Tomaten pflegen: Tipps für eine reiche Ernte

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Wer im Sommer einen leckeren Tomatensalat aus dem eigenen Garten genießen will, muss seine Tomaten pflegen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn das rote Fruchtgemüse ist sehr anspruchsvoll. Von Ausgeizen bis Düngen – wie die Tomatenernte gelingt.

Ohne die Tomate hätte Henry John Heinz wohl niemals sein Imperium aufbauen können. Alles begann zunächst mit eingelegtem Meerrettich und Gurken aus dem Glas, die der deutsch-amerikanische Unternehmer seit 1869 in seiner Firma Heinz & Noble Company herstellte und in seinem Lebensmittelgeschäft verkaufte. Die Glasverpackung war revolutionär, konnten die Kunden doch genau sehen, was sie da eigentlich kauften. Bei Gurke und Meerrettich sollte es aber nicht bleiben. Heinz erkannte in der Tomate ein großes Potenzial, das er voll ausschöpfte und 1876 die berühmte Tomatensoße entwickelte, die wir heute Ketchup nennen. Er verwendete reife Tomaten und Essig – mehr ist nicht bekannt über die geheime Rezeptur.

Ein guter Standort für die Tomate

Wer Tomaten zuhause selbst anpflanzen und pflegen möchte, braucht einen idealen Standort: windgeschützt mit direkter Sonneneinstrahlung. Die Pflanzen können bis zu zwei Meter hoch werden und benötigen eine ganz besondere Pflege. Denn Freud und Leid liegen hier dicht beieinander, das Fruchtgemüse ist anspruchsvoll, bringt aber bei richtiger Pflege tolle Früchte zustande.

Tomaten pflegen ist essenziell für eine reiche Ernte.

Der Standort der Tomatenpflanze sollte windgeschützt und sonnenbestrahlt sein. Ideal bieten sich Balkon und Terrasse ab Mai an, wenn die kalten Wintertage vorbei sind.

Am einfachsten ist es, wenn Sie vorgezogene Jungpflanzen auf Balkon und Terrasse kultivieren. Warten Sie mit dem Pflanzen aber bis Mai. Dann sind die kalten Tage endgültig vorbei und Frost kann dem Nachtschattengewächs nichts mehr anhaben. Wer die Pflanzen unter einer Folienhaube heranzüchten möchte, sollte darauf achten, dass die Blätter die Folie nicht berühren und ausreichend Luftzirkulation stattfindet.

Der optimale Boden zum Tomaten pflegen

Zur optimalen Pflege von Tomaten gehören auch der richtige Boden und eine freundliche Nachbarschaft. Der Boden sollte nährstoffreich sein, da Tomaten zu den Starkzehrern gehören. Außerdem sollte er locker sein, damit Wasser leicht versickern kann und ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Schwere Lehmerde ist für Tomaten nicht geeignet. Die Wurzeln können sich in einem lockeren Boden besser verbreiten, achten Sie deshalb darauf, dass keine groben Bestandteile wie Rindenstücke im Boden enthalten sind. Geben Sie regelmäßig organischen Dünger hinzu, um die Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Der für Tomaten optimale Boden enthält:

  • Stickstoff: sorgt für ein perfektes Pflanzenwachstum
  • Phosphor: unterstützt die Pflanze bei der Blüten- und Fruchtbildung und sorgt für starke Wurzeln
  • Kalium: hilfreich gegen Krankheiten und Kälte
  • Zink, Kupfer, Eisen, Bor und Mangan

Achten Sie auf gute Nachbarschaft

Die Tomate fühlt sich besonders wohl, wenn sie freundliche Nachbarn hat. Die Karotte gehört dazu, oder auch Radieschen, Spinat und Kohl. Pflanzen Sie auf keinen Fall Kartoffeln, Fenchel oder Erbsen direkt neben Ihre Tomaten. Diese Gewächse nehmen sich gegenseitig die Nährstoffe weg. Achten Sie darauf, dass die Tomate ausreichend Platz hat und zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 60 Zentimetern besteht.

Tomaten pflegen mit dem richtigen Dünger

Tomaten brauchen viele Nährstoffe, um rote Früchte zustande zu bringen. Daher ist es sinnvoll, mit Dünger nachzuhelfen. Sobald die Pflanze erste Blüten ausgebildet hat, sollten Sie das Gewächs alle zwei Wochen düngen. Nutzen Sie dafür kaliumhaltigen Tomatendünger, den Sie mit Wasser vermengen. Sie können auch selbst Brennnesseljauche herstellen und dem Gießwasser hinzugeben.

Zum Tomaten pflegen gehören das Gießen und Düngen.

Die Tomatenpflanze sollte regelmäßig gegossen werden, sodass sie nicht austrocknet. Sobald sie die ersten Blüten ausgebildet hat, sollte sie alle zwei Wochen kaliumhaltigen Dünger bekommen.

Sie sollten darauf achten, dass der Boden niemals ganz austrocknet. Früchte können dann leicht aufplatzen. Am besten gießen Sie in der Morgenfrühe, achten Sie darauf, dass das Wasser nicht allzu kalt ist. Die Blätter sollten nicht nass werden, denn feuchte Blätter befördern das Pilzwachstum. Gießen Sie daher immer so nah wie möglich am Boden. Die unteren Blätter am Tomatenstrauch können Sie abschneiden und in der Nähe von anderen Pflanzen platzieren. Den Tomatenblättern wird nachgesagt, dass sie Schädlinge fernhalten. Tipp: Rollen sich die Blätter der Pflanze ein, ist das ein Hinweis auf zu viel Trockenheit. Zu viel Wasser, vor allem nach einer Trockenphase, ist aber auch nicht optimal, da die Früchte die Feuchtigkeit zu schnell aufnehmen und platzen können.

Tomaten stützen und ausgeizen

Die Sträucher einer Tomate können bis zu zwei Meter hoch werden. Eine Rankhilfe ist dafür unabdingbar. Sobald Ihre Pflanze gewachsen ist, stützen Sie diese mit einem Stab aus Aluminium, damit sie nicht umknickt. Stecken Sie diesen einfach direkt neben die Pflanze tief in den Boden und wickeln Sie diese vorsichtig ein paar Mal um den Stab herum. Die Rankhilfen müssen Sie jedes Jahr säubern, um Pilzsporen abzutöten.

Sie sollten Tomaten außerdem regelmäßig ausgeizen. Schnell bilden sich in den Blattachseln Seitentriebe, die Sie unbedingt abschneiden müssen. Lassen Sie diese stehen, verwuchert die Pflanze und steckt zu viel Energie in nicht brauchbare Triebe. Knipsen Sie die Triebe einfach ab, damit verhindern Sie, dass die Pflanze zu viele Blätter und Früchte bildet. Zu viele Blätter verhindern einen Sauerstoffaustausch, die Blätter können nach regenreichen Tagen nur sehr schlecht trocknen, was Pilze befördern kann. Lieber etwas weniger, dafür aber gesunde und prall rote Früchte ernten. Zu viele Früchte kann die Pflanze nicht optimal versorgen, daher ist das Ausgeizen eine der wichtigsten Maßnahmen, um Tomaten zu pflegen.

Ausgeizen ist essenziell für die Tomatenpflege.

Das Ausgeizen ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Tomaten zu pflegen.

Krankheiten frühzeitig erkennen

Die richtige Tomatenpflege ist eine Wissenschaft für sich. Daher kann es trotz Pflege zu Krankheiten kommen, etwa aufgrund von Nährstoffmangel oder unausgeglichenem Wasserhaushalt. Die Kraut- und Braunfäule ist eine der häufigsten Tomatenkrankheiten. Der Pilz entsteht vor allem im Sommer nach vielen Regentagen. Die warme und feuchte Umgebung begünstigt das Wachstum des Pilzes. Sie erkennen die Krankheit an graugrünen und braunen Flecken auf den Blättern. Diese breiten sich schnell aus und können auch auf die Frucht überspringen. Das Fruchtfleisch wird hart. Entfernen Sie kranke Blätter und Früchte schnellstmöglich und behandeln Sie die Pflanzen mit einem Mittel gegen Pilzerkrankungen. Danach achten Sie auf eine ausreichende Luftzirkulation, sodass Pilze gar nicht erst entstehen können. Ein Regenschutz vermeidet zu viel Nässe.

Tomaten richtig lagern

Haben Sie Ihre Tomaten ausreichend gepflegt, können Sie sich über eine große Ernte freuen. Bei der Lagerung sollten Sie darauf achten, dass die Temperatur zwischen 13 und 18 Grad beträgt. Tomaten lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Lagern Sie sie nicht im Kühlschrank, dort ist es für das südliche Gewächs viel zu kalt und es verliert an Geschmack. Außerdem sollten Sie die Tomate immer getrennt von anderen Obst- oder Gemüsesorten aufbewahren. Die rote Frucht scheidet Ethen aus, was den Stoffwechsel bei Äpfeln, Bananen oder Gurken beschleunigt, sodass diese schneller verderben.


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