Ratgeber: So starten Sie Windows 10 vom USB-Stick

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Windows 10 auf der Festplatte installieren ist einfach – erst recht, wenn Microsoft seine nervigen Update-Aufforderungen durchdrückt. Wollen Sie das System hingegen erst einmal in Ruhe ausprobieren, packen Sie es doch einfach auf einen USB-Stick! Wir zeigen Ihnen, wie das in der Praxis funktioniert.

Windows 10 ist weitaus besser als sein Ruf: Das System läuft auf vielen PCs stabil und flott, außerdem wird es laufend von Microsoft gepflegt. Dennoch scheuen viele User den Umstieg auf Windows 10. Ein häufig genannter Grund ist die Unsicherheit, ob nach dem Wechsel wirklich die komplette Hardware sauber durch das neue System unterstützt wird. Um das herauszufinden, müssen Sie nicht ins kalte Update-Wasser springen! Über ein spezielles Tool können Sie eine komplette Windows-10-Installation auf einen USB-Stick packen und jeden beliebigen PC darüber starten. Und ja: Es handelt sich dabei um ein voll funktionsfähiges Windows 10 auf dem USB-Medium, nicht nur um ein bootbares USB-Medium. Und das Beste: Sie benötigen dafür keine separate Windows-10-Lizenz!

Lesetipp der Redaktion: Ihr USB-Stick wird nicht erkannt? Das kann viele Ursachen haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Problem Schritt für Schritt auf die Spur kommen.

Windows 10 Upgrade

Stichtag: Nach dem 29. Juli 2016 ist Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 10 für Privatnutzer nicht mehr gratis upgradebar.

Windows 10 auf dem USB-Stick – das müssen Sie unbedingt beachten

Normalerweise bietet Microsoft nur in der für Firmen vorbehaltenen Enterprise-Edition von Windows 10 die Möglichkeit an, per „Windows to Go“ ein USB-fähiges Betriebssystem zu erstellen. Mit einem kostenlosen Tool ist es aber auch für „Normalsterbliche“ möglich, Windows 10 vom USB-Stick zu starten. Zu schön um wahr zu sein meinen Sie? Da haben Sie nicht ganz unrecht: Natürlich verschenkt Microsoft Windows 10 nicht und es ist auch nicht unbedingt empfehlenswert, ausschließlich per USB-Boot zu arbeiten. So ist es beispielsweise nicht möglich, Windows auf dem USB-Stick mit Updates zu versorgen. Dennoch: Um herauszufinden, ob Windows 10 auf Ihrem PC funktioniert, genügt die Lösung allemal. Da es zudem möglich ist, Programme oder auch Hardware-Treiber auf dem USB-Windows-10 zu installieren, können Sie gefahrlos testen, ob Ihre wichtigen Geräte und Programme mit diesem Betriebssystem zusammenarbeiten.

Poppstar flap Windows 10

Windows 10 vom USB-Stick starten: Wir haben unser Test-Setup mit dem Poppstar flap 64 GB durchgeführt, der groß und schnell genug für Windows 10 ist.

Damit Windows 10 vom USB-Stick startet, brauchen Sie einen ausreichend großen Stick. Dieser sollte idealerweise mindestens 32 Gigabyte Kapazität besitzen und im schnellen USB-3.0-Standard arbeiten. Wir haben das Setup mit dem Poppstar flap 64 GB durchgeführt, der groß und schnell genug für Windows 10 ist. Wichtig: Bei der Einrichtung von Windows 10 wird der USB-Stick vollständig formatiert! Sichern Sie also vorher unbedingt alle Daten, die sich noch auf dem Stick befinden.

Lesetipp der Redaktion: Wir haben den Poppstar flap 64 Gigabyte genauer unter die Lupe genommen. Lesen Sie hier unseren knallharten Belastungstest.

Die Vorbereitung des USB-Sticks mit Windows 10 erfolgt mit dem kostenlosen Windows-Programm WinToUSB. Das funktioniert nicht nur unter Windows 10, sondern auch unter Windows 8.1 und Windows 7. Doch der Reihe nach!

Windows 10 von Microsoft herunterladen

Bevor Sie Windows 10 auf den USB-Stick packen können, müssen Sie zunächst die aktuellste Version des Betriebssystems herunterladen. Praktischerweise bietet Microsoft mit dem kostenlosen Media Creation Tool (Medienerstellungstool) die Möglichkeit, die aktuellste Ausgabe von Windows 10 direkt als ISO-Datei herunterzuladen. Besuchen Sie dazu die Download-Seite von Windows 10 (Link) und laden Sie das Tool herunter.

Windows 10 USB Stick installieren

Für Windows 10 to Go brauchen Sie eine ISO-Datei von Windows 10, ein externes Speichermedium (beispielsweise einen USB-Stick) mit genügend Speicherplatz und die Freeware WinToUSB.

Starten Sie das Programm, bestätigen Sie die Lizenzvereinbarungen und wählen Sie dann „Installationsmedium für einen anderen PC erstellen“. Im nächsten Schritt wählen Sie den Eintrag „ISO-Datei“ und suchen anschließend den Speicherort für das Windows-10-ISO aus. Das Media Creation Tool lädt nun die Windows-10-Datei herunter – da diese über 3 Gigabyte groß ist, kann das eine Weile dauern.

Besorgen Sie sich in der Zwischenzeit die kostenlose Version von WinToUSB. Mit diesem Tool erstellen Sie nach dem Download von Windows 10 Ihr „Windows 10 to Go“ auf dem USB-Stick. Sie finden den Download unter diesem Link. Laden Sie die „Free Edition“ herunter, die für unsere Zwecke ausreicht. Installieren Sie das Programm und starten Sie es.

WinToUSB

WinToUSB: In wenigen Schritten erstellen Sie mit dem kostenlosen Tool ein voll funktionsfähiges Windows-10-Betriebssystem, das Sie vom USB-Stick starten können.

Den Windows-10-USB-Stick vorbereiten

Die Erstellung eines Windows-10-USB-Sticks ist nun mit wenigen Klicks erledigt. Verbinden Sie den USB-Stick und klicken Sie auf der Startseite von WinToUSB im Feld „Image File“ auf das Suchsymbol. Suchen Sie nun das eben heruntergeladene Windows-10-ISO aus und öffnen Sie es. Bei der Frage nach der gewünschten Edition haben Sie die Wahl zwischen „Home“ und „Pro“ – unseren Erfahrungen nach macht die Home-Version in der Praxis weniger Probleme. Im nächsten Schritt wählen Sie aus dem Dropdown-Menü den angeschlossenen USB-Stick aus und bestätigen, dass dieser formatiert werden kann.

Vor der eigentlichen Installation fragt das Tool Sie nun noch nach der Boot- und Systempartition von Windows 10. Markieren Sie einfach die beiden vorgegebenen Optionen. Nun müssen Sie bei „Installationsmethode“ noch den Eintrag „VHD“ aktivieren (die voreingestellte VHDX-Lösung funktioniert nur in der Bezahlversion von WinToUSB) und bei „Größe der virtuellen Festplatte“ den maximalen Speicherplatz des USB-Sticks einstellen. Wie schon erwähnt empfehlen wir einen Stick mit nicht weniger als 32 Gigabyte Kapazität, mindestens sind aber 14 GB vonnöten, um Windows 10 zu installieren. Mit einem Klick auf „Weiter“ erstellen Sie Ihren persönlichen Windows10-Stick.

PC mit dem Windows-10-USB-Stick starten

Die Erstellung des Windows-10-USB-Sticks kann eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Damit nichts schiefgeht, sollten Sie Ihren PC in dieser Zeit in Ruhe arbeiten lassen. Sobald die Erstellung abgeschlossen ist, können Sie den Windows-10-Stick als Startmedium an jedem beliebigen PC verwenden. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass Sie das Bootmedium auf „USB“ umstellen können. Viele PCs bieten dazu direkt beim Start eine entsprechende Option an, die beispielsweise mit einer Meldung wie „Press F2 to select Boot Device“ vermeldet wird. Bei anderen PCs müssen Sie ins BIOS wechseln und dort die Startreihenfolge umstellen. Der Vorgang funktioniert bei jedem PC oder Laptop anders. Lesen Sie einfach im Handbuch Ihres PCs nach, wie Sie die Bootreihenfolge umstellen oder suchen Sie im Internet nach den nötigen Schritten. Übrigens: Wenn Sie vom USB-Stick aus starten, hat das natürlich keinen Einfluss auf ein schon installiertes Windows. Sie können Windows 10 also problemlos vom USB-Stick aus starten, ohne Ihr vorhandenes System dabei zu torpedieren.

USB-Stick Windows 10 starten

Um die 32-Bit-Version von Windows 10 auf einen Stick zu installieren, sind mindestens 16 Gigabyte Speicherplatz nötig, für die 64-Bit-Version von Windows 10 sind es 32 Gigabyte.

Windows 10 vom USB-Stick: Haben Sie Geduld!

Wichtig: Beim ersten Start von Windows 10 vom frischen USB-Stick aus ist eine Menge Geduld vonnöten. Auf meinem Testsystem mit dem Poppstar Flap dauerte es fast 20 Minuten, bis Windows 10 vom Stick geladen war; außerdem wird vor dem ersten Start ein weiterer Neustart durchgeführt, bei dem Windows 10 alle nötigen Daten auf den Stick schreibt. Haben Sie also Geduld, wenn es nicht auf Anhieb funktioniert. Sollte es hingegen zu Bluescreens beim Start von Windows 10 kommen, ist in der Regel der USB-Stick schuld. Bei meinem ersten Versuch habe ich das Experiment mit einem günstigen USB-2.0-Stick durchgeführt, der trotz erfolgreicher Erstellung partout nicht starten wollte. Der Wechsel auf den Poppstar flap brachte in diesem Fall die Lösung. Weitere Hilfestellungen finden Sie auch im Forum von WinToUSB (Link).

Einmal geladen, können Sie Windows 10 beliebig auf Herz und Nieren testen und prüfen, ob Ihre Hardware sauber vom System erkannt wird. Auch die Installation von Software ist kein Problem, wobei die Performance vom USB-Stick aus natürlich nicht mit der Leistung einer echten Festplatteninstallation gleichzusetzen ist. Trotzdem: Die Möglichkeit, Windows 10 vom USB-Stick zu starten ist eine tolle Option, das System ganz ohne Upgrade-Zwang und zusätzliche Kosten auszuprobieren!

Lesetipp der Redaktion: Die 24 wichtigsten Shortcuts für Windows 10.