Garmin nüviCam: Navi mit eingebauter Dashcam

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Die Garmin nüviCam verbindet das klassische Navigationsgerät mit einer Kamera für die Windschutzscheibe, einer sogenannten Dashcam. Die zeichnet das Geschehen auf der Straße auf. Das Navigationssystem wird damit zum elektronischen Beifahrer, der nicht nur beim Navigieren hilft, sondern auch vor Gefahren warnt.

In Russland sind sogenannte Dashcams ausgesprochen beliebt: Die kleinen Kameras hinter der Windschutzscheibe zeichnen das Geschehen auf der Straße auf und dienen im Fall eines Unfalls als zusätzliches Beweismittel. Das führt auf Videoplattformen wie Youtube zu einer Vielzahl spektakulärer Crash-Videos, die häufig sehr erheiternd sind. Allerdings kann eine Dashcam auch spannendes Videomaterial erzeugen: 2013 sorgten russische Dashcam-Videos, die den Tscheljabinsk-Meteoriten zeigten, für Aufsehen.

Kollisionswarnung, Spurhalte-Assistenten, Real Vision. Die integrierte Kamera ermöglicht zahlreiche Features.

Kollisionswarnung, Spurhalte-Assistenten, Real Vision. Die integrierte Kamera ermöglicht zahlreiche Features.

Auch hierzulande werden Dashcams immer beliebter, denn das unbestechliche elektronische Auge kann im Falle eines Unfalls bei der Aufklärung der Schuldfrage helfen, auch wenn die Rechtslage in Deutschland diesbezüglich noch unsicher ist. Nichtsdestotrotz kann eine Dashcam auch im Alltagsbetrieb ausgesprochen nützlich sein: Wenn sie wie bei der neuen nüviCam von Garmin direkt im Navigationssystem verbaut ist, ist sie nämlich nicht nur Unfallzeuge, sondern kann auch als Fahrerassistenzsystem verwendet werden.

Garmin nüviCam: Ein Navigationsgerät mit Kamera

Garmins nüviCam richtet das künstliche Auge auf die Straße und tastet dabei die Umgebung ab. Die Kamera ist schwenkbar und hochauflösend. Typische Verkehrselemente wie Fahrbahnmarkierungen oder Hindernisse kann das System selbstständig erkennen – und warnt bei Hindernissen oder dient als Spurhalteassistent, der sich meldet, sobald das Auto droht, von der Fahrbahn abzukommen. Nähert man sich dem Zielort, schaltet die nüviCam zudem von der klassischen Navigation in eine Augumented-Reality-Ansicht um: Diese legt Navigationsinformationen über das Kamerabild und hilft dabei, das Ziel noch leichter zu finden.

Während der gesamten Fahrt wird kontinuierlich das Kamerabild aufgezeichnet. Kommt es zu einer Erschütterung, wird das Material automatisch mit GPS-Ortsinformationen und Zeit gespeichert und kann so gegebenenfalls als Beweismittel genutzt werden. Damit erweist sich die nüviCam als praktisches Fahrerassistenzsystem, das in Fahrzeugen, die noch nicht über entsprechende Funktionen verfügen, leicht nachgerüstet werden kann.

Handliches Gerät mit großem Bildschirm

Wie alle Nachrüst-Navigationsgeräte wird auch die Garmin nüviCam an der Windschutzscheibe angebracht, und zwar mithilfe eines robusten Saugnapfs. Das moderne Navigationsgrät selbst wird per Magnet an der Halterung befestigt, was leichtes Montieren und Abnehmen gewährleistet. Beim Verlassen des Autos kann das Garmin-Navigationsgerät ohne großen Aufwand mitgenommen werden, denn die Stromversorgung erfolgt über die Magnethalterung, die im Fahrzeug verbleibt, was auch unnötigem und lästigem Kabelsalat vorbeugt.

Der 6 Zoll große Touch-Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln ist natürlich entspiegelt und dank weißer Hintergrundbeleuchtung auch bei hellem Sonnenschein gut ablesbar. Zudem erlaubt er dank des Glasdisplays eine Zweifinger-Zoomfunktion, die eine ähnlich komfortable Bedienung wie bei einem Smartphone ermöglicht. Ein eingebauter Lithium-Ionen-Akku ermöglicht den Betrieb des Navis auch ohne Anschluss an den Zigarettenanzünder: Bis zu 30 Minuten kann das Gerät so ohne zusätzliche Spannungsversorgung arbeiten.

Leistungsstarke Navigationsfunktionen

Natürlich ist die nüviCam von Garmin trotz ihrer zusätzlichen Kamera samt Fahrassistenzfunktionen vor allem ein Navigationsgerät und damit mit allen praktischen Funktionen ausgestattet, die der Hersteller auch seinen anderen Geräten spendiert: Detailkarten für ganz Europa sind integriert und werden – dem Produktzusatz „LMT-D“ sei Dank – lebenslang aktualisiert. Karten-Updates, Points of Interest und andere Navigationsinformationen sind dadurch jederzeit auf dem neuesten Stand.

Zudem unterstützt die nüviCam die praktische Garmin-Live-Traffic-Funktion: Über DAB+ oder Smartphone empfängt das Navi aktuelle Verkehrsdaten, etwa Informationen über Staus oder Behinderungen und baut sie automatisch in seine Navigation ein. Und sollte dies in dunklen Tälern mangels Digital- und Mobilfunk-Empfang einmal nicht funktionieren, gibt es zusätzlich ein Fallback auf Premium TMC, das die Daten über das RDS-Signal des klassischen Radios empfängt.

Zusätzlich besitzt die nüviCam auch die Garmin-Real-Directions-Funktion, die die Zielnavigation weiter erleichtert: Das System orientiert sich wie ein Ortskundiger an Straßenschildern, Gebäuden oder anderen Wegpunkten. Statt Hinweise wie das klassische „in 200 Metern rechts abbiegen“ zu geben, weist es zum Beispiel auf gut sichtbare Geschäfte, Schilder oder ähnliche Wegpunkte hin. Und so heißt es dann „nach dem Starbucks rechts abbiegen“, was gerade Menschen mit weniger ausgeprägtem Orientierungssinn die Navigation deutlich erleichtert. Zudem integriert das Navi per Smartphone-Link interessante Informationen wie Benzinpreise, Radar- und Verkehrsinformationen und weist auf über 1,5 Millionen Points of Interest – von Geschäften über Restaurants und Museen bis zu Aussichtspunkten – hin.

Fazit: Praktisches Fahrassistenzsystem zum Nachrüsten

Insgesamt sorgt die Kombination aus Navigationsgerät und Dashcam nicht nur für mehr Freude beim Navigieren, sondern erhöht vor allem die Sicherheit beim Fahren. Die eingebaute Dashcam hilft dem Navi, sich zurechtzufinden und unterstützt den Fahrer durch weitere Sicherheitstechnologien wie den Spurhalteassistenten oder die Kollisionswarnung. Praktische Zusatzfunktionen wie die eingebaute Freisprecheinrichtung geben dem Fahrer zusätzliche Sicherheit. Und falls es trotz aller Vorsicht doch einmal zum Crash kommt, können Fahrer das Material – allerdings derzeit nicht von allen Gerichten akzeptiert – als Beweismittel einsetzen.

Ganz nebenbei kann die Fahrt gefilmt werden und falls unterwegs etwas Interessantes passiert – etwa ein Meteoriteneinschlag wie 2013 in Russland – lassen sich die Videos natürlich auch abspeichern und auf den PC übertragen, um sie von dort aus bei Youtube und Co. hochzuladen.