MX Anywhere 2: Kabellose mobile Maus für Windows und Mac

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Eine PC-Maus für jedes Device? Das ist voll 2014! Die Logitech MX Anywhere 2 verbindet sich kabellos mit bis zu drei Geräten parallel. Auch sonst will der Logitech-Nager mit innovativer Technik und guter Haptik glänzen. Ob das funktioniert, klärt unser Test.

Ein Touchscreen am Tablet, ein Trackpad am Notebook – wozu brauche ich eigentlich noch eine PC-Maus? Um es kurz zu machen: Für alles! So schön moderne Eingabemethoden in vielen Situationen auch sein mögen, für das produktive Arbeiten greife ich systemübergreifend noch immer am liebsten zur Maus. Lediglich der Wechsel zwischen verschiedenen Geräten nervt, muss ich doch für jedes Device auf meinem Tech-Nerd-Schreibtisch einen eigenen Nager abstellen.

PC-Maus im zweiwöchigen Belastungstest

Die MX Anywhere 2 von Logitech will genau damit Schluss machen: Sie verbindet sich nicht nur kabellos mit bis zu drei Geräten, sie soll dank der integrierten Darkfield-Technologie auch auf so gut wie jeder Oberfläche funktionieren. Nach mehreren Wochen im Praxiseinsatz kann ich schon hier verraten: Logitech verspricht nicht zu viel.

Logitech MX Anywhere 2: Der erste Kontakt

Die Logitech MX Anywhere 2 ist eindeutig als Maus für Reisende ausgelegt. Mit einer Höhe von knapp sechs und einer Breite von rund zehn Zentimetern passt sie problemlos in jede Laptoptasche, wo sie mit ihren rund 106 Gramm auch kaum ins Gewicht fällt. Logitech verbaut einen nicht wechselbaren Akku, der über das mitgelieferte Micro-USB-Kabel geladen wird. Der Hersteller verspricht, dass eine Akkuladung bis zu zwei Monate ausreicht. Ich hatte die Maus rund zwei Wochen im Test und musste sie in dieser Zeit nicht einmal auftanken – das dürfte für die meisten Anwender problemlos ausreichen.

Logitech MX Anywhere 2 verbinden

Der wiederaufladbare Akku der Logitech MX Anywhere 2 hält bis zu zwei Monate durch und schon nach einer Ladezeit von nur einer Minute über USB-Kabel kann das Gerät für weitere zwei Stunden genutzt werden.

Optisch zeigt sich die Logitech MX Anywhere 2 schlicht-elegant und setzt auf eine Kombination aus Schwarz- und Brauntönen. Auffällig und gleichzeitig förderlich für die Haptik ist die seitliche Daumenablage. Diese besteht aus einer gummierten Oberfläche mit einer prismenartigen Struktur und bietet einen angenehmen Grip. Darüber befinden sich gut erreichbar zwei Seiten-Tasten, die standardmäßig beispielsweise die Vor- und Zurück-Funktion im Browser übernehmen. Linkshänder schauen aber einmal mehr in die Röhre, die MX Anywhere 2 ist nämlich (wie die meisten Computermäuse) für die Bedienung mit rechts ausgelegt.

MX Anywhere 2 PC-Maus Test

Das kompakte, ergonomisch geformte Design und die gummierte Oberfläche sorgen für Komfort und Kontrolle auch bei intensiver und langer Nutzung.

Die beiden Haupt-Maustasten lassen sich gut erreichen und bieten einen angenehmen Hub. Etwas Besonderes hat sich Logitech beim Mausrad ausgedacht. Standardmäßig läuft dieses mit einer typischen Rasterung mit leichtem Widerstand. Per Klick auf das Rad wechselt dieses in einen rasterlosen Modus, der wahlweise besonders weiches oder schnelles Scrollen ermöglicht – was vor allem bei der Bearbeitung großer Dokumente oder beim Lesen umfangreicher Websites ein Segen ist.

PC-Maus im Test. Das Scrollrad der MX Anywhere 2 ermöglicht schnelle Auf- und Abwärtsbewegungen und macht es Ihnen besonders einfach, lange Dokumente und Webseiten zu überfliegen.

PC-Maus im Test. Das Scrollrad der MX Anywhere 2 ermöglicht schnelle Auf- und Abwärtsbewegungen und macht es Ihnen besonders einfach, lange Dokumente und Webseiten zu überfliegen.

Etwas weniger angetan bin ich im Praxistest von der Möglichkeit, das Mausrad auch nach links und rechts kippen zu können. Damit lässt sich beispielsweise seitliches Scrollen in Dokumenten oder auf Bildern realisieren. Das funktioniert zwar, allerdings wirkt das Rad dadurch ein wenig klapprig – ansonsten macht die Verarbeitung der Maus aber einen tadellosen Eindruck.

Nichts zu meckern gibt es hingegen an der zusätzlichen Taste unter dem Mausrad. Diese fungiert standardmäßig zur Ausführung von Mausgesten. Über die Software Logitech Options (mehr dazu weiter unten) lassen sich damit nahezu beliebige Aktionen ausführen, indem die Taste gedrückt und die Maus gleichzeitig bewegt wird. Ist das nicht erwünscht, kann die Taste aber auch mit anderen Funktionen belegt werden, beispielsweise einem Mittelklick.

PC-Maus im Test: Verbindungsfreudig und flexibel

Wie eingangs erwähnt, verbindet sich die Logitech MX Anywhere 2 auf Wunsch mit bis zu drei Geräten parallel. Dazu stehen zwei Funktechnologien zur Verfügung: klassisch per Bluetooth oder über den mitgelieferten „Unifying-Receiver“ von Logitech. Dabei handelt es sich um einen fingernagelgroßen Empfänger, der im USB-Port von PC oder Laptop Platz findet. Das ist vor allem dann praktisch, wenn der Computer keine eigene Bluetooth-Unterstützung mitbringt. Außerdem bietet der Unifying-Receiver die Möglichkeit, weitere Geräte aus Logitechs Portfolio zu verbinden, beispielsweise kabellose Tastaturen oder auch eine weitere Maus. Die Bluetooth-Option ist hingegen vor allem beim Einsatz der MX Anywhere 2 an Tablets sowie Media-Boxen wie dem Nvidia Shield TV von Vorteil, die traditionell über keine oder zumindest nur wenige USB-Ports verfügen.

Test MX Anywhere 2 Maus

Dank Dual-Konnektivität lässt sich die Maus über den mitgelieferten Pico Unifying Receiver oder Bluetooth Smart Technologie mit Windows- und Mac-Computern verbinden.

Der Wechsel zwischen den gepairten Geräten erfolgt über einen kleinen Knopf an der Unterseite der MX Anywhere 2. An der Funk-Front gibt es gleich zwei erfreuliche Dinge zu berichten: Nicht nur erfolgt das Umschalten mit einer in der Praxis nicht merkbaren Verzögerung, es gibt auch keinen spürbaren Unterschied zwischen der Verbindung via Bluetooth oder der per Unifying-Receiver. Egal, ob ich die Maus per Bluetooth mit meinem MacBook, einem Windows-10-PC oder einem Android-Tablet koppele, die Verbindung erfolgt stets verzögerungs- und ruckelfrei.

Logitech Easy Switch

Die MX Anywhere 2 von Logitech kann mit bis zu drei Geräten gleichzeitig gekoppelt werden – über den Logitech Easy Switch können Sie dann bequem zwischen Desktop, Laptop und Tablet wechseln.

Allerdings trüben zwei kleinere Wermutstropfen das ansonsten ausgezeichnete Gesamtbild. Zum einen setzt Logitech bei der MX Anywhere 2 auf das energiesparende Bluetooth-Smart-Protokoll. Unter Windows wird dieses erst ab Windows 8 unterstützt, sodass Windows-7-Fans auf die Verbindung der Maus via USB-Empfänger angewiesen sind. Außerdem habe ich bei der Kopplung mit einem 2015er MacBook Pro in unregelmäßigen Abständen das Problem, dass ich das Bluetooth-Pairing der Maus wiederholen muss. Fairerweise möchte ich sagen, dass unklar ist, ob es sich dabei um ein Problem von macOS, der MX Anywhere 2 oder des MacBooks handelt, unerwähnt bleiben soll es aber an dieser Stelle nicht.

Logitech MX Anywhere 2 in der Praxis: Schnell, präzise, gut

Solange die Verbindung zwischen Maus und PC (oder Tablet, oder Smartphone oder …) steht, kann mich die MX Anywhere 2 aber uneingeschränkt überzeugen. Nicht nur liegt die Maus trotz ihrer kompakten Maße wunderbar in der Hand, sie erlaubt auch präzises Arbeiten in so ziemlich jedem Szenario. Erfreulich: Trotz des flachen Profils komme ich mit meinen vergleichsweise großen Pranken auch im Desktop-Einsatz hervorragend mit der Maus zurecht. Selbst nach längeren Photoshop-Sitzungen ermüdet die Hand nicht, was eindeutig für das Design der Logitech-Maus spricht.

Selbst den Gaming-Test mit schnellen Shootern wie Doom besteht die MX Anywhere 2 erstaunlich gut. Natürlich werden Pro-Gamer weiterhin zu kabelgebundenen Nagern greifen, Gelegenheitszocker kommen meiner Meinung nach aber problemlos mit der Maus zurecht.

PC-Maus im Test: Die MX Anywhere 2 punktet mit dem „Darkfield“-Sensor

Ein Highlight ist für mich der verbaute „Darkfield“-Sensor. Anders als typische Laser-Mäuse, funktioniert die MX Anywhere 2 auf nahezu jeder Oberfläche. Im Test reagiert die Maus auf einem Holztisch ohne Mauspad genauso gut wie auf einer Glasplatte oder beim „Hosenbein“-Einsatz im Zug. Selten habe ich eine Maus benutzt, die im positiven Sinne so anspruchslos bei der Wahl der Bedienoberfläche ist – top!

Da die MX Anywhere 2 mit einem Darkfield Laser Sensor ausgestattet ist, funktioniert sie auf nahezu jeder Oberfläche, sogar auf Glas oder dem eigenen Hosenbein.

Da die MX Anywhere 2 mit einem Darkfield Laser Sensor ausgestattet ist, funktioniert sie auf nahezu jeder Oberfläche, sogar auf Glas oder dem eigenen Hosenbein.

Logitech liefert Software vom Feinsten

Was nutzt die beste Hardware, wenn man sie nicht vernünftig den eigenen Vorlieben anpassen kann? Genau hier hat man sich bei Logitech offenbar Gedanken gemacht und mit Logitech Options eine wirklich feine Konfigurations-Software für die MX Anywhere 2 entwickelt. Das für Windows und macOS verfügbare Tool erlaubt es nicht nur, die Empfindlichkeit der Maus sowie des Scrollrads detailliert einzustellen, auch die Tasten der MX Anywhere 2 lassen sich nach Belieben konfigurieren. Dabei bietet Logitech Options auch Zugriff auf Betriebssystem-spezifische Funktionen. Beispielsweise kann ich unter macOS die Fensterübersicht von Mission Control auf eine Taste legen oder in Windows 10 zwischen den virtuellen Desktops hin- und herschalten.

Vor allem als MacBook-Fan habe ich nach kurzer Zeit die Gestentaste der MX Anywhere 2 zu schätzen gelernt. Damit lassen sich ganz einfach die Trackpad-Gesten von macOS nachbilden, was in der Praxis erstaunlich gut funktioniert. Schiebe ich die Maus beispielsweise bei gedrückter Gestentaste nach unten, sehe ich die gerade geöffneten Programmfenster.

Auch Tastenkombinationen der Tastatur lassen sich einfach auf die Maus legen. Das ist besonders praktisch, da die Logitech Options Profile für unterschiedliche Programme erlaubt. In Photoshop per Klick auf eine Maus-Sondertaste ein oft benutztes Werkzeug auswählen, in Word per Copy & Paste-Shortcut effizienter arbeiten und im Browser die Gesten-Taste als klassischen Mittelklick verwenden? Mit ein wenig Feintuning kein Problem.

PC-Maus: Mein persönliches Test-Fazit

Logitech hat mit der MX Anywhere 2 wirklich ganze Arbeit geleistet. Die PC-Maus liegt nicht nur toll in der Hand, sie überzeugt auch mit einer Top-Verarbeitung und einer wirklich ausgereiften und durchdachten Software. Die Möglichkeit, die MX Anywhere 2 kabellos mit bis zu drei Geräten zu verbinden, macht sie zur eierlegenden Wollmilchsau unter den Computermäusen. Lediglich die gelegentlichen Bluetooth-Aussetzer am MacBook und das etwas wackelige Scrollrad lassen die MX Anywhere 2 haarscharf an der Perfektion vorbeischrammen.

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