Orchideen-Pflege: Königin der Blumen

0

Wandert man durch die Straßen, sieht man sie in jedem zweiten Fenster: Orchideen. Die Pflanzen gehören zu den beliebtesten Blumen – kein Wunder, sehen sie in der Blütephase doch wunderschön aus. Aber die Orchideen-Pflege ist gar nicht so einfach. Im Folgenden verraten wir Ihnen die wichtigsten Regeln rund um die Pflege der zarten Gewächse.

Sie gelten als Königinnen der Blumen. Sie strahlen in wunderschönen Farben und dienen den Menschen schon seit mehr als 2.500 Jahren als Dekoration, Aphrodisiakum oder Heilmittel. Orchideen gedeihen bereits seit rund 85 Millionen Jahren auf unserem Planeten – seit dem Mesozoikum oder, um ganz genau zu sein, seit der Kreidezeit. Das Klima war warm und ausgeglichen, Dinosaurier beherrschten die Erde. In dieser Zeit entstanden die ersten Blütenpflanzen, darunter auch die Ahnen der Orchideen, wie sie heute in unseren Wohnzimmern zu finden sind.

Meine Orchideen sind nach kürzester Zeit eingegangen. Kein Wunder, brauchen Königinnen doch besonders viel Aufmerksamkeit. Um Orchideen zu pflegen, benötigen Sie Geduld, einen grünen Daumen und den perfekten Standort.

Orchideen-Pflege – Regel 1: Schattiger Standort

Haben Sie das perfekte Exemplar gefunden? Dann geht die Arbeit erst so richtig los. Denn die Pflege einer Orchidee ist eine Wissenschaft für sich. Zunächst einmal suchen Sie den optimalen Standort für die Pflanze aus: Eine Fensterbank ohne direkte Sonneneinstrahlung mit Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad Celsius ist perfekt. Es sollte also ein Fenster Richtung Westen sein. Orchideen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, stellen Sie darum ein Gefäß mit Wasser auf die Heizung. Idealerweise sollte sich die Heizung nicht direkt unter der Orchidee befinden.

Schattiger Standort für Orchideen

Der perfekte Standort für Orchideen ist ein schattiger Ort. Sehr beliebt ist die Fensterbank, doch achten Sie darauf die Orchidee nicht direkt über der Heizung zu platzieren.

Nehmen Sie als Substrat grobe Orchideenerde – je gröber, umso besser. Dieses Substrat kann Wasser speichern, lässt aber auch die Luft ausreichend zirkulieren. Blumenerde ist für Orchideen nicht geeignet, da diese zu wenig Luft durchlässt. Besser sind Rindenmulch, Torf oder sogar Holzkohle.

Orchideen-Pflege – Regel 2: Orchideen richtig und viel gießen

Viel Wasser brauchen die Pflanzen nicht. Bevor Sie die Orchidee gießen, überprüfen Sie den Wurzelballen. Erst wenn dieser trocken ist, können Sie gießen – ein Schnapsglas mit Wasser reicht schon aus. Lieber weniger, aber häufiger gießen, lautet hier die Devise. Zapfen Sie dafür nicht einfach Leitungswasser ab. Am besten eignet sich Regenwasser auf Zimmertemperatur. Kaltes, verkalktes Wasser aus der Leitung ist schädlich für die Orchidee. Als Alternative zum Gießen gönnen Sie Ihren Orchideenpflanzen ein Wasserbad. Tauchen Sie das Gewächs mehrmals unter Wasser, die Wurzeln speichern die Feuchtigkeit für die nächsten Tage.

Orchideen-Pflege – Regel 3: Das richtige Düngemittel

Wasser und Licht sollten für eine Orchidee eigentlich ausreichen. Aber mit dem passenden Dünger können Sie Ihrer Pflanze noch einen gewissen Schub geben. Experimentieren Sie jedoch nicht mit unterschiedlichen Düngern oder Hausmitteln herum, sondern greifen Sie auf einen Orchideendünger aus dem Fachhandel zurück. Es reicht bereits aus, alle vier Wochen zu düngen. In Orchideendünger ist meist Stickstoff enthalten, der für ein gesundes Blattwachstum sorgt, Phosphat für Wurzelwachstum, Kalium für ein kräftiges Pflanzengewebe sowie Kalzium, Kupfer, Eisen, Mangan, Zink und vieles mehr.

Orchideen Pflege mit dem richtigen Substrat

Zur richtigen Orchideen Pflege gehört die Wahl des passenden Substrats: Je gröber umso besser.

Ist die Orchidee verblüht, können Sie auf das Düngen gänzlich verzichten und erst kurz vor der nächsten Blütezeit wieder damit beginnen. Sobald die Blütezeit vorbei ist, können Sie die Orchidee schneiden. Entfernen Sie die vertrockneten Triebe so weit, dass die Blume im nächsten Jahr an diesem Stängel wieder blühen kann.

Checkliste: Das brauchen Sie für die Orchideen-Pflege

  • Das richtige Substrat ist luftdurchlässig und speichert Wasser. Rindenteile sind perfekt geeignet.
  • Der Topf für die Orchidee sollte ein Loch haben, damit das Wasser durchsickern kann und Sie Staunässe vermeiden.
  • Düngemittel sollten Sie alle vier Wochen verwenden.
  • Gönnen Sie der Orchidee eine Ruhepause nach der Blütezeit: mit einem kühleren Standort und indem Sie weniger gießen.
  • Gießen Sie die Orchidee während der Blütezeit sparsam.
  • Achten Sie darauf, dass die Pflanze keine Zugluft abbekommt, sondern in einer windgeschützten Ecke steht.
  • Gießen Sie die Orchidee am besten mit gefiltertem oder Regenwasser.
  • Umtopfen: Gönnen Sie der Orchidee erst im Frühjahr einen neuen Topf, wenn sie schon die ersten Triebe ausgebildet hat.
  • Um die Orchidee zu schneiden, sollten Sie ein Messer verwenden und keine Schere. Diese kann Quetschungen verursachen. Schneiden Sie nur vertrocknete Stängel ab.
  • Wischen Sie bei Läusebefall die Blätter mit einer Öl-Spülmittel-Lösung ab und topfen Sie die Pflanze um.

Welche Arten von Orchideen gibt es?

Die eine Orchideenpflanze gibt es nicht. 30.000 Arten sind bekannt, noch mehr sogar, wenn wir die Pflanzen hinzuzählen, die Menschen gekreuzt haben. In Europa kennt man diese hübschen Blumen noch gar nicht so lange. Ein gewisser Engländer namens William Cattley wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf die Blumen aufmerksam.

Keine direkte Sonneneinstrahlung für Orchideen

Es gibt über 30.000 Orchideen-Arten. Zu den Bekanntesten zählt die Nachtfalter-Orchidee.

Eines Tages – so erzählt es die Deutsche Orchideengesellschaft – erhielt er eine Ladung mit Tropenpflanzen. Die Verpackung bestand nicht etwa aus Pappe, wie wir es heute kennen. Nein, das Material bestand aus Blättern und Stielen, die Mr. Cattley eine Zeit lang aus reiner Neugierde kultivierte. 1818 wurde seine Mühe mit einem wunderschönen rosa Blütenblatt belohnt: Dies war der Startschuss für einen wahren Orchideenboom. Heute trägt die Pflanze dem Engländer zu Ehren den wissenschaftlichen Namen Cattleya labiata.

Die meisten Orchideen blühen einmal im Jahr und fühlen sich auf einer Fensterbank in der Wohnung am wohlsten. Viele sind Hybride, das heißt, sie wurden mit anderen Pflanzen gekreuzt. Dementsprechend variiert auch die Blütezeit. Wer seine Orchideen geschickt miteinander kombiniert, kann das ganze Jahr über blühende Exemplare im Zimmer haben. Die wohl bekannteste Gattung sind Nachtfalter-Orchideen. Pflanzen Sie diese Blumen immer an einem hellen Standort, ohne direkte Sonneneinstrahlung, mit einem lockeren Substratboden. Andere Gattungen sind die Cambria-Orchidee und die bereits erwähnte Cattleya-Orchidee. Die Miltonia-Orchidee wird auch als Stiefmütterchen bezeichnet. Sie liebt schattige Plätze und wächst gern in der freien Natur unter einer Baumkrone.

Allen Orchideen-Arten ist aber gemein, dass sie Drainage lieben. Nasse Füße sind ein No-Go, deswegen sollten Sie bei Töpfen darauf achten, dass das Wasser abfließen kann.

Orchidee kaufen: Worauf müssen Sie achten?

Wenn Sie sich entschieden haben, Orchideen zu pflanzen, sollten Sie sich ein ausgewachsenes Exemplar kaufen. Suchen Sie ein starkes Gewächs aus. Ein Umzug ist für jede Orchidee belastend, da sie sich an den neuen Standort gewöhnen muss. Schwache Pflanzen, die eventuell schon Krankheiten oder Schädlinge haben, überstehen einen Umzug meistens nicht und der Kauf war völlig umsonst.

Orchideen Pflege bei Läusebefall

Bei Läusebefall hilft es die Orchideenblätter mit einer Öl-Spülmittel-Lösung zu säubern.

Bevor Sie sich für eine Orchidee entscheiden, sollten Sie außerdem überlegen, wo der perfekte Standort ist. Haben Sie eine Fensterbank, die nicht direkt von der Sonne beschienen wird? Haben Sie ausreichend Zeit für Orchideen? Pflanzen allein reicht nicht, Sie müssen ein tropisches Klima nachahmen – jeden Tag aufs Neue, indem Sie die Wurzeln mit Wasser besprühen.

Weitere Tipps für einen Orchideenkauf:

  • Inspizieren Sie die Pflanze genau: Sind Schädlinge zu sehen? Schauen Sie auch unter den Blättern nach. Sind dort weiße Gespinste? Das sind Anzeichen für Wollläuse.
  • Sind die Knollen prall und glänzend? Nur solche können sich zu Blüten entfalten. Wirken die Knollen bereits ausgetrocknet? Dann lassen Sie besser die Finger davon.
  • Welche Farben haben die Blätter? Grün, saftig, glänzend? Ein Indiz für eine gesunde Pflanze.
  • Sind die Wurzeln grün oder gräulich? Trockene und schrumpelige Wurzeln deuten auf eine kranke Pflanze hin. Die Wurzeln sollten fest im Topf verankert sein.
  • Ist das Substrat aus Rindenstückchen? Riechen Sie einmal daran – riecht es verfault, sollten Sie diese Orchidee nicht kaufen.

Weitere nützliche Tipps rund um die Pflanzenwelt