Nikon Coolpix: Die drei mit dem Superzoom

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Superzoomer sind out? Mitnichten: Mit Coolpix P610, L340 und L840 hat Nikon gleich drei neue Modelle der kompakten Kameras mit enormem Zoomfaktor auf den Markt gebracht. Deren technische Daten können sich sehen lassen – und sind dank hoher Bild- und Bedienqualität besonders auf Reisen durchaus eine günstige Alternative zu System- und Spiegelreflexkameras.

Superzoom- und Bridgekameras zählen neben digitalen Kompaktkameras zur ältesten Digitalkamera-Klasse überhaupt. Das allerdings muss nichts heißen: Nachdem diese Kameraklasse, die die Technik von Kompaktkameras mit enormen Zoomoptiken verbindet, in den letzten Jahren ein wenig ins Hintertreffen geraten war, ist nun die Zeit für ein Comeback. Denn nicht jeder Fotograf wünscht sich die teure und schwere Wechseloptik samt Objektivpark, die bei CSC- und DSLR-Kameras Pflicht ist. Gerade auf Reisen oder als praktische Allrounder können Superzoomer durchaus eine Alternative sein – zumal die aktuelle Generation trotz kleiner Sensoren inzwischen mit durchaus akzeptabler Fotoqualität punktet. Und weil die Hersteller – in diesem Fall Nikon (Link) – nun auch darauf achten, dass sich nicht zu viele Pixel auf den 1/2,3-Zoll-Sensoren tummeln. Andererseits sind die Objektive trotz der enormen Zoomfaktoren ausreichend lichtstark, wodurch Bildrauschen im Keim erstickt wird. Nikons P610, L340 und L840 sind solche Kameras – und treten pünktlich zur Ferienzeit als praktische Urlaubskameras an.

Nikon Coolpix P610

Zoomfaktor 60 – was wie der Name eines drittklassigen Nachtclubs klingt, ist der Unique Selling Point der Nikon Coolpix P610: 24 bis 1.440 mm äquivalent Kleinbildformat leistet das Objektiv, wodurch die P610 nicht nur weit entfernte Objekte nah heranholt, sondern durch den großen Weitwinkelbereich auch riesige Objekte wie Kathedralen oder Hochhäuser vollständig ablichten kann.

Nikon Coolpix P610: Schwenken Sie die Kamera bei der Aufnahme vertikal oder horizontal, um dynamische Panoramaaufnahmen von beeindruckenden Landschaften zu erstellen.

Durch die relativ niedrige Pixelzahl – Nikon gibt 16 Megapixel an – drängen sich verhältnismäßig wenig Pixel auf dem rückwärtig beleuchteten CMOS-Sensor, was der Bildqualität bei schlechtem Licht zugutekommt. Die Lichtstärke des Objektivs ist mittelmäßig: Mit F=3,3 im Weitwinkel- bis F=6,5 im Telebereich ist das Objektiv nur durchschnittlich lichtdurchlässig. Dafür bieten ISO-Werte bis 1.600 (erweiterbar bis 6.400) und der Dual-Detect-Bildstabilisator genug Spielraum, um auch bei schlechtem Licht noch ansprechende Bilder zu schießen. Der elektronische Sucher sowie der 3 Zoll große, hochauflösende, neig- und drehbare Monitor lösen mit jeweils 921.000 Bildpunkten auf, wodurch nahezu jede Perspektive möglich ist. Praktisch sind das integrierte Wi-Fi und die NFC-Unterstützung, die für eine schnelle Übertragung der Bilder an Tablet und Smartphone sorgen. Geotagging erfolgt dank GPS direkt auf der Kamera. Natürlich nimmt die P610 auch Filme im Full-HD-Format mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf.

Nikon Coolpix L340

Auch bei der Coolpix L340 wird Zoom groß geschrieben, allerdings konzentrierte sich Nikon hier weniger auf gigantische Zoomleistung als vielmehr auf eine stimmige Gesamtkomposition der Kamera. So ist die 28-fach-Zoomoptik mit einer Lichtstärke von F=3,1 bis F=5,9 für einen Superzoomer relativ hoch, hinzu kommt ein enormer Weitwinkelbereich von 22,5 Millimetern, der sich bei Städtereisen und Naturpanoramen als außerordentlich nützlich erweisen dürfte.

Nikon Coolpix L340
: Die Stromversorgung erfolgt über Akkus bzw. Batterien der Größe AA, die weltweit überall erhältlich sind. Es besteht also keine Gefahr, dass der Kamera im Urlaub plötzlich der Strom ausgeht.

Nikon Coolpix L340
: Die Stromversorgung erfolgt über Akkus bzw. Batterien der Größe AA, die weltweit überall erhältlich sind. Es besteht also keine Gefahr, dass der Kamera im Urlaub plötzlich der Strom ausgeht.

Im Telebereich leistet die Kamera 630 mm äquivalent Kleinbild, ist also trotz des vergleichsweise kurzen Zooms durchaus in der Lage, entfernte Objekte nah heranzuholen. Der Bildsensor der L340 fasst 20 Megapixel, die sich, wie bei dieser Kameraklasse üblich, auf einem Kompaktsensor drängen. Sie werden allerdings nicht übermäßig in Anspruch genommen: Bei ISO 1.600 ist Schluss, was der Bildqualität zugutekommt, genau wie der VR-Bildstabilisator, der auch im Telebereich und bei schlechtem Licht verwacklungsfreie Bilder ermöglicht. Auf einen optischen oder elektronischen Sucher hat Nikon bei der L340 verzichtet, dafür sorgt das 3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 460.000 Pixeln für eine genaue Fokussierung. Die kleine Nikon-Bridgekamera filmt leider nicht in Full HD: Bei 720p-Auflösung ist Schluss. Dafür ist sie relativ preiswert.

Nikon Coolpix L840

Etwas teurer, aber auch leistungsstärker ist die Nikon Coolpix L840: Anders als ihr kleiner Bruder besitzt sie nicht nur einen rückwärtig beleuchteten CCD-Bildsensor mit „nur“ 16 Megapixeln für eine bessere Bildqualität bei schlechtem Licht, sondern verfügt mit einer Lichtstärke von F=3 im Weitwinkel- und F=6,5 im Telebereich über die lichtstärkste Optik der drei hier vorgestellten Superzoomer.

Nikon Coolpix L840: Dank des seitlichen Zoomschalters können Sie den Zoom mit der linken Hand steuern und somit ein Verwackeln der Kamera vermeiden.

Nikon Coolpix L840: Dank des seitlichen Zoomschalters können Sie den Zoom mit der linken Hand steuern und somit ein Verwackeln der Kamera vermeiden.

Genau wie die L340 ist die L840 mit einem 22,5 Millimeter-Weitwinkelobjektiv ausgestattet, das große Objekte zuverlässig auf den 1/2,3-Zoll-Sensor bannt. Im Zoom sind bis zu 855 mm äquivalent Kleinbild drin, woraus sich ein 38-fach-Zoom ergibt. Die L840 besitzt ein neigbares Display mit 921.000 Pixeln, auf einen optischen oder elektronischen Sucher hat Nikon auch hier verzichtet. Dafür gibt es wie bei der P610 eine Wi-Fi- und NFC-Unterstützung, die die Verbindung zum Smartphone erheblich erleichtert, sowie eine Full-HD-Filmfunktion mit 1080p und bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Auf GPS hat Nikon bei der L840 leider verzichtet. Nichtsdestotrotz bietet die Kamera für alle reisenden Fotofans einen guten Kompromiss aus Leistung und Preis. Denn auch die L840 ist sehr preiswert, zumal sie zusätzlich über spezielle Motivprogramme wie „Vogel“ und „Mond“ verfügt.