Satellitenschüssel kaufen, anschließen und ausrichten

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In Deutschland sehen rund 18 Millionen Haushalte per Satellitenschüssel fern. Und das aus gutem Grund. Mehr Programmvielfalt zu deutlich geringeren Kosten verspricht der Umstieg auf das Fernsehsignal aus dem All. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Kauf beachten müssen und wie Sie Ihre Satellitenschüssel optimal anschließen und ausrichten.

Um die 20 Euro kostet Kabelfernsehen monatlich, je nach Anbieter und Region. Dazu kommen dann noch einmal die Kosten für besondere Programmpakete. Und wenn die Bilder in HD-Qualität geliefert werden sollen, ist nicht selten ein weiterer Zuschlag fällig. Da läppert sich im Laufe des Jahres ein stattliches Sümmchen zusammen. Wer sparen will, hat in Deutschland derzeit die Wahl zwischen DVB-T, also Fernsehen über die klassische Antenne, und IP-TV, Fernsehen über das Internet. Verglichen zum Kabel keine Alternative. Denn die Programmversorgung ist doch eher bescheiden. Gleiches gilt sinngemäß für die Anbieter von Internetfernsehen. Sie liefern das Fernsehsignal über die DSL-Leitung ins Haus. Zattoo oder Magine sind auf den ersten Blick preiswerter als das Kabelfernsehen, erfordern aber einen schnellen Internetzugang. Und wer alle angebotenen Sender bucht, landet preislich auch rasch wieder in Regionen vom Kabel-TV.

Die Alternative: eine eigene Satellitenanlage. Fernsehen über Satellit bringt eine riesige Programmvielfalt ins Wohnzimmer und die Kosten dafür lassen sich über die eingesparten Kabelgebühren schnell wieder reinholen. Denn neben den gewohnten Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind auch viele ausländische Stationen zu empfangen. Und das ist nicht nur etwas für Sport- und Fußballfans.

Satellitenschüssel kaufen: Setzen Sie auf Qualität

Sparen Sie bei der Anschaffung von Schüssel und dem sogenannten LNB (Low Noise Block) nicht am falschen Ende. Die Qualität des Signals, das an den Receiver (dieser befindet sich dann bei Ihnen im Wohnzimmer) weitergeleitet wird, steht und fällt mit der Qualität des Gesamtpakets. Die Produkte bekannter Markenhersteller wie TechniSat, Kathrein oder Selfsat sind zwar im Zweifel etwas teurer in der Anschaffung, bieten aber gute Qualität aller Komponenten, in der Regel umfangreiche Anleitungen und im Zweifel auch eine gut erreichbare Produktunterstützung.

Eine Frage des Standorts

Sie müssen zuerst einen Platz für die Satellitenschüssel finden. Die Montage auf dem Dach sollten Sie besser Experten überlassen, denn die Arbeit in luftiger Höhe ist doch nicht ganz ungefährlich. Die Befestigung an der Hauswand oder an der Brüstung des Balkons ist da weitaus einfacher. Ideal ist es, wenn der ins Auge gefasste Standort auch vor Regen geschützt ist, denn Schnee und Eis auf der Schüssel beeinträchtigen den Empfang. Fällt viel Schnee und die Schüssel steht ungünstig, müssen Sie sie mit einem Besen vom weißen Überzug befreien. Je einfacher Sie im Winter also herankommen, umso besser.

Satellitenschüssel aufbauen

Wichtig ist, dass Ihre Satellitenschüssel für Wartungs- und Reinigungsarbeiten oder bei Störungen gut und gefahrenlos erreichbar ist. Das Hausdach ist daher nur als Notlösung zu betrachten.

Die Schüssel benötigt freie Sicht Richtung Süden. Andere Gebäude, dichte Bäume oder Mauern wirken sich negativ auf den Empfang aus. Es gibt hier eine einfache Faustregel: Stellen Sie die Antenne in Bodennähe auf, darf ein Hindernis nur halb so hoch sein, wie es entfernt ist. Steht ein Haus also 25 Meter entfernt, darf es maximal 12,5 Meter hoch sein, damit Sie noch eine Chance haben, das Signal zu empfangen.

Achtung: Wenn Sie Mieter sind und vorhaben, die Schüssel am Geländer des Balkons oder an der Hauswand zu befestigen, fragen Sie besser zuerst beim Vermieter nach, ob dieser damit einverstanden ist. Kommt eine Befestigung so nicht in Betracht, kann eine mobile Satellitenanlage für den Campingplatz vielleicht ein Ausweg sein. Diese können Sie nämlich auf den Boden des Balkons stellen (wenn denn freie Sicht zum Satelliten besteht).

Satellitenschüssel: Erst die Grobmontage

Der Handel hält eine Reihe von unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten bereit, wie zum Beispiel Halterungen für Hauswände, Masten oder Konstruktionen, um das Geländer von Balkonen nutzen zu können. Lesen Sie sich vor der Bestellung in der Produktbeschreibung der Schüssel durch, welches Material bereits mitgeliefert wird und was Sie noch separat kaufen müssen.

Satellitenschüssel Kaufen

Süden: Um die Himmelsrichtung zu bestimmen, ist kein Kompass nötig. Ein Smartphone und eine Kompass-App reichen völlig aus.

Wenn Sie einen passenden Standort gefunden haben, beginnen Sie damit, die Antenne zuerst senkrecht auf der Halterung zu montieren. Das entspricht bereits der groben Ausrichtung. Ziehen Sie die Montageschrauben aber noch nicht fest! Verbinden Sie die Schüssel zuerst einmal provisorisch mit dem Receiver, womit gleichzeitig eine Verbindung zum Fernseher hergestellt wird. Die Receiver besitzen ein Menü, über das die Empfangsqualität kontrolliert werden kann.

Satellitenschüssel: Dann die Feinabstimmung

Bewegen Sie die Schüssel vorsichtig nach links und rechts, um zu verfolgen, wie sich das Signal verändert. Wenn Sie den Bildschirm während der Montage nicht in die Nähe holen können, kann Ihnen vielleicht ein Freund dabei helfen und die Anzeige beobachten. Oder Sie suchen sich eine technische Unterstützung, doch dazu gleich mehr. Die Drehung in der Horizontalen wird übrigens als Azimut bezeichnet.

Satellitenschüssel Kaufen

Bei der Ausrichtung Ihrer Satellitenschüssel spielen zwei Einstellwerte eine Rolle: der Azimut als horizontale Drehrichtung der Antenne und die Elevation als ihr Neigungswinkel.

Die zweite Richtungsänderung, die Einfluss auf den Empfang des Signals hat, ist die Neigung der Antenne. Der Neigungswinkel wird als Elevation bezeichnet. In der Anleitung für Ihr Produkt finden Sie üblicherweise die genauen Werte für verschiedene Satelliten, die Sie empfangen könnten. Ist das Signal optimal, ziehen Sie die Schrauben fest an, um die Schüssel zu fixieren. Jetzt können auch final die notwendigen Kabel verlegt werden.

Kleine Helfer – große Wirkung: Satellitenfinder

Ihnen kann niemand helfen? Oder es ist einfach zu mühsam, den Fernseher in die Nähe des Montageortes zu schaffen? Dann besorgen Sie sich technische Unterstützung! Kaufen Sie sich einen Sat-Finder. Das handliche Gerät wird zwischen Antenne und Receiver angeschlossen. Auf der angebrachten Skala verfolgen Sie die Signalstärke und können so die Schüssel leichter ausrichten. Einige Modelle besitzen zusätzlich ein akustisches Signal, dessen Stärke mit der Empfangsqualität korrespondiert. Der Sat-Finder wird zwar nach der erfolgreichen Montage für einige Jahre nicht mehr benötigt. Es ist aber trotzdem ein gutes Gefühl, ihn im Werkzeugkasten zu haben.

Inzwischen gibt es auch zahllose Apps für Tablet und Smartphone, die beim Ausrichten der Schüssel behilflich sein können. Was den Programmen natürlich fehlt, ist die direkte Verbindung des LNB mit dem Smartphone. Welchen Einfluss die Justierung auf den Empfang hat, lässt sich damit also nicht überprüfen. Dafür ist die Bedienung sehr einfach und die Apps helfen bei der groben Ausrichtung. Sie müssen lediglich den gewünschten Satelliten aus einer Liste auswählen. Anschließend zeigt Ihnen ein kleiner Pfeil die Richtung an. Je nach App informiert diese danach genau darüber, wann die optimale Position erreicht ist. Halten Sie also das Smartphone direkt vor die Schüssel und den LNB, finden Sie mühelos die korrekte Richtung.

Die Montage einer Satellitenschüssel ist, sofern nicht auf dem Dach gearbeitet werden muss, recht unkompliziert und mit etwas Planung und einem Sat-Finder schnell erledigt. Und als Lohn der Mühe sparen Sie nicht nur die teuren Kabelgebühren, sondern genießen einfach mehr Programme.

Lesetipp der Redaktion: Schauen Sie TV über Antenne via DVB-T? Dann müssen Sie bald umsteigen. DVB-T wird nämlich abgeschaltet und durch DVB-T2 HD ersetzt. Das bedeutet: Sie können sich auf hochauflösendes Fernsehen in Premium-Qualität freuen! DVB-T2 HD: Wir erklären, welche Technik Sie brauchen, um auch in Zukunft über Antenne fernsehen zu können.