Smartwatch: Garmin Forerunner 230 und 235 im Test

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Dank fitnessorientierter Smartwatches können Sportler ihre Leistungsdaten überwachen und unterwegs Informationen vom Smartphone abrufen. Mit den zwei neuen Mittelklasse-Modellen Forerunner 230 und 235 mit GPS klappt das noch smarter als zuvor.

Smartwatches sind bei Sportlern beliebt, weil sie dabei helfen, die Trainingsdaten im Blick zu halten. Garmin, sonst eher als Hersteller von GPS-Devices bekannt, bietet mit der Forerunner-Serie eine Reihe von Smartwatches an, die für Sportler interessant sind. Die Modelle Forerunner 230 und 235 richten sich hauptsächlich an Lauf- und Radsportler und messen über das eingebaute GPS-Modul Entfernungen und Strecken. Abgesehen vom integrierten optischen Pulsmesser des Forerunners 235 sind die Modelle identisch. Der Pulsmesser sorgt allerdings in der UVP für einen Preisunterschied von immerhin 100 Euro.

Garmin Smartwatch

Forerunner 230 und Forerunner 235 von Garmin: Zwei moderne GPS-Sportuhren mit Farbdisplay, Vibrationsalarm, Sprachansage, GPS & GLONASS, Activity-Tracking und Smart-Notification.

Die Garmin Smartwatches besitzen einen eigenen AppStore

Zwar funktionieren die Smartwatches grundsätzlich auch ohne angeschlossenes Smartphone. Für den vollen Funktionsumfang ist es allerdings sinnvoll, die Forerunner-Uhren mit dem iPhone oder einem Android-Gerät zu koppeln.

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Die Garmin App liegt für alle wichtigen Mobilbetriebssysteme vor, die Kopplung mit iOS-, Android- und Windows- Phones ist also kein Thema, wodurch die Smartwatch ausgesprochen kompatibel ist.

Zunächst sollte die Smartwatch aufgeladen werden, was über das praktische USB-Kabel auch am Rechner erfolgen kann. Bei der Gelegenheit können Windows- und Mac-Nutzer die Smartwatch direkt mit der Garmin-Express-App (Link) auf dem Rechner einrichten, um zum Beispiel Firmware-Updates zu installieren, die Gerätedaten mit der Garmin-Cloud zu synchronisieren oder Apps auf das Gerät herunterzuladen. Denn die Garmin-Smartwatches besitzen einen eigenen AppStore (Link), mit dessen Hilfe zusätzliche Funktionen auf dem Gerät eingerichtet werden können. Anschließend besteht die Möglichkeit, die beiden Smartwatches mit dem Smartphone zu koppeln, wozu die App Garmin Connect Mobile (Link) benötigt wird. Vor der Kopplung muss allerdings ein Benutzerkonto bei Garmin angelegt werden, sonst lässt sich die App nicht einrichten. Das geht leicht von der Hand. Anwender, die kein weiteres Cloud-Konto haben möchten, können die Smartwatch dann aber defacto nur als Standalone-Gerät nutzen, sämtliche „smarte“ Funktionen sind damit hinfällig.

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Forerunner 230: Jeder Läufer ist anders und hat andere Ziele. Um Sie beim Erreichen Ihrer eigenen Ziele zu unterstützen, können Sie erweiterte Trainings und Trainingspläne von Garmin Connect auf Ihre Uhr herunterladen.

Die Garmin Smartwatches fühlen sich ausgesprochen angenehm an

Um die Smartwatch einzurichten, müssen Daten wie Körpergröße und Gewicht angegeben werden. Das ist ein Kinderspiel, auch weil die Bedienung schlüssig ist. Zwar besitzt die Smartwatch keinen Touchscreen, dafür sind die Bedienelemente sinnvoll angeordnet und leicht verständlich. Mit einer Auflösung von 215×180 Pixeln auf 1,23 Zoll ist das Display der 41,3 Gramm leichten Smartwatch nicht nur sehr scharf, sondern auch gut ablesbar. Zwar spiegelt das Display im Sonnenlicht, auf die Betrachtungsqualität hat das jedoch keinen negativen Einfluss. Allerdings ist die Beleuchtung etwas schwach und kann auch nicht in den Einstellungen reguliert werden.

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Mit einem Gewicht von 41,7 Gramm ist der Garmin Forerunner 235 ein absolutes Leichtgewicht. Dazu punktet die Smartwatch mit einem angenehm kleinen Gehäuse.

Die Forerunner 230 und 235 werden mit einem Gummi-Armband am Handgelenk befestigt und fühlen sich ausgesprochen angenehm an. Obwohl sie recht groß sind, tragen sie nicht auf und stören im Alltag nicht. Die Armbänder sind recht lang, wer allerdings sehr groß ist und etwas dickere Handgelenke hat, dürfte mit der Länge Probleme bekommen. Beim Tragen fällt auf: Die Anordnung der Tasten ist klug gelöst und verhindert versehentliches Drücken durch Handbewegungen. Das Design der Uhr ist sportlich, zum Business-Anzug passt sie weniger.

Garmin Smartwatch: Praktische Funktionen und ausreichende Akkulaufzeit

Die Forerunner 230 bietet bis auf den fehlenden Pulsmesser den gleichen Funktionsumfang wie ihr großer Bruder 235. Und das sind reichlich Funktionen: GPS und GLONASS für eine besonders präzise Positionsbestimmung sind ebenso an Bord wie ein Beschleunigungssensor, der als Activity-Tracker auch ohne GPS arbeiten kann. Zudem synchronisiert sich die Forerunner 230/235 automatisch mit dem Smartphone und dem Garmin-Cloud-Service, sofern das gewünscht ist.

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Beide GPS-Sportuhren fungieren auch als Activity Tracker. Schritte, zurückgelegte Strecken und verbrauchte Kalorien werden aufgezeichnet und grafisch dargestellt.

Die Smartwatch kann in der 235er-Version den Puls messen und die Musikwiedergabe auf dem Smartphone steuern. Letzteres ist allerdings eher fummelig, da man sich für die Funktion erst einmal ins Menü begeben muss – hier wäre ein Touchscreen deutlich praktischer. Immerhin: Die Uhren sind auch für Schwimmer geeignet und widerstehen einem Wasserdruck von 5 ATM (50 Meter). Praktisch ist zudem die Möglichkeit, ein verlegtes Smartphone aufzuspüren, was aufgrund der Beschränkungen des Bluetooth-Standards jedoch nur in einem Umkreis von rund 10 Metern möglich ist. Die Akkulaufzeit von 16 Stunden bei aktivem GPS (Forerunner 230) beziehungsweise 11 Stunden mit aktiviertem GPS und Pulsmesser (Forerunner 235) ist in der Praxis erreichbar, sofern man unterwegs nicht zu viel an den Tasten herumspielt. Damit liegt die Smartwatch durchaus auf dem Niveau anderer Geräte dieser Art. Schaltet man GPS und Pulsmessung aus, steigt die Akkulaufzeit auf bis zu fünf Wochen (Forerunner 230) oder neun Tage (Forerunnter 235), womit das Gerät durchaus auch als „normale“ Armbanduhr getragen werden kann. In der Praxis wird die GPS-Funktion ja ohnehin nur bei sportlicher Aktivität benötigt.

Fazit: Praktische Smartwatch für Sportler

Insgesamt sind Garmins Forerunner-Smartwatches der Mittelklasse praktische Helfer für Sportler: Das robuste Design, das gut ablesbare Display und der hohe Tragekomfort prädestinieren die Uhr für alle Nutzer, die unterwegs über ihre Leistungen auf dem Laufenden bleiben möchten. In der Praxis zeigen Forerunner 230 und 235 für Trainierende kaum Schwächen, allerdings gibt es einen Abzug in der B-Note aufgrund der nicht immer schlüssigen Bedienung: Manche Menüs und Funktionen werden durch einfaches Drücken der Tasten aktiviert, andere benötigen einen längeren Druck. Außerdem sind die Untermenüs von der gewählten Funktion abhängig. Hier können sich technisch ungeübte Anwender schnell in den Funktionen verfranzen, was möglicherweise eine fehlerhafte Datenaufnahme zur Folge hat. Diesem Problem kann man allerdings mit ein wenig Übung und einem Blick ins Handbuch schnell Herr werden. Auch eine etwas hellere Beleuchtung wäre wünschenswert. Abgesehen von diesen kleinen Makeln sind die beiden Forerunner-Smartwatches jedoch durchaus brauchbare Alltagsbegleiter – zumal ihre Akkulaufzeit bei deaktiviertem Pulsmesser/GPS massiv ansteigt. Schön gelöst ist das USB-Ladegerät mit einem Clip, der die Uhr hält – so gibt es nur Kontakte statt eines Anschlusses und die Uhr liegt sicher und vor Stürzen geschützt am Ladegerät.