Ratgeber: Den Laptop mit der Stereoanlage verbinden

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Musik hören bei der Arbeit? Mit Computer und Stereoanlage ist das kein Problem. Doch gerade beim Laptop stört das Audiokabel massiv – hier eignen sich kabellose Lösungen deutlich besser, um die Mobilität zu gewährleisten. Zum Glück gibt es mit Bluetooth, AirPlay und DLNA verschiedene Möglichkeiten, Musik ohne lästige Stolperdrähte über die Stereoanlage zu hören.

Das Problem ist so alt wie der Multimedia-Laptop: Was tun, um Musik möglichst effektiv und kabellos auf die Stereoanlage zu bringen? Denn lange Audio-Klinkenkabel stören nicht nur den täglichen Betrieb des Notebooks, sondern können im schlimmsten Fall auch dessen schnellen Tod bedeuten: Dann nämlich, wenn jemand über das Kabel stolpert und den Laptop vom Tisch zieht. Oder aber wenn jemand vergisst, die tief im Gehäuse sitzende 3,5-mm-Klinke aus dem Gerät zu ziehen und durch ein kurzes Reißen den Stecker und damit das hochintegrierte Mainboard beschädigt. Grund genug also, auf das lästige Audiokabel zur Stereoanlage zu verzichten. Alternativen dazu gibt es reichlich.

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Mit Bluetooth kabellos Musik hören

Die wohl einfachste und preiswerteste Möglichkeit, kabellos Musik zu hören, ist die Verbindung zwischen Stereoanlage und Rechner per Bluetooth. Der Vorteil ist, dass entsprechende Lösungen vergleichsweise günstig sind: Einfache Bluetooth-Lautsprecher wie der PHROG7 Mini Bluetooth sind bereits ab knapp 10 Euro zu haben, und grundsätzlich ist jeder Laptop, egal, ob er mit Mac OS X, Windows oder Linux arbeitet, in der Lage, sich per Bluetooth mit einem Audiogerät zu verbinden. Einzige Voraussetzung ist eine Bluetooth-Schnittstelle; fehlt diese, kann sie aber preiswert per USB-Dongle nachgerüstet werden. Entsprechende USB-Stecker, kaum größer als ein Mini-USB-Stick, sind wie der Hama-Nano-Bluetooth-USB-Adapter bereits ab etwa 14 Euro zu haben. Bluetooth-Boxen gibt es in zahlreichen Preisklassen, die Königsklasse ist allerdings die Verbindung des Notebooks (oder PCs) per Bluetooth mit der Stereoanlage.

Kabelloser Musikgenuss: Die wohl einfachste und preiswerteste Möglichkeit, kabellos Musik zu hören, ist die Verbindung zwischen Stereoanlage und Rechner per Bluetooth.

Kabelloser Musikgenuss: Die wohl einfachste und preiswerteste Möglichkeit, kabellos Musik zu hören, ist die Verbindung zwischen Stereoanlage und Rechner per Bluetooth.

Moderne Anlagen besitzen nicht selten eine entsprechende Schnittstelle, wer mit älteren Geräten arbeitet, muss einen Bluetooth-Audio-Adapter für ca. 25 Euro kaufen: Das Gerät wird an den Aux-Anschluss der Stereoanlage angeschlossen und ermöglicht den kabellosen Empfang von Bluetooth-Audiostreaming von Laptop, PC oder Smartphone auf der Stereoanlage.

Vor- und Nachteile der Bluetooth-Technik

Zwar ist die Bluetooth-Lösung die einfachste Möglichkeit, eine Stereoanlage kabellos mit dem Notebook zu verbinden, allerdings gibt es einige Nachteile: So ist die Reichweite von Bluetooth beschränkt: In geschlossenen Räumen sind, ohne Wände, in der Regel kaum 10 Meter Entfernung zwischen Sender und Empfänger möglich. In der Praxis wird das Bluetooth-Signal zusätzlich von WLANs, Handys, Funktelefonen und Mikrowellen, ja sogar ferngesteuertem Spielzeug in der Umgebung gestört, wodurch sich die effektive Reichweite je nach Einsatzort massiv reduzieren kann. Zudem müssen Sender und Empfänger „fest“ gekoppelt werden: Wer vom Notebook auf das Smartphone oder Tablet ausweichen oder aber mehrere Geräte mit der Stereoanlage nutzen möchte, muss die Kopplung der Bluetooth-Geräte erneut starten. Das ist, je nach Qualität des Bluetooth-Empfängers, nicht selten lästig.

Netzwerkstreaming mit AirPlay als sinnvolle Alternative

Schon deshalb sollten Notebook-Nutzer, die ein WLAN verwenden, darüber nachdenken, das Netzwerk als Übertragungstechnik für Musik zu verwenden. Der Vorteil ist neben der größeren Reichweite des WLANs vor allem die Tatsache, dass grundsätzlich jeder Rechner im Netzwerk – egal ob Smartphone, PC, Mac oder Tablet – dann auf die Stereoanlage zugreifen kann. Zudem lassen sich entsprechende Empfänger gegebenenfalls per Passwort schützen, um nur bestimmten Nutzern den Zugriff zu erlauben. Technisch haben sich hier inzwischen zwei Lösungen etabliert: Apples AirPlay ist mit Apple-Geräten und der Software iTunes unter Windows problemlos nutzbar. Die Streaming-Technik kann sehr einfach durch einen entsprechenden Empfänger, etwa Apples AirPort-Express-Basisstation, per Aux-Anschluss an jeder Stereoanlage nachgerüstet werden. Der relativ hohe Preis von ca. 90 Euro kommt daher, dass die AirPort Express gleichzeitig auch ein Router ist – und natürlich, weil hier ein Apple-Logo auf dem Gehäuse prangt. Die Musikdaten werden dabei über das WLAN übertragen, wodurch der Anwender sich frei in der Wohnung oder im Büro bewegen kann, während die Stereoanlage die Musik abspielt. Zudem gibt es die Möglichkeit, mehrere Empfänger, also AirPlay-Stereoanlagen oder -Empfangsgeräte, gleichzeitig anzusprechen, die die Musik gegebenenfalls in mehrere Räume übertragen. Der Nachteil von AirPlay ist allerdings die Beschränkung auf die Apple-Infrastruktur: Wer kein iTunes und kein Apple-Gerät benutzt, muss unter Android eine App wie AllCast verwenden. Unter Windows gibt es zur Verwendung von iTunes keine Alternative, Linux-Nutzer hingegen können den PulseAudio-Treiber verwenden.

DLNA für Windows und Co.

Statt AirPlay zu verwenden, ist es unter Linux, Windows, Android und anderen Systemen außerhalb der Apple-Infrastruktur sinnvoll, auf ein anderes Streaming-Protokoll zu setzen: DLNA. Der DLNA-Standard ist sozusagen die „offene“ Alternative zu Apples AirPlay und mit vielen Systemen kompatibel, der Nachteil ist jedoch, dass hier Apple-Geräte ins Hintertreffen geraten. Zwar gibt es Software-Lösungen wie Serviio, die das Streaming von allen Notebooks an sämtliche DLNA-Geräte im Haushalt unterstützen. Allerdings ist es bei gemischter Infrastruktur durchaus sinnvoll, Lösungen zu verwenden, die sowohl DLNA als auch AirPlay unterstützen, wie zum Beispiel die etwa 40 Euro teure Musik-Streaming-Box von IcyBox, die sich übrigens auch als AirPort-Express-Alternative eignet, wenn deren Router-Funktionen nicht benötigt werden. Die Streaming-Box wird per 3,5-mm-Klinke oder S-PDIF-Kabel an die Stereoanlage angeschlossen und erlaubt anschließend das Audio-Streaming über das WLAN – von allen Betriebssystemen und Geräten aus.

Streaming-Boxen ohne Einschränkungen

Übrigens: Falls Sie noch keine Stereoanlage verwenden, gibt es natürlich auch zahlreiche integrierte Stereoanlagen, die DLNA, Bluetooth und AirPlay gleichermaßen unterstützen. Leider sind diese Lösungen im Vergleich zu Geräten, die einfach eine vorhandene Stereoanlage per Bluetooth- oder WLAN kabellos koppeln, relativ hochpreisig. Während zum Beispiel Panasonics SC-NE5EG-K Wireless Speaker für rund 320 Euro eher ein Lautsprecher mit allumfassender Streaming-Konnektivität ist, bietet Denon für 560 Euro mit dem CEOL N9 eine komplette Stereoanlage an. Doch egal, für welche Lösung Sie sich entscheiden: Der lästige und gefährliche Audiokabel-Salat am Laptop kann ab sofort in der Schublade verschwinden.

Lesetipp der Redaktion: Ein HDMI-Kabel verbindet Fernseher und Endgeräte wie Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player oder Laptops. Gerade letztere können dank Streaming-Apps und Video-Downloads als praktische Allroundgeräte am TV von großem Nutzen sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Fernseher richtig mit dem Notebook verbinden.