Lightpainting: Malen mit Licht

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Selten sind Fotos so spektakulär wie beim Lightpainting. Hier wird der Fotograf tatsächlich zum Künstler. Er malt sich seine Motive nämlich einfach selbst. Lesen Sie, wie Lightpainting funktioniert und wie Sie selbst den Lichtpinsel schwingen können.

Normalerweise ist Fotografieren nicht mit allzu viel physischer Arbeit verbunden. Man sucht sich ein Motiv, gibt möglicherweise noch ein paar Anweisungen, wählt die Kameraeinstellung und löst aus. Wenn beim Lightpainting die Kameraeinstellung gewählt ist, fängt die Arbeit für den Fotografen aber gerade erst an!

Wie funktioniert Lightpainting?

Lightpainting bedeutet „Malen mit Licht“. Und genau das machen die Fotografen! Als Pinsel kann jede beliebige Lichtquelle fungieren. Die Leinwand ist der Bildhintergrund, den sich der Fotograf zuvor ausgesucht hat. Technisch ist das Lightpainting gar nicht so kompliziert.

lightpainting

Lightpainting: Wählen Sie den manuellen Aufnahmemodus und stellen Sie eine Belichtungszeit von 10 Sekunden ein.

Der Fotograf stellt manuell eine lange Belichtungszeit ein. Während dieser Belichtungszeit erfasst die Kamera das Bildmotiv und zeichnet es auf, ebenso wie die Bewegungen, die während dieser Zeit stattfinden. Wenn beispielsweise mit einer Taschenlampe ein Kreis in die Luft gezeichnet wird, ist dieser Lichtkreis auf dem Bild zu sehen. Dieses Grundprinzip nutzen Lichtkünstler, um mit unterschiedlichen Farben und Formen spektakuläre Bilder zu zaubern.

Was macht die Faszination beim Lightpainting aus?

Beim Lightpainting können sich Fotografen ihre Bildmotive selbst erstellen. Ein bestehender Bildhintergrund kann mit eigenen Kreationen beliebig kombiniert werden. Somit ist kein Bild wie das andere, die gestalterischen Möglichkeiten sind faktisch unbegrenzt. Außerdem kann man sich das Ergebnis sofort nach der Aufnahme auf dem Kamera-Display anschauen. Ist man nicht zufrieden, versucht man es einfach noch einmal!

Was brauche ich als Einsteiger für eine Lightpainting-Session?

Unbedingt eine Kamera, bei der Sie manuell die Belichtungszeit und die Blende einstellen können – also zum Beispiel eine DSLR oder eine kompakte Systemkamera (CSC). Außerdem benötigen Sie ein Stativ, denn bei solch langen Belichtungszeiten muss die Kamera die ganze Zeit über ruhig gehalten werden. Empfehlenswert ist außerdem ein Fernauslöser, entweder per Kabel oder per Funk. So können Sie die Kamera bequem aus der Ferne auslösen und sofort mit dem Malen loslegen. Nicht zu vergessen: Sie brauchen natürlich mindestens eine Lichtquelle wie zum Beispiel eine Taschenlampe. Ziehen Sie sich außerdem möglichst dunkle Kleidung an, wenn Sie nicht auf Ihren Aufnahmen zu sehen sein wollen!

Lightpainting Ideen Lichtquelle

Tipp: Suchen Sie sich einen Hintergrund, wo (außer Ihrer) keine Lichtquelle im Bild zu sehen ist.

Tipp: Befestigen Sie Farbfolien vor der Lichtquelle, wenn Sie mit unterschiedlichen Farben malen möchten.

Worauf muss man bei der Wahl des Hintergrunds achten?

Ganz wichtig: Suchen Sie sich eine dunkle Umgebung aus. Je länger die Belichtungszeit, desto mehr Zeit haben Sie zum Malen – und desto stärker wird die Umgebung von der Kamera aufgehellt. Ihre ersten Versuche sollten Sie deshalb möglichst nachts machen. Suchen Sie sich einen Hintergrund, wo (außer Ihrer) keine Lichtquelle im Bild zu sehen ist. Sie können natürlich auch zu Hause in abgedunkelten Räumen üben.

Fotografie: Wie stelle ich meine Kamera optimal ein?

Für Ihre ersten Versuche sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Befestigen Sie Ihre Kamera auf einem Stativ.
  2. Wählen Sie den manuellen Aufnahmemodus und stellen Sie eine Belichtungszeit von 10 Sekunden ein.
  3. Wählen Sie eine geschlossene Blende – zum Beispiel f/32. Durch die fast geschlossene Blende fällt nur wenig Licht auf den Sensor. So erzielen Sie eine hohe Schärfentiefe und vermeiden außerdem, dass Ihre Bilder schnell überbelichtet werden.
    Lightpainting Fotografie

    Tipp: Befestigen Sie Farbfolien vor der Lichtquelle, wenn Sie mit unterschiedlichen Farben malen möchten.

  4. Stellen Sie die Lichtempfindlichkeit des Sensors auf einen niedrigen Wert – zum Beispiel ISO 100. Eine hohe Lichtempfindlichkeit, die zu Bildrauschen führen kann, brauchen Sie beim Lightpainting nicht.
  5. Platzieren Sie sich mit Ihrer Lichtquelle vor der Kameralinse und lösen Sie per Fernbedienung aus.
  6. Malen Sie!
  7. Wiederholen Sie die Lichtmalerei und wählen Sie diesmal eine andere Belichtungszeit. Vergleichen Sie anschließend die Ergebnisse. Wenn Sie Ihre Kamera zum Beispiel auf „Bulb-Langzeitbelichtung“ einstellen,  können Sie die Belichtung manuell per Fernauslöser beenden und sind so maximal flexibel bei Ihren Aufnahmen.

Wie gelingen mir professionelle Lightpainting-Bilder?

Durch Üben! Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, mehreren Lichtquellen und diversen Hintergründen. Malen Sie nicht mehr spontan, was Ihnen gerade einfällt, sondern planen Sie Ihre Lichtkreationen im Vorfeld. Erst wenn Sie ein Gespür dafür entwickeln, wie Belichtungszeit, Hintergrund und Lichtmalerei zusammenwirken, können Sie sich an neue Herausforderungen wagen: zum Beispiel Lichtbilder, bei denen das Hintergrundmotiv und die Lichtmalerei ein gemeinsames Kunstwerk ergeben.