Rucksack-Guide: Welcher Rucksack eignet sich für welche Reise?

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Ein bisschen Stoff, ein paar Gurte, fertig ist der Rucksack. Die jahrtausendealte Idee, die Kraft des Rückens für die Last schwerer Dinge zu nutzen, ist genauso genial wie simpel. Weniger einfach hingegen ist die Auswahl des passenden Rucksacks. Ob Wandertour, Tagesausflug oder alpines Abenteuer – für jede Aktivität gibt es den passenden Rucksack. Um den Überblick nicht zu verlieren, finden Sie im Folgenden einen Rucksack-Guide!

Schon mal das Wort Kraxe gehört? Hierbei handelt es sich um die Urform des uns heute bekannten Rucksacks. Bereits in der Jungsteinzeit um 3300 vor Christus hat man diese Art von Rückentrage verwendet. Es war nicht viel mehr als ein offenes Tragegestell aus Holz, auf dem man die eigentliche Last transportieren konnte. Heute sind diese aus der Mode gekommenen Rucksäcke nur noch in Büchern zu sehen.

Zum Reisen sind diese Kraxen definitiv nicht mehr geeignet. Dafür gibt es aber zahlreiche Weiterentwicklungen, da fällt der Kauf schon mal schwer. Doch der richtige Rucksack ist essenziell, damit das Abenteuer nicht zum Flopp wird. Immerhin tragen Sie darin Ihr für die Reise gesamtes Hab und Gut. Daher erhalten Sie hier einmal einen Überblick über die verschiedenen Rucksacktypen.

Trekkingrucksack: Der Begleiter für lange Outdoor-Abenteuer

Trekking-Rucksack

Ein Trekkingrucksack bietet jede Menge Stauraum und eignet sich deshalb gut für eine mehrtägige Reise.

Der Trekkingrucksack zeichnet sich durch ein großes Innenvolumen und jede Menge Stauraum aus und ist somit für eine mehrtägige Reise bestens geeignet. Kleidung, Verpflegung und Ausrüstung wie Isomatte und Co. finden bequem Platz in einem Trekkingrucksack. Das Besondere hieran: Sie sind für lange Touren draußen konzipiert und kommen dementsprechend gut mit den unterschiedlichen Wetterbedingungen klar. Regensysteme und Belüftungen sorgen dafür, dass der Rucksack und der Rücken stets trocken bleiben. Das Volumen bei Trekkingrucksäcken beträgt ca. 45 bis 65 Liter.

Daypack: Der Begleiter für einen Tag

Sogenannte Daypacks sind perfekt geeignet für eine Tageswanderung. Daypacks sind viel kleiner als Trekkingrucksäcke und bieten daher auch nicht so viel Stauraum. Aber das ist auch gar nicht nötig. Daypacks sind geeignet für Städtetouren oder leichte Wanderungen, Aktivitäten, bei denen Sie also sowieso nicht allzu viel Gepäck mit sich herumtragen müssen. Das Besondere an einem Daypack ist sein leichtes Gewicht und seine ergonomische Form. 10 bis 30 Liter Volumen fasst er, somit bekommen Sie alles Nötige verstaut. Übrigens: Es ist sinnvoll, einen Daypack mit einem breiten Rücken zu kaufen, da Sie so auch Laptop und Unterlagen bestens transportieren können.

Daypack- Rucksack

Daypacks sind sehr leichte Rucksäcke, die aber aufgrund ihrer Größe nur für Tagesausflüge geeignet sind.

Trinkrucksack: Die Bar auf dem Rücken

Der Trinkrucksack ist mit der sportlichste unter allen Rucksäcken und eignet sich vor allem für Outdoor-Sportarten wie Mountainbike Fahren oder Trailrunning. Das Besondere: Am Rückenteil des Rucksacks sind ein Trinkschlauch und eine Trinkblase, die mit Wasser gefüllt werden kann, integriert. So können Sie unterwegs Ihren Durst stillen, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen. Bei Fahrradtouren oder auch bei Wanderungen ein sehr positiver Effekt! Allerdings leidet durch die Wasserblase der Stauraum ein wenig, für Tagestouren ist er aber immer noch ausreichend. Immerhin sind Trinkrucksäcke eh nicht dafür konzipiert, große Lasten zu tragen.

Wanderrucksack: Rückenschonend den Berg hinauf

Der Wanderrucksack ist der Freund aller Wandersleute, bietet er doch allen möglichen Komfort und viele Möglichkeiten, um Dinge zu befestigen, die man unterwegs zwischen Wald und Wiesen benötigt. Er zeichnet sich aus durch ein sehr leichtes Gewicht bei maximalem Stauraum.  Das Volumen eines Wanderrucksacks kann bis zu 45 Liter betragen. Je länger Ihre Wanderung dauert, desto mehr Fassungsvermögen sollte Ihr Rucksack haben. Der Wanderrucksack ist ausgestattet mit allerhand Schnickschnack: Befestigungsmöglichkeiten für Wanderstöcke, integrierte Trinksysteme und Außennetztaschen. So können alle Mitbringsel bestens verstaut werden und wenn es schnell gehen soll, hat man alles direkt parat.

Wander-Rucksack

Der Vorteil bei einem Wanderrucksack sind die vielen Möglichkeiten von Außen Dinge wie Isomatten, Landkarten & Co, zu befestigen.

Alpinrucksack: Für rasante Abfahrten

Alpine Rucksäcke sind eher dafür konzipiert, schnell und hoch hinauszukommen, als weite Strecken zurückzulegen. Daher sind Alpinrucksäcke auch leichter gebaut und spartanischer „eingerichtet“. Man findet die im Hochgebirge nötigen Befestigungsmöglichkeiten für Pickel und Ski, viel mehr gibt es aber auch nicht. Damit man auf der rasanten Abfahrt ins Tal nicht den Rucksack abnehmen muss, um seinen Durst zu löschen, findet man auch bei Alpinrucksäcken ein integriertes Trinksystem mit Trinkschlauch. Der Rucksack ist eher dünn gepolstert, da er keine schwere Last enthalten sollte. Belüftungssysteme sucht man hier oft vergeblich, da der Rucksack eh so nah wie möglich am Körper getragen werden sollte.

Was sagt die Rückenlänge aus?

Nicht jeder Rucksack passt auf jeden Rücken. Das wissen auch die Hersteller und konzipieren daher die Rucksäcke nach Rückenlänge. Ein großer Mann wird beispielsweise einen längeren Rucksack tragen als eine kleine Frau, das ist logisch. Aber wie ermittelt man die Rückenlänge überhaupt? Die Rückenlänge ist der Raum zwischen dem oberen Hüftknochen und der Schulterkrone. Dies kann man ganz einfach mit einem Maßband nachmessen. Es gibt aber auch Größen, an denen Sie sich orientieren können:

  • XS: unter 40 cm
  • S: 40 bis 49 cm
  • M: 50 bis 57 cm
  • L: 58 bis 69 cm
  • XL: über 70 cm

Andere Hersteller geben folgende Maße an:

  • Kurz: 40 cm bis 49 cm
  • Mittel: 50 cm bis 57 cm
  • Lang: 58 cm bis 69 cm

Das Praktische: Die Hersteller achten darauf, dass das Verhältnis zwischen Rückenlänge und Volumen stimmt. Menschen mit einem kurzen Rücken werden daher kaum einen Rucksack finden, der über 70 Liter Volumen fassen kann. Daher teilen die Hersteller die Rucksäcke in Damen- und Herrenrucksäcke ein. Wenn Sie für Ihre Rückenlänge nicht den passenden Rucksack finden, dann müssen Sie die Reise aber keinesfalls absagen. Viele Rucksäcke sind in der Rückenlänge verstellbar und können individuell an Ihren Rücken angepasst werden.

Die wichtigsten Komponenten eines Rucksacks

Rucksack ist nicht gleich Rucksack. Die Rückentragen sind mittlerweile so hoch entwickelt, dass es zahlreiche Komponenten gibt, auf die Sie achten sollten. Aber worauf kommt es wirklich an? Neben den richtigen Einstellungen und Gurten sind außerdem wichtig:

  • Die Deckeltasche verschließt den oberen Teil des Rucksacks und bietet Platz für kleine Gegenstände, die sofort griffbereit sein sollen, das Portemonnaie etwa, das Handy oder der Reiseführer. Außerdem kann man dank des höhenverstellbaren Deckels das Volumen des Rucksacks erweitern.
  • Das Bodenfach befindet sich genau auf der anderen Seite des Rucksacks, ist aber nicht weniger nützlich. Im Bodenfach befindet sich meist der Regenüberwurf für den Rucksack. Dieser ist sehr wichtig, um beim plötzlichen Wetterumschwung bestens gewappnet zu sein. Das Bodenfach sollte sich aber innen öffnen lassen, falls Sie auf diese Abtrennung verzichten möchten. Ich persönlich finde Bodenfächer sehr nützlich, weil sich dort beispielsweise Schuhe von der restlichen Kleidung getrennt transportieren lassen.
  • Hauptfachfrontzugriff: Sie möchten ein Paar Socken aus dem Rucksack kramen, aber die befinden sich ganz unten? Kein Problem mit einem Frontzugriff. Auf der Vorderseite des Rucksacks lässt sich ein Reißverschluss öffnen und man hat direkten Zugriff auf alle Kleidungsstücke. Ohne Frontzugriff müssten Sie sich erst mühsam von ganz oben bis zum Sockenpaar durchkramen.
  • Seitentaschen werden bei Rucksäcken vermutlich unterschätzt. Dabei sind die meist aus Netzstoff bestehenden Taschen an den Seitenwänden des Rucksacks extrem praktisch. Hier können Sie leicht eine Trinkflasche verstauen, das Kamerastativ oder Zeltgestänge. Achten Sie darauf, dass längliche Teile mit einem zusätzlichen Riemen gesichert werden können.
  • Kompressionsriemen sind ein Must-have an jedem Rucksack. Diese befinden sich seitlich und sollten für jeden Ausflug genutzt werden. Sobald die Riemen festgezogen sind, werden die Lastübertragung verbessert und Hohlräume eliminiert. Im Laufe der Reise können diese Riemen immer bedarfsgerecht festgezurrt und somit der Tragekomfort erhöht werden.

Tipp: Rucksack richtig packen

Rucksack packen

Das richtige Rucksackpacken muss gelernt sein! Unser Tipp: Rollen Sie Ihre Sachen anstatt zu falten. Damit sparen Sie jede Menge Platz.

Gut gerollt ist halb gepackt! An diesem mehr oder weniger frei erfundenen Spruch ist tatsächlich etwas dran. Denn gerollte Kleidung benötigt einfach viel weniger Platz als gefaltene. Ein weiterer Vorteil: Es knittert weniger. Um platzsparend zu packen, lohnt es sich also, alle Kleidungsteile zunächst normal zu falten und dann einzurollen. Die verschiedenen Stoffrollen können perfekt nebeneinander und übereinander gelagert werden, während sich mit kleineren Stoffrollen primavorhandene Lücken stopfen lassen.

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie Ihren nächsten Camping-Trip mit Rucksack geplant haben, sich aber nicht sicher sind, was Sie alles mitnehmen müssen und was Sie alles beachten müssen, dann helfen wir Ihnen gerne weiter mit unseren Ratgebern und Tipps: