So finden Sie die richtigen RAM-Riegel für Ihr System

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Wer mehr Leistung aus seinem Rechner holen will, baut am besten zusätzlichen Arbeitsspeicher ein. Wir erklären Ihnen, welche RAM-Typen es gibt und worauf Sie beim Kauf achten müssen.

Die neue Office-Version verhält sich auf Ihrem Rechner zäh? Das gerade erworbene Rennspiel macht keinen Spaß, weil der Computer viel zu lange braucht, um Ihre Lenkbewegungen umzusetzen? Keine Sorge: Sie müssen jetzt nicht sofort einen neuen PC kaufen, vielmehr wirkt oft schon der Einbau von zusätzlichem Arbeitsspeicher wie eine Frischzellenkur für den Rechenknecht.

Das ist die Aufgabe des Arbeitsspeichers

Der Arbeitsspeicher wird in erster Linie vom Betriebssystem bzw. dem zentralen Prozessor des Systems (CPU) dazu verwendet, auf Daten zuzugreifen, die für eine begrenzte Zeit ständig genutzt werden müssen. Der Arbeitsspeicher wird auch als RAM (Random Access Memory) bezeichnet. Da die RAM-Bausteine über eine schnellere Verbindung zur CPU verfügen, werden Daten im RAM in viel kürzerer Zeit gelesen und bearbeitet, als dies etwa mit Festplatten möglich wäre.

Praxistipp: Halten Sie den Speicher am besten nur seitlich fest und setzen Sie ihn dann mit Nachdruck, aber ohne Gewalt, in den Steckplatz.

Praxistipp: Halten Sie den Speicher am besten nur seitlich fest und setzen Sie ihn dann mit Nachdruck, aber ohne Gewalt, in den Steckplatz.

Fachhändler und Elektronikversender halten eine kaum überschaubare Palette an RAM-Riegeln bereit. Zusätzlich zur Angabe des Typs finden Sie üblicherweise noch zwei weitere Kennzahlen, die bei der Auswahl eine Rolle spielen.

  1. RAM-Bausteine arbeiten mit einem durch die Hardware vorgegebenen Rechentakt. Die Angabe zum Rechentakt steckt üblicherweise in der Typenbezeichnung selbst. Faustregel: Je höher die Taktfrequenz, desto schneller der Baustein, desto schneller kann die CPU erneut auf die bearbeiteten Daten zugreifen.
  2. In der Typenbeschreibung eines Speicherchips finden Sie zusätzlich in Form einer Ziffernfolge Angaben zur so genannten Latenz. Bei der Auswahl ist der CAS-Wert (Column Address Select) die wichtigste Angabe. Der Wert sollte möglichst klein sein, denn er gibt an, wie viele Takte der Arbeitsspeicher benötigt, um die Daten nach Absenden des Befehls bis zur Umsetzung bereitzustellen.

In der Praxis haben derzeit nur noch folgende RAM-Typen eine Bedeutung:

SDRAM: War bis Anfang der 2000er Jahre der beste Arbeitsspeicher, der zu bekommen war. SDRAM ist heute nur noch in älteren Computersystemen zu finden. Seine Taktung orientiert sich am Systemtakt, die Chips unterschiedlicher Taktung sind zueinander kompatibel. Ein Riegel mit 133 MHz arbeitet problemlos mit einem 100-MHz-Baustein zusammen, dann allerdings mit der geringeren Geschwindigkeit. SDRAM steht übrigens für Synchronous Dynamic Random Access Memory.

DDR: Eigentlich DDR-SDRAM, ist eine Weiterentwicklung von SDRAM und wurde etwa bis 2005 in Computer eingebaut. DDR ist die Abkürzung für Double Data Rate und bedeutet, dass die Daten (verglichen mit SDRAM) mit der doppelten Geschwindigkeit gelesen und geschrieben werden können. DDR-RAM-Bausteine besitzen 184 Kontakte (Pins) zur Verbindung mit der Rechenplatine. Für den Einsatz in Notebooks entwickelten die Hersteller eine Variante des Speichertyps mit 200 Kontakten und einer kleineren Bauform. Diese Chips tragen den Zusatz SO, was Small Outlet bedeutet.

DDR2: Diese erneute Weiterentwicklung ist weder mechanisch noch elektrisch mit dem Vorgänger kompatibel. Die mit 240 Kontakten versehenen Bausteine passen nicht in die Speicherbänke der Vorgänger. Das macht Sinn, denn DDR2 erwartet mit nur 1,8 Volt eine deutlich geringere Eingangsspannung. Das spart nicht nur Strom, sondern reduziert außerdem die Wärmeentwicklung. Für Notebooks und Kleinstcomputer gibt es DDR2 ebenfalls in einer SO-Version.

DDR3: Sie vermuten richtig, dass es sich hierbei wiederum um eine Weiterentwicklung des Vorgängers handelt. Zwar besitzt auch dieser Baustein 240 Kontakte, dennoch passt DDR3 nicht in eine für den Vorgänger vorgesehene Bank auf dem Motherboard, da sich die äußere Form unterscheidet. Die Eingangsspannung wurde erneut verringert (1,5 Volt), der Takt vervierfacht. DDR3 kommt derzeit in den meisten Systemen zum Einsatz. Ein integrierter Temperatursensor kann bei Überhitzung den Baustein abschalten und damit vor Beschädigungen schützen.

DDR4: Aktuell die modernste und teuerste Form der Speicherriegel. Es genügt eine Spannung von 1,2 Volt und die Anzahl der Kontakte (288!) wurde erneut vergrößert.

SO-DIMM: SO-DIMM (Small Outline Dual Inline Memory Module) sind kleine Varianten von PC-RAM-Typen speziell für den Einbau in Laptops und Notebooks.Sie sind deutlich kompakter als PC-Arbeitsspeicher.

Viel kann viel bewirken, aber es gibt Grenzen

Eine Faustregel besagt, dass ein System umso leistungsfähiger und schneller wird, je mehr RAM darin verbaut ist. Allerdings gibt es dabei auch Grenzen.

Der Einbau von RAM-Speichern ist nicht kompliziert. Das Schwierigste besteht oft schon darin, das Gehäuse des Notebooks oder des Computers zu öffnen

Der Einbau von RAM-Speichern ist nicht kompliziert. Das Schwierigste besteht oft schon darin, das Gehäuse des Notebooks oder des Computers zu öffnen.

  1. Art und Version des Betriebssystems legen fest, wie viel RAM der Computer maximal verwalten kann. Generell gibt es eine Grenze von 4 GB Arbeitsspeicher für alle 32-Bit-Betriebssysteme. Windows XP, Vista oder Windows 7 adressieren jeweils maximal 4 GB RAM, wenn es sich um die 32-Bit-Ausgabe handelt. Die Verteilung zwischen Programmen und Betriebssystem liegt etwa bei 2:2. Erst 64-Bit-Systeme können diese Grenzen überschreiten. Windows 7 in der 64-Bit-Home-Premium-Version kann 16 GB RAM verkraften, die 64-Bit-Professional-Variante bereits 192 GB. Bevor Sie zuviel einbauen (lassen), informieren Sie sich also am besten beim Hersteller.
  2. Die Hardware selbst begrenzt ebenfalls den maximal einsetzbaren Arbeitsspeicher, unabhängig vom Betriebssystem. Wo diese Grenze liegt, lässt sich nur durch einen Griff zum Handbuch oder im Support-Bereich des Herstellers ermitteln.

So finden Sie heraus, welches RAM Ihr Gerät benötigt

Es gibt verschiedene Wege herauszufinden, welchen RAM-Typ Sie in Ihrem Gerät benötigen. Am schnellsten und zuverlässigsten ist sicherlich ein Blick in das Handbuch des Computers oder des NAS. Bei den technischen Details werden Sie Hinweise auf den RAM-Typ und dessen technische Daten finden. Auch der Support-Bereich des Herstellers im Internet sollte diese Informationen für Sie bereithalten. Mac-Nutzer klicken am besten auf ihrem Rechner einmal das Apfel-Symbol an und wählen aus dem Menü „Über diesen Mac“. In der Übersicht erscheint ein Hinweis auf die verwendeten Speichermodule. Auch Spezialprogramme können die benötigten Informationen bereitstellen. Für Windows-PCs liefert etwa CPU-Z, das kostenlos genutzt werden kann, Daten zu den RAM-Modulen.

Darauf müssen Sie beim Kauf und Einbau achten

Haben Sie erst einmal herausgefunden, welcher Speichertyp in Ihrem Gerät eingesetzt werden kann, ist die größte Hürde bereits genommen. Im Vergleich zur Frühzeit der Computertechnologie sind Einbau und Auswahl von RAM heutzutage nicht mehr besonders schwierig. Generell ist es (trotz aller Fortschritte der Technik) immer noch eine gute Idee, möglichst gleiche RAM-Riegel miteinander zu kombinieren.

Misstrauisch sollten Sie beim Kauf immer dann werden, wenn der Preis besonders günstig ist. Wird viel Speicher für wenig Geld angeboten, sollten Sie vorsichtig sein. Greifen Sie am besten zu Markenprodukten eines Händlers mit guter Reputation.

Der Einbau von RAM-Speichern ist nicht kompliziert. Das Schwierigste besteht oft schon darin, das Gehäuse des Notebooks oder des Computers zu öffnen. Bevor Sie das Innere des Rechners und den Speicher berühren, fassen Sie am besten einen Heizkörper an, um eventuell vorhandene statische Elektrizität abfließen zu lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich ein antistatisches Armband und legt dies vor der Arbeit an. Ein falscher Einbau in die vorgesehenen Steckplätze ist nicht möglich, da sich die Riegel nur in einer bestimmten Position in die Steckbank einfügen lassen. Halten Sie den Speicher am besten nur seitlich fest und setzen Sie ihn dann mit Nachdruck, aber ohne Gewalt, in den Steckplatz. Sobald die Halteklammer einrastet, haben Sie den RAM-Riegel erfolgreich eingebaut!

Lesetipp der Redaktion: Externen Monitor an Notebook anschließen. Wer länger am Notebook arbeitet, greift besser zum externen Bildschirm. Doch wie schließt man den am besten an? Wir stellen Ihnen verschiedene Kabel und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten vor.