Genial: Revell-Drohne rockt Allyouneed Magazin-Test

0

In wenigen Bereichen wurden in den letzten Jahren so enorme Fortschritte erzielt wie bei der Drohnen-Technik. Revells Nano Quad Cam ist nicht nur winzig, sondern besitzt auch eine eingebaute Kamera. Flugübungen machen damit gleich doppelt so viel Spaß.

Als IT-Autor bekomme ich im Laufe eines Jahres so einiges an Gadgets und Spielereien zugeschickt. Manche Sachen sind nützlich, vieles ist überflüssiges Spielzeug, anderes schlicht unnötiger Schrott. Ganz selten trifft ein Testgerät ein, das mich in Staunen versetzt. Vor einigen Jahren gelangt das zum Beispiel dem Roboter-Baby-Dinosaurier Pleo, sonst vor allem Dinge wie Roboter-Assistenten oder die ein oder andere smarte Gerätschaft für Heim und Küche, doch das kommt selten vor.

Meiner persönlichen, sehr kurzen Liste der faszinierenden Gadgets kann ich jetzt aber ein weiteres Gerät hinzufügen: Revells Nano Quad Cam begeistert – wenn man denn einmal kapiert hat, wie sie funktioniert.

Die Nano Quad Cam von Revell sorgt für spektakulären Flugspaß

Die Nano Quad Cam des Modellbauers Revell ist Teil einer ganzen Linie von kompakten Drohnen zum Einsteiger-Preis. Der winzige Quadrocopter ist kaum handtellergroß, besitzt aber dennoch ein eingebautes Gyroskop, eine Kamera mit überschaubaren 720 x 480 Pixeln Auflösung und einen Speicherkartenslot für eine Micro-SD-Karte, auf der die Videos oder Fotos aufgezeichnet werden.

Nano Quad Cam von Revell: Die Fotos und Videos werden auf der austauschbaren Micro-SD-Karte gespeichert.

Nano Quad Cam von Revell: Die Fotos und Videos werden auf der austauschbaren Micro-SD-Karte gespeichert.

Bedient wird das Gerät mit einer kompakten Fernbedienung, die große Hände wie meine zunächst überfordert, doch mit etwas Übung legt sich das schnell.

Praktisch: Die Speicherkarte kommt mit einem kleinen USB-Kartenleser daher, wodurch die Videos direkt an jedem PC oder Tablet (bei iPads muss der USB-Adapter angehängt werden) angeschaut werden können. In der Packung befindet sich außerdem noch ein Ladekabel. Die für die Fernsteuerung benötigten zwei AAA-Batterien liegen nicht bei, hier empfiehlt sich der Einsatz von Akkus. Löblich ist die Tatsache, dass die Fernsteuerung nur noch zwei Batterien benötigt und nicht mehr, wie es zum Beispiel bei meinem kleinen Helikopter von 2012 der Fall war, sechs dicke AA-Akkus.

Der Quadrocopter ist bereits vollständig montiert: Im Grunde müssen nur noch die Batterien in die Fernbedienung eingelegt, die Speicherkarte eingesteckt und der Quadrocopter selbst geladen werden. Mit einer Ladedauer von rund 15 Minuten bekommt man etwa fünf Minuten Flugspaß – anschließend ist aber ohnehin eine Pause nötig, denn das quirlige kleine Fluggerät zu steuern ist schlimmer (und lustiger), als einen Sack Flöhe zu hüten.

Die Revell Nano Quad Cam überzeugt mit schlüssiger Steuerung

Dementsprechend schnell landet der kleine Quadrocopter beim ersten Testflug an der Wand. Ich hatte zwar bereits Flugerfahrung mit kleinen Helikoptern, wie sie vor einigen Jahren in Mode waren, eine Drohne zu fliegen ist aber eine ganz andere Baustelle. Während der linke Steuerknüppel die Motorleistung reguliert, sprich: die Höhe einstellt und die Drohne durch Links- und Rechts-Steuersignale um die vertikale Achse dreht, ist der rechte Knüppel der eigentliche Steuerknüppel.

Revell Nano Quad Cam

Mit den vier Elektromotoren sind coole Flug-Stunts mit spektakulären Wohnzimmer-Manövern aber auch einfache Schwebeflüge möglich.

Zusätzlich sind die Knüppel doppelt belegt. Ein kurzer Druck auf den linken Hebel löst einen Looping aus, ein kurzer Druck auf den rechten Hebel schaltet die Geschwindigkeit der Steuerung in drei Stufen um. Drückt man den linken Hebel lang, wird die Videoaufnahme gestartet. Beim kurzen Druck auf den rechten Hebel schießt die Drohne ein Foto.

Nano Quad Cam von Revell

Flip-Funktion, Headless-Mode und zwei Geschwindigkeitsstufen sorgen bei kleinen und großen Hobbypiloten für garantierten Flugspaß.

Dieses an und für sich schlüssige Steuersystem stellt unerfahrene Drohnenpiloten wie mich zunächst vor eine relativ hohe Hürde: Wenn man jahrzehntelang die Steuerung in Videospielen gewöhnt ist, neigt man dazu, den falschen Hebel zu bedienen oder in die falsche Richtung zu drücken – und schon knallt die leichte und damit viel zu schnelle Mini-Drohne irgendwo gegen. Schaden nimmt sie dabei nicht. Allerdings neigen die Rotorblätter dazu abzuspringen, was je nach Ordnungsgrad der Wohnung schnell in eine nervöse Suche ausartet.

Immerhin: Ersatzrotoren sind dabei. Ich brauchte einige Anläufe, bis die Drohne tat, was ich wollte – und dann konnte der Spaß beginnen.

Der Quadrocopter überlebt (gerade so) den Wohnzimmertest

Die Wohnung sollte schon etwas geräumiger sein, wenn man die Drohne ordentlich verwenden will. Erste Testflüge im 10 Quadratmeter großen Arbeitszimmer sorgten für reihenweise Crashs, trotz Beherrschung der Steuerung. Das Problem ist, dass Wände, Decken und ähnliche Hindernisse am besten möglichst weit entfernt sein sollten. Testflüge im 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer waren dann auch deutlich effektiver und mit weniger Zusammenstößen verbunden. Für eine präzise Steuerung darf zudem kein Lüftchen wehen: Fenster sollten also geschlossen bleiben.

Micro-Quadrocopter: Revell Nano Quad Cam im Test

Outdoor: Dank integrierter LED-Beleuchtung ist ein Flugeinsatz – Windstille vorausgesetzt – auch in der Dämmerung möglich.

Das disqualifiziert die Drohne im Grunde für den Außeneinsatz: Jeder Windstoß lässt das kleine Gerät abdriften, gleichzeitig sind Stürze draußen wegen des nicht gegen Feuchtigkeit isolierten Gehäuses und den bei Kollisionen konsequent wegfliegenden Rotoren ein echtes Risiko. Abgesehen davon lässt sich die kleine Drohne draußen auch nur mit einer Powerbank laden, da der Akku nicht ausgetauscht werden kann. Dennoch spricht ansonsten nichts dagegen, das Gerät zumindest an trockenen Sommertagen ohne Wind außerhalb der Wohnung zu verwenden.

Maximaler Spaß in den eigenen vier Wänden

In zugfreien Innenräumen allerdings ist die Drohne ein faszinierendes Spielzeug, wenn man erst einmal die Steuerung begriffen hat. Das eingebaute Gyroskop hält sie stabil waagerecht in der Luft und wer die nötige Fingerfertigkeit an der Steuereinheit besitzt, um Videos und Fotos aufzunehmen, erhält als Belohnung zum Teil ausgesprochen interessante Perspektiven, die einfach von der Speicherkarte ausgelesen werden können.

Nano Quad Cam Revell Test Allyouneed Magazin

Für einen ruhigen Flug der Nano Quad Cam von Revell und faszinierende Videoaufnahmen sorgt ein moderner 6-Axis-Gyro.

Die Video-Auflösung ist vergleichbar mit der einer DVD, also gar nicht so schlecht, wie die geringe Pixelzahl von 720 x 480 vermuten lässt. Gerade wer ein großes Haus besitzt, wird sicherlich seine Freude an dem kleinen Gerät haben. Und auch ehrgeizige Piloten dürfte die Drohne besonders ansprechen: Man will das kleine Fluggerät einfach immer präziser steuern können und kann deswegen nur schwer die Finger davonlassen.

Der Micro-Quadrocopter (Länge: 68 mm / Breite: 68 mm / Höhe: 25 mm) von Revell macht unglaublich viel Spaß! Crashs inklusive. Gut, dass ein Ersatzrotorset im Lieferumfang enthalten ist.

Der Micro-Quadrocopter (Länge: 68 mm / Breite: 68 mm / Höhe: 25 mm) von Revell macht unglaublich viel Spaß! Crashs inklusive. Gut, dass ein Ersatzrotorset im Lieferumfang enthalten ist.

Einzig Haustiere sollte man vorher wegsperren. Mein Hund hat prompt nach der Drohne geschnappt, als wäre sie eine besonders dicke Fliege. Und auch bei Katzen dürfte die Drohne wohl den Jagdtrieb auslösen.

Fazit: Ein faszinierendes Spielzeug für Drohnen-Neulinge

Insgesamt ist die kleine Revell Nano Quad Cam ein faszinierendes Spielzeug für alle, die erste Drohnen-Erfahrung sammeln wollen oder für erfahrene Drohnenpiloten, die eine kleine Indoor-Flugmaschine suchen. So präsentiert sich die kleine Drohne schon bald als lustiger Geselle für Arbeitspausen oder als „Spionage-Kamera“ für zwischendurch. Leider ist die Steuerung etwas nervös und daher ist ein wenig Übung nötig, bis die Drohne tut, was man möchte. Anschließend macht das kleine Gerät aber wirklich Freude – und ist eine prima Geschenkidee für angehende Drohnen-Piloten und solche, die es werden möchten.