USB-Stick verschlüsseln: So sichern Sie vertrauliche Daten unter Windows

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Egal ob Fotos, Videos, Doktorarbeit oder Firmen-Buchhaltung: USB-Sticks sind sehr beliebt, um große Datenmengen zu speichern und von A nach B zu transportieren. Doch Vorsicht: Geht der USB-Stick verloren, können andere Ihre Daten problemlos an jedem handelsüblichen PC auslesen. Es sei denn, Sie haben Ihre Daten vorsorglich verschlüsselt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Windows-Bordmitteln und kostenlosen Tools Ihren USB-Stick verschlüsseln.



Handlich, robust, günstig und jede Menge Speicherplatz: Kein Wunder, dass inzwischen kaum noch jemand Daten auf einem CD- oder DVD-Rohling oder einer externen Festplatte transportiert, sondern alle zu einem USB-Stick greifen. Die sind schließlich in der Handhabung deutlich praktischer als jede andere Lösung.

Lesetipp der Redaktion: Ihr USB-Stick wird nicht erkannt? Das kann viele Ursachen haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Problem Schritt für Schritt auf die Spur kommen.

Allerdings haben die Speicher-Sticks auch einen Nachteil: Sie sind so klein, dass man sie schnell mal irgendwo verlieren oder vergessen kann. Damit Ihre Daten in solch einem Fall nicht in falsche Hände geraten, empfiehlt es sich, sie vorsorglich zu verschlüsseln. Dafür brauchen Sie keine sündhaft teure Security-Software, sondern greifen entweder zu Windows-Bordmitteln oder zu kostenlosen Verschlüsselungs-Tools.

USB-Stick in Hosentasche

USB-Sticks sind praktisch, weil sich so leicht große Datenmengen transportieren lassen. Allerdings kann man die kleinen Datenträger schnell mal verlieren oder versehentlich liegen lassen.

USB-Stick mit Windows-Bordmitteln verschlüsseln

Windows 10 bringt mit BitLocker eine Verschlüsselungsfunktion mit, mit der sich komplette Datenträger vor unberechtigtem Zugriff schützen lassen. Zudem verfügt Windows 10 mit EFS über ein Dateiverschlüsselungssystem, mit dem sich einzelne Ordner oder Dateien sichern lassen. Kleiner Wermutstropfen: Diese Funktionen finden Sie nur bei Windows 10 Pro. In der Home-Edition von Windows 10 wird die Verschlüsselung nicht angeboten.



Schritt-für-Schritt: Komplette Dateiordner auf einem USB-Stick verschlüsseln

Nutzen Sie Windows 10 Pro? Dann verschlüsseln Sie Dateiordner wie folgt:

  1. Überprüfen Sie zunächst, ob Ihr USB-Stick mit dem NTFS-Dateisystem formatiert ist. Mit dem Dateisystem FAT32 funktioniert die Verschlüsselung nämlich nicht. Klicken Sie im Windows Explorer mit der rechten Maustaste auf Ihren USB-Stick und wählen Sie „Eigenschaften“ aus. Dort finden Sie neben Dateisystem die aktuelle Formatierung des Sticks.
  2. Ist Ihr USB-Stick mit FAT32 formatiert, müssen Sie ihn zunächst umformatieren. Sichern Sie dafür erst einmal alle Daten auf dem Stick, denn die gehen bei der Neuformatierung verloren. Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste im Windows Explorer auf den USB-Stick und wählen „Formatieren“ aus.
  3. Wählen Sie als Dateisystem NTFS aus und klicken Sie auf „Starten“.
  4. Kopieren Sie nun die Daten, die Sie verschlüsseln möchten, auf den USB-Stick.
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste den gewünschten Ordner an und klicken Sie auf „Eigenschaften“.
  6. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Erweitert“.
  7. Setzen Sie ein Häkchen bei „Inhalt verschlüsseln“, um Daten zu schützen und klicken Sie auf „OK“.
  8. Legen Sie nun fest, ob die Verschlüsselung nur für den ausgewählten Ordner oder auch für Unterverzeichnisse gelten soll. Bestätigen Sie mit „OK“.
  9. Windows verschlüsselt nun Ihre Daten und legt anschließend ein Datenverschlüsselungszertifikat (pfx-Datei) sowie einen Schlüssel (hierbei vergeben Sie zum Beispiel ein Kennwort) an. Beides brauchen Sie, um die verschlüsselten Daten wieder zu entschlüsseln. Das Zertifikat wird standardmäßig im Ordner „C:\Benutzer\Benutzername\Dokumente“ gesichert. Erstellen Sie zur Sicherheit eine Kopie des Zertifikats auf einem anderen Laufwerk.
USB-Stick verschlüsseln

USB-Sticks lassen sich an jeden handelsüblichen PC problemlos anschließen. So kann jeder auf die Daten darauf zugreifen – sofern sie nicht verschlüsselt sind.

USB-Stick verschlüsseln: Kostenloses Tool VeraCrypt

Als Nutzer von Windows 10 Home können Sie Dateien und Ordner auf USB-Sticks nicht mit Bordmitteln verschlüsseln. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, denn mit dem Open-Source-Tool VeraCrypt steht Ihnen eine leistungsfähige Alternative kostenlos zur Verfügung. So verschlüsseln Sie mit VeraCrypt Ihren USB-Stick:

  1. Laden Sie hier die aktuelle Windows-Version von VeraCrypt herunter und installieren Sie die Software auf Ihrem PC.
  2. Starten Sie VeraCrypt und stellen Sie die Benutzerführung zunächst von Englisch auf Deutsch um. Klicken Sie dafür im Menü auf „Settings“ und anschließend auf „Language“.
  3. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche „Volume erstellen“.
  4. Setzen Sie ein Häkchen bei „Eine verschlüsselte Containerdatei erstellen“ und klicken auf „Weiter“. Alternativ können Sie auch das komplette Laufwerk verschlüsseln. Das ist allerdings unpraktisch, weil es anschließend nur mit VeraCrypt ausgelesen werden kann und ansonsten vom PC nicht erkannt wird.
  5. Klicken Sie auf „Standard VeraCrypt-Volume“ und bestätigen Sie mit Weiter.
  6. Klicken Sie auf „Datei“ und legen Sie auf dem USB-Stick eine beliebige Datei an, zum Beispiel brief.doc. Diese Datei ist dann kein echtes Word-Dokument, sondern die Container-Datei von VeraCrypt, in der alle verschlüsselten Dateien gespeichert werden. Ihre Dateien sind später darin also nicht nur verschlüsselt, sondern auch unsichtbar! Klicken Sie nun auf „Speichern“ und „Weiter“.
  7. Bestätigen Sie die voreingestellte Verschlüsselungsmethode mit „Weiter“.
  8. Geben Sie nun in MB beziehungsweise GB an, wie groß die Container-Datei sein soll. So viel Platz haben Sie dann für das Speichern Ihrer verschlüsselten Daten auf dem USB-Stick. Klicken Sie anschließend auf „Weiter“.
  9. Vergeben Sie nun ein sicheres Passwort, das möglichst aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie aus Sonderzeichen und Zahlen besteht. Geben Sie zur Bestätigung Ihr Passwort noch einmal ein und klicken Sie auf „Weiter“.
  10. Ein Teil des USB-Sticks, nämlich die Container-Datei, wird nun verschlüsselt. Sie werden hierbei aufgefordert, den Mauszeiger zufällig hin- und herzubewegen. Die zufälligen Bewegungen werden zur Verschlüsselung genutzt.
  11. Klicken Sie, nachdem der Balken komplett grün gefärbt ist, auf „Formatieren“. Klicken Sie zum Abschluss auf „Beenden“.
  12. Um die Container-Datei nun wie ein eigenständiges Laufwerk zu nutzen und unter Windows angezeigt zu bekommen, klicken Sie im Hauptfenster von VeraCrypt auf „Datei…“ und wählen die Container-Datei auf Ihrem USB-Stick aus.
  13. Markieren Sie nun mit der linken Maustaste einen freien Laufwerksbuchstaben, zum Beispiel B. Klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche „Einbinden“.
  14. Geben Sie das Passwort, das Sie zuvor ausgewählt haben, ein und bestätigen Sie mit „OK“.
  15. Ist das eingegebene Passwort korrekt, finden Sie im Windows Explorer nun das neue Laufwerk B. Das ist die verschlüsselte Container-Datei, in der Sie nun Ihre vertraulichen Daten sichern können.
  16. Klicken Sie im VeraCrpyt-Fenster auf „Trennen“, bevor Sie den USB-Stick vom PC abziehen. Ansonsten können Ihre Dateien beschädigt werden.
Tool: USB-Stick verschlüsseln

Mit dem kostenlosen Tool VeraCrypt lassen sich Daten auf einem USB-Stick nicht nur verschlüsseln, sondern sogar verstecken!

Fazit: USB-Sticks zu verschlüsseln ist effektiv und schnell erledigt

Wenn Sie sensible Daten auf Ihren USB-Sticks speichern, sollten Sie diese verschlüsseln. Mit Windows-Bordmitteln oder Tools wie VeraCrypt ist das schnell erledigt. Anschließend können nur noch Sie auf die verschlüsselten Dateien zugreifen.

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