Ratgeber: So arbeiten Sie mit einem Handhobel

0

Das Hobeln ist eine traditionelle Alternative zum Abschleifen. Besonders dort, wo die Holzmaserung hervorgehoben werden soll, kann die althergebrachte Methode deutliche Vorteile bringen. Doch wie wird richtig gehobelt? Ein Ratgeber.

Wo gehobelt wird, fallen Späne – das Sprichwort ist alt und nach wie vor zutreffend. Doch während es in Bezug auf Menschen oder Gesellschaften eher totalitär erscheint, ist es für den Heimwerker schlicht eine Erkenntnis: Der Hobel schneidet mit einer scharfen Klinge dünne Schichten einer Holzoberfläche großflächig ab, um diese glatter zu machen oder einzupassen. Die dabei anfallenden Späne sind im Idealfall lange, hauchdünne Holzfaser-Blättchen, die sich kringeln. Damit ist der Hobel ein ideales Werkzeug für alle, die zum Beispiel einen Schrank restaurieren möchten. Doch auch eine schleifende Tür – etwa nach dem Verlegen eines neuen Fußbodenbelags – kann mit einem Handhobel hervorragend in Form gebracht werden.

Einsatzszenario: Schleift die Wohnzimmertür über den Boden und sind die Scharniere nicht daran schuld, kürzen Sie das Türblatt mit dem Handhobel um ein paar Millimeter.

Einsatzszenario: Schleift die Wohnzimmertür über den Boden und sind die Scharniere nicht daran schuld, kürzen Sie das Türblatt mit dem Handhobel um ein paar Millimeter.

Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein Hobel und eine Werkbank, auf der Sie das Holz einspannen können beziehungsweise bei großen Werkstücken eine Möglichkeit, diese anderweitig zu fixieren. Dann kann es auch schon losgehen.

Handhobel: Das ideale Werkzeug

Am Anfang steht die Entscheidung, welche Art von Hobel zum Einsatz kommen soll. Auf dem Markt gibt es – neben großen professionellen Hobelmaschinen für Schreinereien – zwei Typen von Hobeln: Handhobel und elektrische Hobel. Während erstere traditionell mit Körperkraft betrieben werden, sorgen letztere durch den verbauten Elektromotor für ein ganz einfaches Hobel-Erlebnis – allerdings ohne das zufriedenstellende Gefühl, das Hobeln beim Holzarbeiter hinterlässt. Zudem sei auf die nicht unerhebliche Geräuschbelästigung durch den Motor hingewiesen.

Holzhobel Handhobel

Der Handhobel gehört zu den ältesten Werkzeugen für Holzbearbeitung. Mit ihm lassen sich Werkstücke aus Holz abschleifen, kürzen und glätten.

Bei den klassischen Handhobeln wird in aller Regel zwischen europäischem, angelsächsischem und japanischem Hobel unterschieden. Während ersterer das klassische Modell aus Buchenholz ist, das man aus deutschen Schreinerwerkstätten kennt, wird das angelsächsische Modell aus Metall gefertigt. Die japanische Variante, das sogenannte „Kanna“, wird anders bedient als die europäischen Modelle: statt den Hobel zu schieben, wird er gezogen. Ansonsten ist das Konzept ähnlich: In den massiven Hobelkörper wird ein möglichst scharfes Hobeleisen eingespannt, das variabel ist. Durch den Winkel und die Höhe des Eisens zum Hobelkörper wird bestimmt, wie grob oder fein die Oberfläche bearbeitet werden soll.

Welches Modell zum Einsatz kommt, hängt ganz von den persönlichen Vorlieben des Holzarbeiters ab, denn alle drei Typen eignen sich gleichermaßen für die Bearbeitung.

Vorsicht: Der Schnittwinkel ist nicht variierbar

Der Schnittwinkel eines Hobels ist typischerweise nicht variabel, allerdings gibt es hier und da Modelle, besonders elektrische, die eine Einstellung erlauben. Wichtig für den Holzarbeiter ist daher, dass er vorab weiß, wie fein er sein Holz bearbeiten möchte. Steilere Schnittwinkel sorgen für einen größeren, glatteren Abrieb, dafür nimmt aber auch der Kraftaufwand massiv zu. Standardmäßig liegt der Schnittwinkel beim Eisenhobel bei 45°, europäische Hobel haben typischerweise einen Winkel von 49°.

Putzhobel

Ein Putzhobel ist ein kurzer Hobel mit besonders scharfen Hobeleisen. Er wird für die Feinstbearbeitung von Flächen verwendet. Neben dem Putzhobel gibt es unter anderem noch Schrupphobel und Schlichthobel.

Um zum Beispiel eine Tür abzuhobeln, empfiehlt sich daher für den Anfang ein einfacher Putzhobel. „Putzen“ im Schreinerjargon bezeichnet nicht das Verputzen einer Wand oder das Reinigen eines Fußbodens, sondern das Abhobeln von Stiften und Graten, also das „Glatthobeln“. Da sich bei allen Hobeln die Schnitttiefe und damit die Stärke des Abriebs einstellen lässt, reicht für gelegentliche Arbeiten ein einfaches Modell aus.

Metallhobel werden übrigens nach dem Stanley-Nummernsystem bezeichnet, das die Länge des Hobels und damit seinen Einsatzzweck angibt. Bei den kleinsten Hobeln – Nummer 1 und 2 – handelt es sich ebenso wie bei den größten mit den Nummern 7 und 8 um Spezialmodelle. Einsteiger und Gelegenheitshobler greifen am besten zu Hobel Nummer 4, der in etwa dem klassischen europäischen Putzhobel entspricht.

Hobeltypen in der Übersicht

  • Europäischer Hobel
    klassisches europäisches Modell aus Buchenholz
  • Angelsächsischer Hobel
    aus Zeiten der Industrialisierung aus Großbritannien stammender Metallhobel
  • Japanischer Hobel
    Zughobel asiatischer Bauart
  • Elektrischer Hobel
    Hobelgerät mit Elektromotor

Lesetipp: Schrupphobel, Putzhobel, Schlichthobel, Raubank. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Hobel-Varianten sowie die Grundtechnik des Hobelns. Außerdem erhalten Sie Tipps zum Kauf und zur Benutzung eines Handhobels.

Elektrohobel

Während Holzhobel eine direkte Führung und somit ein Höchstmaß an Präzision bieten, können Sie mit einem Elektrohobel auch große Flächen exakt und in kürzester Zeit bearbeiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So hobeln Sie richtig

Um den unteren Rand einer Tür abzuhobeln, müssen Sie diese zuerst einmal aus ihren Angeln heben. Vorab sollten Sie ein „Übungsbrett“ zur Hand haben, das der Holzart der Tür entspricht (Hartholz oder Weichholz):

  1. Fixieren Sie das Übungsbrett und probieren Sie an diesem zunächst alle Arbeitsschritte aus!
  2. Spannen Sie anschließend das Hobeleisen in den Handhobel ein: Sie können variieren, wie weit die Klinge unten aus dem Handhobel heraussteht, um die Dicke der Späne einzustellen. Achtung: Hobeln Sie lieber mehrfach dünn als einmal dick. Das beugt Fehlern vor und erleichtert die Arbeit.
  3. Wichtig ist nun, dass Sie den Handhobel fest fassen und ihn gleichmäßig und kräftig über das Probeholz schieben. Achten Sie darauf, dass Sie mit der Maserung hobeln und nicht dagegen, da es sonst Grate gibt.
  4. Prüfen Sie anschließend am Probestück, ob die Dicke des Abriebs und der Kraftaufwand für Sie in Ordnung sind und ob die Qualität der Hobelfläche Ihren Vorstellungen entspricht. Verändern Sie andernfalls die Tiefe der Klinge. Wiederholen Sie das, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind
  5. Jetzt können Sie sich dem eigentlichen Werkstück, also der Tür, widmen. Spannen Sie diese so ein, wie Sie auch das Probewerkstück eingespannt haben und schieben Sie den Hobel entsprechend Ihrer Übung an der zu beschneidenden Fläche entlang.
  6. Wiederholen Sie den Vorgang, bis Sie genug Material abgetragen haben und die Tür wieder schließt, ohne Schleifspuren auf dem neuen Fußboden zu hinterlassen.
Handhobel

Sie arbeiten gern mit Holz? Heimwerken ist für Sie Hobby und Leidenschaft? Dann sollte ein Handhobel in Ihrer Werkzeugkiste nicht fehlen.

Übrigens: Das Eisen macht den Unterschied

Die Qualität des Handhobels hängt ganz entscheidend vom Schnitteisen und der Verarbeitung des Hobelkörpers selbst ab. Ein Billighobel ist üblicherweise – wie fast jedes preiswerte Werkzeug – von minderer Qualität, weshalb zu erwarten ist, dass das Eisen innerhalb kurzer Zeit stumpf wird und die Fixierungen, Halterungen und Griffe des Hobels schnell wackelig werden. Darunter leidet die Präzision des Hobels massiv und schlimmstenfalls verderben Sie sich das Werkzeug. Wenn Sie planen, häufiger mit Hobeln zu arbeiten, kann es sich also lohnen, in ein hochwertigeres Gerät oder einen Elektrohobel zu investieren. Zwar lassen sich stumpfe Eisen relativ einfach ersetzen oder nachschleifen, das allerdings ist natürlich mit einem Aufwand verbunden, der sich bei einem Billighobel eigentlich nicht lohnt. Insofern ist es sinnvoll, sich von vornherein für ein besseres Modell zu entscheiden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahl des richtigen Hobel-Modells eine Wissenschaft für sich ist. Die Entscheidung hängt stark von den persönlichen Vorlieben, dem Qualitätsanspruch sowie vom Geldbeutel des Holzarbeiters ab, daneben aber auch von der Häufigkeit, mit der das Werkzeug zum Einsatz kommt.