Ratgeber: So findest Du das passende Outdoor-Smartphone

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Wasser, Dreck, Stürze, Kälte und Hitze sind echte Smartphone-Killer. Wenn es hart zugeht, ist es also ratsam, ein Smartphone dabeizuhaben, das den Gewalten der Natur standhalten kann. Outdoor-Smartphones können einiges ab und sind deshalb die idealen Begleiter für rauere Umstände – egal ob im Regenwald, auf der Baustelle oder am Strand von Norderney.


Wer regelmäßig Sand aus dem USB-Anschluss seines Smartphones piddelt, das teure Mobilteil öfter mal felsige Abhänge herunterpoltern lässt oder es bei komplexen Überkopf-Fotos unter einem Steg hindurch schonmal im Hafenbecken versenkt hat, führt ganz offensichtlich ein sehr aktives, für ein elektronisches Gerät allerdings eher ungünstiges Leben. Teure Großstadt-Mobiltelefone Marke iPhone oder Galaxy vertragen eine solche Behandlung, die häufig Reparaturen oder Neukäufe nach sich zieht, in der Regel nur sehr schlecht. Besser ist es daher, direkt auf einen robusteren Kandidaten zu setzen: Dick gepolsterte Outdoor-Smartphones sehen nicht nur cool aus, sondern müssen sich inzwischen auch nicht mehr vor den Mitbewerbern verstecken. Dabei können sie nicht nur die Verschleißrate an technischem Gerät reduzieren, sondern sind auch dann einsatzbereit, wenn andere Geräte den Dienst versagen, was in manchen Notfällen Leben retten kann.

Was muss ein Outdoor-Smartphone leisten?

Der Begriff „Outdoor-Smartphone“ ist nicht gesetzlich geregelt. Es gibt Geräte, die gegen Feuchtigkeit, Stürze und Staub geschützt sind und etwas robuster aussehen – das muss jedoch nicht bedeuten, dass sie wirklich outdoortauglich sind. Diese sogenannten Rugged-Phones sind zwar robuster als normale Smartphones, sind dabei jedoch nicht zwangsläufig gegen Wasser und Staub geschützt.

Wasser, Stürze, und Kälte sind echte Smartphone-Killer. Wenn es hart zugeht, ist es also ratsam, ein Smartphone dabeizuhaben, das den Gewalten der Natur standhalten kann.

Wasser, Stürze, und Kälte sind echte Smartphone-Killer. Wenn es hart zugeht, ist es also ratsam, ein Smartphone dabeizuhaben, das den Gewalten der Natur standhalten kann.

Wichtig bei der Auswahl des passenden Outdoor-Smartphones ist daher, dass das Gerät den IP-Schutzstandard erfüllt. „IP“ steht für „International Protection“ und ist eine internationale Norm für die Schutzart elektrischer Geräte. Diese finden sich normalerweise in den Spezifikationen des Geräts und werden als IP, gefolgt von zwei Ziffern, angegeben, wobei die erste Ziffer den Schutz gegen Fremdkörper, also Staub, und die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser angibt. Wirklich dicht sind dabei nur Smartphones, die nach dem Standard IP67 oder IP68 zertifiziert sind, also staubdicht und gegen kurzes Untertauchen (IP67) oder sogar staubdicht und gegen dauerhaftes Untertauchen (IP68) geschützt sind. Niedrigere Ziffern bedeuten niedrigere Schutzklassen und werden in der Regel nicht als Marketingargument verwendet. Der Stoßschutz ist übrigens nicht in der Schutzklasse definiert: Hier hilft nur eine solide Konstruktion seitens des Herstellers und eine dicke Polsterung, gegebenenfalls in Form einer nachrüstbaren oder fest verbauten Gummihülle.

Outdoor-Smartphones: Smartphones mit Nehmerqualitäten

Es gibt viele Geräte, die den Standard IP67 oder IP68 erfüllen, allerdings nur wenige von bekannten Herstellern. Vielmehr haben viele kleine Handybauer hier ihre Nische gefunden. Zwar bieten Samsung und Sony einige nach IP68 zertifizierte Geräte an, ansonsten ist das Feld der Outdoor-Smartphones aber eher kleineren Herstellern überlassen, deren Namen man nicht zwangsläufig mit Smartphones in Verbindung bringen würde. Sogar Baumaschinen-Hersteller Caterpillar besitzt neuerdings eine Smartphone-Sparte, während sich hier ansonsten eher unbekannte Hersteller wie Simvalley, Sonim, IceFox und BeStore tummeln, die zum Teil extrem unempfindliche Smartphones zu fairen Preisen anbieten. Mangels entsprechender Modelle von Apple gibt es für das iPhone bestenfalls Schutzhüllen, und auch Windows-Phones sind noch nicht in Outdoor-Varianten verfügbar, weshalb sämtliche Outdoor-Smartphones letztlich Android-Geräte sind – zum Teil mit höchst unterschiedlichen technischen Spezifikationen.

Was muss ein Outdoor-Smartphone sonst noch können?

Trotz der Outdoor-Tauglichkeit bleibt ein Smartphone natürlich ein Smartphone und sollte dementsprechend über halbwegs aktuelle Technik verfügen. Das aktuelle Android 5 oder höher ist ebenso Pflicht wie eine leistungsstarke Kamera, ein möglichst hochauflösendes Display, ein schneller Prozessor, lange Akkulaufzeit und natürlich ausreichend Speicher. Ein praktisches Extra bei Outdoor-Smartphones ist ein zweiter Simkartenslot, der besonders Weltenbummlern das Leben deutlich erleichtern kann. Von Vorteil ist auch, wenn sich die Schutzhülle abnehmen lässt, damit das Smartphone im Alltagseinsatz nicht allzu sperrig ist. Ist Android installiert, lassen sich natürlich sämtliche Android-Apps aus den üblichen AppStores verwenden – hier gibt es dann üblicherweise keine Einschränkungen.


Die Grenzen der Haltbarkeit

Natürlich ist auch eine IP68-Klassifizierung kein Garant dafür, dass das Smartphone jeden Sturz und jede üble Behandlung völlig schadlos übersteht. Gerade die Displays sind je nach Modell mal mehr, mal weniger robust, und natürlich sind die Kameralinsen nicht immer gegen Kratzer geschützt. Auch die Anschlüsse sind typische Schwachstellen, an denen es zu Wackelkontakten kommen kann, wenn zu heftig am Kopfhörer oder am USB-Ladekabel gerissen wird. Zwar beugen viele Hersteller hier vor, trotzdem sind auch robuste IP68-Smartphones keinesfalls gegen jeden Schaden gefeit und möglicherweise gegen Hitze, Kälte oder Druck empfindlich, von Stoffen, die weder Wasser noch Staub sind ganz zu schweigen. Hier hilft nur eine angemessene Behandlung, denn letztlich dient der Schutz vor allem dem versehentlichen Sturz, Untertauchen oder Verschmutzen. Im Zweifel sollten also vor dem Kauf die Spezifikationen genau gelesen werden und auf praktische Qualitätsmerkmale wie Gorilla-Glas oder besonders robuste Anschlussmechanismen geachtet werden.

Outdoor-Smartphone – Caterpillar Cat S30

Baumaschinen-Hersteller Caterpillar weiß, welche Anforderungen an ein Outdoor-Smartphone gestellt werden. Und so ist das brandneue Cat S30 ein besonders robuster Vertreter seiner Art: Nach IP68 zertifiziert erfüllt es auch den Militärstandard MIL-SPEC 810g, ist gegen Wasser, Staub und Stürze aus bis zu 1,80 Metern Höhe geschützt. Praktisch ist die besonders griffige sowie öl- und fettabweisende Oberfläche. Das robuste Gorilla-Glas schützt das Display vor Kratzern, zudem lässt es sich mit Handschuhen und nassen Fingern bedienen.

Caterpillar Cat S30: Das Display misst 4,5 Zoll in der Diagonalen und löst mit 854 x 480 Pixeln auf.

Caterpillar Cat S30: Das Display misst 4,5 Zoll in der Diagonalen und löst mit 854 x 480 Pixeln auf.

Das Cat S30 beweist, dass trotz der hohen Outdoortauglichkeit die Technik dennoch nicht zu kurz kommen muss: Mit einem Quadcore-Prozessor, 1 Gigabyte RAM und 8 Gigabyte Speicher (erweiterbar per Micro-SD-Karte) ausgestattet, entspricht es aktuellem Smartphone-Standard und glänzt dabei mit bis zu 18 Stunden Gesprächs- und 39 Tagen Standby-Zeit. Einzig das etwas grob auflösende Display und die altbackene Kamera stören das Gesamtbild.

Outdoor-Smartphone – Sony Xperia Z3

Wem das Caterpillar S30 zu klobig ist, der sollte einen Blick auf das Sony Xperia Z3 werfen. Das erfüllt zwar „nur“ den IP68-Standard und ist nicht gegen Stöße geschützt, eignet sich dafür aber vollumfänglich für den Alltag, da es nicht wie andere Outdoor-Smartphones aufträgt. Ein 4-Kern-Prozessor bringt Android 5.1 auf Touren, 16 Gigabyte Speicher (erweiterbar per SD-Karte) und 3 Gigabyte RAM sorgen für ausreichend Reserven. Mit an Bord sind außerdem eine 20,7-Megapixel-Rücken- und eine 2,2-Megapixel-Frontkamera sowie ein mit Full-HD sehr hochauflösendes Display.

Dank der ISO 12800-Empfindlichkeit des Sony Xperia Z3 kannst du jetzt auch bei schwachem Licht tolle Bilder aufnehmen.

Dank der ISO 12800-Empfindlichkeit des Sony Xperia Z3 kannst Du auch bei schwachem Licht tolle Bilder aufnehmen.

Für Wegbeschreibungen mitten in der Nacht, einen Marathon der Lieblingsserie oder für eine Übernachtung ohne Ladegerät im Gepäck. Die fest verbaute Batterie hält laut Herstellerangaben rund 16 Stunden bei Gesprächen und bis zu 38 Tage im Standby. Um das Outdoor-Smartphone auch gegen Stürze zu schützen, ist es empfehlenswert, eine zusätzliche Schutzhülle zu besorgen.


Outdoor-Smartphone – Kyocera Torque KC-S701

Deutlich robuster und etwas günstiger ist das Kyocera Torque KC-S701. Das robuste Outdoor-Smartphone fällt nicht nur durch sein martialisches Äußeres auf, sondern erfüllt neben dem IP6X- und dem IPX8-Standard auch die 810g-Spezifikation des US-Militärs. Das bedeutet, dass es vollständig staub- und wasserdicht ist und zusätzlich eine ordentliche Ladung Dreck vertragen kann. Außerdem ist es stoßfest, temperaturresistent und erträgt sogar gemeine Elektronikkiller wie Niedrigdruck, direkte Sonneneinstrahlung und Salzwasser. Praktisch ist das hochentwickelte Display, das sich selbst mit feuchten Fingern oder Handschuhen bedienen lässt.

Und auch die inneren Werte stimmen: Mit einem Quadcore-Prozessor, 2 Gigabyte RAM und 16 Gigabyte Speicher ausgestattet, ist es für den Alltag ausreichend gerüstet. Und der leistungsstarke Akku versorgt das Smartphone mit bis zu 27 Stunden Gesprächs- und 1000 Stunden Standby-Zeit. Eine 8-Megapixel-Kamera ist ebenso an Bord wie die üblichen Android-Technologien. Praktisch ist die kabellose Qi-Ladefunktion.

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