Unterwasserfotografie: 6 Tipps für Einsteiger

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Egal, ob Sie vor der Küste Thailands zwischen Korallenriffen tauchen oder im Mittelmeer schnorcheln: Mit einer Unterwasserkamera oder einem wasserdichten Kameragehäuse können Sie einzigartige Aufnahmen machen. Allerdings sollten Sie dabei einige Dinge beachten.

Mit diesen Tipps können Einsteiger in die faszinierende Welt der Unterwasserfotografie gelungene Bilder aus der Tiefe mitbringen.

Unterwasserfotografie – Tipp 1: Licht ist alles – auch unter Wasser!

Natürliches Tageslicht ist auch unter Wasser die wichtigste Lichtquelle. Schon deshalb sollten Sie beim Tauchen oder Schnorcheln nur an Tagen fotografieren, an denen der Himmel nicht bewölkt ist, idealerweise zur Mittagszeit, um eine maximale Beleuchtung der Unterwasserlandschaft zu gewährleisten.

Unterwasserfotografie: Unterwasser herrschen schwierige Lichtverhältnisse: Bereits ab einer Tiefe von 10 Metern ist das Fotografieren ohne Blitz nahezu unmöglich.

Unterwasser herrschen schwierige Lichtverhältnisse: Bereits ab einer Tiefe von 10 Metern ist das Fotografieren ohne Blitz nahezu unmöglich.

Leider wirkt Wasser wie ein natürlicher Farbfilter, der schon in einer Tiefe von rund drei Metern sämtliche Rotanteile absorbiert. Das sorgt auf Fotos für einen unschönen Grün- oder Blaustich, den es zu vermeiden gilt. Als Digitalfotograf sollten Sie Ihre Fotos unter Wasser daher dringend im RAW-Modus schießen, um die Farben der Bilder anschließend in einem Programm wie Lightroom korrigieren zu können. Alternativ besteht die Möglichkeit – falls Ihre Kamera keine RAW-Dateien beherrscht – einen manuellen Weißabgleich unter Wasser durchzuführen, etwa mit der üblicherweise weißen Unterseite eines Bootes. Eine dritte Möglichkeit ist der Einsatz eines Blitzes oder einer Unterwasserlampe, die das natürliche Farbspektrum auch in größere Tiefen holen kann.

Unterwasserfotografie – Tipp 2: Sorgen Sie für Nähe

Wie bei allen fotografischen Aktivitäten sollten Sie auch unter Wasser möglichst nahe an Ihr Motiv herangehen und auf Zoom verzichten. Das hat mehrere Gründe: Einerseits wirken Bilder durch Nähe deutlich lebendiger, andererseits können Sie auf Hilfsmittel wie Zoomobjektive oder den langsamen optischen Zoom von Kompaktkameras verzichten. Noch wichtiger aber ist die Tatsache, dass unter Wasser viele Schwebstoffe unterwegs sind: Diese sorgen bei zunehmender Entfernung für eine Art „Nebel“ im Bild, bei Blitzaufnahmen erscheinen zudem unschöne Orbs, die durch die Reflexion dieser Schwebeteilchen verursacht werden. Zudem hat ein Blitz unter Wasser nur eine sehr geringe Reichweite. Erfahrene Unterwasserfotografen greifen daher in der Regel zu moderaten Weitwinkelobjektiven und versuchen, möglichst wenig Wasser zwischen sich und das Motiv zu bringen. Natürlich sollten Sie unter Wasser bei gefährlichen Tieren und Pflanzen einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten – genau wie an Land.

Unterwasserfotografie – Tipp 3: Kurze Verschlusszeiten verwenden

Unter Wasser besteht chronische Verwacklungsgefahr, weil Sie natürlich nicht sicher stehen wie an Land, sondern ständig Ihre eigene Position korrigieren müssen und obendrein durch den Wellengang immer ein wenig geschaukelt werden. Daher ist es essenziell, die Kamera auf eine möglichst kurze Verschlusszeit einzustellen, 1/125 Sekunde oder niedriger. Da die Lichtsituation gerade in größeren Wassertiefen dann nicht mehr ausreicht, muss der ISO-Wert gesteigert werden, was bei einfachen Kameras wiederum Bildstörungen durch Rauschen zur Folge hat.

Unterwasserfotografie: Ein Rotfilter, eine kurze Verschlusszeit von mindestens 1/125 Sekunden und eine höhere ISO-Zahl vermeiden eine schlechte Farbqualität und Bewegungsunschärfe.

Ein Rotfilter, eine kurze Verschlusszeit von mindestens 1/125 Sekunden und eine höhere ISO-Zahl vermeiden eine schlechte Farbqualität und Bewegungsunschärfe.

Daher ist es sinnvoll, mit einfachen Outdoor-Kameras nur im niedrigen Wasser zu fotografieren oder für eine hochwertige Kamera ein Unterwassergehäuse anzuschaffen. Außerdem sollte über eine zusätzliche Lichtquelle wie ein Blitz oder eine Unterwasserlampe nachgedacht werden. Nehmen Sie Fotos immer beidhändig auf, um die Kamera zu stabilisieren und verwenden Sie außerdem den Stabilisator sowie ggf. ein Unterwasser-Programm.

Unterwasserfotografie – Tipp 4: Serienbildfunktion nutzen

Fische und andere Wassertiere sind meist sehr schnell unterwegs, der richtige Moment zum Auslösen ist daher nicht immer genau abzupassen. Die Serienbildfunktion der Kamera kann helfen, ein Motiv optimal zu erwischen. Üblicherweise sind selbst einfache Kameras mit einer entsprechenden Funktion ausgestattet, doch hochwertigere Geräte können natürlich schnellere Serienbilder schießen. Unter Wasser kann zudem die korrekte Fokussierung Probleme bereiten. Je nach Kameramodell müssen Sie ausprobieren, ob ein Mittenfokus oder ein intelligenter Fokus die passendere Variante ist. Ersterer ist in der Regel schneller und präziser, letzterer kann sich bewegende Objekte besser einfangen.

Unterwasserfotografie – Tipp 5: Entspannt schwimmen

So banal es klingen mag, doch Ihre Schwimmbewegungen sind für Unterwassertiere natürlich wahrnehmbar. Schnelle, hektische Bewegungen können Fische, Kopffüßer und andere Tiere verschrecken und dazu führen, dass sie sich zurückziehen und vielleicht gar nicht mehr blicken lassen. Schnelle Bewegungen, insbesondere das Hinterherschwimmen sind nutzlos, da Sie niemals in der Lage sein werden, die Tiere einzuholen und lediglich für Panik bei den Meeresbewohnern sorgen. Insofern ist es für gelungene Unterwasserfotos essenziell, dass Sie für die Tierwelt keine Bedrohung darstellen. Am besten lassen Sie sich ganz entspannt treiben und bewegen sich mit größtmöglicher Langsamkeit. Die Kamera sollte dabei korrekt eingestellt und griffbereit sein, etwa an einem Band am Handgelenk oder in der Hand.

Unterwasserfotografie – Tipp 6: Kamera anschließend reinigen

Wenn Sie Ihren Tauchgang beendet haben, sollten Sie die Unterwasserkamera möglichst schnell in Süßwasser legen. So greifen Sie der Salzkristallbildung vor und verhindern Schäden an der teuren Hardware sowie den Dichtungen. Das gleiche gilt auch für Kameras im Unterwassergehäuse, die Sie ebenfalls in ein Süßwasserbad legen sollten. Drücken Sie dabei nach und nach alle Knöpfe, um sicherzustellen, dass sich auch hier kein Salzwasser ansammelt. Nach rund 30 Minuten ist das Salz neutralisiert und Sie können die Kamera oder das Unterwassergehäuse mit einem trockenen, sauberen Tuch abreiben. Das Abspülen unter einem Wasserhahn ist übrigens keine gute Idee: Aus Versehen könnten Sie eine Klappe am Gehäuse der Kamera öffnen und Wasser an das empfindliche Innenleben lassen.