Nintendo Labo: Pappe trifft Spielkonsole

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Nintendo Labo soll die Brücke zwischen moderner Spielkonsole und klassischem Bastelspaß schlagen. Wir zeigen, was es mit dem neuesten Streich der Japaner auf sich hat.

Videospiele verhindern Kreativität? Diese Aussage aus der Vorurteils-Mottenkiste will Nintendo einmal mehr widerlegen. Nintendo Labo erweitert die Hit-Konsole Nintendo Switch um … Pappe. Tatsächlich bringen die Japaner mit Labo eine Reihe von Bastelsets auf den Markt. Nintendo Labo kombiniert dabei klassische Videospiele mit kreativer Bastelei. Doch wie genau funktioniert das?

Nintendo Labo

Nintendo Labo kombiniert die Switch mit selbstgebastelten Papp-Spielzeugen.

Was ist Nintendo Labo?

Mit Labo stampft Nintendo eine neue Spielereihe für die erfolgreiche Switch-Konsole aus dem Boden. Doch statt eines klassischen Videospiels im Stile von Super Mario oder Pokémon setzt Nintendo Labo vor allem auf Basteleien aus Pappe. Jedes Labo-Set besteht neben einem Spielemodul für die Nintendo Switch aus einer Reihe von vorgestanzten Pappbögen. Aus diesen bastelt der Spieler Stück für Stück verschiedene Konstruktionen zusammen, die anschließend Teil eines Spiels sind. Der Switch-Touchscreen liefert dazu eine interaktive Bedienungsanleitung. So entsteht beispielsweise ein Klavier, ein Mini-Auto oder auch eine aufwendige Angelrute aus den Pappbögen.

In einem YouTube-Video stellt Nintendo das Grundkonzept von Labo vor:

Die fertigen Labo-Konstrukte nennt Nintendo „Toy-Cons“. Der Name ist Programm: Nintendo Labo ist im zusammengebauten Zustand nämlich nicht nur eine nett anzusehende Pappkonstruktion, sondern Teil diverser Minispiele. So können die Spieler beispielsweise auf dem Klavier wirklich Musik machen oder mit der Angelrute Fische aus virtuellen Untiefen angeln. Dazu integriert Nintendo die Switch-Konsole sowie die Joy-Con-Controller clever in die fertigen Labo-Erzeugnisse.

Nintendo Labo: Toy-Con-Haus

Die Bewohner des Toy-Con-Hauses reagieren auf Änderungen am Papp-Spiel.

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Joy-Cons als Herz der Toy-Cons

Der eigentliche Clou der Pappkonstruktionen entpuppt sich im Zusammenspiel mit den Joy-Cons. Die Controller der Nintendo Switch finden praktisch in allen Labo-Konstruktionen Platz und erwecken diese zum Leben. Labo zeigt dabei deutlich auf, welche technischen Finessen in den Joy-Cons stecken. Das schon erwähnte Piano erkennt beispielsweise anhand der Infrarotkamera im rechten Joy-Con der Switch, welche Tasten der Spieler anschlägt. Im Motorrad-Labo gibt der Spieler durch Drehen der in die Griffe eingesetzten Joy-Cons Gas.

Nintendo Labo Klavier

Das Klavier aus Pappe sieht nicht nur cool aus, der Spieler kann damit auch musizieren.

Selbst das Mini-Auto – und damit das wohl simpelste Labo-Projekt – profitiert von den Joy-Cons. Die Vibration der Controller sorgt dafür, dass sich das Auto fortbewegt, und auch die Infrarotkamera kommt zum Einsatz. So erlaubt diese nicht nur, dass das Auto automatisch Hindernisse erkennt, der Spieler kann auch über den Switch-Touchscreen checken, was der Controller gerade sieht – eine durchaus schöne Idee.

Joy-Con-Kamera

Sehen, was das Joy-Con sieht: Dank Nintendo Labo kein Problem.

Toll: Über den Switch-Touchscreen lassen sich nicht nur die Labo-Spiele steuern, sondern man kann auch jederzeit einen Blick in das Innenleben der Papp-Kunstwerke werfen. Der Blick hinter die Funktionsweise von Labo ist sicherlich nicht nur für Kinder interessant.

Nintendo Labo auf der Switch

Auf der Switch kann jederzeit ein Blick ins „Innere“ eines Labo-Projekts geworfen werden.

Toy-Con-Werkstatt: Der heimliche Star von Nintendo Labo

In seinen Grundzügen deutet Labo schon an, welche kreativen Möglichkeiten die neuen Spielzeuge mit sich bringen. Allerdings ist zu befürchten, dass die vorgegebenen Anleitungen zum Aufbau der Toy-Cons wenig Raum für kreative Freiheiten lassen. Nintendos Antwort darauf ist die Toy-Con-Werkstatt. Hierbei handelt es sich prinzipiell um eine einfache Möglichkeit, eigene Aktionen zu programmieren. Dabei können die Labo-Nutzer nicht nur auf die Pappvorlagen von Nintendo zurückgreifen, sondern eigene Lösungen erstellen. In einer Demo zeigt Nintendo, wie sich durch die Kombination der Joy-Cons mit einem Besenstiel (!) eine E-Gitarre nachstellen lässt. Im Video erklärt Nintendo die Grundlagen der Werkstatt:

Jedes Labo-Modul bietet über die Bedienoberfläche Zugriff auf die Werkstatt. Hier können die Nutzer über ein einfaches Interface eigene Labo-Ereignisse programmieren. Beispielsweise kann das Spiel bestimmte Töne abspielen, wenn die Knöpfe auf dem Joypad gedrückt werden. Auch Bewegungen der Joysticks oder der Joy-Cons selbst lassen sich mit Aktionen verknüpfen. Die Verknüpfung der Aktionen über den Touchscreen der Switch geht dabei leicht von der Hand. Was die Nutzer damit anstellen, ist allein ihrer Kreativität überlassen. Von einfachen Wenn-Dann-Konstrukten im Stile von „Wenn ich diesen Knopf drücke, beginnt der Joy-Con zu vibrieren“ bis hin zu kompletten Minispielen ist so ziemlich alles denkbar.

Labo-Werkstatt

Die Labo-Werkstatt erlaubt es, eigene Ideen mit Labo zu programmieren.

Unsere Prognose: Die Toy-Con-Werkstatt hat das Zeug dazu, der eigentliche Star von Nintendo Labo zu werden. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Nintendo-Fans auf YouTube und Co. ihre eigenen Konstruktionen teilen.

Zwei Toy-Con-Sets zum Start von Nintendo Labo

Zum Verkaufsstart Ende April bietet Nintendo zwei Toy-Con-Sets an. Vor allem das Multi-Set dürfte für Neulinge interessant sein. Insgesamt fünf verschiedene Labo-Modelle lassen sich damit realisieren, beispielsweise ein Klavier, eine Angelrute oder ein Motorrad. Zusätzlich bietet ein weiterer Bogen die Option zur freien Gestaltung, was sicherlich besonders im Zusammenspiel mit der Werkstatt von Interesse ist.

Eine ganze Nummer größer ist das Robo-Set. Hier verwandelt sich der Pappkarton zu einem kompletten Anzug, bestehend aus Rucksack, Kopfbedeckung und sogar Fußlaschen. Ziel des Mammut-Labos ist die Steuerung eines Kampfroboters im beiliegenden Spiel. Der soll den Bewegungen des Spielers eins-zu-eins folgen und damit die Nintendo-typische Bewegungssteuerung auf ein ganz neues Niveau heben. Die Idee, einen Roboter per Papp-Anzug zu kontrollieren, klingt auf jeden Fall vielversprechend. Man darf gespannt sein, wie viel Gameplay Nintendo ins Robo-Set packt.

Nintendo Labo-Robo-Set

Das Nintendo Labo-Robo-Set gibt dem Spieler die Kontrolle über einen Kampfroboter.

Nintendo Labo Fazit

Mit Labo hat Nintendo ein hochinteressantes Eisen für seine erfolgreiche Switch-Konsole im Feuer. Die Kombination aus Bastelei, Konsolenspiel und Programmieren hat das Zeug dazu, Kinder wie Erwachsene gleichermaßen zu faszinieren. Vor allem die Möglichkeiten, die die Labo-Werkstatt eröffnet, sind beinahe unendlich. Schon die beiden Starter-Sets sind höchst interessant. Doch das muss noch nicht alles sein: Die Idee, aus einfacher Pappe immer neue Spielmöglichkeiten zu schaffen, hat gigantisches Potenzial. Wir sind gespannt, welche Ideen die Japaner in Zukunft mit Labo umsetzen – und was sich die Gamer mit der Toy-Con-Werkstatt ausdenken.

Fotos: Nintendo

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