Urlaubsfotografie: iPhone statt Digitalkamera

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Das iPhone besitzt eine leistungsstarke Kamera mit lichtstarker Optik und Festbrennweite und ist damit im Grunde besser ausgestattet als so manche Digitalkamera, wenn diese schon einige Jahre alt ist. Warum also nicht einfach nur das iPhone in den Urlaub mitnehmen?

Es muss nicht immer die schwere Spiegelreflex- oder Systemkamera sein: Auch mit dem iPhone (oder anderen Smartphones) können ohne Weiteres hervorragende Fotos geschossen werden. Gerade im Urlaub und auf Reisen, wo leichtes Gepäck zählt, hat das iPhone mit seiner lichtstarken Festbrennweite und seinen 8 Megapixeln Auflösung einige entscheidende Vorteile: Es ist jederzeit zur Hand, schnell einsatzbereit und zusätzliche Hardware – von einem Ladegerät abgesehen – ist nicht nötig. Wir haben 8 Tipps für tolle Urlaubsaufnahmen mit dem Smartphone für Sie zusammengestellt.

Tipp: Das iPhone wie eine Kamera halten

Viele Smartphone-Nutzer neigen dazu, Fotos aus dem Handgelenk zu schießen. Die Folgen sind verwackelte Bilder und verzerrte Perspektiven. Daher ist es sinnvoll, das iPhone beim Fotografieren wie eine „echte“ Digitalkamera zu halten.

Urlaubsfotografie: Wir haben 8 Tipps für tolle Urlaubsaufnahmen mit dem iPhone für Sie zusammengestellt. Wichtig ist die beidhändige Bedienung des Smartphones.

Urlaubsfotografie: Wir haben 8 Tipps für tolle Urlaubsaufnahmen mit dem iPhone für Sie zusammengestellt. Wichtig ist die beidhändige Bedienung des Smartphones.

Der iPhone-Fotograf Peter Paul Zehner betreibt das Blog Slowfoto und er empfiehlt dort drei Aufnahmetypen: das klassische Querformat, das Hochformat und die Panoramaaufnahme. „Die kleinbildäquivalente Brennweite entspricht etwa einem 35-mm-Objektiv“, weiß der Experte. Damit entspricht seine Brennweite der der klassischen Reportagefotografie und verwackelt nicht so schnell. Wichtig ist aber trotzdem die beidhändige Bedienung des Smartphones: Schauen Sie dazu auf das Display und halten Sie das iPhone so, dass Sie die Lautstärkeknöpfe mit dem rechten Zeigefinger erreichen. Diese dienen auch als Auslöser. Achtung: Bei schlechtem Licht oder sehr nahen Aufnahmen kann das Bild durch die relativ schwergängigen Knöpfe verwackeln – verwenden Sie in solchen Fällen den Auslöser auf dem Display.

Tipp: Auf den Digitalzoom verzichten

Das iPhone sorgt dafür, dass Sie Ihre Motive genauer untersuchen müssen. Die 35-mm-Optik ist nicht übermäßig weitwinklig, gleichzeitig ist der Digitalzoom als Zoom nicht zu gebrauchen: „Der Digitalzoom ist der Bildqualität abträglich, iPhone-Fotografen sollten also so nahe rangehen wie möglich oder anschließend das Bild beschneiden“, empfiehlt der iPhone-Fotoexperte. Ohnehin ist Nähe ein wichtiges Element für die lebendige Bildgestaltung und sollte gerade auf Reisen nicht zu kurz kommen.

Tipp: Für das richtige Licht sorgen

„Aufnahmen bei schlechtem Licht sollte man tunlichst vermeiden“, rät Peter Paul Zehner, „denn die winzigen Sensoren rauschen dann wie ein Wasserfall“. Da helfen auch Apples Strategien zur Verbesserung der Bildqualität kaum: Zwar setzt das Unternehmen bei der iPhone-Optik auf hohe Lichtstärke und behilft sich mit Tricks wie hintergrundbeleuchteten Bildsensoren. Trotzdem bleibt das Grundproblem kleiner Sensoren bestehen: zu viele Pixel auf zu wenig Raum. Die stören sich, wenn sie besonders aktiv sind und gelten somit als Quelle für das lästige Bildrauschen. Übrigens: Auf den Blitz sollte möglichst verzichtet werden, eine externe Lichtquelle eignet sich in der Regel besser: „Ich verwende den eingebauten Blitz lieber als Taschenlampe in der Nacht“, scherzt der iPhone-Fotograf. Besser: stimmungsvolle Lichtquellen wie Kerzen und Laternen nutzen.

Tipp: Gitter aktivieren und Drittel-Regel beachten

Gerade auf Reisen ist eine hübsche Bildgestaltung viel Wert. Zwar können Fotos nachträglich beschnitten und bearbeitet werden, trotzdem sollte schon bei der Aufnahme die sogenannte Drittel-Regel, eine vereinfachte Form des Goldenen Schnitts, beachtet werden.

Das Gitternetz ist hilfreich bei der Einhaltung der Drittel-Regel, die eine vereinfachte Form des Goldenen Schnitts darstellt.

Das Gitternetz ist hilfreich bei der Einhaltung der Drittel-Regel, die eine vereinfachte Form des Goldenen Schnitts darstellt.

Dann nämlich wirken Bilder besonders attraktiv. Für eine optische Vorgabe sorgt das Aufteilen des iPhone-Bildschirms in Gitternetz-Linien: Aktivieren Sie dazu die Option „Raster“ in den Einstellungen der Kamera-App, die Sie in den iOS-Systemeinstellungen finden. Liegen die Motive auf den Schnittpunkten der Linien, kommt die Drittel-Regel zur Anwendung.

Tipp: Zusätzliche Foto-Apps verwenden

„Apps zur Verschlimmbesserung der Aufnahmen gibt es vielfältige, mein Favorit ist Snapseed“, sagt Peter Paul Zehner und ergänzt: „Aber bitte am MacBook.“ Normalerweise, so weiß der Experte, reicht die Kamera-App des iPhones nämlich völlig aus. Eine Nachbearbeitung sollte am Rechner und nicht direkt auf dem Smartphone erfolgen, da dort mehr Optionen zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz kann es sinnvoll sein, alternative Kamera-Apps wie Camera+ oder ProCamera zu verwenden: Diese bieten oft mehr Funktionen und Einstellungen als Apples eigene App, was gerade in kniffligen Aufnahmesituationen von Vorteil sein kann.

Tipp: Stativ und Zubehör verwenden

Grundsätzlich, so weiß Peter Paul Zehner, ist es unnötig, sonstige Hardware mitzunehmen: „Weiteres Zubehör scheint mir für meine Verwendungen entbehrlich“, so der iPhone-Fotoexperte. Denn Stative und Zubehör wie zusätzliche Linsen, so klein sie auch sein mögen, vernichten den wohl größten Vorteil des iPhones: die schnelle Einsatzbereitschaft. In seltenen Fällen gibt es jedoch Zubehör, das durchaus sinnvoll sein kann und das Reisegepäck nur leicht vergrößert, darunter Aufstecklinsen wie der Olloclip oder Mini-Stative wie der Gorillapod. Auch die beliebten Selfie-Stangen können als Stativ dienen.

Tipp: Auf die Frontkamera verzichten

Fotos sollten nicht nur im Urlaub, sondern grundsätzlich mit der Rückenkamera aufgenommen werden, rät Zehner, denn die „Facetime-Camera“ über dem Display sei „minderwertig“. Sie eignet sich bestenfalls für Videochats, da die Auflösung und die Lichtstärke nicht annähernd mit der Rückenkamera mithalten können. Wer also hochwertige Bilder wünscht, sollte auf jeden Fall auf die vordere Kamera des iPhones verzichten – zumal es hier, anders als bei der „großen“ Kamera auf der Rückseite, durch die geringe Auflösung keinen Spielraum mehr für das Beschneiden am Rechner gibt. Und nichts ist ärgerlicher als Urlaubsfotos, deren Qualität nicht stimmt.

Tipp: Linse regelmäßig reinigen

Die kleine Linse des iPhones verstaubt und verfettet relativ schnell. Das bringt nicht nur den Autofokus aus dem Takt, sondern verursacht schlimmstenfalls sogar Fehlbelichtungen oder störende Elemente im Bild, ärgerlicherweise vor allem bei optimaler Lichtsituation. „Es ist daher sinnvoll, die Kameralinse ab und zu mit einem Stück weichem Stoff zu reinigen“, empfiehlt Peter Paul Zehner. Anders als „normale“ Kameraobjektive ist die iPhone-Linse übrigens hart im Nehmen: Zum Abwischen kann notfalls auch das T-Shirt verwendet werden, ein spezielles Reinigungstuch ist nicht nötig.

Zur Person: Peter Paul Zehner ist iPhone-Fotograf aus Leidenschaft. In seinem Blog SlowFoto (Link) gibt er regelmäßig Tipps zur iPhone-Fotografie und zeigt ganze Reportagen, die mit dem Smartphone entstanden sind.