Ratgeber: So löschen Sie den Verlauf von Netflix und Amazon Prime Video

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Die Streaming-Dienste Netflix und Amazon Prime Video haben in vielen Haushalten längst den BluRay-Player abgelöst und auch den Gang zur benachbarten Videothek kann man sich mittlerweile getrost sparen. Manchmal nervt allerdings der Verlauf der Dienste, der aufgrund bereits gesehener Filme und Serien Vorschläge macht. Wir zeigen, wie Sie den Verlauf löschen können.

Die Streaming-Dienste Netflix und Amazon Prime Video erobern seit rund zwei Jahren die Wohnzimmer der Republik – und das zu Recht. Hervorragende Serien aus Eigenproduktion und der ständige Zugriff auf zahlreiche Filme per Internet haben inzwischen nicht nur den optischen Medien das Wasser abgegraben, sondern auch klassische Videotheken und nicht zuletzt illegale Streamingseiten obsolet gemacht. Vorbei die Zeiten, als man wegen einer Serie oder eines Films in die düsteren Stadtviertel ausrücken musste, um stundenlang vor meterlangen Regalen mit DVD-Boxen zu stehen. Vorbei auch die Zeiten, in denen man auf illegale Streamingseiten zurückgreifen musste.

Lesetipp der Redaktion: Sie möchten lieber Ihren kompletten Netflix-Account löschen? Wir zeigen, wie Sie Netflix kündigen und das Abo deaktivieren können.

Netflix

Laut eigenen Angaben ist Netflix – der größte Internet-TV-Anbieter in weltweit mehr als 190 Ländern mit über 83 Millionen Mitgliedern. Diese schauen täglich über 125 Millionen Stunden Filme und TV-Serien, darunter Originalserien, -dokumentationen und -spielfilme.

Insofern haben Netflix und Prime das Leben deutlich leichter gemacht. Ich persönlich verwende beides. Netflix hat die besseren Serien im Angebot. Amazon Prime hingegen kostet nur 50 Euro im Jahr und bietet Mitgliedern den Vorteil, dass Pakete schneller zugestellt werden. Zudem gibt es hier oft die besseren Filme. Wohl deshalb besitzt Amazon beim Streaming in Deutschland den größten Marktanteil: 17 Millionen Deutsche haben Prime abonniert, wohingegen die Zahl der Netflix-Kunden hierzulande mit rund 2 Millionen deutlich niedriger ist.

Es lohnt sich allerdings, beide zu abonnieren. Viele Top-Serien neueren Datums sind Eigenproduktionen der Dienste und dementsprechend nur bei Amazon oder Netflix in bester HD-Qualität zu sehen. Zudem besitzt Amazon eine Leih-Videothek, bei der kostenpflichtige, besonders aktuelle Filme wie in einer Videothek ausgeliehen werden können.

Amazon Prime Video

Amazon Prime Video: Bullyparade – Der Film ist eine Produktion der herbX film in Co-Produktion mit Warner Bros. Film Productions Germany in Zusammenarbeit mit Amazon Prime Video. Zum ersten Mal beteiligt sich ein Video-Streaming-Service an einer deutschen Kino-Blockbuster-Produktion.

Allerdings ist auch bei den beiden populären Streaming-Diensten nicht alles perfekt. Besonders das Empfehlungsmanagement kann Anwender ordentlich piesacken.

Das Problem mit den Empfehlungen

Eigentlich wollen Amazon Prime Video und Netflix den Streaming-Kunden das Leben erleichtern – und blenden deshalb auf Basis der bereits gesehenen Inhalte Filme und Serien ein, die den Zuschauer ebenfalls interessieren könnten. Vergleichbare Funktionen gibt es in aller Regel auch bei vielen Online-Shops, allerdings sind sie hier oft deutlich treffsicherer. Woran das liegt? Nun: Sowohl bei Netflix als auch bei Amazon Prime Video werden Inhalte und Verknüpfungen redaktionell gepflegt, ein internes Tagging erkennt Ähnlichkeiten, die aber in der Praxis nicht selten meilenweit von der Realität entfernt sind.

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Ein Beispiel: Ich mag die anarchische Trickfilmserie „Family Guy“ und schaue mir regelmäßig Folgen auf Netflix an. Genau deshalb empfiehlt mir Netflix nun Filme und Serien, die mich möglicherweise ebenfalls interessieren könnten. Hier zeigt sich, wie lausig das interne Tagging ist. Scheinbar gibt es ein Tag für „Parodie“, ein Tag für „Komödie“ und Tags für die einzelnen Schauspieler. So spricht die attraktive Mila Kunis im amerikanischen Original der Serie Peters Griffins Tochter Meg, und schon greift die fatale Netflix-Logik. „Comedy“ UND „Mila Kunis“? Ich MUSS mich also für die 90s-Comedy-Serie „Die wilden 70er“ interessieren – da hat Frau Kunis nämlich vor fast 20 Jahren mitgespielt. Das Problem dabei: Ich fand die Serie immer doof, der Humor ist mir zu prüde. Gleiches gilt für die restlichen Empfehlungen. Reihenweise werden mir Filme der unsäglichen „Movie“-Reihe angezeigt: „Scary Movie 3“, „Ghost Movie 2“ oder „Die Pute von Panem“. Dazwischen taucht dann aus mir völlig schleierhaften Gründen „The Dark Knight Rises“ auf. Es ist zum Verzweifeln!

Empfehlungsmanagement stößt an seine Grenzen

Das Problem betrifft sämtliche Empfehlungen – nicht nur bei Netflix, sondern eben auch bei Amazon Prime Video. Bei Komödien oder Comedy im Allgemeinen tritt es allerdings am stärksten zutage. Humorempfinden ist ausgesprochen subjektiv, weshalb das Empfehlungsmanagement hier offensichtlich am schlechtesten greift. Hinzu kommt: Nur, weil ich mir einen Film komplett angeschaut habe, heißt das ja nicht, dass ich ihn mochte und deshalb in Zukunft ähnliche Filme sehen möchte. Als wäre das alles nicht schon genug, kommt dazu noch der Mitnutzer-Horror. Ich habe Amazon Prime Video und Netflix auf einem FireTV-Stick eingerichtet. Wenn meine Freundin (über mein Profil) einen Film mit Julia Roberts oder Anne Hathaway angeschaut hat, werden mir monatelang Chick-Flicks und Stöckelschuh-Stolperkomödien empfohlen. Würden noch mehr Personen im Haushalt leben und das Streaming nutzen, wäre das Empfehlungsmanagement vermutlich endgültig zum Scheitern verurteilt.

So geht es: Netflix Verlauf löschen

Zum Glück hat Netflix an diese Option gedacht – und eine Möglichkeit implementiert, um allzu nervige Empfehlungen loszuwerden. Nach dem Login auf dem Rechner oder Tablet werden auf der „Meine Aktivität“-Seite des Dienstes alle Filme und Serien aufgelistet, die man sich bereits angeschaut hat. Hier findet sich dann auch der Grund für die nervigen Empfehlungen, etwa bestimmte Serien oder Filme. Klicken Sie einfach auf das „X“-Symbol rechts neben dem Film oder der Serie, um sie aus dem Verlauf zu entfernen. Anschließend werden keine weiteren Empfehlungen auf Basis dieses Films oder der Serie mehr angeboten.

Netflix Verlauf löschen

Netflix: Durch Klicken auf das X können Sie einzelne Filme ausblenden. Nachdem Sie einen Titel auf der Seite „Was Sie sich angesehen haben“ ausgeblendet haben, wird dieser nicht mehr unter „Kürzlich angesehen“ oder „Weiterschauen“ angezeigt und auch nicht mehr für das interne Empfehlungsmanagement verwendet.

Die Netflix-Apps auf den verschiedenen Smart-TV- oder Mobilgeräte-Plattformen leiten zu diesem Zweck ebenfalls auf die Netflix-Website um: Klicken Sie auf „Konto“ und wählen Sie unter „Mein Profil“ den Link „Was Sie sich angesehen haben“, um die Titel zu löschen. Praktischerweise werden bei Serien gleich sämtliche Folgen und Staffeln gelöscht, sodass das lästige Durchklicken aller Einzelfolgen entfällt.

Hinweis: Bis das gelöschte Empfehlungsmanagement auf allen Endgeräten greift, können allerdings bis zu 24 Stunden vergehen.

So geht es: Amazon Prime Video Verlauf löschen

Auch Amazon Prime Video bietet eine entsprechende Option an, mit der sich lästige Empfehlungsgrundlagen entfernen lassen. Öffnen Sie dazu die Amazon-Website und loggen Sie sich ein. Klicken Sie anschließend auf „(Name) Amazon“, also etwa „Christians Amazon“ in der Menüzeile. Daraufhin sehen Sie ein neues Menü, in dem Sie den Punkt „Verbessern Sie Ihre Empfehlungen“ finden.

Amazon Prime Video Verlauf löschen

Amazon Prime: Über „Verbessern Sie Ihre Empfehlungen“ suchen Sie den betreffenden Inhalt aus und wählen „Nicht für Empfehlungen berücksichtigen“.

Hier verbirgt sich das Empfehlungsmanagement, allerdings nicht nur für Videos, sondern für sämtliche Amazon-Produkte. Ein weiterer Klick auf „Videos, die Sie gesehen haben“ zeigt alle Videos an, die Sie im Rahmen des Prime-Programms (kostenpflichtige Leihvideos inklusive!) angeschaut haben. Diese können Sie mit dem Haken „Nicht für Empfehlungen berücksichtigen“ deaktivieren.

Verlauf löschen: Gelegentliches Aufräumen lohnt sich

Egal ob bei Amazon Prime Video oder bei Netflix: Nach dem Ausklammern bestimmter Titel werden auf Basis dieser Filme oder Serien keine Empfehlungen mehr vergeben. Bei gemeinsamer Nutzung mit dem Partner oder Kindern im Haushalt kann das eine echte Wohltat sein. Und auch eigene „Schandtaten“ lassen sich damit bereinigen, etwa das Anschauen drittklassiger B-Movies nach einigen Gläsern Bier. So oder so ist es durchaus sinnvoll, den Verlauf von Zeit zu Zeit zu löschen, auch um Platz für neuere, möglicherweise realitätsnähere Angebote zu schaffen.

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Fotos: iStockPhotos/ herbX film, Marco Nagel

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