Regenjacke waschen und imprägnieren – So geht’s

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Nasse und feuchte Kleidung, die am Körper klebt, triefende Haare und klappernde Zähne – Regen kann einem ganz schön die Stimmung vermiesen! Aber wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Eine gute Regenjacke gehört demnach in jeden Kleiderschrank – und sollte von Zeit zu Zeit einmal gewaschen und imprägniert werden. Wie das Regenjacke waschen geht, lesen Sie hier!


Regenjacke waschen

Im Alltag kommen Regenjacken schon per Definition relativ häufig mit Wasser in Berührung – aus diesem Grund zieht man sie schließlich an. Umso paradoxer ist es, dass viele sich scheuen, ihre Regenjacke zu waschen. Sicher sind jedem von uns schon Horrorgeschichten von teuren Luxus-Regenjacken, die nach dem Waschen ihre Funktionen eingebüßt haben, zu Ohren gekommen. Doch ist das Reinigen von Regenjacken wirklich kein Hexenwerk, sondern verlängert sogar die Lebensdauer Ihres Kleidungsstücks – vorausgesetzt, man beachtet ein paar wichtige Dinge.

Regenjacke waschen: Wann und wie häufig ist eine Wäsche nötig?

Dass eine Regenjacke ab und zu gewaschen werden sollte, leuchtet einem spätestens dann ein, wenn man darüber nachdenkt, was mit dem Schweiß passiert, den atmungsaktives Gewebe so effizient von der Haut abtransportiert. Fette und Mineralien, die über die Haut in Form von Schweiß abgegeben werden, setzen sich direkt in der Membran der Regenjacke fest und schaden dem Material. Sie verstopfen nicht nur die empfindlichen Poren des Textils und vermindern deren Atmungsaktivität, sie können auch dafür sorgen, dass wasserdichte Stoffschichten porös werden. Deshalb sollte eine Regenjacke besonders nach schweißtreibenden Wanderungen gewaschen werden. Auf unangenehme Gerüche ungewaschener Kleidung muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht explizit eingegangen werden …

Wer seine Regenjacke zu selten wäscht, sorgt über kurz oder lang dafür, dass sie ihre Funktionen verliert. Im Winter halten zusätzliche Stoffschichten der Kleidung den Schweiß von dem Innenmaterial der Regenjacke fern. Während der kälteren Jahreshälfte muss dementsprechend nicht so häufig gewaschen werden wie im Frühjahr oder Sommer, wenn Schweiß von der nackten Haut ungehindert in das Material eindringen kann. Je nach Nutzungsintensität wird empfohlen, die Regenjacke alle zwei bis acht Wochen zu reinigen.

Regelmäßig die Regenjacke waschen

Schweiß und äußere Einflüsse beeinträchtigen die Funktionalität einer Regenjacke – daher sollte sie alle zwei bis acht Wochen gewaschen werden.

Regenjacke waschen: So geht’s:

Eine Regenjacke kann vieles: Sie lässt Wasser abperlen, schützt uns vor Wind und hält warm – aber selbst reinigen kann sie sich leider nicht. Hier lesen Sie, wie Sie Ihre Regenjacke in fünf Schritten waschen, ohne die wasserabweisende und atmungsaktive Funktion des Materials zu beschädigen. Regelmäßig gepflegt, erhöht sich die Lebensdauer von Regenkleidung enorm und auch die Investition in teurere und qualitativ hochwertige Funktionskleidung macht sich bezahlt.


1. Pflegehinweise studieren

Das erste, was Sie beim Waschen Ihrer Regenjacke beachten sollten, ist die eingenähte Waschanleitung. Hier finden Sie alle wichtigen Dos und Dont’s zur Pflege Ihres Kleidungsstücks. Fragen zur Wassertemperatur, zu Waschmittel und dem richtigen Waschgang können so schon einmal beantwortet und erste Fehler vermieden werden.
Nach der Lektüre der Pflegehinweise gilt es, die Taschen der Regenjacke zu leeren sowie Reiß- und Klettverschlüsse zu schließen. Diese Vorbereitung verhindert unnötigen Verschleiß des Kleidungsstücks beim Waschen. Unter Umständen ist es sinnvoll, die Regenjacke auf links zu drehen.

2. Kein Waschpulver verwenden

Spezielles Funktionswaschmittel aus dem Fachhandel ist schonend zu der ursprünglichen Imprägnierung der Kleidung, hinterlässt keine Rückstände und schont die Mikroporen der Beschichtung. Wer kein zusätzliches Produkt kaufen mag, kann bedenkenlos flüssiges Feinwaschmittel verwenden. Bitte kein Waschmittel in Pulverform nehmen: Hier besteht die Gefahr, dass Partikel in die Poren des Textils eindringen und diese verstopfen. Auf diese Weise wird das atmungsaktive Gewebe beschädigt und verliert seine Funktion.

2-in-1-Produkte, die sowohl reinigen als auch imprägnieren, scheinen im ersten Moment natürlich superpraktisch, sollten jedoch bei Funktionskleidung nicht verwendet werden. Der Grund: Viele Regenjacken sind aus mehreren Schichten aufgebaut, die verschiedene Funktionen erfüllen. Während das Innenfutter Schweiß und Feuchtigkeit von der Haut abtransportiert, weist das Obermaterial Wind und Regen ab. Werden nun beide Materialien imprägniert, kann das Innenmaterial keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und verliert seine Atmungsaktivität.

Regenjacke waschen mit Funktionswaschmittel

Verwenden Sie bei der Wäsche kein Waschmittelpulver. Besser geeignet sind flüssige Feinwaschmittel oder spezielles Funktionswaschmittel.

3. Schonwaschgang statt Schleudertrauma

Starke Reibung ist das Schlimmste, das Funktionskleidung passieren kann! Wer lange Freude an seiner Regenjacke haben möchte, sollte sie deshalb so schonend wie möglich waschen.
Das heißt, dass die Schleudereinstellung der Waschmaschine so weit wie möglich reduziert werden sollte. Der Schonwaschgang eignet sich zum Waschen der Regenjacke am besten. Wer sichergehen will, dass seine Regenjacke beim Waschen nicht in Mitleidenschaft gerät, kann das Kleidungsstück auf links drehen und in einem Wäschesack waschen. Auf diese Weise wird Reibung während des Waschens zusätzlich reduziert.

4. Nichts für Softies

Wir alle lieben kuschelig-weiche Flauschwäsche, keine Frage! Aber auf Weichspüler sollte bei der Reinigung der Regenjacke unbedingt verzichtet werden. Ebenso wie Waschpulver verstopft Weichspüler die Poren von atmungsaktivem Gewebe und raubt der Regenjacke so ihre Funktion. Zudem greifen die meisten Weichmacher Materialien wie Elasthan an und sorgen dafür, dass sie schneller verschleißen.


5. Nach dem Waschen in den Trockner

Durch den Schongang in der Maschine und den Verzicht auf Schleudern, befindet sich sehr viel Wasser in der Jacke. Nach einem kurzen Abtropfen auf der Wäscheleine sollten Sie Ihre Regenjacke deshalb unbedingt in den Wäschetrockner geben. Hier trocknet das gute Stück nicht nur, die Wärme des Geräts wirkt sich zudem positiv auf die Imprägnierung aus und optimiert die Wasserdichte des Gewebes.

Regenjacke imprägnieren

Regenjacken waschen und impraägnieren

Waschen und imprägnieren Sie regelmäßig Ihre Regenjacke, bleiben ihre Funktionen langfristig erhalten.

Durch häufiges Tragen, aber auch beim Waschen der Regenjacke, leidet das funktionelle Gewebe. Zudem können Stoffe, die für die Wasserdichte des Kleidungsstückes verantwortlich sind, herausgelöst werden. Lässt die Imprägnierung der Regenjacke nach, quellen die Fasern bei Feuchtigkeit auf und die Atmungsaktivität des Kleidungsstückes wird behindert. Kann der Schweiß nicht mehr nach außen dringen, kondensiert er im Inneren der Jacke und hinterlässt ein klammes Gefühl auf der Haut. So saugt sich die Jacke von innen mit Schweiß und von außen mit Regenwasser voll und das Tragen wird zusehends unkomfortabler.
Hinzu kommt, dass schlecht imprägnierte Regenjacken deutlich schneller schmutzig werden: Regenwasser und Schlammspritzer perlen von einer gut imprägnierten Jacke ab, fressen sich bei fehlendem Schutz jedoch in das Gewebe und hinterlassen unschöne Flecken.

Imprägnierung auffrischen

Nicht immer ist eine neue Imprägnierung nötig, um die Funktionen der Regenjacke wieder zu reaktivieren. In vielen Fällen hilft es bereits, die Jacke zu waschen und im Wäschetrockner zu trocknen. Wenn allerdings Waschen und Trocknen die Imprägnierung nicht wieder auffrischt, kann zu Imprägniersprays gegriffen werden. Diese speziellen Produkte erneuern die Atmungsaktivität und die wasserabweisende Funktion der Jacke. Stark beanspruchte Stellen wie Arme und Schulterbereich (vor allem, wenn Sie häufig einen Rucksack tragen), sollten besonders gründlich imprägniert werden.

  • Nur eine gewaschene Regenjacke sollte imprägniert werden! Schweiß und Schmutz verhindern eine gleichmäßige Aufnahme der Imprägnierung.
  • Zum Imprägnieren wird die Regenjacke flach auf dem Boden ausgebreitet. Es empfiehlt sich hierzu ein gut durchlüfteter, schattiger Ort.
  • Je nach Produkt wird das Imprägniermittel auf die nasse oder trockene Jacke aufgebracht – lesen Sie bitte die Packungsbeilage gründlich durch.
  • Das Imprägnierspray aus kurzer Entfernung gleichmäßig auf das Obermaterial der Regenjacke aufsprühen. Reißverschlüsse, versteckte Taschen und Kapuze nicht vergessen.
  • Nach kurzer Einwirkzeit wird überschüssiges Imprägniermittel mit einem feuchten Tuch in die Jacke eingearbeitet.
  • Anschließend wird die Regenjacke an einem schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt.
  • Abhängig von dem verwendeten Produkt muss die Imprägnierung durch Wärme aktiviert werden. Hierfür bieten sich der Wäschetrockner, ein Föhn oder ein Bügeleisen an.

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