PlayStation 4: Die PlayStation VR im Test

0

Mit der PlayStation VR für die PlayStation 4 will Sony das Thema virtuelle Realität massentauglich machen. Im zweimonatigen Langzeittest prüfe ich, ob das funktioniert.

Die Sony PlayStation VR (PSVR) ist seit rund einem Dreivierteljahr auf dem Markt – Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen.

PlayStation VR Test

PlayStation VR von Sony im Test: Unser Allyouneed Magazin-Redakteur hat die PSVR zwei Monate auf Herz und Nieren geprüft. In diesem Artikel gibt er wichtige Installationstipps, beschreibt seine Eindrücke und berichtet von seinem ersten Ausflug in die virtuelle Realität.

PSVR: Was genau ist eigentlich die PlayStation VR?

Bei der PSVR handelt es sich um eine Virtual-Reality-Brille speziell für die Sony PlayStation 4. Solche Brillen projizieren grafische Inhalte so vor das menschliche Auge, dass es für den Betrachter aussieht, als stünde er mitten im Geschehen. Doch das ist noch nicht alles: Moderne VR-Brillen übertragen die Kopfbewegungen des Spielers eins zu eins in die Spielwelt, außerdem bieten sie mit speziellen Controllern die Möglichkeit, Aktionen im Spiel per Armbewegung auszuführen.

PlayStation VR im Test

Sony: Die PlayStation VR (PSVR) ist die Virtual-Reality-Brille für die PlayStation 4.

In der Praxis bedeutet das ein Mittendrin-Gefühl, das auf einem klassischen Fernseher nicht möglich ist. Es ist nicht unbedingt einfach, das Spielgefühl eines VR-Titels in Worten zu vermitteln. Meiner Erfahrung nach finden aber selbst Nicht-Gamer die Ausflüge in die virtuelle Welt faszinierend.

Die PlayStation VR im Test

Als Technikjournalist und Gamer schäme ich mich fast, es zuzugeben: Ich hatte vor dem Jahr 2017 faktisch keinen Kontakt mit einer echten VR-Brille. Ja, ich habe einmal die Android-Lösung Daydream VR in Kombination mit dem Google Pixel ausprobiert, wenn auch nur für ein paar Minuten. Und ich besitze eine simple Google-Cardboard-Brille, die mich aber in der Praxis so gar nicht überzeugt hat. Doch das große Triumvirat – HTC Vive, Oculus Rift und eben die PlayStation VR – gingen bislang komplett an mir vorbei.

Das konnte nicht so weitergehen! Da ich seit einigen Monaten eine PlayStation 4 Pro im TV-Rack stehen habe, war es an der Zeit für mich, endlich eine richtige Praxiserfahrung mit Virtual Reality zu sammeln. Also habe ich mir die Sony PlayStation VR mitsamt Zubehör und einem Haufen VR-Spielen gegönnt.

Nach zwei Monaten mit der VR-Brille von Sony kann ich schon an dieser Stelle sagen: Ja, das hat sich gelohnt – wenn auch mit Einschränkungen.

PlayStation 4 Slim oder PlayStation 4 Pro?

Für rund 399 Euro ist die PSVR die derzeit günstigste Möglichkeit, virtuelle Realitäten in die eigenen vier Wänden zu holen (die diversen Handy-Lösungen wie Cardboard oder Samsung Gear VR mal außen vorgelassen). Voraussetzung dafür ist natürlich, dass eine PlayStation 4 bereits vorhanden ist. Überraschenderweise ist dabei eher zweitrangig, ob es sich um das Standard-Modell (derzeit also die PS4 Slim) oder die leistungsstärkere Pro-Version handelt. Sony macht die Vorgabe, dass VR-Spiele auf beiden Ausgaben der PS4 mit optimalem Tempo laufen.

Die Praxis bestätigt das: Ich selbst habe die PlayStation VR an einer PlayStation 4 Pro im Betrieb. Ein Freund nutzt sie auf einer PS4 Slim und ich konnte bei keinem der getesteten VR-Games einen Unterschied in Sachen Performance oder Bewegungssteuerung feststellen. Einige Spiele werden allerdings zumindest grafisch für die PS4 Pro optimiert. Beispiele dafür sind „Robinson: The Journey“, das auf der Pro deutlich farbenfroher wird, oder die schärferen Umgebungstexturen im Batman-Abenteuer „Arkham VR“.

Lesetipp der Redaktion: Möchten Sie mit Ihren Spielständen und aufgenommenen Videos von Ihrer PlayStation 4 auf die PlayStation 4 Pro umziehen? Dann lesen Sie unbedingt unsere praxisnahe Sechs-Schritte-Anleitung.

Zubehör für die PlayStation VR: Die Brille allein reicht nicht

Um die PlayStation VR voll ausreizen zu können, bedarf es allerdings noch dem passenden Zubehör. Unverzichtbar ist die PlayStation-Kamera. Diese muss beim Zocken der VR-Spiele jederzeit auf den Spieler ausgerichtet sein. Die Kamera dient als Hilfestellung, um die Kopfbewegungen sowie die Position der Controller genau zu messen. Bitter: Im Zuge der VR-Einführung hat Sony den Preis der Kamera erhöht. Immerhin kommt sie nun aber auch in einem neuen Gehäuse mit Stativ daher, das sich sowohl vor dem TV als auch auf dem oberen Bildschirmrand des Fernsehers problemlos anbringen lässt.

Auch in Sachen Spielesteuerung erfordert die PSVR ein Umdenken. Zwar können viele VR-Spiele traditionell per DualShock-4-Gamepad gezockt werden, zumal dieser auch Bewegungsfunktionen bietet. Das optimale VR-Ergebnis gibt es aber nur mit den PlayStation-Move-Sticks. Die Bewegungscontroller, mit denen Sony zu PS3-Zeiten eine überaus erfolglose Alternative zu Nintendos Wii schaffen wollte, erleben durch die PlayStation VR ihren zweiten Frühling.

PlayStation VR Controller

Die PS4-Kamera ist zwingend nötig, die Move-Controller (hier im Bild) sind optional, aber unbedingt empfehlenswert.

Die ein wenig an eine Eistüte erinnernden Sticks übertragen die Armbewegungen des Spielers erstaunlich gut in die virtuelle Umgebung. Vor allem Shooter wie „Until Dawn: Rush of Blood“ profitieren ungemein von der Kombination mit den Move-Controllern.

Nervig: Sony hat den Move-Stöcken leider kein Facelift verpasst, was sich besonders beim Aufladen der beiden Akkus bemerkbar macht. Hier ist ein (beigelegtes) Mini-USB-Kabel erforderlich, während die DualShock-Controller per microUSB mit neuem Saft versorgt werden. Das bedeutet in der Praxis noch mehr Kabel-Geraffel an der PS4 – das hätte man eleganter lösen können.

Lesetipp der Redaktion: Zocken mit der PlayStation 4 ist ein Traum – solange der Akku des DualShock-4-Controllers mitmacht! Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Akkulaufzeit des PS4-Controllers verlängern.

PlayStation VR: Die ersten Installations-Schritte und Einrichtungstipps

„Kabel-Geraffel“ ist gleich das passende Stichwort. Wer sich für die PlayStation VR interessiert, sollte sich über eine Sache im Klaren sein: Das TV-Regal erhält regen Zuwachs durch zusätzliche Strippen und die einzelnen Zubehörteile. Dennoch ist die Inbetriebnahme der Virtual-Reality-Brille in wenigen Schritten erledigt.

PlayStation VR PS4 Installation Verkabelung

Notwendiges Übel: Mit der PSVR samt Zubehör kommt eine Menge neuer Verkabelung ins Wohnzimmer.

Als Bindeglied zwischen Konsole, VR-Brille und TV dient ein mitgeliefertes Kästchen, von Sony als „Processor Unit“ bezeichnet. In dieses wird zunächst das HDMI-Kabel eingesteckt, das bislang von der PlayStation in den Fernseher führte. Das zusammen mit der Brille gelieferte zweite HDMI-Kabel verbindet dann die Processor Unit mit dem Fernseher. Das Bild der PS4 wird auf diese Weise durchgeschleift.

PlayStation VR PSVR PS4 Fernseher

Move-Controller, neue Kabel und die Brille selbst: Wer auf Ordnung im TV-Rack steht, muss sich an die PSVR erst einmal gewöhnen.

Die Datenübertragung zwischen Konsole und Brille erfolgt via USB-Kabel. Dieses kommt an einen der Frontanschlüsse der PS4. Als penibler Mensch stört mich das ein wenig, weil das Kabel dadurch nicht hinter der Konsole verschwindet – das ist aber schlicht der Tatsache geschuldet, dass Sony keine rückseitigen USB-Ports verbaut hat. Immerhin wird die benötigte PS4-Kamera an den entsprechenden Anschluss auf der Rückseite der Konsole gestöpselt. Als letztes muss die VR-Brille selbst mit der Processor Unit verkabelt werden. Dazu wird ein Y-Stecker an die Frontseite des Kästchens eingesteckt. Das rund 3 Meter lange Kabel beherbergt auch den Einschaltknopf der PlayStation VR sowie einen Kopfhöreranschluss (die PSVR kommt mit einem einfachen In-Ear-Kopfhörer). Ach ja: Die Processor Unit hat ein integriertes Netzteil und braucht dementsprechend einen eigenen Stromanschluss.

Das klingt alles recht kompliziert, ist es in der Praxis aber nicht. Sony hat die Kabel nummeriert, sodass die Verbindung zwischen PlayStation VR und PS4 in wenigen Minuten erledigt ist.

Lesetipp der Redaktion: Input Lag, 4K, Curved-Design, Bildrate. Das Allyouneed Magazin zeigt Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines guten Gaming-Fernsehers achten müssen.

Grandios ist untertrieben: Abtauchen in virtuelle PSVR-Realitäten

Die Verkabelung ist fertig und ich bin ganz hibbelig: Zeit, die PSVR in der Praxis zu testen. Konsolentypisch ist die Einrichtung in Minuten erledigt. Nach dem Einschalten erkennt die PS4 die verbundene Brille und gibt auf dem Bildschirm Tipps zur ersten Nutzung. Ich bin sofort absolut begeistert vom Tragekomfort der Brille. Das Visier lässt sich über einen Knopf nach vorne schieben, sodass sie bequem auch über einen dicken Schädel wie den meinen passt.

PlayStation VR Brillenträger

Die PSVR ist erstaunlich komfortabel gestaltet. Auch Brillenträger kommen mit dem Headset zurecht.

Nach dem Einschalten der Brille sehe ich die „normale“ Oberfläche der PS4 auf dem Schirm (mehr dazu weiter unten). Zeit für den ersten VR-Ausflug!

PlayStation VR Erfahrungsbericht

Bilder werden dem Mittendrin-Gefühl, das die PlayStation VR rüberbringt, leider nur schwer gerecht. Man sollte sich unbedingt selbst davon überzeugen.

Ich starte „sanft“ mit dem kostenlosen Sony Playroom VR. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Minispielen, in denen ich unter anderem knuffige Roboter durch eine 3D-Umgebung navigiere oder in der Ego-Perspektive als (ebenfalls knuffiges) Godzilla-Monster eine Stadt verwüste. Also, Brille auf, einschalten, Spiel starten – und staunen! Tatsächlich erinnern mich die ersten Minuten in der virtuellen Welt an meine allerersten Gehversuche mit Computern und Heimkonsolen als kleines Kind in den Achtzigerjahren: Es ist die pure Faszination.

Sony PlayRoom VR

Die Roboter-Rettung von Sony PlayRoom VR sieht in 2D öde aus. Im VR-Modus wirken die Welten aber ungemein plastisch und faszinierend.

Ich lasse den Blick in die Ferne schweifen, sehe beim Blick nach unten Roboter um meine virtuellen Füße wuseln, erschrecke mich, als einer der Bösewichte ein Geschoss in meine Richtung abfeuert. Kurzum: Es ist grandios. Dass das Gameplay in diesem Fall bestenfalls oberflächlichen Genre-Ansprüchen genügt, gerät schnell in Vergessenheit.

Nächster Halt: Sonys PlayStation VR Worlds

Mein nächster Halt: Sonys PlayStation VR Worlds, meiner Meinung nach bis heute das perfekte Schnupperprogramm für VR-Neulinge. In fünf kurzen, aber durchaus netten Spielen, gibt es einen guten Einblick in die Möglichkeiten der Brille. So spiele ich in „Danger Ball“ ein futuristisches Tennismatch gegen den Computer. Der Clou: Das ganze passiert aus der Ego-Perspektive, ich steuere den Schläger durch die Bewegung meines Kopfes, egal, in welche Richtung ich schaue. Dank der absolut passgenauen Umsetzung der Steuerung funktioniert das hervorragend.

In „Ocean Descent“ erlebe ich eine rein passive Tauchfahrt Richtung Meeresgrund – die ich immer wieder gerne antrete. Die wunderschöne Grafik sorgt dafür, dass ich wirklich das Gefühl habe, ein Unterwasser-Entdecker zu sein.

PlayStation VR Ocean Descent

Praktisch kein Gameplay, dennoch unglaublich faszinierend: Die VR-Tauchfahrt in „Ocean Descent“ sorgt für einen echten Wow-Effekt.

Die kurze, aber knackige Gangster-Geschichte „London Heist“ bringt erstmals die Move-Controller ins Spiel. Mit ihnen steuere ich die Hände meines virtuellen Alter Egos, was sich erstaunlich schnell natürlich anfühlt.

PlayStation VR in der Praxis: Als Mech kämpfe ich gegen ekliges Krabbelzeug

Einen Eindruck davon, was spielerisch in Sachen VR möglich ist, vermittelt „Scavengers Odyssey“. Hier klettere ich an Bord eines Mechs (eine Art Laufroboter) und kämpfe im Weltall gegen allerlei fieses Krabbelzeug. Was als Standard-Spiel vermutlich niemanden vom Hocker hauen würde, macht in der virtuellen Realität einfach Spaß. Die Steuerung des Mechs per Dualshock-4-Controller geht auch mit aufgesetzter Brille leicht von der Hand. Außerdem sind vor allem die Sprünge, die ich mit dem Mech zwischen den Weltraumstationen mache, beeindruckend und erzeugen ein leichtes Schwindelgefühl – und das bei jemandem, dem keine Achterbahn dieser Welt Probleme bereitet.

PSVR-Display: Grafiken wirken etwas schwammig

Die Auflösung des PSVR-Displays ist in Ordnung, dennoch wirken Grafiken auf der Brille für meinen Geschmack etwas zu schwammig. Die gleiche Bildschärfe wie auf dem Fernseher darf man definitiv nicht erwarten. Einzelne Pixel lassen sich (leider) deutlich ausmachen. Was mich am TV oder PC extrem stören würde, ist in VR schon nach wenigen Minuten kein echtes Problem mehr. Anscheinend gewöhnt sich das Hirn schnell an die Nachteile und blendet diese aus. Trotzdem würde ich mir für eine künftige Neuauflage ein schärferes Bild wünschen – ich bin gespannt, ob und wie gut die Sony-Ingenieure das hinbekommen. Erstaunt bin ich schon in der aktuellen Version darüber, wie wenig mich das lange Kabel der PlayStation VR in der Praxis stört.

Spieleauswahl für die PlayStation VR: Luft nach oben

Wie schon erwähnt, müssen die PS4-Games für die PSVR angepasst werden. Die meisten erhältlichen VR-Titel funktionieren ausschließlich mit der Brille. Einige Spiele, etwa der Grusel-Spaß „Resident Evil 7“, bieten aber auch einen optionalen VR-Modus. Der funktioniert im wahrsten Wortsinn erschreckend gut und macht den Horror wahrhaft spürbar.

PlayStation VR Resident Evil 7

Vor allem Horrorspiele wie „Resident Evil 7“ werden in VR zu einem ganz neuen Erlebnis.

Im Endeffekt habe ich das Spiel aber doch lieber klassisch auf dem TV gespielt, weil ich längere Sitzungen im VR-Modus als etwas anstrengend empfinde – das ist aber sicherlich Geschmackssache.

Beeindruckt bin ich nach wie vor davon, wie gut sich selbst schnelle Actiontitel in der virtuellen Realität zocken lassen. Ob die wilden Zukunfts-Panzerschlachten in „Battlezone VR“ oder das durchgeknallte Horror-Geballer von „Rush of Blood“, die flüssigen Bewegungen kommen auf der PSVR überaus gut zur Geltung. Man ist erstaunlich schnell im „Flow“.

Einige Spiele stehen nach wie vor auf meiner Wunschliste, beispielsweise „Eagle Flight“. In der Rolle eines Adlers über das menschenleere Paris zu fliegen, wirkt schon in den 2D-Trailern beeindruckend. Da sollte die VR-Erfahrung erst recht grandios sein.

Auch die Ballerei „Farpoint“ mit ihrem speziellen Gewehr-Aufsatz für die Move-Controller muss ich unbedingt noch testen.

Es gibt mittlerweile einige gute Games für Sonys VR-Brille. Trotzdem: NOCH fehlt mir persönlich der Mega-Blockbuster, wegen dem man sich unbedingt eine PSVR kaufen sollte. Ich denke da an Titel wie „Uncharted VR“. Ein „Last of Us VR“. „God of War VR“. So etwas halt. „Resident Evil 7“ ist bislang der wohl interessanteste Titel, mein Favorit ist aktuell noch die spaßige Geisterbahn von „Rush of Blood“. Die Spielemesse E3 brachte in der Richtung leider auch nicht die ganz große Überraschung. Immerhin kommen mit „Doom VFR“ und der VR-Version von „Skyrim“ noch in diesem Jahr zwei große Titel mit eigener Anpassung für die virtuelle Realität.

So schlägt sich die PlayStation VR im Alltag

Im Gegensatz zu manch andere Nerdität in meinem Technik-Alltag, entpuppt sich die PSVR schnell als Konversations-Starter. Kaum ein Besucher in meinem Wohnzimmer schielt nicht früher oder später in Richtung der neben dem TV geparkten Brille und fragt etwas in Richtung „Ist das eins dieser 3D-Dinger?“.

PSVR im Test PlayStation 4

Ob Jung oder Alt: Die PSVR reizt vor allem Besucher und sorgt für Faszination.

Ja, ist es, irgendwie. Tatsächlich übt die PlayStation VR von Sony eine hohe Faszination auf Menschen aus, die ansonsten rein gar nichts mit der Zockerei zu tun haben, jeder will die Produktneuheit ausprobieren.

PSVR: „Unfassbar toll!“ – Das Urteil (nicht nur) meiner Mutter

Den wohl deutlichsten Beleg dafür liefert mir … meine liebe Mutter. Obwohl schon jenseits der 60, ist sie aber dank Smartphone und iPad durchaus nicht technikfeindlich. Mit PlayStation, Xbox, Nintendo Switch und Co. ist sie aber bislang nicht in Berührung gekommen. Trotzdem wollte sie die VR-Brille unbedingt testen. Da sie sich für die Tiefsee interessiert, war „Ocean Descent“ aus den PlayStation VR Worlds natürlich der perfekte Erstkontakt in Sachen VR.

Test PlayStation VR Sony

Ocean Descent: Die Mutter unseres Autors war begeistert von ihrer ersten Erfahrung mit der Sony PlayStation VR.

Das Ergebnis war faszinierend zu beobachten: Eine Reihe von „Aaaaahs“ und „Ooooohs“, Aussprüche wie „Das gibt es ja nicht“ waren nur der Anfang. Als im Spiel dann ein Hai angreift, war es ihr tatsächlich zu viel und sie musste den VR-Ausflug abbrechen.

Dennoch lautete ihr Fazit: „Unfassbar toll!“. Tatsächlich kommt nicht jeder mit der Brille zurecht, vor allem die teilweise hektischen Bewegungen machen manchen Menschen zu schaffen.

Bei mir selbst habe ich festgestellt, dass Dinge, die mich auf dem TV kaltlassen, mich in VR auf einmal doch packen. Das gilt vor allem für Horrorspiele. Ohne zu sehr zu spoilern: Die erste Begegnung mit der verwandelten Mia aus „Resident Evil 7“ werde ich dank PlayStation VR wohl niemals vergessen …

PlayStation VR: Ganz klar – die Brille ist (noch) nicht perfekt

So gut die PSVR das Mittendrin-Gefühl erzeugt, das VR so besonders macht: Perfekt ist die Virtual-Reality-Brille nicht. Kleinigkeiten reißen mich aus der Immersion, etwa, wenn der Bildschirm an heißen Tagen beschlägt. Ein kleines Problem, das nicht unerwähnt bleiben soll, ist das Sichtfeld: Drehe ich die Augen weit genug nach links oder rechts, sehe ich nur noch schwarz anstelle der Spielwelt. Ein Blick nach unten lässt mich sogar den Boden sehen, da das Visier nicht vollständig das eigene Sichtfeld abdeckt. Auch ist es wichtig, die Brille zu einhundert Prozent gerade auf der Nase zu haben, da das Bild sonst unscharf wird.

PlayStation VR: Die VR-Brille eignet sich auch für Brillenträger

Positiv: Brillenträger (wie ich) kommen mit der PLayStation VR (PSVR) zurecht, da das Visier auch mit Brille aufgesetzt werden kann.

In den Systemeinstellungen der PlayStation 4 gibt es ein separates VR-Menü, in dem die Brille bei Bedarf an die eigenen Sehgewohnheiten angepasst werden kann. Unter anderem lässt sich hier auch der Augenabstand mithilfe der PS4-Kamera vermessen. Mit ein wenig Feintuning funktioniert die PlayStation VR insgesamt doch recht gut. Viele Spiele lassen sich übrigens auch von der Couch aus in Virtual Reality zocken, nur manche Titel machen es erforderlich, sich direkt vor dem TV aufzustellen.

 Die PlayStation VR mit normalen Spielen nutzen

Wie bereits beschrieben: Der Wow-Effekt von speziell für die PSVR angepassten Spielen ist gigantisch. Doch wie sieht es mit Inhalten aus, die nicht speziell für die Brille angepasst wurden? Tatsächlich ist es möglich, auch klassische Spiele sowie Videos und alle anderen Inhalte der PS4 zu nutzen, während die PSVR im Einsatz ist.

In diesem Fall erzeugt die Brille einfach eine Art virtuelle Leinwand, auf der die Inhalte projiziert werden. Wie auch bei VR-Spielen lässt sich der Blick auf das Geschehen durch Drücken der Options-Taste zentrieren. So kann man endlich auch entspannt in Rückenlage auf der Couch liegen und PlayStation zocken.

Hört sich super an, oder? Die PSVR als TV-Ersatz, ein virtueller Kinosaal zum Aufsetzen. Leider empfinde ich das Ganze in der Praxis gar nicht mehr so. Die Bildschirmauflösung der PSVR ist schlicht und ergreifend zu gering, um ein echter TV-Ersatz zu sein. Ich habe es unter anderem mit „Fifa 17“ und „Horizon: Zero Dawn“ ausprobiert und jeweils nach wenigen Minuten kapituliert. Besonders Texte in Nicht-VR-Spielen lassen sich deutlich schwerer entziffern als auf dem echten Fernseher. Ausprobieren kann man es freilich mal, denn zumindest eine spürbare Eingabeverzögerung gibt es nicht. Mein Fall war es dann aber doch nicht!

Lesetipp der Redaktion: Mit FIFA 17 bringt EA Sports realistisches Fußball-Feeling auf Konsolen und PCs. So gut das Gameplay ist, so eintönig sind manche Sprüche des Kommentatoren-Duos Wolff-Christoph Fuss und Frank Buschmann. Wer die beiden nicht mehr hören mag, kann mit wenigen Klicks die Kommentator-Sprache ändern.

Zwei Monate im Einsatz: Mein Fazit zum Test der PlayStation VR

Nun also das Fazit nach rund zwei Monaten mit der PlayStation VR – und das fällt mir erstaunlich schwer! Fest steht: Das Virtual-Reality-Erlebnis auf der PlayStation 4 funktioniert, und zwar so richtig gut. Auch nach zahlreichen Ausflügen in die virtuellen Welten bin ich immer noch fasziniert davon, wie glaubwürdig die Brille die Bewegungen rüberbringt, wie plastisch die Spielwelten wirken. Und ja, ich ertappe mich immer noch dabei, wie ich nach einem Objekt greife und mich kurz wundere, dass da ja eigentlich gar nichts ist.

Test Fazit PlayStation VR Sony

Die PSVR wirkt futuristisch und ist es auch. Perfekt ist die Virtual-Reality-Brille allerdings noch nicht.

Und dann werde ich doch wieder aus der Immersion geschleudert, weil sich ein Kabel verheddert, ich zu weit nach unten gucke, die Brille leicht verrutscht und das Sichtfeld verschwimmt. Nein, technisch perfekt ist die PSVR noch lange nicht. Fairerweise muss man aber sagen, dass das nur wenige Geräte im ersten Anlauf schaffen.

Hin- und hergerissen bin ich auch beim Spieleangebot: Hier hoffe ich einfach, dass neben „Doom“ und „Skyrim“ demnächst noch weitere Blockbuster für die PSVR optimiert werden – übrigens gerne auch Neukauf-Zwang, werte Entwickler! Bislang ist die PlayStation VR für mich ein – sehr guter – (Party-) Spaß, den ich immer wieder gerne für ein Stündchen nutze. Aber eben noch nicht DIE Revolution des Zockens. Trotzdem: Bereut habe ich den Kauf der Brille nicht. Ich kann nur jedem PS4-Nutzer empfehlen, der PSVR zumindest eine Chance zu geben. Selbst, wenn das Gameplay dann vielleicht nicht überzeugt: Das VR-Erlebnis sollte man sich wenigstens einmal in seinem Zockerleben geben!

Lesetipp der Redaktion: Es ist zum Heulen: Da sehen Spiele dank High-End-Grafikkarten und schnellen Gaming-PCs immer besser aus, doch auf Ihrem Bildschirm ist davon nichts zu sehen? Dann lohnt sich der Kauf eines speziellen Gaming-Monitors. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen.

Fotos: Sony/ IGDB/ Allyouneed Magazin/ iStock

Günstige B-Ware entdecken! Sichern Sie sich JETZT die besten Angebote. In unserer B-Ware-Rubrik bieten wir für Sie zahlreiche Produkte zu tollen Preisen an. Übrigens: Die B-Ware ist auf dem Allyouneed Marktplatz bei vielen Händlern versandkostenfrei!B-Ware auf Allyouneed