4K UHD-Auflösung: Der Große zum kleinen Preis

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UHD-TVs sind inzwischen für kleines Geld zu haben. Mit dem KU6659 Curved TV der Samsung 6000er-Reihe rutscht die vom Hersteller vorgesehene Preismarke unter 1.000 Euro. Das ist günstig für ein 4K-Gerät mit aktueller Technik. Wir haben uns die 43-Zoll-Variante einmal genauer angeschaut.

In den letzten Jahren sind die TV-Panels immer größer geworden. Während mein alter Philips 40-Zöller mit Full-HD-Auflösung anno 2010 noch mit das Größte darstellte, was man für unter 1.000 Euro kaufen konnte, beginnt Samsungs KU6659-Modellreihe mit gebogenem Display bei 43 Zoll. Zusätzlich sind die Fernseher in den Varianten 49 und 55 Zoll zu haben. Als Teil von Samsungs Mittelklasse-SmartTV-Serie 6000 bietet das UHD-Gerät hohe Qualität in Sachen Ausstattung und Bild – bleibt dabei aber erschwinglich.

Schneller Aufbau und Fußprobleme

Der Aufbau erfolgt, Samsung-typisch, mittels mehrerer Schrauben: Vier davon verbinden Standfuß und Halter, vier weitere den Fernseher mit seinem Standfuß, danach steht die Kiste.

Samsung KU6659 im Test

4K UHD-Auflösung: Auf dem Samsung KU6659 erleben Sie lebendige Details mit der 4-fachen Auflösung von Full-HD-TV.

Ebenfalls typisch für Samsung und leider kritikwürdig ist, dass der Standfuß keine Drehfunktion bietet. Wer wie ich den Fernseher wegen verschiedener Sitzgelegenheiten im Wohnzimmer öfter mal verstellt, muss das ganze Gerät samt Fuß drehen. Auf empfindlichen Oberflächen ist das nicht sonderlich zweckmäßig. Allerdings handelt es sich hierbei natürlich um eine Sondernutzung meinerseits.

Umso einfacher ist die weitere Einrichtung. Nach dem Anschließen von Strom- und Antennenkabel ist das Gerät einsatzbereit und meldet sich beim Einschalten mit der Sendersuche. Der Scan der Kabelsender ist schnell durchgeführt. Praktisch: Vorab kann ausgewählt werden, ob zum Beispiel auch PayTV-Sender gesucht werden sollen oder nicht. Nach dem Scan binde ich den Fernseher noch via integriertem WLAN ins heimische Wi-Fi ein, schon sind auch die Smart-TV-Funktionen einsatzbereit. Die Sendersortierung ist, nicht anders als von Samsung zu erwarten, im Handumdrehen erledigt.

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Samsung KU6659: Brillantes Bild und guter Ton

Das Bild des gebogenen Displays ist makellos. Der Vorteil der Curved-Technik liegt darin, dass das Bild bei gleich großem Panel größer wirkt, da die Biegung das erweiterte Gesichtsfeld nutzt. Einzig die maximale Helligkeit könnte bei hellem Tageslicht ein wenig höher sein. TV-Content in HD erscheint in brillanter Qualität, SD-Inhalte sind wie üblich durch das Upscaling ein wenig verwaschen. Native 4K-Inhalte, etwa von YouTube, Netflix oder BluRay, werden in bester UHD-Qualität mit 3.840 x 2.160 Pixeln wiedergegeben. Es gibt keine Ruckler oder Hänger bei der Wiedergabe.

4K Curved TV Test

Der Auto Depth Enhancer vermittelt ein Gefühl von Tiefe, da die Kontraste verschiedener Bildobjekte unterschiedlich verstärkt werden. Das Ergebnis sind kristallklare Bilder mit mehr Tiefe.

Von einem Seifenopern-Effekt samt Filmstottern, der hier und da erwähnt wird, bemerke ich nichts. Allerdings schließe ich nicht aus, dass er trotzdem vorkommen kann. Das Gerät erreicht aufgrund seiner 50/60 Hertz-Technik bei manchen Inhalten einfach eine technische Grenze. Dafür ist der Ton für einen LED-Fernseher ausgesprochen gut. Das gekrümmte Gehäuse bietet mehr Platz für Lautsprecher und Resonanz, wodurch TVs in diesem Design ihren völlig flachen Geschwistern an dieser Stelle überlegen sind – so auch der Samsung KU6659.

Coole Sache: Fernbedienung mit Spracheingabe

Besonderes Augenmerk verdient die Fernbedienung des Samsung KU6659. Die äußerst reduzierte Infrarot-Flitsche namens „Smart Remote“ besitzt keine Kanaltasten mehr, gesteuert wird ausschließlich über die wenigen Multifunktionstasten. Die sind je nach Funktion zum Teil anders belegt. Besonders interessant: Die Fernbedienung hat eine Spracheingabe eingebaut, ist also gleichzeitig ein Mikrofon. Die Erkennung der Befehle ist ohne Training zuverlässig: Mikrofontaste drücken, „Netflix“ sagen, schon öffnet sich die entsprechende App. Gleiches gilt für Anschlüsse wie „HDMI 2“ oder die USB-Funktion. Auch die Einstellung der Lautstärke, das Öffnen einer Website im integrierten Browser oder der Kanalwechsel sind über die Sprachfunktion möglich.

Was leider nicht geht, ist jedoch der Kanalwechsel über den Sendernamen. Sage ich zum Beispiel „Umschalten zu RTL“, meldet der Fernseher zurück, dass dieser Befehl nicht möglich sei. Sie können aber über die Kanalnummer auswählen: „Umschalten zu Sender 10“ klappt wunderbar – nur woher soll ich bei 120 gefundenen Sendern aus dem Kopf wissen, welcher welche Nummer hat? Schade, denn das wäre intuitiv und eine deutliche Bereicherung der Bedienung jenseits von Sender- und Favoritenlisten gewesen.

Einfache Bedienung und schneller Prozessor

Dank der – übrigens ausschaltbaren – Spracheingabe ist der Samsung KU6659 leicht zu bedienen. Gewünschte Funktionen sind schnell erreichbar. Das liegt auch am flotten Quad-Core-Prozessor, der die Ausgabe steuert und zum Beispiel Multitasking im Multi-Link-Modus ermöglicht: So kann neben dem Fernsehgerät auch eine App verwendet werden.

Die Fernbedienung selbst ist nach einigen Minuten schlüssig und intuitiv zu bedienen, Menüs und Apps sind schnell geöffnet oder geschlossen. Zentrum der Software ist, wie bei allen Samsung-TVs, der Samsung Smart Hub, eine Art Home-Bildschirm des TVs, von dem aus Apps, Sender und Einstellungen erreicht werden können. Da ich an mein älteres Gerät von Philips gewöhnt bin, muss ich ziemlich umdenken. Das liegt allerdings weniger daran, dass Samsungs Oberfläche schlecht wäre als vielmehr an der Tatsache, dass die Menüführung meines alten Philips ausgesprochen verquer ist.

Curved-TV mit Anschlüssen für jeden Zweck

Zudem punktet der Samsung KU6659 mit einer hohen Anschlussfreudigkeit: 3 HDMI-Ports und 2 USB-Anschlüsse für den Anschluss externer Festplatten zur Videoaufzeichnung dürften in den meisten Fällen ausreichen, älteres Analoggerät kann per mitgeliefertem Component- und AV-Adapter angeschlossen werden. CI-Karten für PayTV lassen sich ebenfalls im Handumdrehen einbauen. Zusätzlich gibt es noch eine LAN-Buchse, falls der Fernseher in einem Bereich mit schlechtem WLAN-Empfang steht.

In Sachen WLAN unterstützt er das störungsarme 5 GHz-Band. Als TV-Quellen kann er Kabel, Satellit oder DVB-T2 HD verwenden.

DVB-T2 HD Fernseher Samsung Test

Der Samsung KU6659 ist (natürlich) mit dem neuen DVB-T2 HD-Standard kompatibel.

Schön ist der optisch-digitale Audioausgang, der dem Anschluss hochwertiger Hi-Fi-Komponenten ermöglicht. Zudem unterstützt das Gerät Samsung Wireless Audio, ein spezielles Hi-Fi-System, das ohne Kabel per WLAN funktioniert. Was leider fehlt, ist ein USB-C/Thunderbolt-3-Anschluss, etwa um Notebooks, Smartphones oder Tablets ohne Adapter anschließen zu können. Der dürfte künftig nämlich immer mehr an Bedeutung gewinnen.

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Fazit zum Samsung KU6659: Ein sehr gutes Mittelklasse-Gerät

Insgesamt hat mir der Samsung KU6659 Curved Smart-TV sehr gut gefallen. Das Gerät bietet ein hervorragendes 4K-Panel, das vor allem beim Einsatz von Medienquellen mit enormer Brillanz punktet. Das Upscaling von Full-HD-Inhalten stellt den Fernseher vor keinerlei Probleme; bei SD-Quellen wird das Bild schlicht aufgrund der Größe des Panels etwas schwammig. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, die Tonqualität ohne Tadel. Auch die Bedienung ist nach kurzer Lernphase dank der Smart Remote samt Sprachsteuerung ein Kinderspiel.

Curved Fernseher mit 4K UHD-Auflösung im Test


Unser Fazit: Samsung hat mit dem KU6659 einen schönen und leistungsstarken Fernseher im Portfolio. Unser Testredakteur ist von der Performance des Curved-TV begeistert.

Die zahlreichen Anschlüsse inklusive Videorekorder-Funktion dürften die meisten TV-Nutzer voll zufriedenstellen. Weniger gut gefiel mir das nicht ganz so helle Bild: Hier wäre etwas mehr Beleuchtung wünschenswert gewesen, zumal das Display leider spiegelt. Von diesem Kritikpunkt abgesehen ist der Samsung aber ein hervorragender Mittelklasse-Fernseher für einen guten Preis, mit dem Käufer auch langfristig zufrieden sein dürften.