Raumgestaltung: Tipps und Ideen für mehr Gemütlichkeit

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Ob in den sozialen Netzwerken oder auf einer der vielen Seiten von kreativen Bloggern: Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass man selbst mit kleinem Portemonnaie große Dinge aus seinem Zuhause machen kann. Nur man selber ist da irgendwie denkbar unbegabt. Kennen Sie das? Fehlt es Ihnen auch häufig an Vorstellungskraft, wenn es um die Raumgestaltung geht?


Keine Sorge, mit dem Problem sind Sie nun wirklich nicht allein. All die Influencer in ihren Traumwohnungen sind auch nur Menschen! Viele verschätzen sich, wenn es darum geht, Möbel, Wandfarbe und Bodenbelag für das Zuhause auszusuchen und stehen am Ende unzufrieden vor dem Ergebnis. Hier lesen Sie, welche Faktoren Sie bei der Raumgestaltung beachten müssen, um ein harmonisches Gesamtbild mit Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Raumgestaltung: Was muss bedacht werden?

Bei der Planung eines Raumes spielen Funktion, Anordnung und Stil des jeweiligen Zimmers eine entscheidende Rolle. Aber auch die individuellen Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der Bewohner stellen wichtige Faktoren der Raumgestaltung dar. Ein leidenschaftlicher Leser benötigt entsprechend viel Stauraum für seine Bücher, einen kuscheligen Sessel und gutes Leselicht, während Filmliebhaber den vorhandenen Platz eher für einen großen Fernseher und einen Couchtisch für Popcorn und Getränke nutzen werden.

Damit Möbel, Wandfarbe und Deko ein stimmiges Gesamtbild ergeben, ist einiges an Planung gefragt. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ist es simpel und hilfreich zugleich, die entsprechenden Räume zunächst einmal aufzuzeichnen. Bei der Raumgestaltung sollten folgende Fragen berücksichtigt werden:

  • In welche Richtungen öffnen Türen und Fenster?
  • Wie ist der Lichteinfall zu welcher Tageszeit?
  • Wo befinden sich Anschlüsse wie Steckdosen, Telefon, Fernseher? (Besonders wichtig in der Küche: Wo ist der Starkstrom verlegt, wo befinden sich die Wasseranschlüsse?)
  • Wie hoch sind Fensterbänke und Wandvorsprünge?
  • Gibt es Dachschrägen?
  • Muss das Zimmer mehrere Funktionen erfüllen (zum Beispiel Wohnen und Essen, Schlafen und Arbeiten)?

Auf diese Weise entsteht ein gutes Grundgefühl für den Raum und erste Planungsfehler können bereits ausgemerzt werden, bevor der Weg zum Baumarkt oder in das Möbelhaus angetreten wird – denn der Ärger ist groß, wenn sich beispielsweise das Fenster aufgrund des neuen Regals nicht mehr öffnen lässt oder man sich beim Aufstehen vom Sofa den Kopf an einer Dachschräge stößt.


Alternativ zum handgezeichneten Grundriss gibt es eine ganze Reihe an Raumplaner-Tools oder Apps für Smartphone, Tablet und Computer. Mit diesen Anwendungen lassen sich nicht nur die Räume detailliert aufzeichnen, auch Wandfarbe, Bodenbelag und beispielhafte Möbel ermöglichen eine genauere Vorstellung vom Endergebnis. Wir stellen Ihnen in unserem Ratgeber die besten kostenlosen Raumplaner vor.

Welche Materialien können verwendet werden?

Damit die Einrichtung des gesamten Hauses (oder der Wohnung) harmonisch wirkt, ist es empfehlenswert, einen roten Faden zu schaffen, der sich durch die einzelnen Zimmer zieht. Dieses immer wiederkehrende Element kann anhand der Farbwahl, des Einrichtungsstils oder der verwendeten Materialien umgesetzt werden.

Allgemein spielt die Wahl des Materials bei der Raumgestaltung eine wichtige Rolle: Während glatte, hochglänzende Oberflächen meist bei einem modernen Wohnstil Verwendung finden und der Optik einen coolen Touch verleihen, setzen viele Einrichtungsstile auf natürliche Materialien wie Holz, Textil oder Stein. Diese wirken einladend, beruhigend und entspannend. Je nach eigenen Vorlieben können verschiedene Materialien miteinander gemixt werden, sodass interessante Kontraste entstehen. Leben Kinder im Haus, sollte man bei der Auswahl der Möbel einen ganz besonderen Fokus auf die Materialien haben. Hier gilt es, robuste, pflegeleichte Oberflächen zu wählen, die auch Spuren wilden Herumtollens, Fingerabdrücke mit Schokocreme und einen Angriff der Filzstifte verzeihen.

Sie wollen wissen welcher Einrichtungsstil am besten zu Ihnen passt? Dann lassen Sie sich von unseren Wohnstilen inspirieren.

Raumgestaltung mit Farben

Farben haben eine große Auswirkung auf unsere Stimmung und prägen den Gesamteindruck unserer Räume. Das natürliche Raumgefühl entspricht einer Farbgestaltung, die von unten nach oben heller wird. So wirken ein dunkler Bodenbelag und helle bzw. weiße Decken harmonischer als dunkle Zimmerdecken zu einem hellen Boden.

Gräulich-Blaue Farbtöne wirken beruhigend im Schlafzimmer

Gräulich-Blaue Farbtöne wirken beruhigend im Schlafzimmer.

Bei der Auswahl einer Farbe sollten nicht nur die eigenen Vorlieben, sondern auch die Funktion des jeweiligen Zimmers berücksichtigt werden. Während Rot dynamisch, kraftvoll und anregend wirkt, gilt Grün als harmonisch, beruhigend und ausbalancierend.

  • Farben im Wohnzimmer: Hier bietet sich eine Farbgestaltung in warmen Farben wie Beige oder Braun an, auch Nuancen von Orange oder Gelb schaffen eine Wohlfühlatmosphäre. Naturtöne in Kombination mit Holz schaffen ein harmonisches, einladendes Gesamtbild, das zu entspannten Stunden in Gesellschaft einlädt.
  • Farben im Schlafzimmer: Schlafen, Erholen, Abschalten – im Schlafzimmer wirken dynamische Farben wie Rot und Orange eher kontraproduktiv. Hier sollte auf natürliche Farbtöne wie Beige, Cremeweiß oder erdiges Braun gesetzt werden. Auch zartes, helles Grün fördert die Entspannung. Eine beruhigende Wirkung verströmen zudem gräulich angehauchte Blautöne.
  • Farben im Badezimmer: Das Badezimmer wird meist mit Frische und Hygiene assoziiert, sodass die Farbgestaltung entsprechend häufig in Blau, Türkis, Weiß oder Grau ausfällt. Wer sein Bad in eine Wellnessoase verwandeln will, kann auch auf natürliche Farbtöne, erdige Brauntöne oder helles Grau setzen. Diese strahlen Ruhe und Entspannung aus. Grün und Gelb hingegen wirken als farblicher Frischekick und eignen sich ideal, um Morgenmuffeln den Start in den Tag zu erleichtern.

Farben für kleine Räume

Dass Farben einen großen Einfluss auf die Raumwirkung haben, ist kein Geheimnis. So gibt es eine ganze Reihe an Tönen, mit denen sich kleine Räume optisch größer schummeln lassen. Grundsätzlich gilt jedoch: Je heller die Wandfarbe, desto größer wirkt der Raum. Klassisches Weiß ist deshalb bei vielen die erste Wahl für kleine Räume. Alternativ zum grellen, kühlen reinen Weiß gibt es sanftere Varianten wie Cremeweiß oder Off-White. Diese enthalten einen kleinen Anteil an Beige oder Grau, der bewirkt, dass die Farbe wärmer erscheint.
Wem Weiß jedoch zu langweilig ist, dem steht die komplette Farbpalette von Pastell-, Creme- und Grautönen zur Verfügung. Auch die Kombination von Weiß mit einer farbigen Fläche ist denkbar.

Wandfarben haben großen Einfluss auf die Raumgestaltung

Wandfarben haben großen Einfluss auf die Raumgestaltung: Je heller die Wandfarbe, desto größer wirkt der Raum.

Kleine Räume wirken schnell überfüllt und unaufgeräumt. Ein gutes Gegenmittel für Farbwirrwarr ist es daher, die Einrichtung Ton in Ton zu gestalten. Sind Wandfarbe, Bodenbelag und Möbel farblich aufeinander abgestimmt, wirkt alles wie aus einem Guss und der Raum sieht strukturiert und harmonisch aus.

Licht und Farbe

Nicht jede Wandfarbe passt in jeden Raum. Das trendige Jadegrün mag im Baumarkt überzeugen, doch sind die Lichtverhältnisse in den eigenen vier Wände selten mit der LED-Beleuchtung an der Farbmischmaschine vergleichbar. Deshalb gilt: Bevor literweise Farbe gekauft und der Pinsel geschwungen wird, sollte zunächst an verschiedenen Stellen im Raum testweise gestrichen und über den Tag hinweg beobachtet werden, wie die Farbe im einfallenden Licht wirkt. Denn Licht hat einen wichtigen Einfluss: Am besten kommen Farben in einem Raum durch den Einsatz verschiedener Lichtquellen zur Geltung. Ein vollständig lichtdurchflutetes Zimmer wird hingegen von vielen als ungemütlich wahrgenommen. Deshalb sollte bei der Planung darauf geachtet werden, eine Kombination von direktem und indirektem Licht zu wählen, die sich aus verschiedenen, im Raum verteilten Lichtquellen ergibt.

Wir geben Ihnen gerne Tipps für die indirekte Beleuchtung.


Akzente setzen bei der Raumgestaltung

Trendige Muster- oder Fototapeten, Wandtattoos und Wischtechniken wirken am besten, wenn sie bewusst in Szene und nur reduziert eingesetzt werden. Beispielsweise ist die Retro-Tapete an einer einzelnen Wand ein stilvolles Design-Element, während sie erdrückend wirken kann, wenn sie über sämtliche Wände gekleistert wird. Das Gleiche gilt für kräftige Wandfarben: Während farbige Wände im gesamten Raum schnell beengen können, wirken einzelne Farbfelder als auflockernde Farbakzente, die den Wohnstil unterstreichen.

Raumgestaltung - Setzen Sie Wandtattoos bewusst in Szene

Wenn Sie Ihren Raum gestalten, setzen Sie Wandtattoos bewusst in Szene.

Wer gerne umdekoriert, sollte das bei der Wandgestaltung im Hinterkopf behalten. Tapeten, Wandfarbe und Co. lassen sich meist nicht so schnell austauschen und prägen den Stil eines Raumes maßgeblich. In Sachen Wandgestaltung empfiehlt sich hier entweder ein neutraler Grundton, damit Deko und Wohnaccessoires problemlos nach Lust und Laune arrangiert werden können – oder man setzt direkt auf Bilder statt Farbe oder Tapete. Bildergalerien in verschiedenen Rahmen und verschiedenen Stilen sind derzeit sehr beliebt und ermöglichen ein schnelles, unkompliziertes Dekorieren der Wände. Nicht nur Kunstdrucke, auch persönliche Fotos, Postkarten oder gepresste Blumen werden eingerahmt an der Wand sowohl einzeln als auch im Ensemble zum interessanten Hingucker.

Kleine Räume = kleine Möbel

Wo wenig Platz ist, sollte auf die XXL-Liegewiese und die massive Schrankwand verzichtet und stattdessen auf kompakte Möbel gesetzt werden. Stimmen die Proportionen von Möbel und Raumgröße nicht, wirkt der begrenzte Platz noch spärlicher. Am idealsten sind platzsparende, multifunktionale Möbel, die zusätzlichen Stauraum bieten. Ist der Platz rar, sollten zudem die Wände optimal genutzt werden: Hängemöbel, Einbauten, Regale und Wandleuchten sparen effektiv Stellfläche auf dem Boden.

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