Stromverbrauch durch Stand-by: Unsichtbare Stromfresser entlarven und viel Geld sparen

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Wussten Sie, dass Sie Jahr für Jahr bis zu 200 Euro für Strom bezahlen, den Sie gar nicht wirklich nutzen? Schuld ist der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten, die auch dann noch Strom verbrauchen, wenn Sie sie ausschalten. Wir zeigen, wie Sie Stromfresser in Ihrem Haushalt aufspüren und Ihre Stromkosten deutlich senken!


Sonntagabend, Zeit für den Tatort. Die Familie fläzt sich auf die Couch und schaltet per Fernbedienung den Fernseher ein. Das Gerät ist nach wenigen Sekunden betriebsbereit und zeigt das aktuelle ARD-Programm. So gemütlich kann Fernsehen sein! Worüber die wenigsten nachdenken: Damit wir so bequem den Fernseher per Fernbedienung einschalten können, muss dieser permanent mit Strom versorgt werden. Das Gerät befindet sich also, selbst wenn wir nicht gerade fernsehen, ununterbrochen im so genannten Stand-by-Modus, im Bereitschaftsmodus. Das erkennt man meist an einer kleinen roten Leuchtdiode.

Stromverbrauch Standby Fernseher

Damit wir unseren Fernseher bequem per Fernbedienung einschalten können, läuft das Gerät rund um die Uhr im Stand-by-Modus. Das kostet bei alten Geräten über 20 Euro pro Jahr!

Gewaltiger Kostenfaktor: Der Stand-by-Stromverbrauch

Doch wie viel kostet uns dieser Stand-by-Modus eigentlich? Das kommt darauf an, wie viel Strom das Gerät im Stand-by verbraucht! Diese Information findet man auf der Verpackung, wenn man ein neues Elektrogerät kauft. Ansonsten kann man den Stromverbrauch des Gerätes im Stand-by mit einem Strommessgerät, das zwischen Elektrogerät und Steckdose zwischengeschaltet wird, einfach selbst überprüfen. Das Messgerät gibt den Verbrauch des Geräts in Watt auf zwei Stellen nach dem Komma genau an.

Stromverbrauch Kosten Standby-Modus

So verteilt sich der Stromverbrauch in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt. Nicht erfasst sind hierbei die Kosten, die alleine durch den Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten entstehen. Quelle: co2online GmbH

Nun dürfte die meisten aber weniger interessieren, wie viel Watt ein Gerät verbraucht, als vielmehr die tatsächlichen Stromkosten, die dadurch entstehen. Und die lassen sich ganz leicht errechnen.

Nehmen wir einmal an, Ihr Fernseher verbraucht im Stand-by-Modus 10 Watt. Um die daraus resultierenden Stromkosten pro Jahr zu ermitteln, brauchen Sie zwei weitere Werte: Ihre durchschnittliche Fernsehzeit pro Tag und den Strompreis pro Kilowattstunde, den Sie an Ihren Energieversorger zahlen.

Beispielrechnung: So viel kostet Sie der Stand-by-Betrieb

  • Stand-by-Verbrauch: 10 Watt
  • Durchschnittliche Fernsehzeit pro Tag: 2 Stunden
  • Durchschnittliche Stand-by-Zeit pro Tag: 22 Stunden (24 Stunden – 2 Stunden)
  • Strompreis: 29 Cent pro kWh
  • Jahresstromverbrauch: 10 W x 22 h x 365 (Tage) = 80.300 Wh (Wattstunden) = 80,3 kWh (Kilowattstunden)
  • Kosten pro Jahr: 80,3 (kwH) * 29 Cent = 23,29 Euro

In dieser Beispielrechnung würden Sie also nur für den Stand-by-Betrieb Ihres Fernsehers pro Jahr über 23 Euro bezahlen!


Stand-by: Welche Stromfresser lauern im Haushalt?

Nun könnte man über die 23 Euro pro Jahr vielleicht noch hinwegsehen. Doch bei diesen Kosten bleibt es nicht, denn nicht nur Fernseher gönnen sich häufig einen teuren Bereitschaftsdienst. Dasselbe gilt auch für die folgenden Geräte:

Eine lange Liste, die noch nicht einmal vollständig ist! Energieexperten schätzen, dass in einem vierköpfigen Haushalt bis zu 200 Euro pro Jahr alleine für den Stromverbrauch von Elektrogeräten, die sich im Stand-by-Modus befinden, gezahlt wird!

Stromverbrauch bei Stand-by: Kosten und Einsparpotenzial

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat den Stand-by-Verbrauch einzelner Elektrogeräte anhand von Beispielgeräten einmal konkret nachgemessen. Dabei kam die Gesellschaft auf folgende Werte:

Stand-by-Verbrauch Tabelle Fernseher, Router, DruckerEs lohnt sich also zu überprüfen, wie viel Strom sich die verschiedenen Elektrogeräte im Stand-by gönnen! Besonders energiehungrig sind ältere Geräte. Seit 2010 dürfen Fernseher und diverse andere Elektrogeräte in der EU nur noch verkauft werden, wenn sie im Stand-by-Modus maximal 1 Watt verbrauchen. 2013 wurde diese Regelung sogar noch einmal verschärft. Seitdem gilt für alle Geräte ohne Digitalanzeige ein Grenzwert von 0,5 Watt.

Stromverbrauch Stand-by Tipps

Fernseher, Stereoanlage, Telefon und Co. verbrauchen auch im Stand-by-Modus gehörig Strom. Das Allyouneed Magazin zeigt Ihnen, wie Sie lästige Stromfresser entlarven und Strom sparen können.



Wie kann ich meine Stand-by-Stromkosten senken?

Wer seine Stromkosten senken will, indem er den Stand-by-Verbrauch reduziert, sollte folgende Tipps befolgen:

  1. Achten Sie beim Kauf von Neugeräten grundsätzlich auf die Angaben zum Stromverbrauch – und zwar nicht nur bezogen darauf, wenn sie in Betrieb sind, sondern auch im Stand-by-Modus.
  2. Kaufen Sie Geräte, die über einen Ein-/Ausschalter verfügen. Inzwischen bieten die Hersteller nämlich immer mehr Geräte an, die sich nur komplett ausschalten lassen, wenn man den Netzstecker zieht.
  3. Schalten Sie alle Geräte, die Sie aktuell nicht benötigen, nicht in den Stand-by-Modus, sondern komplett aus, um den Stromverbrauch zu senken.
  4. Nutzen Sie Steckdosenleisten mit Schalter, um mehrere Stand-by-Stromfresser gleichzeitig bequem vom Stromnetz zu trennen.
  5. Ist es Ihnen zu umständlich, jeden Tag Geräte manuell ein- und auszuschalten, können Sie auch Stecker mit Zeitschaltuhr nutzen. Diese lassen sich beispielsweise so programmieren, dass die Stromzufuhr zu allen angeschlossenen Geräten jede Nacht um 23 Uhr gekappt wird.
Steckdosenleiste mit Schalter Stand-by

Mit solchen Steckdosenleisten mit Schalter können Sie pro Jahr über 200 Euro sparen, indem Sie die Stand-by-Stromfresser vom Netz nehmen, wenn sie nicht gebraucht werden.

Mein Fazit: Stand-by-Kosten senken, ohne auf Komfort verzichten zu müssen

Vor allem wenn Sie ältere Elektrogeräte besitzen, zahlen Sie Monat für Monat viel Geld für den Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb. Deshalb lohnt sich die Anschaffung von Steckdosenleisten mit Schalter. Mit einem Handgriff nehmen Sie die Stand-by-Stromfresser damit komplett vom Netz und sparen jede Menge Geld. Und auf den Komfort, Ihre Geräte per Fernbedienung starten zu können, müssen Sie tagsüber trotzdem nicht verzichten!

Lesetipp der Redaktion: In der Küche ist es besonders schwer, Stromkosten einzusparen: Hier sind Geräte am Werk, die je nach Benutzung entweder permanent laufen müssen. Oder solche, die bei Bedarf in kurzer Zeit viel Leistung bringen müssen und dementsprechend viel Saft aus der Dose ziehen. Mit unseren 14 Stromspartipps reduzieren Sie den Stromverbrauch in Ihrer Küche.

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