Notebook mit Full-HD-Display: Medion Akoya P7641 im Test

0

Mit dem Akoya P7641 hat Medion ein 17-Zoll-Notebook für den Office-Einsatz im Angebot. Es punktet mit gutem Display, ordentlicher Leistung und guter Ausstattung.

Wenn ich über Notebooks schreibe, stelle ich immer den Vergleich zu Apple-Produkten an. Denn Notebooks müssen, weil sie mobil sind, möglichst handlich und leicht sein. Das ist sicherlich nicht ganz fair gegenüber vielen PC-Notebooks, doch die meisten Hersteller haben längst gelernt, Apples schlankes Design zu kopieren oder sich wenigstens anderweitig mit eigenem Design zu befassen. Asus zum Beispiel. Oder HP. Medion hat in dieser Hinsicht auch dazugelernt, greift aber in vielen Fällen aus Kostengründen eher zum pragmatischen Notebook-Gehäuse; das Resultat sind in der Regel wenig attraktive Plastikklötze, die in Sachen Leistung jedoch absolut auf der Höhe der Zeit sind. So auch das 17-Zoll-Notebook Medion Akoya P7641: Mit einer Kantenlänge von 420 x 279 x 28 mm ist es ein wahrer Gigant, der nur in größeren Notebooktaschen Platz findet. Sein Dasein dürfte er daher eher als mehr oder weniger mobiler Desktop-Ersatz fristen und nicht als ständiger Begleiter. Ein Desktop im Notebook-Gehäuse, sozusagen. Zwar zerrt das Notebook mit Full-HD-Display mit 2,7 Kilo (plus Netzteil) ordentlich an der Schulter, für einen 17-Zöller ist es wiederum relativ leicht.

Notebook Full-HD

Spiegelfrei und scharf: Damit Programme, Fotos und Videos in voller Pracht erscheinen, ist das Medion Akoya P7641 mit einem matten 17,3-Zoll-Display ausgestattet.

Medion Akoya P7641: Leistung der oberen Mittelklasse

Unter der Haube hat das Medion Akoya P7641 einige hübsche Leistungsdaten zu bieten: Das Herz ist ein Intel Core i5-6200U Prozessor mit vier Kernen und 2,3 GHz Taktfrequenz auf der Skylake-Plattform. Das Gerät ist damit auf dem aktuellen Stand der Technik und besitzt ordentliche Leistungsreserven. Unterstützt wird der Prozessor von einer Intel-HD520-Chipsatzgrafik sowie einer leistungsmäßig in der unteren Mittelklasse einzuordnenden NVIDIA GeForce 930M mit einem Gigabyte Grafikspeicher. Die bringt zwar mehr Schub als die Chipsatzgrafik, ist aber nichts für aktuelle Spieletitel in voller Auflösung. Dank NVIDIA-Optimus-Technologie schaltet sich die GeForce ab, solange sie nicht benötigt wird. Das spart Strom, genau wie die 128-GB-SSD, auf der das Windows-10-Home-System vorinstalliert ist.

Notebook Full-HD

Medion Akoya P7641: Die leistungsstarke CPU der 6. Generation arbeitet mit bis zu 2,8 GHz und verfügt über die Intel Turbo-Boost-Technik 2.0.

Und so bringt es das Notebook laut Medion trotz seines großen und scharfen Displays mit 1.920 x 1.080 Pixeln (Full-HD) auf respektable sieben Stunden Akkulaufzeit. Die allerdings sind in der Praxis nur bei reduzierter Helligkeit und einfachen Aufgaben zu erzielen – das große Display nuckelt mit jedem Prozent zusätzlicher Helligkeit stärker am eingebauten Akku und ist der augenscheinlich größte Verbraucher im System. Im Normalbetrieb sind die sieben Stunden also bestenfalls bei wirklich niedriger Last und massiv reduzierter Display-Helligkeit erzielbar. Aber das ist ja auch bei deutlich teureren Produkten wie Apples MacBook nicht anders.

Notebook mit Full-HD-Display: Wenig Arbeitsspeicher und brauchbare Lautsprecher

Obwohl das Medion Akoya P7641 ansonsten für seine Preisklasse normal bis gut ausgestattet ist, hat Medion am RAM gespart: Die sechs Gigabyte Arbeitsspeicher sind nur deshalb zu verkraften, weil das System auf einer SSD läuft und die Auslagerungsprozesse daher so schnell abgewickelt werden, dass sie nicht weiter ins Gewicht fallen. Wer anspruchsvollere Aufgaben erledigen will, stößt hier aber schnell an seine Grenzen. Immerhin: Speichernöte beim Massenspeicher sollten so schnell nicht auftreten, die interne mechanische Festplatte, die neben der 128 Gigabyte großen System-SSD verbaut ist, fasst einen Terabyte.

Medion Akoya P7641

Medion Akoya P7641: Als Massenspeicher kommt eine 1.000 GB Festplatte (1 Terabyte) zum Einsatz, die beispielsweise 6.000 Dokumente, 250.000 Lieblingslieder, 100.000 Urlaubsfotos und 100 Stunden HD Filmvergnügen beherbergen kann – gleichzeitig!

Wer den Rechner als Office-PC und Multimedia-PC nutzen will, ist also hinreichend ausgestattet und hat massenhaft Platz für Fotos, Videos, Musik und natürlich Dokumente. Apropos Musik: Die eingebauten Lautsprecher des Akoya-Notebooks sind zwar keine Hi-Fi-Wunderwerke, aber durchaus ausreichend, um bei der Arbeit Musik in Zimmerlautstärke zu hören oder DVDs mit dem eingebauten DVD-Brenner zu schauen. Die Qualität der kleinen Speaker ist erstaunlich gut, sogar Bass ist in gewissem Umfang hörbar – vermutlich weil das große Gehäuse den Schallwellen genug Platz lässt. Für echten Audiogenuss sind aber wie bei allen Notebooks Kopfhörer oder externe Lautsprecher nötig.

Benchmark: Lüftergeräusche sind kaum hörbar

Das große Gehäuse, der starke, aber stromsparende Prozessor und die System-SSD sorgen für einen relativ leisen Betrieb: Zwar lüftet das Notebook permanent, sowohl im Akkubetrieb als auch beim Ladevorgang und im normalen Betrieb am Netzteil. Das Lüftergeräusch ist aber leise und schon bei den üblichen Hintergrundgeräuschen kaum noch hörbar.

Medion Akoya P7641 Notebook Full HD

Mit dem Internet verbinden Sie das Medion Akoya P7641 per WLAN 802.11ac und nutzen damit die aktuell schnellste Funktechnologie in diesem Bereich.

Ab und an schaltet sich der Lüfter auch ab. Immerhin: Unter Last – etwa mit dem Unigine-Heaven-Benchmark (Link) – bleibt der Lüfter selbst im „Ultra“-Modus mit Full-HD-Auflösung erstaunlich leise – obwohl der Grafikprozessor hier mit gerade einmal 10 FPS natürlich massiv an seine Grenzen kommt. Weniger schön ist die integrierte Chicklet-Tastatur. Sie erfüllt zwar ihren Zweck und hat einen leisen Anschlag, dürfte Vielschreiber allerdings trotzdem schnell ärgern, da die Tasten kaum Widerstand bieten und die gesamte Konstruktion etwas wacklig erscheint. Für Normalnutzer ist die Tastatur aber vollkommen ausreichend und wird von einem großen und präzisen Trackpad unterstützt – externes Zubehör wie Maus und Keyboard sind also nur für Spezialanwendungen nötig.

Medion Akoya P7641: Zuverlässiger Lastesel mit kleinen Mängeln

Insgesamt bietet das Medion Akoya P7641 zwar weder technische Finessen noch schönes Design, punktet dafür aber mit einem leistungsstarken Innenleben. Kleine Kritikpunkte sind – neben der schwachen RAM-Ausstattung – vor allem die USB-Ports, von denen es zwar drei gibt, aber nur einer den USB-3.0-Standard erfüllt. Ansonsten zeigt sich das Gerät erstaunlich anschlussfreudig: Per WLAN-AC und Gigabit-Ethernet ist eine rasante Verbindung ins Netzwerk und Internet sichergestellt, zudem verfügt das Gerät über einen HDMI- und einen VGA-Ausgang, wobei diese überholte Schnittstelle vermutlich besser durch einen Display-Port ersetzt worden wäre. Dafür bietet der Rechner ein gutes weil spiegelfreies und scharfes Full-HD-Display. Als günstiger Desktop-Ersatz eignet es sich daher vor allem als zuverlässiger Lastesel für Alltagsaufgaben wie Surfen und Office und bietet hier genug Leistungsreserven, um über viele Jahre gute Dienste zu leisten. Den Vergleich mit Apple-Gerätschaften sollte man in Anbetracht der niedrigen UVP von 799 Euro allerdings bleiben lassen – aber dafür ist das Medion P7641 auch nicht gemacht. Stattdessen bietet es souveräne Leistung für kleines Geld.

Lesetipp der Redaktion: Verdreckte Tastatur, fleckiges Display und ein verstaubter Lüfter: Notebooks verschmutzen im Alltag besonders schnell. Wie Sie Ihren Laptop richtig säubern, verrät Ihnen das Allyouneed Magazin in diesem Artikel.