Fotografie: Die besten Makro-Tipps für Einsteiger

0

Wer noch nie mit seiner Kamera Makrofotos aufgenommen hat, hat eine Menge verpasst! Pflanzen, Insekten, Wasser, Licht, Oberflächen aller Art: Die Makrofotografie bietet unendlich viele spannende Motive. Und das Beste: Für den Einstieg brauchen Sie noch nicht einmal teures Equipment. Schnappen Sie sich einfach Ihre Kompaktkamera!

Was sind eigentlich Makrofotos?

Dass Makrofotos kleine Dinge sehr groß darstellen, weiß jeder. Doch ist jede Nahaufnahme von kleinen Gegenständen automatisch ein Makrofoto? Mitnichten!

Pflanzen, Insekten, Wasser, Licht, Oberflächen aller Art: Die Makrofotografie bietet unendlich viele spannende Motive.

Pflanzen, Insekten, Wasser, Licht, Oberflächen aller Art: Die Makrofotografie bietet
unendlich viele spannende Motive.

Wie in Deutschland üblich, regelt eine Norm, wann es sich bei einer Aufnahme um ein Makrofoto handelt. So besagt die DIN 19040, dass eine Makroaufnahme im Maßstabsbereich zwischen 1:10 bis 10:1 liegt. Bei einem Maßstab von 1:1 würde ein Gegenstand in Originalgröße abgelichtet.

Welche Ausrüstung braucht man für die Makrofotografie?

Wer in die Makrowelt einsteigen will, braucht eigentlich nur eine handelsübliche digitale Kompaktkamera mit Makrofunktion. Diese Kameras verfügen über eine sehr geringe Naheinstellgrenze.

Das bedeutet: Sie können bis auf wenige Zentimeter an das Motiv herangehen. Die Kameraautomatik kann das Motiv trotz der geringen Distanz noch scharfstellen. So lassen sich beispielsweise schöne Makroaufnahmen von Blumen machen. Für den Einstieg in die Makrofotografie sind Kompaktkameras also eine gute Wahl!

Wie macht man mit einer DSLR Makroaufnahmen?

Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) können Sie sich einem Objekt nicht bis auf wenige Zentimeter nähern. Hier liegt die Naheinstellgrenze je nach Objektiv bei rund 50 Zentimetern. Sie müssten das Objekt also mit einer sehr großen Telebrennweite fotografieren, damit ein Makrofoto gelingt. Mit einem Standardobjektiv funktioniert das nicht. Wer mit solchen Kameras Makros aufnehmen will, braucht mindestens ein „makrofähiges Objektiv“ – erkennbar am „Makro“-Aufdruck.

DSLR: Wer mit solchen Kameras Makros aufnehmen will, braucht mindestens ein „makrofähiges Objektiv“ - erkennbar am „Makro“-Aufdruck.

DSLR: Wer mit solchen Kameras Makros aufnehmen will, braucht mindestens ein
„makrofähiges Objektiv“ – erkennbar am „Makro“-Aufdruck.

Viele Universal-Zoomobjektive (zum Beispiel mit einer Brennweite von 18 – 200 mm) bringen solch eine Funktion mit. Makrofähige Objektive arbeiten mit optischen Tricks, damit Motive mit einem Abbildungsmaßstab von 1:4 fotografiert werden können. Die Naheinstellgrenze wird im Vergleich zu „normalen“ Objektiven verringert, zum Beispiel auf 30 Zentimeter. Dadurch wird der Abbildungsmaßstab vergrößert.

Was ist der Unterschied zwischen makrofähigen und echten Makroobjektiven?

Echte Makroobjektive sind fast immer Festbrennweiten – sie bringen also kein Zoom mit. Die Abbildungsqualität ist deutlich höher als bei Standardobjektiven, weshalb viele Profifotografen mit ihren Makroobjektiven auch viele andere Fotos machen. Die Naheinstellgrenze ist bei Makroobjektiven in der Regel nicht kürzer als bei normalen Objektiven.

Damit man trotzdem kleine Gegenstände sehr groß fotografieren kann, bringen sie eine lange Brennweite mit. Je länger die Brennweite ist, desto weiter kann also der Fotograf mit seiner Kamera von einem Motiv entfernt sein. Und diese Distanz ist beispielsweise dann wichtig, wenn man Schmetterlinge fotografieren möchte, die sofort wegfliegen, wenn man sich ihnen nähert.

Warum fotografieren die Profis mit einer digitalen Spiegelreflexkamera?

Für die ersten Makroversuche ist eine Kompaktkamera ausreichend. Je mehr man jedoch seine Fotos gestalten möchte, desto wichtiger wird es, ein besseres Equipment zur Verfügung zu haben. Mit einer DSLR und einem Makroobjektiv erzielen Sie eine deutlich bessere Bildqualität, weil der Bildsensor der Kamera größer und die Optik lichtstärker ist.

Praxistipp: Die wichtigste Einstellung beim Fotografieren von Makros ist die Blende, denn damit bestimmen Sie die Schärfentiefe.

Praxistipp: Die wichtigste Einstellung beim Fotografieren von Makros ist die Blende,
denn damit bestimmen Sie die Schärfentiefe.

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Schärfentiefe manuell zu steuern. Das bedeutet: Sie können beispielsweise einstellen, dass Sie einen Schmetterling in Großaufnahme vor einem unscharfen Hintergrund fotografieren wollen. Das ist mit einer Kompaktkamera nicht möglich.

Welche zusätzliche Ausrüstung ist empfehlenswert?

Ganz wichtig: Legen Sie sich ein Stativ zu! Beim Fotografieren mit langen Brennweiten ruiniert schon ein kurzes Zittern der Hände die Aufnahme. Wer seine Makroobjektive nicht nur bei optimalen Lichtverhältnissen fotografieren will, für den eignen sich zudem spezielle Makroblitze, die auf die Kamera geschraubt werden. Mit einem Zangen- oder Ringblitz leuchten Sie Ihre Makroobjektive schattenfrei aus.

Welche Kameraeinstellungen sind optimal?

Die wichtigste Einstellung beim Fotografieren von Makros ist die Blende, denn damit bestimmen Sie die Schärfentiefe. Fotografieren Sie deshalb entweder komplett mit manuellen Einstellungen oder im Modus Zeitautomatik, auch Blendenvorwahl genannt.

Hier geben Sie einen Blendenwert vor und die Kamera wählt automatisch eine Belichtungszeit, die dafür sorgt, dass Sie ein ausgewogen belichtetes Bild bekommen. Je kleiner der Blendenwert (zum Beispiel f/2,8), desto geringer die Schärfentiefe.

Welche Motive sind „einsteigerfreundlich“?

Wenn Sie mit Makros starten, suchen Sie sich ein schönes Blumenmotiv. Hier können Sie in aller Ruhe mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Kameraeinstellungen experimentieren. Bienen, Fliegen, Libellen und Schmetterlinge sind nur etwas für geübtere Makrofotografen. Fotografieren Sie möglichst nicht zur Mittagszeit bei praller Sonne, denn die sorgt für blasse Farben und harte Kontraste.

Erste Erfahrungen lassen sich auch prima zu Hause sammeln. Hier können Sie zum Beispiel Fotos von unterschiedlichen Oberflächenstrukturen machen und sind nicht vom aktuellen Stand der Sonne abhängig.

Lesetipp der Redaktion: Kompakt, leicht, immer dabei: Canons EF-S 24mm f/2.8 STM ist eine kleine und preiswerte, dabei ausgesprochen leistungsstarke Festbrennweite für APS-C-Kameras. Sie ist eine klassische Reportagebrennweite – und damit vielseitig nutzbar.