Poppstar flap: 64 Gigabyte im knallharten Belastungstest

0

Ein USB-Stick im Test – das klingt ungefähr so aufregend wie ein zehnteiliger Videokurs zum Thema Kabelmanagement. Doch der Schein trügt! Unser Belastungstest des Poppstar flap in der 64 Gigabyte-Version zeigt, warum das so ist.

USB-Sticks sind eine typische „Mitnehm-Ware“, gibt es doch selbst Sticks mit einer Kapazität von 64 Gigabyte mittlerweile schon für kleines Geld. In der Praxis zeigt sich aber, dass ein Schnellschuss beim Kauf eines USB-Sticks nicht immer eine gute Idee ist. Während der Einsatz am PC oder Mac in der Regel kein Problem darstellt, wird es schnell kompliziert, wenn die USB-Sticks als Speichermedien für Smart-TVs oder TV-Boxen wie die NVIDIA SHIELD oder Amazons Fire TV genutzt werden sollen. Viele Endgeräte zeigen sich wählerisch bei der Auswahl der verwendeten USB-Geräte – ich spreche aus langer, trauriger Erfahrung. Und genau hier punktet der Poppstar flap, den ich in der Variante mit 64 Gigabyte teste. Ob an Smart-TVs von Samsung, Sony und LG oder Set-Top-Boxen von NVIDIA oder Amazon: Überall wird der USB-Stick sofort erkannt und kann ohne Probleme benutzt werden – doch dazu später mehr.

Poppstar USB-Stick

Der Poppstar flap wird mit seiner werksseitigen Formatierung sowohl von diversen Smart- TVs als auch von Streaming-Boxen ohne Murren erkannt.

Durchdachtes Design: Der Poppstar flap 64 GB

Beim Design des Poppstar flap setzt der deutsche Hersteller Popp-PC GmbH auf eine Mischung aus modernem Stil und solider Hausmannskost. Im einsatzbereiten Zustand ist das Gehäuse rund 5 Zentimeter lang, 1,8 Zentimeter breit und 0,5 Zentimeter hoch. Ein Design-Clou des Sticks zeigt sich, wenn ich ihn „auseinanderziehe“. Der vordere Teil des schwarzen Gehäuses schiebt sich dann nach vorne und verdeckt den USB-Stecker, sodass dieser beim Transport geschützt ist. So erspart man sich das fummelige (und Verlust-anfällige) Hantieren mit den von vielen USB-Sticks bekannten Verschlusskappen. Nebenbei offenbart das Gehäuse im „Transportmodus“ eine elegante, stromlinienförmige Kurve in Orange, sodass der Stick tatsächlich ein Hingucker ist. Persönlich wäre es mir zwar noch lieber, wenn der USB-Anschluss komplett verdeckt wäre, dennoch konnte ich den Poppstar flap im Testzeitraum in den Rucksack oder die Notebook-Tasche werfen, ohne mir um die darauf gespeicherten Daten Sorgen zu machen. Da der Einfahr-Mechanismus zudem einen absolut stabilen Eindruck macht, kann man Poppstar in Sachen Design einen sehr guten Job bescheinigen.

Poppstar flap USB-Stick

Poppstar flap 64 Gigabyte: Die USB-Sticks aus der neuen Poppstar USB-3.0-Serie ermöglichen es, schnell wichtige Dokumente sowie Bilder oder Musik- und Videoclips zukunftssicher zu speichern.

Der Poppstar flap punktet als flotter Datenspeicher

Für die getestete 64-Gigabyte-Variante des Poppstar flap verspricht der Hersteller Leseraten von bis zu 140 MB/s und Schreibraten von bis zu 50 MB/s. Damit wäre der Poppstar flap besonders beim Lesen von großen Dateien schneller als so manche klassische Festplatte. In meinen Praxistests am PC unter Windows 10 und Windows 7 sowie am MacBook mit OS X El Capitan erreichte der Stick diese Maximalwerte zwar nur in Ausnahmefällen, dennoch war er in allen Situationen angenehm schnell. Das beginnt schon beim Einstecken: Sowohl Windows als auch Mac OS X finden den Poppstar flap binnen weniger als einer Sekunde. Ein 19,04 Gigabyte großer Testordner mit einigen Gigabyte-großen und einigen Hundert kleinen Files wird im Test in weniger als 7 Minuten auf den Stick übertragen. Das Zurückkopieren auf die Festplatte dauert dann nur ungefähr die Hälfte der Zeit (natürlich alles bei einer Verbindung an einem USB-3.0-Port). Beim Schreiben erreicht der Stick dabei in der Spitze sehr gute Werte von bis zu 50 MB/s, gelesen wird mit rund 80 bis 100 MB/s. Dieser Eindruck wird auch im Benchmark mit Tools wie Crystal DiskMark (Link) oder USB Flash Benchmark (Link) bestätigt. Natürlich lässt sich der Poppstar flap auch an einem alten USB-2.0-Anschluss betreiben, den er mit Schreib- und Leseraten von rund 30 bis 35 MB/s stets voll auslastet.

Poppstar flap 64 GB

Ein 19,04 Gigabyte großer Testordner mit einigen Gigabyte-großen und einigen Hundert kleinen Files wird im Test in weniger als 7 Minuten auf den Poppstar flap übertragen.

Insgesamt erreicht der USB-Stick von Poppstar damit keine absoluten Fabelwerte, ist in der Praxis aber stets schnell genug, um Kopier- und Backaufgaben zügig zu erledigen. Auch beim Abspielen eines 12 Gigabyte großen Testvideos in hoher 4K-Auflösung direkt vom Stick kommt es zu keinem Zeitpunkt zu störenden Rucklern durch lästiges Nachladen: Der Poppstar flap 64 GB ist damit bestens für den Multimedia-Einsatz geeignet.

Leistungsstarker USB-Stick für Smart-TVs

Eben diese Eigenschaft kommt vor allem dann zum Tragen, wenn der Poppstar-Stick als Medienquelle verwendet wird. Wie bereits erwähnt, wurde der USB-Stick mit der werkseitigen Formatierung sowohl von diversen Smart-TVs als auch von Streaming-Boxen ohne Murren erkannt. Er eignet sich damit hervorragend dazu, die eigene Mediensammlung auf den Fernseher zu bringen. Je nach verwendetem Videocodec reicht die Kapazität für viele Stunden Filmmaterial oder Zehntausende MP3-Dateien. Der Clou: Der Stick erlaubt nicht nur das Abspielen von Filmen, Musik und Fotos aus der eigenen Sammlung, sondern lässt sich an entsprechenden Geräten auch als Aufnahme-Medium verwenden. So können mit dem Poppstar flap problemlos Filme und Serien aufgenommen und später entspannt abgespielt werden. Durch die ordentliche Schreib-Performance muss man sich keine Sorgen um sprunghafte oder fehlerhafte Aufnahmen machen. Wer also auf der Suche nach einem zuverlässigen USB-Stick für das Smart-TV oder die Streaming-Box ist, kann beim Poppstar flap bedenkenlos zugreifen.

Poppstar flap USB 64 GB

Poppstar flap 64 Gigabyte: Mit Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 50 MB/s lassen sich große Dateien schnell auf den Stick kopieren.

Poppstar flap: Perfekt als Boot-Medium geeignet

Als Backup-Medium und Medienspeicher hat sich der Poppstar flap also bewährt. Doch dem Geek in mir reicht das noch nicht! Aus diesem Grund habe ich getestet, wie gut sich der 64-Gigabyte-Stick als Boot-Medium für die Installation von aktuellen Betriebssystemen eignet. Als erstes habe ich einen bootbaren USB-Stick mit Ubuntu Linux (Link) erstellt und diesen auf einem älteren Laptop im Live-Modus getestet. Das Ergebnis hat überzeugt: Durch die hohe Leserate bootete das System in wenigen Sekunden und ließ sich in der Praxis schnell und sauber nutzen. Danach folgte die Königsdisziplin: ein bootbares Windows 10, erstellt mit WinToUSB (mehr dazu hier: www.tutonaut.de). Wer Windows 10 ausprobieren möchte, findet hier eine gute, aber auch Hardware-intensive Möglichkeit. Auch hier konnte mich der Poppstar flap überzeugen: Dauerte der erste Bootvorgang von Windows 10 auf einem alten USB-2.0-Stick noch über 15 Minuten, war der Einrichtungsassistent von Windows 10 beim Start vom Poppstar flap schon nach rund 5 Minuten zu sehen. Als Boot-Medium für System-Bastler ist der Poppstar-Stick damit vollends qualifiziert.

Fazit: Zuverlässiger Allrounder für alle USB-Situationen

Der Poppstar flap 64 GB leistet sich im Test keine echten Schwächen. Er überzeugt mit einer ausgewogenen Schreib-Lese-Performance und punktet mit hoher Zuverlässigkeit. Vor allem die sehr gute Erkennung des Sticks beim Einsatz an Smart-TVs lässt ihn aus der schier endlosen Masse der USB-3.0-Sticks herausstechen. Als Ergänzung für das heimische Medien-Wohnzimmer ist der Poppstar flap perfekt geeignet. Natürlich gibt es noch schnellere Sticks auf dem Markt, die dann aber auch deutlich mehr kosten. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis hat mich der USB-Stick von Poppstar aber uneingeschränkt überzeugt. Nie hatte ich im Test des Poppstar flap das Gefühl, dass ich besonders lange auf den Abschluss einer Schreib- oder Leseoperation warten musste – und das ist bei meinem eher ungeduldigen Naturell ein großes Lob! Neben den Smart-TV-Features ist vor allem der unproblematische Einsatz als USB-Boot-Stick erwähnenswert. Da ich jobbedingt viel mit unterschiedlichen Systemen hantiere, entpuppt sich der Poppstar flap als zuverlässiger Begleiter. In diesem Sinne: Alles richtig gemacht, Poppstar!