10 Dinge, die Autofahrer bei Eis und Schnee niemals machen sollten

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Wohl dem, der sein Auto nachts in der Garage stehen hat. Für alle anderen Autofahrer heißt es im Winter wieder jeden Morgen: bibbern, kratzen und Schnee wegfegen! Klingt zwar lästig, aber nicht besonders kompliziert. Tatsächlich aber können Autofahrer im Winter jede Menge falsch machen. Der ADAC hat die 10 größten winterlichen Irrtümer zusammengefasst. Und dabei findet sich die eine oder andere Überraschung!

Verhalten Sie sich als Autofahrer im Winter wirklich korrekt? Machen Sie mit uns den Test, ob auch Sie auf den einen oder anderen Autofahrer-Irrtum hereinfallen!

Erst mal den Motor warmlaufen lassen

Wer setzt sich schon gerne in ein eisigkaltes Auto? Also heißt es morgens erst mal: Motor im Stand laufen lassen, Lüftung aufdrehen und Heckscheibenheizung aktivieren. Die Vorteile: Das Eiskratzen geht schneller von der Hand, weil das Eis angetaut wird. Und: Im Auto ist es mollig warm, wenn man losfährt.

Den Motor beim Eiskratzen und Schneefegen nicht im Stand laufen lassen. Wer es dennoch tut, verursacht unnötigen Lärm und Abgase und riskiert 10 Euro Bußgeld.

Den Motor beim Eiskratzen und Schneefegen nicht im Stand laufen lassen. Wer es dennoch tut, verursacht unnötigen Lärm und Abgase und riskiert 10 Euro Bußgeld.

Tatsächlich ist das aber keine gute Idee, denn der Motor braucht im Leerlauf ewig lange, bis er warm wird. So kommen Sie also nicht schneller zur Wohlfühltemperatur. Und beim Eiskratzen hilft Ihnen der laufende Motor auch nicht. Was aber noch wichtiger ist: Es ist verboten! Wer es dennoch tut und so unnötigen Lärm und Abgase verursacht, riskiert 10 Euro Bußgeld.

Schnee auf dem Autodach lassen

Mal ehrlich: Es dauert schon lange genug, die Scheiben freizukratzen und die Blinker, Rücklichter und Scheinwerfer mit dem Feger vom Schnee zu befreien. Da kann man es sich doch schenken, den Schnee auch noch vom Autodach zu fegen. Da stört er doch eh keinen!

Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer und das Kennzeichen müssen vor Fahrtantritt von Schnee und Eis befreit werden.

Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer und das Kennzeichen müssen vor Fahrtantritt von Schnee und Eis befreit werden.

Leider falsch! Der bei der Fahrt herabfallende Schnee kann die Sicht des nachfolgenden Verkehrs behindern und im schlimmsten Fall sogar Unfälle verursachen. Deshalb müssen Sie Ihr Auto komplett vom Schnee befreien.

Mit einem kleinen Guckloch fahren

Mit frierenden Händen das Eis von den Scheiben zu kratzen, macht niemandem Spaß! Deshalb wollen die meisten so schnell wie möglich damit fertig werden. Warum also die kompletten Scheiben freikratzen, wenn kleine Gucklöcher doch für die freie Sicht völlig ausreichen? Vor allem dann, wenn es sich eh nur um eine Kurzstrecke handelt, die man im Schlaf beherrscht!

Ist die Frontscheibe Ihres Autos vereist oder mit Schnee bedeckt, reicht es nicht, nur ein Guckloch freizukratzen. Wer dies tut, muss mit eingeschränkter Sicht und 10 Euro Strafe rechnen.

Ist die Frontscheibe Ihres Autos vereist oder mit Schnee bedeckt, reicht es nicht, nur ein Guckloch freizukratzen. Wer dies tut, muss mit eingeschränkter Sicht und 10 Euro Strafe rechnen.

Trotzdem keine gute Idee, denn die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass Windschutzscheibe und Seitenfenster eisfrei sein müssen und der Blick auf die Straße nicht eingeschränkt sein darf. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von 10 Euro. Bei Unfallfolge sind sogar 35 Euro Bußgeld fällig.

Sich mit dem Wintermantel ans Lenkrad setzen

Also schön: Den Motor im Stand laufen zu lassen, um das Auto vorzuwärmen, ist nicht erlaubt! Dann bleibt einem ja nichts anderes übrig, als sich mit einem dicken Wintermantel oder einer Daunenjacke ans Steuer zu setzen.

Verboten ist das zwar nicht, aber trotzdem alles andere als empfehlenswert! Warum? Wer mit einem Mantel oder einer Daunenjacke fährt, bei dem liegt der Gurt nicht optimal an. Und das gefährdet die Sicherheit. So warnt der ADAC, dass selbst bei einem Unfall mit nur 16 km/h das quer liegende Gurtband in den Bauch einschneiden kann. Dadurch können schwere innere Verletzungen entstehen.

Verkehrsschilder, die man nicht sieht, muss man auch nicht beachten

Das Stoppschild auf dem Weg zur Arbeit ist mit Schnee bedeckt? Super! Dann kann man ja einfach durchfahren, wenn die Kreuzung frei ist. Schilder, die man nicht sieht, muss man auch nicht befolgen.

Sind verschneite Verkehrsschilder aufgrund ihrer Form (z.B. Stopp oder Vorfahrt gewähren) zu erkennen, oder ist der Autofahrer ortskundig, schützt die fehlende Lesbarkeit beim Verstoß nicht vor Strafe.

Sind verschneite Verkehrsschilder aufgrund ihrer Form (z.B. Stopp oder Vorfahrt gewähren) zu erkennen, oder ist der Autofahrer ortskundig, schützt die fehlende Lesbarkeit beim Verstoß nicht vor Strafe.

Die Argumentation klingt zwar schlüssig, doch der Gesetzgeber ist anderer Meinung. So spielt es keine Rolle, dass Schilder mit Schnee bedeckt sind, wenn man trotzdem aufgrund ihrer Form erkennen kann, um was für eine Art von Schild es sich handelt. Das gilt zum Beispiel für Stopp- und Vorfahrt-gewähren-Schilder.

Doch wie verhält es sich mit Verkehrsschildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung? Die sehen schließlich alle gleich aus! Hier können Autofahrer tatsächlich Glück haben, wenn ihnen ihre Geschwindigkeit angemessen erschien – sie zum Beispiel ein Tempo-30-Schild nicht gesehen haben und stattdessen mit 50 km/h gefahren sind. Wer jedoch mit 100 km/h durch die Ortschaft fährt, wird sich nicht auf schneebedeckte Schilder berufen können. Zudem haben auch ortskundige Autofahrer, die eigentlich wissen müssten, wie schnell sie in ihrem Viertel fahren dürfen, schlechte Karten. Die Beweislastpflicht, die örtlichen Gegebenheiten nicht gekannt zu haben, liegt in solchen Fällen nämlich immer beim Autofahrer.

Recht auf Winterdienst einfordern

Die Straße, die von Ihrem Haus bis zur Autobahn führt, ist immer noch nicht vom Schnee geräumt und gestreut, und Sie haben so keine Chance, mit dem Auto zu Ihrer Arbeitsstelle zu gelangen? Dann muss sich die Stadt nach einem Anruf von Ihnen schleunigst darum kümmern, denn Sie haben einen Anspruch auf frei befahrbare Straßen!

Stimmt nicht! Dass man für die Straßenreinigung Gebühren bezahlt, begründet keinen Rechtsanspruch auf jederzeit geräumte und gestreute Straßen. Das wäre in der Praxis auch gar nicht möglich, schließlich kann der Winterdienst nicht überall gleichzeitig sein – selbst wenn er rund um die Uhr im Einsatz ist. Das bedeutet für Autofahrer: Sie müssen ihre Fahrweise und die Geschwindigkeit immer den Witterungsbedingungen anpassen. Und notfalls das Auto stehen lassen!

Langsame Räum- und Streufahrzeuge überholen

Ja, ja! Natürlich ist man den Räum- und Streufahrzeugen dankbar, wenn sie die Straße wieder befahrbar machen. Doch muss der Winterdienst dafür wirklich mit Tempo 20 die ganze Zeit vor mir herfahren? Da juckt es einen in den Füßen, schnell auf das Gaspedal zu treten und zu überholen. Mit guten Winterreifen ist man schließlich auf geräumte und gestreute Straßen nicht unbedingt angewiesen!

Tatsächlich ist es nicht verboten, den Winterdienst zu überholen. Der ADAC rät trotzdem dringend davon ab. Vor einem Streufahrzeug ist es nämlich häufig extrem glatt. Außerdem ist die Schneeschaufel deutlich breiter als das Fahrzeug selbst – und das wird von Autofahrern beim Überholen oft unterschätzt. Darüber hinaus kann spritzender Matsch beim Vorbeifahren die Sicht behindern und zu Unfällen führen.

Es gibt in Deutschland eine Winterreifenpflicht

Warum soll ich mir teure Winterreifen kaufen, wenn ich in einer Stadt lebe, in der es nur alle paar Jahre mal schneit und Eisglätte höchstens in den frühen Morgenstunden ein Problem ist? Da spare ich mir doch lieber das Geld und fahre auch im Winter mit meinen Sommerreifen. Aber aufgrund der Winterreifenpflicht werde ich ja gezwungen, meine Reifen zu wechseln!

Wer trotz verschneiter Straßen ohne Winter- oder Ganzjahresreifen unterwegs ist, wird mit 60 Euro Geldbuße und einem Punkt in Flensburg bestraft. Wer durch falsche Bereifung den Verkehr behindert, bekommt 80 Euro Bußgeld und einen Punkt.

Wer trotz verschneiter Straßen ohne Winter- oder Ganzjahresreifen unterwegs ist, wird mit 60 Euro Geldbuße und einem Punkt in Flensburg bestraft. Wer durch falsche Bereifung den Verkehr behindert, bekommt 80 Euro Bußgeld und einen Punkt.

Ein weit verbreiteter Irrtum! In Deutschland gibt es keine generelle Winterreifenpflicht, die zum Beispiel vorschreibt, dass man von Oktober bis März mit Winterreifen unterwegs sein muss. Das bedeutet aber im Gegenzug nicht, dass Sie grundsätzlich auch im Winter mit Sommerreifen unterwegs sein dürfen. Entscheidend sind nämlich immer die aktuellen Straßenverhältnisse.

In der Straßenverkehrsordnung heißt es, „dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Reifen gefahren werden darf, welche die in Anhang II Nr. 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG beschriebenen Eigenschaften erfüllen“. Erfüllt werden die Eigenschaften von Winter- und Ganzjahresreifen, die die Kennzeichnung „M+S“ tragen.

Wer dennoch mit Sommerreifen bei Eis und Schnee unterwegs ist, zahlt 60 Euro Geldbuße und bekommt einen Punkt in Flensburg. Wer durch seine falsche Bereifung den Verkehr behindert, zahlt sogar 80 Euro und bekommt ebenfalls einen Punkt. Was noch schwerwiegender ist: Bei einem Unfall stellt das Fahren mit einer ungeeigneten Bereifung eine grobe Fahrlässigkeit dar, was erhebliche Leistungskürzungen zur Folge haben kann!

Wintergepäck muss nicht speziell gesichert werden

Wenn es in den Skiurlaub geht, wird es im Auto schnell eng. So müssen neben Koffern oftmals auch Skier und andere Winterausrüstung verstaut werden. Da hilft beim Beladen nur eins: Irgendwie alles in den Wagen quetschen – zur Not müssen die Passagiere auf der Rückbank eben während der Fahrt die Köpfe einziehen!

Schlecht gesichertes Wintergepäck kann bei einem Unfall lebensgefährlich werden. Und zwar für die Insassen im eigenen Auto genauso wie für die anderen Verkehrsteilnehmer. Darauf macht der ADAC aufmerksam. So können sich Skier in Rückenlehnen bohren und schwere Skistiefel für Kopfverletzungen sorgen. Deshalb sollten Sie unbedingt Dachboxen, Skiträger und Spanngurte nutzen. Das erhöht nicht nur Ihre Sicherheit, sondern schont auch Ihren Geldbeutel. Ungesicherte Ladung wird nämlich mit einem Punkt in Flensburg und bis zu 75 Euro Strafe geahndet.

Autos mit Saisonkennzeichen einfach abstellen

Vor allem Oldtimer- und Cabrio-Fans nutzen gerne Saisonkennzeichen, weil sie ihre wertvollen Fahrzeuge ausschließlich im Sommer nutzen. Wenn dann im Winter keine Garage oder ein privater Stellplatz zur Verfügung steht, wird der Wagen einfach auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt – mit abgelaufenem Saisonkennzeichen.

Wer seinen Wagen mit abgelaufenem Saisonkennzeichen auf öffentlichen Plätzen oder Straßen abstellt, zahlt 40 Euro, bekommt einen Punkt und muss die Kosten fürs Abschleppen zahlen.

Wer seinen Wagen mit abgelaufenem Saisonkennzeichen auf öffentlichen Plätzen oder Straßen abstellt, zahlt 40 Euro, bekommt einen Punkt und muss die Kosten fürs Abschleppen zahlen.

Sollten auch Sie diesen Plan für den kommenden Winter verfolgen: Lassen Sie es lieber! Wer nämlich sein Auto mit abgelaufenem Saisonkennzeichen auf öffentlichen Plätzen oder Straßen abstellt, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro, bekommt zusätzlich einen Punkt in Flensburg und muss auch noch die Kosten fürs Abschleppen zahlen. Da ist das Anmieten eines privaten Stellplatzes definitiv günstiger!

Lesetipp der Redaktion: Bei Fahrten auf schneebedeckten oder vereisten Straßen entscheidet die Qualität der Winterreifen über die Haftung, die Traktion und das Bremsverhalten. Der Winterreifen Continental WinterContact TS 850 überzeugt in all diesen Kategorien. Wir stellen Ihnen den Spezialisten für jede Witterungslage vor. …mehr