Fotografie: So lesen Sie die Auslösungen Ihrer Spiegelreflexkamera aus

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Spiegelreflexkameras sind vergleichbar mit Autos: Ab einem gewissen Kilometerstand fängt die Mechanik langsam an, Probleme zu machen. Bei Kameras sind es natürlich keine Kilometer, sondern Auslösungen in Form von Spiegelschlägen. Eine Anzeige dafür gibt es nicht – auslesen lassen sie sich aber trotzdem.

Wer eine gebrauchte Spiegelreflexkamera kauft oder verkauft, wird nicht selten mit der Zahl der Auslösungen konfrontiert. Ähnlich wie der Kilometerstand eines Autos gibt die Zahl der Auslösungen nämlich an, wie stark die Kamera letztlich benutzt wurde.

Canon Sony Nikon Pentax Spiegelreflexkamera Auslösungen auslesen

Nikon, Pentax, Canon, Sony und Co.: Wir zeigen, wie Sie die Auslösungen Ihrer Spiegelreflexkamera richtig auslesen.

Der Hintergrund: Jede Spiegelreflex besitzt eine interne Mechanik, die den Spiegel bei jeder Auslösung einmal umklappt. Diese Mechanik altert mit jedem Spiegelschlag ein wenig, und nach einer sehr hohen Zahl von Auslösungen ist dementsprechend eher mit mechanischen Ausfällen zu rechnen als bei wenigen Auslösungen.

Lesetipp der Redaktion: Von der Einsteiger-Spiegelreflexkamera bis zur Profi-DSLR: In diesem Kaufratgeber finden Sie eine Übersicht über die auf dem Markt erhältlichen EOS-Modelle von Canon.

Auslösungen: Die Sache mit der Lebensdauer

Kamerahersteller setzen zudem eine „Lebensdauer“ für die Mechanik der Kamera an. Professionelle Modelle „ertragen“ mehr Spiegelschläge als einfache Consumer-Modelle. Die Zahl der Spiegelschläge – also Auslösungen – selbst ist allerdings bei allen Kameras meist sehr hoch angesetzt: Bei Consumer-Modellen liegt sie bei rund 100.000, bei Profi-Kameras bei 200.000 und mehr. Zahlen, die Hobby-Fotografen eigentlich selten erreichen, solange sie nicht ständig im Serienbildmodus knipsen.

Ist die angegebene Zahl erreicht, heißt das freilich nicht, dass die Kamera dann von jetzt auf gleich kaputtgeht. Ähnlich wie bei Autos mit hohem Kilometerstand können sie je nach Nutzung noch lange weiterarbeiten. Es geht nur darum, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines mechanischen Ausfalls samt teurer Reparatur ist – und die steigt mit jeder Auslösung.

Nikon, Olympus, Canon und Co.: Auslösungen einer Kamera ermitteln

Dummerweise geht jeder Hersteller unterschiedlich mit der Auslösungszahl um, die in aller Regel irgendwo im Kameraspeicher abgelegt wird. Die einen, etwa Nikon, kommunizieren sie über die EXIF-Daten des Fotos. Fujifilm erlaubt sogar das Einsehen im Menü der Kamera selbst, bei Olympus muss eine „geheime“ Tastenkombination bemüht werden. Canon macht es Gebrauchtkäufern hingegen schwer: Hier lassen sich Auslösungen nur mit Hilfe eines Zusatztools für den PC oder Mac auslesen. Wie das geht? Wir zeigen es Ihnen für die einzelnen Kamera-Hersteller.

Spiegelreflexkamera: So lesen Sie die Auslösungen richtig aus

Die Ermittlung der Kamera-Auslösungen bei allen Kameramodellen, die diese Infos in den EXIF-Dateien speichern, ist denkbar einfach. Hierzu gehören die meisten Nikon– und Pentax-Kameras. Um die aktuelle Zahl der Auslösungen zu ermitteln, müssen Sie lediglich ein Foto machen und dieses auf Ihren PC oder Mac laden.

Öffnen Sie es anschließend mit einer Bildbearbeitung, die EXIF-Daten anzeigen kann, etwa IrfanView auf dem Windows-PC oder Apples Vorschau auf dem Mac.

Apple Vorschau Auslösungen auslesen DSLR

In Apples Vorschau können EXIF-Daten und damit je nach Kamera auch die Zahl der Auslösungen ausgelesen werden.

In Apple Vorschau müssen Sie nur (cmd)+(I) drücken und im Info-Fenster auf das kleine (i) klicken. Hier finden Sie im Tab „EXIF“ den Eintrag „Bildnummer“: Das ist die Zahl der Auslösungen.

IrfanView Windows Kamera Auslösungen auslesen EXIF

Unter Windows hilft IrfanView beim Auslesen der EXIF-Daten und der Auslösungen.

In IrfanView müssen Sie das Bild ebenfalls öffnen, bevor Sie anschließend das kleine Info-Icon anklicken können. Im folgenden Info-Fenster haben Sie die Möglichkeit, „EXIF-Daten“ anzuwählen. Hier finden Sie den Eintrag „Total pictures“: Dabei handelt es sich um die Auslösungen.

Auslösungen auslesen: Was tun mit Canon-Kameras?

Gibt es in den genannten Info-Panels keine Anzeige zur Auslösungszahl, ist diese Funktion nicht vom Kamerahersteller vorgesehen. Das ist bei Canon der Fall. Hier müssen Sie eine Lösung für Ihr jeweiliges Kameramodell finden.

Canon Auslösungen auslesen Tools

Nützliche Tools: Wir verraten Ihnen, wie Sie die Zahl der Auslösungen bei Ihrer Canon herausfinden können.

Bei Canon gibt es sowohl für Windows als auch für MacOS Gratis-Tools, die die Auslösungen der Kamera auslesen. Unter Windows ist das Free Shutter Count, unter MacOS Free Shutter Counter. Beide Tools verlangen, dass die Kamera per USB mit dem Rechner verbunden ist. Danach wird die Gesamtzahl der gemachten Bilder ausgelesen und angezeigt.

Free Shutter Counter Auslösungen auslesen Kamera

Tools wie Free Shutter Counter auf dem Mac lesen die Auslösungen von Canon-Kameras aus.

Auslösungen von Sony und anderen Kameras auslesen

Sony und andere Hersteller machen es Foto-Fans ebenfalls nicht immer leicht, die Gebrauchte zu checken. Bei manchen Modellen ist es möglich, die Zahl der Auslösungen wie bei Nikon über die EXIF-Daten zu ermitteln, bei anderen Modellen muss zusätzliches Handwerkszeug bemüht werden.

Wenn Sie eine Sony-Kamera besitzen, hilft gegebenenfalls die Website http://tools.science.si/index.php – hier müssen Sie nur ein Bild hochladen, um Shutter Count auszulesen. Allerdings funktioniert das nicht immer, weil nicht jedes Sony-Modell die Auslösezahlen in den Bilddateien speichert.

Kamera Auslösungen ermitteln

Im Netz gibt es eine Vielzahl von Seiten, die kostenlos Auslösungen anhand von Fotos auslesen.

Wer eine Spiegelreflex eines anderen Herstellers besitzt, kann es noch über Websites wie Shuttercounter oder MyShuttercount versuchen: Manchmal versteckt sich die Zahl der Auslösungen verschlüsselt in den EXIFs, was diese Websites auflösen können.

gPhoto2 Auslösungen einer Kamera auslesen

Das Linux-Tool gPhoto2 kann ebenfalls die Auslösungen auslesen

Linux-Tricksern steht zusätzlich das Tool GPhoto2 zur Verfügung, allerdings ist es unwahrscheinlich, dass hier mehr Informationen eingeholt werden können als mit den anderen, einfacheren Lösungen.

Fazit: Auslösungen auszulesen ist gar nicht so schwer

Unter dem Strich ist das Auslesen der Auslösungen bei den wichtigsten DSLR-Herstellern Sony, Nikon, Canon und Co. mit den richtigen Hilfsmitteln in aller Regel kein Problem. Sie können auf diese Weise schnell den „Kilometerstand“ einer Kamera herausfinden. Das hilft einerseits natürlich bei der Schätzung der Restlebensdauer, andererseits bei Verhandlungen mit dem Verkäufer.

Überschätzen sollten Sie die Zahl aber nicht: In aller Regel dürften nur Käufer von gebrauchten Profi-Kameras oder sehr alten Consumer-DSLRs mit relevanten Auslösezahlen in Berührung kommen.

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