Tischlein deck dich – so klappt’s auch mit dem Tisch eindecken

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An einem elegant gedeckten Tisch schmeckt das Mahl doch gleich viel köstlicher. Stimmt, denn das Auge isst bekanntermaßen immer mit. Nur: Welche Etiketten gibt es eigentlich beim Eindecken des Tischs? Messer links, Gabel rechts – oder doch andersherum? Wohin gehört der Suppenlöffel? Und was ist eigentlich dieser Platzteller?

Den Tisch einzudecken ist fast eine Wissenschaft für sich. Sicher, ein übliches Abendessen stellt keine besondere Herausforderung dar. Jedes Kind weiß, dass die Gabel nach links und das Messer auf die rechte Seite des Tellers gehört. Aber wie sieht es bei einem Vier-Gänge-Menü aus? Da kommen bei Weitem mehr Utensilien zum Einsatz als nur das Brotmesser. Neben dem Fischmesser und der Salatgabel gibt es auch noch Gläser für roten und weißen Wein, das Sherry- und das Wasserglas. Wer da ein guter Gastgeber sein und alles richtig nach feinsten Knigge-Manieren drapieren will, muss sich vorher gut informieren.

Knigge: Was sagte der eigentlich zum Thema Tisch eindecken?

Der Knigge ist wohl jedem ein Begriff. Manchen mehr, manchen weniger, und ja, manchen Gourmet-Banausen sagt der Knigge gar nichts. Adolph Knigge verfasste schon im 18. Jahrhundert eine Schrift, die er mit „Über den Umgang mit Menschen“ betitelte. Hierbei handelt es sich nicht, wie heute von vielen angenommen, um eine reine Benimmbibel, die uns vorschreibt, auf welcher Seite der Dessertlöffel zu liegen hat.

Die Regeln für das richtige Tisch Eindecken

Um seinen Tisch nach Knigge-Regeln einzudecken muss man auf einige Dinge achten – Wir verraten auf welche.

Nein, Knigge bezog sich damals auf mehr als nur das reine Eindecken des Tischs. Die zahlreichen Auflagen, die auch über seinen Tod hinaus immer wieder publiziert wurden, haben sich nach und nach zu dem entwickelt, was heute als „Knigge“ geläufig ist – Regeln zum tadellosen Benehmen, eine Anstands- und Benimmfibel. Auch wenn Adolph Knigge sich nicht aufs Tisch eindecken allein bezog, so sagt der heutige Knigge uns genau, wie wir unser Dinner vorbereiten sollen.

Tisch eindecken für Vier-Gänge-Menü

Für die Spaghetti Bolognese am Abend ist ein Knigge-Ratgeber meistens nicht notwendig. Wobei: Legen Sie den Löffel auf die rechte oder die linke Seite des Tellers? Laut Knigge gehört er nach rechts. Übrigens: In Italien verzichtet man auf den Löffel, wer also ganz à la dolce vita Spaghetti essen möchte, beschränkt sich auf die Gabel und legt diese auf die rechte Seite des Tellers. Für ein Vier-Gänge-Menü benötigen Sie aber mehr als nur den Löffel. In der Grafik sehen Sie genau, was Sie für ein solches Dinner brauchen.

Tisch eindecken - Das gehört dazu!

Passend dazu erhalten Sie im Folgenden eine Liste, die zeigt, was sonst noch dazugehört.

Teller:

  • Platzteller
  • Brotteller
  • Vorspeisenteller
  • Hauptspeisenteller
  • Suppenteller
  • Salatteller

Besteck:

  • Salatgabel
  • Fischmesser
  • Dinnergabel und Dinnermesser
  • Suppenlöffel
  • Dessertlöffel
  • Buttermesser

Gläser:

  • Wasserglas
  • Rotweinglas
  • Weißweinglas
  • Aperitif-Glas
  • Champagner-Glas

Dekoration:

  • Serviette
  • Speisekarte
  • Teelichter
  • Blumen oder Zweige

Anleitung zum Tisch eindecken: Wo wird was platziert?

Die Devise lautet: von außen nach innen. Außen auf der linken Seite wird die Salatgabel platziert, auf der rechten Seite der Suppenlöffel und daneben das Fischmesser. Achten Sie dabei immer auf den richtigen Abstand. Zur Tischkante sollte ein Zentimeter Abstand gehalten werden, auch zum Platzteller muss circa ein Daumen breit Platz sein. Die Gabeln legt man höhenversetzt nebeneinander, Messer liegen auf der gleichen Höhe mit etwas Abstand dazwischen. Hier gilt: Das Auge entscheidet, was ordentlich und elegant aussieht.

Neben der Salatgabel befindet sich links neben dem Platzteller die Dinnergabel. Auf der rechten Seite des Platztellers platzieren Sie das Fleischmesser beziehungsweise das Dinnermesser. Zusammenfassend von links nach rechts: Salatgabel, Dinnergabel, Dinnermesser, Fischmesser, Suppenlöffel. Den Dessertlöffel legen Sie oberhalb des Platztellers mit einem Abstand von einem Zentimeter, der Griff zeigt nach rechts.

Position für das Besteck

Jedes Teil hat einen bestimmten Platz beim Decken eines Tisches. Die Gabeln gehören links neben den Teller.

Auf dem Platzteller, der während des gesamten Dinners nicht umgestellt wird, platzieren Sie die Suppenschale und darauf die Salatschüssel. Für das Hauptgericht werden beide Schalen vom Platzteller genommen, damit der Hauptspeisenteller dort abgestellt werden kann. Der Brotteller steht links oberhalb der Gabeln, darauf wird das Brotmesser gelegt.

Jetzt kommen die Gläser an die Reihe. Starten Sie mit dem Wasserglas, das Sie rechts über dem Dessertlöffel platzieren. Danach stellen Sie die anderen Gläser in folgender Reihenfolge daneben, so, dass die Gläser einen Rahmen um das rechts liegende Besteck bilden: Champagner, Rotwein, Weißwein, Aperitif. Zu guter Letzt fehlt noch die Dekoration. Die Serviette findet unterhalb der Gabeln ihren Platz, die Speisekarte kann dekorativ vor das Arrangement gelegt werden.

Tisch eindecken: Die angemessene Dekoration

Beim Thema Dekoration unterscheiden sich die Geschmäcker natürlich. Deswegen gibt es auch nur wenige Regeln, die bei einem Vier-Gänge-Menü eingehalten werden sollten. Ein weißes Tischtuch ist nicht nur elegant, sondern fast schon ein Muss. Bei so vielen Gegenständen auf dem Tisch würde ein buntes Tischtuch für Unruhe sorgen.

Dezente Dekoration beim Tisch eindecken verwenden

Seien Sie bei der Dekoration eher zurückhaltend, sonst wirkt der Tisch zu überladen.

Ein weißes Tischtuch hingegen ist dezent und sieht zudem super schick aus. Platzdeckchen oder Tischsets sind übrigens völlig außer Mode geraten, weswegen Sie getrost darauf verzichten können. Kerzenschein durch dezent platzierte Teelichter sorgt für eine angenehme Atmosphäre, ebenso wie Zweige, die Sie auf den Tischen verteilen. Auf was Sie auf jeden Fall verzichten sollten, lesen Sie im folgenden Absatz.

Tisch eindecken: Was gar nicht geht

Tisch eindecken - Genug Platz für alle Gäste

Pro Gedeck sollten Sie mindestens 80 cm Platz einplanen, damit Ihre Gäste genug Freiraum haben.

Manchmal ist man so in seinem Element, dass man gar nicht merkt, wenn etwas danebengeht. Als absolute No-Gos beim Eindecken des Tischs gelten:

  • hohe Kerzenhalter: Diese versperren die Sicht auf das Gegenüber, genau wie tief hängende Deckenleuchten oder großzügige Blumenarrangements.
  • ein wackelnder Tisch: Prüfen Sie vorher, ob die Tafel wackelt und sorgen Sie mit kleinen Pappschnipseln oder Korkplatten notfalls für einen festen Stand.
  • zu wenig Abstand: Der Tisch bietet Platz für 6 Personen, aber Sie haben 10 eingeladen? Ein No-Go für den perfekten Knigge-Tisch. Geben Sie Ihren Gästen ausreichend Bewegungsfreiheit, das heißt mindestens 80 Zentimeter pro Gedeck.
  • ein Salzstreuer für alle: Geizen Sie nicht mit Salz-und-Pfeffer-Menagen. Jeder Gast sollte bequem an die Gewürze herankommen.
  • Dekoration auf den Tellern: Klingt komisch, soll aber vorkommen. Vor allem zur Weihnachtszeit findet man immer wieder liebevoll verstreute Sterne auf den Tellern. Aber welcher Gast möchte schon gerne Glitzer und Lametta von seinem Teller sammeln, bevor er das Dinner genießen kann?
  • Messerkante zeigt nach außen: Achten Sie beim Eindecken des Tischs darauf, dass die scharfe Seite der Messer immer zum Teller zeigt.
  • fehlende Sitzordnung: Bei engen Freunden mag das kein Problem sein, aber bei größeren Veranstaltungen, beispielsweise einer Hochzeit, ist es sinnvoll, den Gästen Plätze zuzuweisen, sodass diese ihren Platz sofort finden und sich nicht zwischen Suppenschüsseln und Rotweingläsern verlieren.

Den Tisch einzudecken ist also gar nicht so schwer, wie man sich das vielleicht vorstellt. Wenn Sie diese Regeln beachten, kann beim Dinner eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Es sei denn, Ihre Gäste wissen nicht, was sie mit einer Salatgabel oder einem Fischmesser anfangen sollen. Aber auch hier hat der gute Gastgeber eine Lösung parat. Also: Wohl bekomms und viel Spaß beim Dinieren.