Sicherheitshinweise und Rechtstipps für Drohnenpiloten

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Ferngesteuerte Drohnen sind beliebte Spielzeuge für Technikfans. Doch die kleinen und multifunktionalen Hubschrauber stellen ein gewisses Sicherheitsrisiko dar. Wer sich eine Drohne kauft, sollte daher dringend darauf achten, wo und wie er sie einsetzt.

Unbemannte, ferngesteuerte Flugobjekte, so genannte Drohnen, sind längst keine Spielerei des Militärs mehr: Dank fallender Preise und praktischer Anwendungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Erstellung von Hobby-Luftbildern oder Flugvideos sind die kleinen Geräte inzwischen nicht nur für Jedermann interessant, sondern auch erschwinglich. Dabei erreichen manche Modelle erstaunliche Höhen und Reichweiten, womit sie im Außenbetrieb auch Relevanz für die Luftfahrt besitzen. Zudem befürchten Sicherheitsbehörden, dass die zunehmende Verbreitung der hochmobilen Luftgeräte ein Sicherheitsrisiko beinhaltet: Im Herbst 2014 wurden Drohnen über französischen und belgischen Atomkraftwerken gesichtet, Verhaftungen folgten. Aus Angst vor Terrorangriffen oder dem Ausspähen sicherheitsrelevanter Informationen sind in Frankreich Flüge über Atomkraftwerken nur in einer Höhe von 1.000 Metern oder mehr erlaubt.

Parrot Bebop Drone: Ausgestattet mit einer hochwertigen Full HD-Kamera und stabilisiert durch einen 3-Achsen-Rahmen zeichnet die Freizeitdrohne Videos und Fotos auf.

Parrot Bebop Drone: Ausgestattet mit einer hochwertigen Full HD-Kamera und stabilisiert durch einen 3-Achsen-Rahmen zeichnet die Freizeitdrohne Videos und Fotos auf.

In Deutschland ist die Regelung ähnlich. Da Drohnen rechtlich grundsätzlich wie Modellflugzeuge behandelt werden, gelten für sie auch dieselben Regeln, und das bedeutet, dass nicht nur darauf zu achten ist, wo die Drohne eingesetzt wird, sondern auch, in welcher Höhe. Zudem spielen das Drohnenmodell sowie das Ziel des Einsatzes eine Rolle, zumal dies im Fall der Fälle Auswirkungen auf den Luftverkehr haben könnte.

Keine Genehmigung für Privatflüge unter 5 Kilo erforderlich

„Ab dem sportlichen Drohnengewicht von 5 Kilogramm und mehr ist eine Aufstiegserlaubnis Pflicht“, sagt der Berliner Rechtsanwalt Tim M. Hoesmann, „wird hingegen ein Luftfahrzeug mit einem Gesamtgewicht unter 5 Kilogramm eingesetzt und lediglich zu Sport- und Freizeitzwecken genutzt, ist keine Erlaubnis notwendig.“

Wichtiger Hinweis: Gewerbliche Flüge sind genehmigungspflichtig

Anders sieht es bei gewerblichen Flügen, etwa bei Luftaufnahmen für Fernsehproduktionen, aus: „Hier ist nicht nur eine Aufstiegsgenehmigung nötig, sondern auch eine Haftpflichtversicherung“, erklärt der Anwalt. Die zwei Jahre gültige Genehmigung wird von Amts wegen nur erteilt, wenn eine Haftpflicht vorliegt, zudem müssen Kenntnisse über das Führen des Fluggeräts nachgewiesen und technische Angaben über das eingesetzte Gerät gemacht werden. Die Voraussetzungen unterscheiden sich zum Teil von Bundesland zu Bundesland, wobei es jedoch üblich ist, Genehmigungen anderer Bundesländer anzuerkennen.

Welche Sperrzonen gibt es?

Grundsätzlich sind in Deutschland alle Flughäfen tabu. Ab dem 01. Juni 2015 gilt hierfür eine neue Regelung, wie Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung erklärt: Ein Mindestabstand zur Flughafenbegrenzung von 1,5 Kilometern sei ebenso Pflicht wie die Einhaltung einer Maximalflughöhe von 30 Metern in diesen Gebieten. Wer sich nicht an diese Regelungen hält, könnte schnell Probleme bekommen. Darüber hinaus gibt es noch weitere „verbotene Zonen“, erklärt Tim Hoesmann: „Unglücksorte oder Polizeieinsätze, Gefängnisse, Kasernen, Kraftwerke und Naturschutzgebiete dürfen nicht überflogen werden.“ Zudem gibt es sogenannte „Kontrollzonen“, die oft deckungsgleich mit den Metropolregionen sind: „Im Gegensatz zu ländlichen Regionen ist die Drohnennutzung in Großstädten stark eingeschränkt“, weiß der Anwalt. „So liegt zum Beispiel fast ganz Berlin in einer solchen Kontrollzone und der Flug ist ohne Genehmigung verboten.“ Die, so der Anwalt, müsse beim Tower der Flughäfen eingeholt werden. Der Hintergrund dieser Genehmigungspflicht ist vor allem die Tatsache, dass die kleinen Drohnen nicht auf dem Radar auftauchen und hier oft Hubschrauber und tief fliegende Verkehrsflugzeuge unterwegs sind – ein Zusammenstoß mit einer Drohne hätte fatale Folgen.

Wichtig: Eine Haftpflicht darf nicht fehlen

Auch wenn die „Pflicht zur Haftpflicht“ nicht unbedingt zwingend vorgeschrieben ist, ist es dennoch jedem Drohnenpiloten zu empfehlen, sein Fluggerät zu versichern. „Die normale Haftpflichtversicherung gilt nicht für den Einsatz von Drohnen“, sagt Tim Hoesmann, „für Drohnen wird eine spezielle Haftpflichtversicherung benötigt, die über die übliche Privathaftpflicht hinausgeht.“

Bebop: Die Freizeitdrohne von Parrot ist mit einer 14-Megapixel–Frontkamera mit „Fisheye-Objektiv“ ausgestattet

Bebop: Die Freizeitdrohne von Parrot ist mit einer 14-Megapixel–Frontkamera mit „Fisheye-Objektiv“ ausgestattet.

Auch wenn es in Anbetracht des geringen Gewichts der meisten kommerziellen Drohnen lächerlich erscheint: „Das Gefahrenpotenzial von Drohnen wird bislang leider noch unterschätzt“, so der Rechtsanwalt. Denn auch ein Gerät mit nur wenigen hundert Gramm Gewicht kann bei einem Absturz aus großer Höhe massive Schäden verursachen: Fällt die Drohne auf ein Autodach, mögen das „nur“ hochpreisige Lackschäden sein, doch wie auch bei Haustieren und Kraftfahrzeugen liegt das Risiko im Detail: Was, wenn die Drohne jemandem auf den Kopf fällt oder eine außer Kontrolle geratene Drohne einen Verkehrsunfall verursacht? Entsprechende Versicherungen sind ab ca. 40 Euro im Jahr zu haben.

Filmen erlaubt – aber nicht überall

Viele neuere Drohnenmodelle sind mit Kameras für Luftaufnahmen oder zum Steuern ausgestattet. Das dabei anfallende Material ist ein wahres Fettnapf-Füllhorn: So ist für das Überfliegen von Privatgelände die Erlaubnis der Grundstückseigentümer nötig, bei Menschen kann das Persönlichkeitsrecht und das Recht am Bild greifen, sofern das Material, etwa bei Youtube, veröffentlicht wird. Das heimliche Filmen der sonnenbadenden Nachbarin per Drohne kann also gleich mehrere juristische Probleme nach sich ziehen.

Und nicht nur das: „Werden öffentliche Veranstaltungen gefilmt, entsteht nicht nur ein erhöhtes Verletzungspotenzial“, weiß Rechtsanwalt Hoesmann, „Ihre Filmaufnahmen unterliegen außerdem dem Hausrecht des Veranstalters, sodass Sie auch von diesem die Genehmigung benötigen.“ Und wenn dabei noch eine Band spielt, kann auch das Urheberrecht zum Tragen kommen. „Um sich kostspielige Abmahnungen zu ersparen, sollte vor der Veröffentlichung von Drohnen-Filmmaterial bei Facebook, Twitter und Co. auf jeden Fall die Zustimmung der abgebildeten Personen schriftlich eingeholt werden“, rät der Rechtsanwalt. „Zudem können Aufnahmen unter bestimmten Umständen auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.“ Drohnenpiloten sollten daher genau prüfen, was sie mit ihrer Drohne filmen und gegebenenfalls von einer Veröffentlichung des Materials absehen – oder gleich ganz auf die Erstellung verzichten.

Zur Person: Rechtsanwalt Tim Hoesmann ist auf das Urheber- und Medienrecht spezialisiert. In seiner Berliner Medienrechtskanzlei betreut er zahlreiche Fotografen und Agenturen bei fotorechtlichen Fragen. Als Partneranwalt des Zentralverbands der Berufsfotografen hat Rechtsanwalt Hoesmann auch viel mit dem neuen Thema „Drohne und Recht“ zu tun.

Parrot präsentiert die finale Version seiner Bebop Drone. Ausgestattet mit einer hochwertigen Full HD-Kamera und stabilisiert durch einen 3-Achsen-Rahmen zeichnet die Freizeitdrohne Videos und Fotos in beeindruckender Bildqualität auf. Der bekannte YouTuber TechBen hat sich den kleinen Quadrocopter für uns genauer angesehen und die Parrot Bebop Drone einem Test unterzogen.