Samsung Portable SSD T3: Der USB-Turbo für iMac und Co.

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Hochintegrierte Rechner wie Apples iMac oder Mac Mini sind hübsch anzuschauen. Falls jedoch die eingebaute Festplatte zu langsam wird, ist guter Rat oft teuer – und kostspielige Bastelei angesagt. Dabei geht es auch einfacher: Mit Samsungs kompakter SSD T3 können Sie ganz einfach eine SSD am iMac nachrüsten.

Schön kompakt ist sie, die Portable SSD T3 mit USB-C-Anschluss von Samsung. Mit Maßen von gerade einmal 7,5 Zentimeter Länge, 6 Zentimeter Breite und einen Zentimeter Höhe passt sie in jede Hosentasche – und bringt dabei bis zu 2 Terabyte Speicher an Daten unter. Mein Testmodell mit 500 Gigabyte ist das zweitkleinste Modell und gleichzeitig die zweitgünstigste Variante der winzigen externen Festplatte. Sie eignet sich hervorragend als schlankes Backup-Laufwerk für Notebooks oder als System-Laufwerk-Ersatz für einen stationären Mac oder einen Desktop-PC. Genau in diesem Szenario habe ich mir das Gerät genauer angeschaut. Dank seiner kompakten Maße ist die handliche SSD ein ideales externes Systemlaufwerk für meinen alten iMac 21,5“ von 2013: Der hat nämlich, genau wie übrigens noch viele aktuelle iMacs mit 4K- oder 5K-Display, nur eine lahme klassische Festplatte als Systemlaufwerk verbaut und ist damit deutlich langsamer als er sein müsste.

Samsung Portable SSD T3

Ausgestattet mit einer USB-Typ-C-Schnittstelle ist die Portable SSD T3 mit einer Vielzahl von Geräten mit USB-Anschluss wie den neusten Android Smartphones und Tablets, Smart-TVs, Windows-PCs und Mac-OS-Computern kompatibel.

OS X auf die Portable SSD von Samsung umziehen

Samsungs Portable SSD T3 wird vom USB-3.0-Port mit Strom versorgt, wodurch zusätzliche Kabel entfallen. Zudem sieht die kleine SSD elegant aus und stört auf dem Schreibtisch nicht. Falls doch, kann sie durch ihr geringes Gewicht einfach mit einem (nicht im Lieferumfang befindlichen) Streifen Klebeband, einem Klettverschluss-Aufkleber oder einem doppelseitigen Klebeband von hinten am iMac-Gehäuse fixiert werden. Nötig ist das allerdings nicht: Mein geplantes Set-up, bei dem die Samsung SSD T3 als externe SSD arbeitet, schafft natürlich Platz auf der internen HDD, die dann als Backup-Laufwerk arbeiten kann. Die bislang benutzte Terabyte-HDD von Toshiba, die ich als Backup-Laufwerk für Time-Machine benutze, kann damit verschwinden. Zunächst muss aber das bestehende System auf die neue Samsung Portable SSD T3 umgezogen werden. Dazu benutze ich das Tool Carbon Copy Cloner, mit dessen Hilfe sich die gesamte Systemfestplatte des iMacs mit wenigen Klicks auf das neue Laufwerk umziehen lässt. Windows-Anwender können das übrigens auch: Hier empfehle ich den AOMEI-Backupper.

System von HDD auf Samsung Portable SSD T3 klonen

Der Umzug dauert je nach Geschwindigkeit des iMac-Systemlaufwerks und des Rechners selbst einige Stunden, die große Bremse dabei ist die iMac-Systemfestplatte. Ich habe testweise vorab das rund 100 Gigabyte messende System meines MacBooks Air mit SSD-Platte auf die T3 geklont, was in unter 20 Minuten vonstatten ging! Samsungs SSD ist mit bis zu 450 MBit/s (Herstellerangabe) erstaunlich schnell, nämlich bis zu vier Mal schneller als eine klassische HDD, wie sie im iMac verbaut ist. Diese interne iMac-Festplatte braucht natürlich deutlich länger als eine MacBook-SSD. Ich muss den Umzug tatsächlich über Nacht laufen lassen, da er bei einer Festplattenbelegung von rund 350 Gigabyte etwa fünf Stunden dauert. Schön an Samsungs T3 ist dabei, dass die kleine SSD nicht heiß wird. Denn die gehobene Datenschaufelei, die im Normalbetrieb der SSD in aller Regel nicht vorkommt, bringt so manchen in Baugröße und Kapazität vergleichbaren Mitbewerber massiv ins Schwitzen. Übrigens: Während des Klonvorgangs sollten Sie keine wichtigen Dokumente am Rechner bearbeiten. Falls sich das nicht vermeiden lässt, empfehle ich, solche Dokumente während des Umzugs sicherheitshalber auf einem USB-Stick zu speichern.

Samsung Portable SSD T3

Dank Turbo-Write-Technologie liest und schreibt die auf der zuverlässigen Samsung V-NAND Flash-Speichertechnologie basierende Portable SSD T3 besonders schnell – mit bis zu 450 Megabyte pro Sekunde (MB/s).

Neustart mit neuem System auf SSD

Als ich am nächsten Morgen aufstehe, ist der Umzug abgeschlossen und Carbon Copy Cloner fragt mich, ob ich eine Recovery-Partition auf der neuen Festplatte erstellen möchte. Das ist natürlich ratsam, da sie als Systemlaufwerk eingesetzt werden soll, weshalb ich die Meldung bestätige. Die Erstellung dauert keine drei Minuten, anschließend ist die neue SSD einsatzbereit. Ich habe nach dem Klonvorgang nun zwei identische Mac-Systeme zur Hand: Das „alte“ befindet sich nach wie vor auf der iMac-HDD, das „neue“ liegt auf der Samsung Portable SSD T3. Um nicht die Übersicht zu verlieren, benenne ich das SSD-Laufwerk in „Samsung-T3“ um, damit eine Verwechslung mit dem internen iMac-Systemlaufwerk ausgeschlossen ist. Alles, was jetzt noch zu tun ist, ist die Auswahl des Start-Laufwerks auf dem Mac. Das kann entweder zunächst zum Test beim Systemstart erfolgen, indem beim Startgong die (alt)-Taste gedrückt und anschließend die SSD als Startlaufwerk ausgewählt wird. Oder als dauerhafte Lösung, die ich nutzen möchte: Ich wähle die neue SSD daher in den Systemeinstellungen unter „Startvolume“ als Startlaufwerk aus. Jetzt muss ich den Rechner nur noch neu starten, um von der Samsung Portable SSD T3 zu booten. Das klappt völlig reibungslos.

Geschwindigkeit? Wow!

Beim Neustart der Samsung Portable SSD T3 stellt sich dann schnell der Wow-Effekt ein: Der iMac bootet in rund einem Viertel der bisherigen Zeit, der Desktop mit allen Dateien ist ebenfalls sofort nach der Anmeldung verfügbar. Außerdem starten Apps deutlich schneller. Auch Windows 10 in der virtuellen Maschine mit Virtualbox ist in wenigen Sekunden gebootet – bei der konventionellen Festplatte konnte der Startvorgang durchaus eine Minute oder länger dauern. Ein Check mit Aja System Test (Link) verrät: Statt mit bislang 72 Megabyte pro Sekunde auf der internen HDD liest der iMac Dateien von seinem neuen Systemlaufwerk mit 366 Megabyte pro Sekunde – eine Geschwindigkeitssteigerung um den Faktor 5,7! Auch beim Schreiben zeigt sich, dass der Umzug auf die Samsung Portable SSD T3 deutliche Vorteile bringt: Die Geschwindigkeit des SSD-Laufwerks ist um den Faktor 5,4 höher als bei der internen iMac-HDD – selbst alte Systeme dürften also, sofern ein USB-3.0-Anschluss vorhanden ist, massiv davon profitieren, insbesondere Macs oder hochintegrierte PCs, die mit knapper RAM-Ausstattung arbeiten müssen. Das schnellere Auslagern von Arbeitsspeicher auf die Samsung Portable SSD T3 sorgt für einen insgesamt flotteren Arbeitsablauf, selbst wenn keine großen Programme und Dateien verwendet werden.

Kritikpunkt: Kabellänge und Anschluss – sonst nichts!

Im laufenden Betrieb fällt kaum auf, dass der iMac nun von der externen SSD betrieben wird. Die interne Festplatte habe ich nach einem ausgiebigen Funktionstest des Systems auf der SSD ebenfalls formatiert und zum Time-Machine-Laufwerk ernannt. Die Samsung Portable SSD T3 besitzt als SSD natürlich weder bewegliche Teile noch einen Lüfter, sodass sie keine zusätzliche Geräuschquelle darstellt und sich im laufenden Betrieb eigentlich nicht bemerkbar macht. Einzig die blaue Status-LED – klein und angenehm schwach blinkend – könnte sehr designverliebte Zeitgenossen stören. Allerdings hatte auch meine alte Toshiba-Festplatte eine Status-LED, die deutlich stärker leuchtete – insofern kann ich auch an dieser Front eine Verbesserung attestieren. Wer die kleine Samsung Portable SSD T3 aber partout nicht auf dem Schreibtisch sehen möchte, kann sie freilich auch darunter verdammen. Genau hier kommt dann auch mein einziger echter Kritikpunkt zum Tragen: Das USB-Kabel ist mit rund 40 Zentimetern doch arg kurz, außerdem ist es sehr dick für die kleine Festplatte – wer kann und braucht, sollte sich eine Alternative besorgen.

Samsung Portable SSD T3

Da Solid State Drives (SSDs) im Gegensatz zu herkömmlichen externen HDD-Laufwerken ohne bewegliche Bauteile auskommen, sind diese unempfindlicher gegenüber Vibrationen und Stößen.

Fazit: Klare Kaufempfehlung!

Kein Kritikpunkt, aber ein Wunsch meinerseits an die Entwickler: Warum gibt es keinen Thunderbolt-Anschluss an der Samsung Portable SSD T3? Das würde einen flexibleren Einsatz ermöglichen und keinen der wertvollen USB-Anschlüsse am iMac blockieren – zumal mein iMac zwei ungenutzte Thunderbolt-Ports besitzt. Ein weiterer Nachteil des USB-Anschlusses ist natürlich auch, dass der TRIM-Befehl, der SSDs im laufenden Betrieb auffrischt und damit Performance-Problemen vorbeugt, am USB-Port nicht von Windows oder OS X unterstützt wird. Auch eine Software wie TRIM-Enabler funktioniert hier derzeit nicht. Das sollte aber kein allzu großes Problem sein: Moderne SSDs wie die Samsung Portable SSD T3 benötigen den TRIM-Befehl nicht mehr zwangsläufig, um die SSD „frisch“ zu halten. Vielmehr sorgt die interne Garbage-Collection-Routine des Laufwerks dafür, die Lebensdauer zu maximieren, weshalb der Dauerbetrieb am USB-Port kein Problem darstellen sollte. Unterm Strich ist die kleine SSD von Samsung eine hervorragende Möglichkeit, um ältere Rechner schnell mit einer SSD auszurüsten. Deshalb gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung!