder ein Fehler im Betriebssystem selbst sein. Gerade Windows-Rechner zeigen gerne mal Verhaltensauffälligkeiten, ohne dass sich diese konkret auf einen bestimmten Task zurückführen lassen. Schuld daran ist ein möglicherweise inkompatibler oder veralteter Treiber.

Prüfen Sie also, ob es für Ihre Hardware-Treiber, insbesondere Chipsatz- und Grafikkartentreiber, Updates gibt. Dazu besuchen Sie am besten die Hersteller-Websites. Sehr hilfreich ist meist bereits das Einspielen des neuesten Chipsatz-Treibers (Link), der auf der Intel-Website zum Download angeboten wird. Auch Windows, OS X und Linux selbst sollten immer auf dem neuesten Stand sein.

4. Laptop wird heiß: Rechner aufräumen!

Viele Notebooks sind komplett vermüllt. Der Desktop zum Beispiel produziert ständig hohe Systemlast, wenn dort viele Dateien liegen. Aber auch sonst versteckt sich einiges an Abfall in diversen Systemverzeichnissen und in der Registry, wodurch das System belastet wird. Das Resultat ist hohe Prozessorlast – und damit ein langsames, heißes Notebook! Diesen digitalen „Schmutz“ können Sie aber zum Glück relativ einfach beseitigen: Installieren Sie sich die Freeware CCleaner (Link) und starten Sie diese.

Notebook wird heiß – was ist zu tun?

Mit einem Tool wie CCleaner können Sie den Windows-PC aufräumen.

Lassen Sie anschließend einfach die „Cleaner“-Funktion mit „Run Cleaner“ automatisch durchlaufen. Wiederholen Sie das Ganze im Reiter „Registry“, indem Sie hier „Scan for issues“ anklicken und danach „Fix selected issues“.

Achtung: Lassen Sie auf jeden Fall ein Backup der Registry anlegen, das bietet CCleaner an, sobald Sie auf „Fix selected issues“ geklickt haben. Auf dem Mac können Sie ebenfalls mit CCleaner arbeiten. Das Unix-System MacOS ist aber konzeptbedingt deutlich weniger anfällig für „Vermüllung“.

5. Notebook wird heiß: Wie stark ist der Virenscanner eingestellt?

Viele Virenscanner sind falsch eingestellt oder völlig überfrachtet, wodurch sie permanente Systemlast produzieren. Dabei machen sie außerdem den Rechner langsam. Warum? Weil sie nicht selten jede Datei beim Öffnen scannen! Schalten Sie entsprechende Einstellungen Ihres Virenscanners aus oder reduzieren Sie sie auf ausführbare Dateien wie .EXE, .MSI und .BAT. Virenscanner sind übrigens überbewertet.

Notebook wird heiß. Die Gründe.

Der in Windows integrierte Defender reicht in den meisten Fällen als Virenschutz.

Wenn Sie nicht zu diesen Im-Internet-alles-Anklickern gehören, reicht in aller Regel der Windows Defender, der mit Windows mitgeliefert wird. Zusätzlicher Vorteil: Der Defender bleibt aktuell und muss nicht wie andere Lösungen einmal im Jahr neu gekauft werden.

6. Laptop wird heiß: Ist der Rechner noch aktuell genug?

Wenn all diese Maßnahmen nicht fruchten, kann das Problem auch eine ganz einfache Ursache haben: Der Rechner ist schlicht zu alt oder nicht ausreichend ausgestattet. Die gute Nachricht: Am Prozessor liegt es zumeist nicht, wenn der Rechner in den letzten 5 Jahren angeschafft wurde. Oft sind zu wenig RAM und eine langsame Festplatte die Ursachen für hohe Systemlast und entsprechende Hitzeentwicklung. Die Daten „stauen“ sich, was die Last im ganzen System hochtreibt.

Allyouneed Marktplatz Newsletter 5 Prozent Gutschein Die einfachste Maßnahme dagegen: Rüsten Sie Ihr System auf mindestens 4 Gigabyte RAM auf und tauschen Sie die konventionelle magnetische Festplatte gegen eine SSD. Selbst alte Rechner werden dadurch zur Rakete und die Hitzeprobleme sollten ebenfalls erledigt sein.

Lesetipp der Redaktion: Wer mehr Leistung aus seinem Notebook oder seinem Desktop-PC holen will, baut am besten zusätzlichen Arbeitsspeicher (Random Access Memory) ein. Das Allyouneed Magazin erklärt Ihnen, welche RAM-Typen es gibt und worauf Sie beim Kauf und beim Einbau achten müssen.

Ihr Notebook wird heiß und schaltet sich automatisch aus? Das Allyouneed Magazin hat die Lösung für Ihr Problem.

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Was tun, wenn alles nicht hilft?

Wenn all diese Maßnahmen keine Abhilfe schaffen, ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Entweder, Sie haben mit einem Hardware-Defekt zu kämpfen, etwa einem kaputten Lüfter, einer gebrochenen Lötstelle oder schlicht einem innen komplett verdreckten Gerät. Oder das Notebook ist zu alt, um aktuellen Anwendungen noch gewachsen zu sein. In beiden Fällen ist entweder ein Gang zum Service oder besser gleich ein neuer Laptop angesagt. Wichtig dabei: Die reine Rechenleistung ist heutzutage nur selten das Problem, wichtiger sind ausreichend Arbeitsspeicher und vor allen Dingen eine schnelle SSD.

Lesetipp der Redaktion: Hochintegrierte Rechner wie Apples iMac oder Mac Mini sind hübsch anzuschauen. Falls jedoch die eingebaute Festplatte zu langsam wird, ist guter Rat oft teuer – und kostspielige Bastelei angesagt. Dabei geht es auch einfacher: Mit Samsungs kompakter SSD T3 können Sie ganz einfach eine SSD am iMac nachrüsten.