Von UHD bis HDR: Diese Funktionen sind beim TV-Kauf wichtig

0

Ein neuer Fernseher soll her – doch worauf müssen Sie beim TV-Kauf eigentlich achten? Die Hersteller geben sich leider alle Mühe, in Sachen verwirrende Kürzel und Marketingbezeichnungen noch einen draufzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen 4K, UHD oder HDR? Wir bringen Licht in den Begriffsdschungel und zeigen, welche Funktionen wirklich wichtig sind.

Spätestens, wenn im Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft startet, dürfte die Anschaffung eines neuen Fernsehers in vielen Haushalten ein Thema sein. So gut wie sicher ist dabei, dass es sich um einen 4K-TV handelt, da Full HD kaum noch eine Rolle spielt. Doch was genau ist eigentlich „4K“? Und was hat es mit den Myriaden von Begriffen auf sich, die sich sonst noch in den Datenblättern und Prospekten tummeln? Ob HDR oder Dolby Vision, OLED oder QLED: Wir zeigen Ihnen, was hinter den wichtigsten Abkürzungen beim TV-Kauf steckt.

Was ist der Unterschied zwischen 4K und UHD?

Beginnen wir gleich beim Begriff 4K, der mittlerweile auf so ziemlich jedem TV-Karton zu finden ist. Er bezieht sich auf die Auflösung des Bildschirms. „4K“ ist im Englischen die Kurzform von 4.000 und bezieht sich auf die Anzahl der horizontalen Bildpunkte. Doch schon hier wird es verwirrend: Bei 4K-Fernsehern für Zuhause hat sich nämlich die Bildauflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten durchgesetzt, horizontal sind es also 160 Pixel weniger, als 4K suggeriert. Äquivalent zur Bezeichnung 4K ist oft der Begriff UHD, also Ultra High Definition zu hören, der in der Praxis mit 4K gleichzusetzen ist. Last but not least findet sich vor allem bei Kameras oft die Bezeichnung 2160p, die sich auf die vertikalen Pixel bezieht und für die 4K-Auflösung steht – so, wie 1080p für die Full HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel steht.

4K-Filme auf Netflix

Vor allem Streaming-Dienste wie Netflix sorgen dafür, dass 4K-Fernsehen eine immer wichtigere Rolle spielt.

Apropos Full HD: Ein moderner 4K-Fernseher bringt horizontal und vertikal jeweils die doppelte Menge an Pixeln auf den Schirm, sodass insgesamt viermal mehr Bildpunkte als bei Full HD zu sehen sind. Sprich: Auf dem Platz, den vorher ein Pixel eingenommen hat, tummeln sich nun vier Pixel. In der Praxis bedeutet dies, das entsprechendes Bildmaterial auf der gleichen Bilddiagonalen deutlich schärfer dargestellt wird und man einzelne Bildpunkte nur noch aus der Nähe ausmachen kann. Moderne Bildprozessoren in 4K-TVs bereiten aber auch „klassische“ Full HD-Inhalte für die höher aufgelösten Bildschirme auf. In aller Regel müssen Sie keine Angst davor haben, dass beim Wechsel auf einen UHD-Fernseher das TV-Bild oder Full HD-Blu-rays schlechter aussehen.

Lesetipp der Redaktion: Zu einem modernen Heimkinosystem gehört nicht nur ein tolles Bild, sondern auch ein Spitzensound. Und genau hier kommt der AV-Receiver ins Spiel. Wir erklären, was die Geräte draufhaben und wie man sie optimal anschließt. Anleitung: So schließen Sie Ihren AV-Receiver richtig an.

Wofür steht HDR?

Fassen wir zusammen: Ein 4K-Fernseher ist vor allem scharf. Doch das allein reicht weder den Herstellern noch den Kunden. Zusammen mit der neuen 4K-TV-Generation hielt daher HDR Einzug in die Wohnzimmer. HDR steht für High Dynamic Range und sorgt dafür, dass Filme und Serien auf den passenden Geräten ein breiteres Spektrum an Farben und Kontrasten bieten. Sprich: HDR-Content wirkt lebensechter als klassische TV-Inhalte. In der Praxis empfinden viele Betrachter den Wechsel von Nicht-HDR auf HDR als größeren Sprung in Sachen Bildqualität als den von Full HD auf 4K. Eine ausführliche Erklärung des Effekts von HDR finden Sie bei den Kollegen von Heimkinoraum.

SDR vs. HDR

HDR-Inhalte liefern bessere Kontraste und mehr Farben.

Was ist der Unterschied zwischen HDR10, HLG und Dolby Vision?

Doch wie so oft gibt es auch hier unterschiedliche Industriestandards. Am verbreitetsten ist derzeit HDR10. Er kommt sowohl im Streaming als auch bei der Produktion von HDR-Blu-rays zum Einsatz und wird zudem von nahezu allen aktuellen 4K-TVs unterstützt. Technisch aufwendiger und noch nicht so verbreitet ist Dolby Vision. Im Unterschied zu HDR10 können Filmemacher mit Dolby Vision nicht nur für den gesamten Film, sondern für jede Szene einzeln die Bildinformationen anpassen. Entsprechend aufbereitetes Material liefert beispielsweise der Streaming-Dienst Netflix. Es kann deutlich besser aussehen als HDR10-Inhalte. Leider ist Dolby Vision anders als HDR10 kein offenes Format. Sowohl die TV-Hersteller als auch die Produzenten müssen Lizenzgebühren an Dolby zahlen, weshalb das HDR-Format bislang vor allem in hochpreisigen TV-Geräten zum Einsatz kommt, etwa den OLED-TVs von LG.

Mit dem unter anderem von Samsung und Panasonic initiierten HDR10+ schickt sich ein neuer HDR-Standard an, Dolby Vision Konkurrenz zu machen. Technisch ähnlich vielseitig entfallen hier die Gebühren für TV-Hersteller und Content-Macher, was das Format auf lange Sicht interessant machen könnte. Die ersten für HDR10+ geeigneten Fernseher dürften im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

HDR-Samsung

In Sachen HDR-Unterstützung kocht jeder TV-Hersteller sein eigenes Süppchen. Ein größeres Problem ist das aber nicht.

HLG: Abwärtskompatibles HDR-Format

Und dann gibt es noch Hybrid Log Gamma, kurz HLG. Als einziges HDR-Format ist HLG abwärtskompatibel zu nicht-HDR-tauglichen Fernsehern. Damit ist es vor allem für TV-Sender interessant: In HLG ausgestrahlte Inhalte erscheinen auf kompatiblen Fernsehern in voller Farbpracht, während sie auf älteren TVs ohne HDR erscheinen. Dieser Umstand macht HLG vor allem für TV-Sender interessant. Die senden zwar derzeit noch weitestgehend ohne HDR. Die Öffentlich-Rechtlichen und der Pay-TV-Sender Sky planen bereits die Ausstrahlung von HDR-Inhalten via HLG.

Ultra-HD auf Sky

Sky überträgt bereits ausgewählte Inhalte in Ultra-HD, in Zukunft könnte noch HDR dazukommen.

Einen langfristigen Sieger in Sachen HDR gibt es derzeit noch nicht. Doch das ist kein Grund zur Verzweiflung: Mit HDR10 und HLG unterstützen fast alle TV-Geräte zwei Standards, die eine deutliche Bildverbesserung darstellen. Hinzu kommt, dass die Unterstützung für HDR10+ und andere HDR-Formate zumindest in der Theorie per Hersteller-Update nachgereicht werden kann. Beim TV-Kauf lohnt es sich also durchaus, auf die HDR-Tauglichkeit zu achten, eine fehlende Unterstützung für Dolby Vision oder HDR10+ ist aber absolut kein Ausschlusskriterium.

Lesetipp der Redaktion: Erst der richtige Sitzabstand zu Ihrem Fernseher macht das TV-Erlebnis zum optischen Genuss. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie den optimalen Sitzabstand zu Ihrem Fernseher ermitteln.

OLED, LED, QLED: Displaybegriffe erklärt

Nicht nur bei den Funktionen schmeißen TV-Hersteller mit Kürzeln um sich, auch bei den verbauten Displays herrscht eine verwirrende Vielfalt. Die drei wichtigsten Panel-Technologien sind derzeit LCD, OLED und Nano-Partikel.

LCD: Bewährte Allrounder

Liquid Crystal Displays, also Bildschirme auf Basis von Flüssigkristallen, sind bei Flachbild-TVs seit Jahren Standard. Sie liefern in der Regel ein helles, ausgeglichenes Bild und sind in allen Preisklassen zu haben. Verwirrend: Für das Licht in LCD-TVs sorgen Leuchtdioden, abgekürzt als LED (light-emitting diode). LCD-Fernseher werden also häufig als LED-Fernseher vermarktet. Die größte Herausforderung für die Hersteller von LCD-TVs liegt darin, die LED-Beleuchtung möglichst fein zu regulieren. Leuchten TVs zu hell, kommt es zum sogenannten Backlight-Bleeding, was vor allem in dunklen Szenen zu Problemen führt.

LG OLED-TVs

LG ist Marktführer in Sachen OLED-TVs und liefert auch die Bildschirme für die meisten Mitbewerber.

OLED und QLED: High-End-Alternativen

Mit OLED und Nano-Partikel-Displays liefern verschiedene Hersteller Alternativen zum klassischen LED-TV. Der größte Vorteil von OLED-Displays ist die perfekte Schwarzdarstellung. Auf einem OLED-Fernseher sind schwarze Pixel tatsächlich schwarz, was in hervorragenden Kontrasten resultiert. Moderne OLED-Displays haben kaum noch mit Kinderkrankheiten wie geringer Helligkeit oder einer kürzeren Lebensdauer zu kämpfen, sind aber im Vergleich zu LCD-TVs deutlich teurer. Hersteller wie Sony, Philips und Panasonic haben OLED-Fernseher im Programm, die Displays stammen aber faktisch immer aus der Fertigung von LG. Die Koreaner gelten in Sachen OLED-Produktion als Vorreiter.

Eine hochwertige Alternative zu OLED und LCD liefern Nano-Partikel-Fernseher. Sie sind gewissermaßen eine Weiterentwicklung der LED-Technologie und ermöglichen bessere Kontraste und kräftigere Farben. Besonders Samsung setzt bei seinen Edel-TVs auf Nano-Partikel – und sorgt mit der Marketingbezeichnung für Verwirrung. Die Koreaner vermarkten die entsprechenden TV-Geräte nämlich als Quantum-LEDs oder kurz QLED. Das „Q“ steht in diesem Fall für Quantum Dots und ist Samsungs Bezeichnung für die Nano-Partikel. Kurios: Auch andere Hersteller wie Hisense bieten Fernseher, die auf der Nano-Partikel-Technologie basieren. Bei den Chinesen laufen diese unter der Bezeichnung Ultra-LED oder kurz ULED – es bleibt also verwirrend. Einen technischen Vergleich zwischen OLED und Nano-Partikel-TVs finden Sie bei Heise.

QLED-TV von Samsung

Die QLED-Fernseher von Samsung stehen sinnbildlich für tolle Bildqualität und verwirrende Marketingbezeichnungen.

Fakt ist: Mit allen Bildschirmtechnologien lassen sich Geräte fertigen, die ein hochwertiges TV-Bild mit natürlichen Farben und überzeugenden Kontrasten darstellen. Ein pauschales „besser“ oder „schlechter“ gibt es nicht. Studieren Sie Tests in Fachmagazinen und vertrauen Sie nicht zuletzt Ihren Augen, um das richtige Gerät zu finden.

TV-Kauf: Zwischen Marketing und offiziellen Labeln

Bislang haben wir uns größtenteils auf Standards konzentriert, doch die TV-Hersteller geben sich leider alle Mühe, in Sachen verwirrende Kürzel noch einen draufzusetzen. Nicht selten stecken dahinter allerdings nur kreative Marketingbezeichnungen, die bewährten Technologien einen vermeintlich einzigartigen Klang geben.

So bezeichnet beispielsweise LG die High-End-LCDs im Portfolio als „Super UHD“. Dabei handelt es sich nicht um einen weiteren UHD-Standard, sondern schlicht um einen Marketingbegriff, der hochwertige TVs mit breiter HDR-Unterstützung umfasst. Auch andere Hersteller machen hier gerne mit. So spricht Sony bei besonders farbstarken TV-Geräten auf Nano-Kristall-Basis von Triluminos-TVs während Samsung wie schon erwähnt seine TVs mit Nano-Kristall-Bildschirmen unter der Bezeichnung QLED verkauft – vor einigen Jahren lief die gleiche Technologie bei den Koreanern noch unter dem Kunstbegriff SUHD.

Triluminos Display

Bezeichnungen wie Triluminos Display entstammen den Marketingabteilungen der TV-Hersteller.

Das auf einigen Fernsehern prangende Logo „Ultra HD Premium“ basiert hingegen auf einem offiziellen Standard der UHD-Alliance. Es kennzeichnet Fernseher, die besonders gut für die Wiedergabe von UHD-Inhalten geeignet sind. Sie müssen dazu bestimmte Kriterien in Sachen Helligkeit, Farbraum und mehr erfüllen.

TV-Kauf: Ultra-HD-Premium-Logo für hochwertige 4K-Fernseher

Das Ultra-HD-Premium-Logo ist tatsächlich ein Indiz für einen hochwertigen 4K-Fernseher.

Zugegeben: Der TV-Kauf bleibt auch 2018 kompliziert. Die Hersteller geben sich redlich Mühe, neben offiziellen Standards auch marketingträchtige Kunstbegriffe zu etablieren. Doch aufmerksame TV-Käufer durchschauen das recht schnell. Die gute Nachricht lautet: Unabhängig vom Datenblatt liefert so gut wie jeder UHD-Fernseher ein ordentliches Upgrade im Vergleich zu den Full HD-Vorgängern.

Fotos: Sony, Samsung, Sky, LG

Große Auswahl, tolle Preise, echte Qualität. Wenn Sie einen Fernseher kaufen möchten, sind Sie bei Allyouneed.com genau richtig. Wählen Sie aus verschiedenen Marken wie Sony, Samsung, Grundig, LG und Philips Ihren brandneuen Fernseher. Stöbern Sie jetzt in unserem umfangreichen Sortiment und bestellen Sie Ihr neues TV-Gerät direkt online. Preisgünstige Fernseher bei Allyouneed