Leuchtmittel: Welche Lampenarten gibt es?

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Spätestens seit dem Herstellungs- und Vertriebsverbot für die Glühlampe beziehungsweise Glühbirne Anfang 2009 herrscht Unklarheit im Leuchtmittel-Dschungel. Von LED über Halogen bis hin zu Leuchtstofflampen gibt es zahlreiche Lampenarten im Handel, die unterschiedlich effizient sind und ebenso unterschiedliche Farbtemperaturen aufweisen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Lampenarten es gibt und worin sie sich unterscheiden.

Vor allem nach einem Umzug, aber auch davon unabhängig, lohnt es sich, bei den verschiedenen Lampenarten einmal genauer hinzuschauen. Während Glühlampe und Halogenlampe seit 2009 beziehungsweise 2016 verboten sind, gibt es andere Modelle, die durchaus umweltschonend sind und wenig Strom verbrauchen. Bereits beim Leuchtenkauf sollten Sie also darauf achten, dass das Gerät mit einem nachhaltigen Leuchtmittel betrieben werden kann. Welche Lampen Ihnen dabei zur Verfügung stehen, möchte ich Ihnen jetzt erläutern.

Welches Leuchtmittel für welchen Zweck?

Man kann nicht allgemein sagen, dass sich nur ein bestimmtes Leuchtmittel für einen bestimmten Zweck eignet. Vielmehr geht es dabei um die erzeugte Farbtemperatur und die mögliche Helligkeit der Lampe. Für Schreibtische oder zum Lesen sind Kompaktleuchtstofflampen zum Beispiel eher ungünstig, da sie lange benötigen, um die erwünschte Helligkeit zu erzeugen. Am besten eignen sich neutralweiße (3.000 bis 5.000 Kelvin) oder tageslichtweiße (ab 5.000 Kelvin) LEDs.

In der Sauna kommt es darauf an, dass das Leuchtmittel weder zu viel noch zu wenig Licht abgibt. Zu helles Licht wäre zu grell und zu dunkles würde Beklemmungen auslösen. Zudem muss das Leuchtmittel Temperaturen von über 100 Grad Celsius aushalten können, weswegen haushaltsübliche Backofenlampen die beste Wahl sind. LEDs sind nur bedingt einsetzbar, es gibt aber spezielle Farbwechsler-Systeme für die Sauna, die gute Effekte erzielen.

Im Badezimmer sollten Sie zum Schminken, Rasieren und Stylen helles, warmweißes Licht wählen, das im Bereich über 5.500 Kelvin liegt. Für den Teil des Raumes, der eher der Entspannung dient und wo sich zum Beispiel die Badewanne befindet, werden Farbtemperaturen von unter 3.300 Kelvin empfohlen. Auch hier sind LEDs die beste Wahl.

Leuchtmittel: Glühlampen/Glühbirnen

Das standardmäßige Leuchtmittel war die klassische Glühlampe oder Glühbirne. Die haushaltsüblichen Lampen hatten eine Leistung von mindestens 25 und höchstens 60 Watt – mehr konnten die meisten Leuchten nicht aufnehmen. Rein nach der Schmelztemperatur des verwendeten Glühfadenmaterials namens „Wolfram“ sind aber sogar Leistungen von 1.000 Watt und mehr möglich. Doch diese Lampen haben einen so hohen Energieverbrauch, dass sie sich nur für Fotostudios eignen.

Eine Glühbirne beginnt zu leuchten, wenn elektrischer Strom über das Stromkabel durch die Wand in die Leuchte und durch den Sockel in die Glühlampe fließt. Innerhalb der Birne wird der Strom über die Halterungsdrähte durch den Glühdraht geleitet. Dadurch wird der Wolfram enorm erhitzt und kann bis zu 2.500 Grad Celsius annehmen. Da der Glühfaden sehr dünn ist, beginnt er zu glühen und erleuchtet den Raum.

Klassisches Leuchtmittel: Die Glühbirne

Die Glühlampe war lange das klassische Leuchtmittel, ist aber unter anderem aufgrund ihres äußerst hohen Energieverbrauchs seit 2012 verboten.

Wenn Sie vor der Jahrtausendwende geboren sind, fällt es Ihnen wahrscheinlich schwer, sich von der altbewährten Glühbirne zu verabschieden. Sie war dimmbar, konnte unkompliziert auf den gängigen E27-Sockel aufgeschraubt werden und war ein steter Begleiter im Alltag. Auch das Licht der Glühlampe war angenehm warm mit einer Farbtemperatur von 2.600 bis 3.000 Kelvin.

Doch mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von nur 1.000 Stunden war die Glühbirne äußerst ineffizient und verursachte eine Menge Sondermüll. Darüber hinaus war sie ein absoluter Stromfresser. Aus diesen Gründen wurde im Frühjahr 2009 beschlossen, dass die Herstellung und der Vertrieb von Glühlampen schrittweise verboten werden sollten. Nachdem erst nur die Hochleistungslampen aussortiert wurden, ist seit September 2012 der Handel mit sämtlichen Glühbirnen verboten (Ausnahmen unter anderem bei Taschenlampen und Automobilen).

Checkliste Glühlampe

  • hoher Energieverbrauch
  • geringe Lebensdauer
  • warmes Licht und vielseitig im Alltag einsetzbar
  • dimmbar
  • Komplettverbot seit 2012

Leuchtmittel: Halogenlampen (Hochvolt und Niedervolt)

Ähnlich wie den Glühlampen erging es auch den Halogenlampen. Sie werden jetzt sicher aufhorchen, denn schließlich geht man intuitiv davon aus, dass alle Alternativen zur Glühlampe automatisch umweltschonend und stromsparend sind. So ging es zumindest mir lange Zeit. Doch falsch gedacht! Zwar hat die Halogenlampe mit 2.000 Stunden eine doppelt so lange Lebensdauer wie die Glühlampe, doch inzwischen sind bereits viel effizientere Modelle erhältlich.

Allerdings gibt es auch ein paar Eco-Modelle, die bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgänger. Man unterscheidet bei Halogenlampen zwischen den Energieeffizienzklassen B bis F. Üblicherweise erhalten Sie den Lampentyp mit einer Leistungsstärke von 7 bis 60 Watt bei einer Farbtemperatur von 3.000 Kelvin. Somit ist das Licht in einem warmen Weiß gehalten.

Da hier 3.000 Kelvin die Regel und nicht die Ausnahme sind, sind Halogenlampen ein wenig heller als die meisten Glühlampen. Somit sind sie zwar etwas weniger wohnlich, eignen sich aber hervorragend für die Beleuchtung von Büro- und Verkaufsräumen, Restaurants, Messehallen und als Außenbeleuchtung.

Das Leuchtmittel Halogenlampe eignet sich hervorragend für gewerblich genutzte Räume

Halogenlampen eignen sich vor allem für gewerblich genutzte Räume. Während Hochvolt-Halogenlampen seit September 2016 nicht mehr für den Gebrauch erlaubt sind, werden auch Niedervolt-Lampen ab 2018 als Leuchtmittel verboten sein.

Eine Halogenlampe funktioniert eigentlich genauso wie eine Glühlampe, ist jedoch in zahlreichen Formen und Größen erhältlich. Es gibt zum Beispiel kleine Stecker für Badezimmerschränke (G4), Spots für Wohnzimmerleuchten (GU4-Stiftsockel) oder auch klassische Lampen mit E27- oder E14-Sockel. Letztere Sockel eignen sich für Lampen in Kerzenform. Im Vergleich zur Glühlampe ist der Glühfaden bei dieser Lampenart allerdings von einem Gas namens Halogen umgeben, welches dafür sorgt, dass der Wolframfaden nicht so schnell aufgebraucht ist.

Seit September 2016 sind Hochvolt-Halogenlampen, beziehungsweise alle Leuchtmittel, die eine niedrigere Energieeffizienzklasse als B aufweisen, verboten. Das betrifft die 230-Volt-Halogenlampen, nicht aber die Niedervolt-Lampen unter 48 Volt (meist 12 Volt). Diese Modelle sollen hingegen im Jahr 2018 vom Markt genommen werden.

Checkliste Halogenlampe

  • mittlerer Energieverbrauch
  • mittlere Lebensdauer
  • etwas heller als Glühlampen, eignet sich für gewerblich genutzte Räume
  • dimmbar
  • ab 2016 Hochvolt-Lampen verboten
  • ab 2018 auch Niedervolt-Lampen verboten
  • zahlreiche Sockeltypen

Leuchtmittel: Leuchtstofflampen

Bei der Leuchtstofflampe handelt es sich um eine Niederdruck-Gasentladungsröhre, genauer um eine Metalldampflampe, die von innen mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet ist. Sie wird mit Quecksilberdampf betrieben, der UV-Licht abgibt. Dieses sogenannte „Schwarzlicht“ ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, hellt aber weiße Objekte optisch auf. Dieser Effekt wird oft zur Unterhaltung in Diskotheken genutzt.

Ebenso macht sich die Leuchtstofflampe die optische Aufhellung zunutze. Mittels der Leuchtstoffbeschichtung wird das UV-Licht chemisch in sichtbares Licht umgewandelt. Für den Stromfluss sorgen die zwei Elektroden, also Metallstifte, die an je einem Ende der Röhre angebracht sind. Schaltet man den Lichtschalter ein, findet eine starke Gasentladung statt, was die Lampe zum Leuchten bringt. Umgangssprachlich wird die Leuchtstofflampe auch Neonröhre genannt.

Sie hält länger als Halogen- und Glühlampen, enthält jedoch giftige Bestandteile, weswegen sie nicht einfach über den Hausmüll entsorgt werden kann. Selbst wenn der Stromverbrauch gegenüber einer Glühlampe um 75 bis 80 Prozent verringert ist, kann bei dieser Lampenart nicht unbedingt von „umweltschonend“ gesprochen werden.

Leuchtstofflampen als konzentrationsförderndes Leuchtmittel

Leuchtstofflampen eignen sich vor allem für Technikräume, Klassenzimmer, Hörsäle oder die Druckindustrie, wo eine neutrale und konzentrationsfördernde Farbe von Vorteil ist.

Die Farbtemperatur von Leuchtstofflampen beträgt zwischen 3.300 und 5.300 Kelvin und entspricht somit einem hellen Warmweiß, Neutralweiß oder dem Tageslicht. Allerdings sind die besonders hellen Exemplare in Büroräumen eher unbeliebt, da ihr Licht als klinisch empfunden wird und einen deutlichen Blauton aufweist. Die Röhre eignet sich vor allem für Technikräume, Klassenzimmer, Hörsäle oder die Druckindustrie, wo eine neutrale und konzentrationsfördernde Farbe von Vorteil ist.

Mithilfe von Spezialtechniken ist es möglich, die Leuchtstofflampe zu dimmen. Otto Normalverbraucher wird jedoch nur ein herkömmlicher Drehknopf-Mechanismus zur Verfügung stehen und hat somit keine Möglichkeit zum Herunterfahren der Lichtintensität. Die Lebensdauer liegt bei durchschnittlich 6.000 bis 8.000 Stunden, kann aber bei Spezialausführungen für den industriellen Bereich sogar bis zu 80.000 Stunden betragen. Meist ist die Lampenart in den Energieeffizienzklassen A bis A++ zu haben.

Leuchtstofflampen werden oft für Aquarien oder zur Wachstumsförderung von Pflanzen eingesetzt, allerdings mit unterschiedlicher Farbtemperatur. Für Pflanzenleuchten eignen sich 5.300 bis etwa 6.500 Kelvin, während Süßwasser-Aquarien zwischen 4.000 und 7.000 Kelvin und Meerwasser-Aquarien über 10.000 Kelvin benötigen.

Checkliste Leuchtstofflampe

  • geringer Energieverbrauch
  • sehr lange Lebensdauer
  • helles Licht, konzentrationsfördernd
  • hohe Effizienz
  • bedingt dimmbar
  • enthält giftige Substanzen
  • für Pflanzen und Aquarien geeignet

Leuchtmittel: Energiesparlampen/Kompakt-Leuchtstofflampen

Energiesparlampen machen ihrem Namen alle Ehre, denn sie verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Im engen Sinne handelt es sich dabei um einen Überbegriff für verschiedene energieeinsparende Leuchtmittel, wozu auch Leuchtstoffröhren und LEDs zählen. In der Regel meint man mit dem Begriff aber eine kleine Leuchtstofflampe, also eine „Kompaktleuchtstofflampe“. Die Funktionsweise ist dieselbe.

Diese Lampenart verbraucht viel weniger Strom als Halogen- oder Glühlampen und arbeitet wesentlich effizienter. Ihre maximale Lebensdauer ist ähnlich lang wie die der Leuchtstoffröhre und beträgt bis zu 15.000 Stunden. Als „Energiesparlampe“ dürfen Kompaktleuchtstofflampen aber nur bezeichnet werden, wenn sie mindestens die Energieeffizienzklasse A aufweisen.

Das Leuchtmittel Energiesparlampe ist eine sehr effiziente Lampenart

Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Das Leuchtmittel punktet vor allem durch seine äußerst lange Lebensdauer.

Kompaktleuchtstofflampen gibt es in verschiedenen Farbtemperaturen im warmweißen bis Tageslicht-Bereich (2.700, 4.000 oder 6.000 Kelvin). Somit können die Lampen ein angenehmes, weiches Licht, aber auch eine sachliche Atmosphäre schaffen. Einziger Nachteil: Sie brauchen lange, um hell zu werden.

Checkliste Kompaktleuchtstofflampe

  • geringer Energieverbrauch
  • sehr lange Lebensdauer
  • mittlere bis hohe Lichtintensität
  • warmweißes Licht
  • bedingt dimmbar
  • enthält giftige Substanzen
  • wird nur langsam hell

Leuchtmittel: LED-Lampen

Das beste Leuchtstoffmittel auf dem Markt ist jedoch die LED. Die „Licht emittierende Diode“ ist äußerst energiesparend und hat mit 15.000 bis 25.000 Stunden eine hohe Lebensdauer. LEDs sind die Zukunft der Beleuchtungsindustrie, denn sie sind kompakt (verbrauchen weniger Platz und Material), schockresistent, dimmbar und kommen ohne Quecksilber aus. Die Leuchtdioden können gegenüber herkömmlichen Glühlampen mitunter bis zu 90 Prozent Energie einsparen.

Lesetipp der Redaktion: Wie Sie außerdem Energie sparen können und was es mit den verschiedenen Energieeffizienzklassen auf sich hat, lesen Sie in diesem Artikel: Energieeffizienzklassen von Waschmaschine, Trockner & Co. – Was hat es damit auf sich?

Die LED ist das günstigste, umweltfreundlichste und langlebigste Leuchtmittel, das Sie in Ihre Leuchten einsetzen können. Da es die Dioden mit zahlreichen Sockeln gibt, müssen Sie für den Wechsel vermutlich nicht einmal eine neue Leuchte kaufen. Übrigens sind die Lampen auch ganz normal dimmbar. Sie erhalten LED-Lampen in sämtlichen Lichtfarben und können diese somit in allen Lebensbereichen einsetzen.

Die Funktionsweise von LEDs ist etwas anders als bei den übrigen Leuchtmitteln. Die Leuchtdioden erzeugen ihr Licht aus einem Kristall. Dieser besteht aus zwei gegensätzlich geladenen Seiten, die an den Pullover-Luftballon-Effekt erinnern. Die eine Seite hat einen Überschuss an Elektronen, während die andere Seite einen Mangel daran hat. Wird der Kristall in Durchlassrichtung betrieben, fließen die überschüssigen Elektronen an die andere Seite. Die dabei abgegebene Energie ist in Form von Licht wahrnehmbar.

Checkliste LED-Lampe

  • niedrigster Energieverbrauch
  • sehr lange Lebensdauer
  • mittlere bis hohe Lichtintensität
  • alle Lichtfarben möglich
  • dimmbar
LED-Lampen als energiesparendes und langlebiges Leuchtmittel

Die LED ist das günstigste, umweltfreundlichste und langlebigste Leuchtmittel und in sämtlichen Lichtfarben erhältlich.

 

Wie entsorgt man Leuchtmittel fachgerecht?

Bedenken Sie beim Entsorgen der Leuchtmittel unbedingt, dass Sie nur Glühbirnen und Halogenlampen in den Hausmüll geben dürfen. Alle anderen Lampen gehören in den Sondermüll. Besonders Leuchtstoffröhren, die Quecksilber enthalten, können sonst eine enorme Belastung für die Umwelt darstellen. Geben Sie LEDs, Kompaktleuchtstofflampen und Co. daher nur in Sammelstellen ab. Diese finden Sie mittlerweile in vielen Supermärkten, Drogerien oder Baumärkten.

Achtung: Drehen Sie das ausgebrannte Leuchtmittel nicht unmittelbar nach dem Erlöschen aus der Fassung heraus. Alle Lampenarten werden mit der Zeit sehr heiß, sodass Sie sich schnell die Finger verbrennen.