Schimmel entfernen – so werden Sie ihn dauerhaft los

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Er offenbart sich in der Küche, er lauert im Badezimmer, manchmal sitzt er gut sichtbar auf den Wänden oder versteckt sich in den kleinsten Ritzen: die Rede ist von Schimmel. Schon alleine bei dem Wort möchte man laut „Igitt“ ausrufen – wenn man nicht gerade über den genussvollen Schimmel auf Roquefort spricht.


Schimmel ist unhygienisch und kann – in einigen Fällen – sogar gesundheitsgefährdend sein. Doch egal, wie reinlich der Haushalt auch geführt ist, die Gefahr des Schimmelbefalls kann niemals ganz vermieden werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schimmel entfernen, warum er überhaupt entsteht und wie eine Neubildung vermindert werden kann.

Schimmel entfernen: So geht es richtig

Das Angebot an Mitteln zur Schimmelentfernung in Drogeriemärkten ist riesig. Wer sich jedoch die Wirkstoffe anguckt, kriegt schnell einen Schreck. Dem Schimmel wird mit ziemlich aggressiven Methoden zu Leibe gerückt, Hauptwirkstoff der meisten Reiniger ist Benzalkoniumchlorid. Das ist sicher bei starkem Befall auch effektiv. Dennoch sollten Sie vor der Chemiekeule vielleicht das ein oder andere Hausmittel oder sanftere Reinigungsmittel ausprobieren. Aggressive Haushaltsreiniger sind in Haushalten mit Kindern und Tieren nicht ganz unbedenklich und können die Haut und Atemwege reizen. Und auch die Umwelt wird es Ihnen danken.

Unabhängig davon, wie Sie Schimmel entfernen wollen: Tragen Sie Schutzkleidung, zumindest Handschuhe und geraten Sie mit dem Schimmelpilz nicht in direkten Kontakt! Auch ein Mundschutz ist empfehlenswert, um die aufwirbelnden Sporen nicht einzuatmen. Schmeißen Sie alle verwendeten Materialien wie Lappen, Bürsten, Handschuhe und so weiter nach dem Einsatz weg.

Schimmel entfernen: Diese Hausmittel haben sich bewährt

    • Essig hat einen niedrigen ph-Wert und das mögen die meisten Schimmelpilze gar nicht. Träufeln Sie reichlich Essig auf ein Tuch und reiben Sie die betroffene Stelle gut ein. Auf farbigen Untergründen und Stoffen empfiehlt es sich, immer erst an einer kleinen versteckten Ecke auszuprobieren, ob der Essig Farbe entzieht oder andere Schäden verursacht.
    • Für Kalkwände ist Essig ungeeignet, weil diese Kombination den Nährboden für Schimmel noch unterstützt. Alternativ hat sich eine Behandlung mit Zitronensaft in einigen Fällen bewährt.
    • Reinigungsalkohol: Wird vom Umweltbundesamt zur Schimmelbekämpfung sogar empfohlen, weil er die Umwelt schont und den Schimmel vernichtet. Sie erhalten ihn als Isopropylalkohol in der Apotheke. Er muss gründlich eingearbeitet werden – mit einem Lappen oder einer Bürste – und verdunstet anschließend.
    • Brennspiritus: Brennspiritus ist wirksam gegen Schimmel, allerdings hat er keine bleichende Wirkung und die Flecken, die durch den Pilz entstanden sind, können häufig nicht entfernt werden.



Bei größerem Schimmelbefall: chemische Schimmelentferner

  • Wasserstoffperoxid: Was die einen vom Friseur kennen, verwenden die anderen im Haushalt, um Schimmel zu beseitigen. Eine dreiprozentige Lösung reicht bereits aus, um Pilze in Fugen und Putz zu vernichten. Die Lösung muss eine halbe Stunde einwirken und kann dann abgebürstet werden.
  • Chlorreiniger: Jeder kennt den Geruch aus dem Schwimmbad und letztendlich hat das Chlor dort eine ähnliche Funktion, beispielsweise Pilze abzutöten. 15 Minuten einwirken lassen und weg ist der Schimmel. Vorsicht ist geboten, weil Chlor in Verbindung mit anderen Chemikalien giftiges Gas erzeugen kann!

Schimmel im Badezimmer entfernen

Gerade im Badezimmer entsteht beim Duschen und Baden viel Luftfeuchtigkeit, in vielen Haushalten befinden sich hier zusätzlich noch Waschmaschine und Wäschetrockner. Die Gefahr des Schimmelbefalls ist also sehr hoch. Besonders anfällig sind:

  • Duschwand
  • Duschvorhang
  • Fliesenfugen
  • Silikonfugen
  • Armaturen
  • Wände, an denen Schränke und Regale stehen

Schimmel entfernen Sie auch in diesem Raum am besten mit Hilfe der oben beschriebenen Reiniger. Bei Schimmelbefall an den Wänden oder bei einem besonders hohen und immer wiederkehrenden Aufkommen, sollten Sie den Vermieter bzw. die Hausverwaltung informieren.

Schimmel aus Fugen entfernen

Besonders im Badezimmer entsteht beim Duschen und Baden viel Luftfeuchtigkeit, wodurch sich schneller Schimmel bilden kann.

Gegen Schimmelbildung in den Fugen ist allerdings – im wahrsten Sinne – kein effektives Kraut gewachsen. Der Schimmel hat sich in das weiche Material gefressen und verbleibt dort hartnäckig. Dagegen helfen langfristig weder Haushaltsmittel noch Chemie-Reiniger. Hier können Sie nur die Fugen erneuern. Verwenden Sie dafür Sanitärsilikon, der enthält pilzabtötende Stoffe! Lesen Sie zum Reinigen der Fugen auch unseren gesonderten Ratgeber.


Schimmel von Wänden und Tapeten entfernen

Hierbei wird grundsätzlich geraten, erst die Ursache für den Schimmelbefall herauszufinden und gegebenenfalls einen Profi kommen zu lassen. Wenn Sie zur Miete wohnen, sollten Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung informieren.

Ist damit zu rechnen, dass an der Stelle immer wieder Schimmel auftreten wird, können Sie mit einem anorganischen Wandmaterial, zum Beispiel Kalkputz oder einer Kalk-Mineral-Farbe, vorbeugen. Ebenso sollten Sie befallene Tapeten entfernen und auch möglichst nicht neu aufbringen. Diese sind ein besonders günstiger Nährboden für Pilze und bei der Entfernung des Schimmels bleiben meist Reste erhalten.

Schimmel von Tapete entfernen

Den Schimmel an Ihrer Wand entfernen Sie am besten mit einem kleinen Schwämmchen und Reinigungsalkohol.

Kleinere Schimmelflecken, die durch schlechte Belüftung an den Wänden und Tapeten entstanden sind, können Sie mit etwas Reinigungsalkohol bearbeiten. Haben sich die Flecken bereits ausgebreitet, reichen Hausmittel nicht aus, um die Sporen gründlich zu entfernen und Sie werden schnell eine ähnliche Problemsituation erneut erleben.

Schimmel auf Möbeln entfernen

Zunächst sollten Sie prüfen, ob der Schimmelbefall oberflächlich ist. Dann können Sie den Schimmel entfernen, indem Sie ihn von den Möbeln abwischen, beziehungsweise absaugen. Sollte der Befall tiefergehend sein, müssen die Möbel mit Schimmelentferner behandelt werden.


Wo entsteht Schimmel am häufigsten?

Schimmel liebt es feucht. Darum siedelt er sich überall dort gerne an, wo ein hoher Feuchtigkeitsgehalt herrscht, zum Beispiel im Badezimmer, an Fenstern und schlecht abgedichteten Wänden. Außerdem findet man ihn oft an Stellen, an denen die Luft nicht gut zirkulieren kann, beispielsweise hinter Schränken und Regalwänden.

Schimmel ensteht besonders an feuchten Stellen

Schimmel liebt es feucht. Deshalb muss man meistens im Bad oder an Fenstern den Schimmel entfernen.

Gut zu wissen, dass keine Wohnung schimmelfrei ist. Die Pilzsporen sind überall vorhanden. Sind die Grundbedingungen, in denen sich Schimmel gerne vermehrt, gegeben – hohe Feuchtigkeit, Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad, gute Nährböden wie Tapeten, Teppiche, Farben, Gummi –, siedeln sich die Sporen an und verbreiten sich.

Weitere Ursachen, die eine Ausbreitung von Schimmel begünstigen, sind:

  • undichte Außenwände
  • falsches Lüften und Heizen
  • hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
  • falsche Isolierung, schlechte Dämmung

So können Sie Schimmelbefall vorbeugen

Wie bereits erwähnt, lieben Pilzsporen eine feuchte Umgebung. Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Räume täglich gut durchlüften. Schenken Sie dabei Räumen mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt, beispielsweise dem Badezimmer, erhöhte Aufmerksamkeit. Nutzen Sie die Zeit nach dem Duschen für ein gründliches Durchlüften in diesen Räumen. Ebenso sollten Sie in der Küche für regelmäßige Frischluft sorgen, um einem Schimmelbefall vorzubeugen. Idealerweise sorgen Sie für Durchzug, um die Luft möglichst schnell und effektiv auszutauschen.

Ein paar weitere Tipps:

    1. Trocknen Sie frisch gewaschene Wäsche möglichst im Freien, um nicht noch mehr Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen zu schaffen. Sollte dies nicht möglich sein, trocknen Sie die Wäsche – je nach Jahreszeit – vor der Heizung oder dem geöffneten Fenster.
    2. Schaffen Sie zwischen Wand und Regal oder Schrank einen kleinen Spalt, damit die Luft gut zirkulieren kann.
    3. Messgeräte: Manchmal lohnt sich die Investition in einen Raumbe- und -entfeuchter, der immer für das ideale Klima sorgt.
    4. Duschen: Nach dem Duschen sollten Sie nicht nur gut durchlüften, sondern auch Wasserreste von der Duschkabine abziehen.
    5. Aquarien und Blumen überprüfen: Sollten Sie Schimmel in Ihrer Wohnung haben, sind Zimmerpflanzen und offene Aquarien nicht zu empfehlen.



Ihre Rechte als Mieter bei Schimmelbefall

Handelt es sich bei Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus um ein angemietetes Objekt, muss in einigen Fällen der Vermieter für die Entfernung des Schimmels und die Behebung der Ursache aufkommen. Entdecken Sie Schimmel, der nicht auf hohe Luftfeuchtigkeit (beispielsweise im Bad) oder ähnliches selbst verschuldetes Handeln zurückzuführen ist, sollten Sie unverzüglich den Vermieter oder die Hausverwaltung in Kenntnis setzen.

Ist die Ursache des Schimmelbefalls auf Baumängel zurückzuführen, muss der Vermieter den Schimmel beseitigen, den entstandenen Schaden ausbessern und natürlich die Ursache bekämpfen. Dies kann in einigen Fällen ein sehr mühsamer Prozess sein. Sind Sie sich unsicher, ob der Schimmel aufgrund eines Baumangels entstanden ist, kann ein Gutachter helfen, die Ursache zu klären. Unter Umständen sind Sie zu einer Mietkürzung berechtigt, um Ihren Forderungen dem Vermieter gegenüber Nachdruck zu verleihen. Informieren Sie sich hierzu aber unbedingt vorab bei einem Anwalt.

Was ist Schimmel?

Richtigen Schimmel gibt es eigentlich gar nicht. Es handelt sich vielmehr um einen Sammelbegriff für Hyphenpilze. Diese sind für das Verderben von Lebensmitteln und den Befall von verschiedenen Baustoffen verantwortlich. Schimmel ist zunächst ungefährlich. Ist die Konzentration innerhalb eines Haushalts aber zu hoch, oder sind die Bewohner gesundheitlich vorbelastet, kann Schimmelbefall schnell zum Gesundheitsrisiko werden. In jedem Fall sollten Sie Schimmel zügig entfernen.

Weitere nützliche Ratgeber rund um Ihr Badezimmer: