Landschaftsfotografie: 9 Tipps für perfekte Landschaftsfotos

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Landschaftsfotografie: Warum wirken Landschaftsfotos in Hochglanzmagazinen oft so imposant, die eigenen Aufnahmen hingegen matt und langweilig? Liegt es am teuren Equipment der Profifotografen? Höchstens zu einem kleinen Teil. Viel entscheidender sind die Aufnahmetricks, mit denen Landschaftsfotografen gerne arbeiten. Wir verraten Ihnen 9 Tipps, mit denen auch Ihre Fotos zu Hinguckern werden.


Landschaftsfotografie: Achten Sie auf die Drittelregel

Entscheidend für ein gelungenes Foto ist nicht, ob Sie mit einer teuren Spiegelreflexkamera fotografieren oder mit einer Kompaktkamera. Viel wichtiger ist die Bildkomposition, also der Bildaufbau und die Perspektive.

Bestimmt haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal vom Goldenen Schnitt gehört. Diese Regel besagt, dass das Hauptmotiv beim Fotografieren nie genau in der Mitte, sondern immer leicht versetzt platziert werden sollte. Bei der Landschaftsfotografie kommt jedoch noch eine andere fotografische Regel ins Spiel: die Drittelteilung. Diese gibt vor, dass bei einem Foto die Bildfläche durch je zwei vertikale und horizontale Linien in jeweils gleich große Drittel unterteilt wird. Zur Orientierung lässt sich bei vielen Digitalkameras ein entsprechendes Gitternetz auf dem Monitor zuschalten. An diesen Linien sollten Sie Ihr Foto ausrichten. Beispielsweise, indem Sie den Horizont an der oberen oder der unteren Linie platzieren – und nicht einfach in der Mitte des Bildes. Das sorgt für eine deutlich harmonischere Bildwirkung.

Landschaftsfotografie: Tipp 1

Der Horizont ist an der oberen Linie zum oberen Bilddrittel platziert. Das gibt dem Foto die nötige Dynamik.

Variieren Sie die Perspektive

Wie fotografieren Sie die meisten Landschaftsaufnahmen? Wahrscheinlich im Stehen, indem Sie den Sucher oder den Kamera-Monitor vor Ihre Augen halten, einen attraktiven Bildausschnitt aussuchen und auslösen. Dadurch, dass fast alle Fotos aus dieser kopfhohen Perspektive entstehen, wird sie auch Standardperspektive genannt. Doch wenn man nur Standardfotos macht, wird es auf Dauer langweilig!

Variieren Sie deshalb bei der Landschaftsfotografie häufiger mal die Perspektive. Gehen Sie beim Fotografieren in die Hocke oder legen Sie sich flach auf den Boden. Das ist zwar etwas mühselig, aber belohnt werden Sie durch spannende, ungewöhnliche Aufnahmen. Motive wirken aus solchen Perspektiven nämlich plötzlich völlig anders.

Landschaftsfotografie: Froschperspektive

In der sogenannten Froschperspektive eröffnen sich Ihnen völlig neue Motive für Ihre Fotos.

Bringen Sie mehrere Ebenen ins Bild

Fotos sind naturgemäß zweidimensional, die Realität ist dies hingegen nicht. Das ist einer der entscheidenden Gründe, warum manch tolle Landschaft auf einem Foto überhaupt nicht mehr spektakulär wirkt. Auf einem Bild kann der Betrachter die Weitläufigkeit einer Landschaft nicht erkennen, weil ihm Bezugspunkte fehlen. Dies können Sie ändern, indem Sie beim Fotografieren darauf achten, mehrere Bildebenen in Ihrem Motiv einzubauen – also das Bild in einen Vorder- und einen Hintergrund unterteilen. Was kompliziert klingt, ist in Wahrheit ziemlich simpel. Fotografieren Sie beispielsweise eine Landschaft und positionieren Sie sich dabei hinter einem Baum, blühenden Pflanzen oder einem Gebüsch und fotografieren Sie diesen mit. Beim Betrachten des Bildes hat man nun einen Bezugspunkt, der einem die räumliche Tiefe verdeutlicht. Durch diesen kleinen Trick wird aus einem mauen Bild ein interessantes Motiv.

Landschaftsfotografie: Tiefenwirkung

Der Baum im Vordergrund dient im Foto als zusätzliche Bildebene. Das gibt der Aufnahme eine schöne Tiefenwirkung.

Spielen Sie mit dem Autofokus

Sie kennen das von professionellen Porträtfotos: Das Model im Vordergrund ist scharf abgebildet, der Hintergrund hingegen unscharf. Dadurch wird das Auge des Betrachters automatisch auf das Hauptmotiv, in diesem Fall also das Model, gelenkt.

Diesen Schärfe- und Unschärfe-Effekt können Sie auch bei der Landschaftsfotografie einsetzen: Stellen Sie auf ein Motiv im Vordergrund scharf, indem Sie den Auslöser halb herunterdrücken und schwenken Sie anschließend die Kamera zum eigentlichen Bildausschnitt, den Sie fotografieren möchten. Die Kamera merkt sich den Fokuspunkt und wendet ihn auch beim neuen Bildausschnitt an. So spielen Sie bei Ihren Fotos gezielt mit scharfen und unscharfen Bildbereichen.



Landschaftsfotografie: Nutzen Sie natürliche Linien zur Blickführung

Mit Linien, die durchs Bild führen, geben Sie Ihren Aufnahmen eine Struktur. Diese Linien dienen der Blickführung. Als Betrachter eines Bildes folgt man diesen Linien automatisch. Doch was bedeutet das konkret? Beispielsweise, dass Sie einen Flusslauf, der von unten nach oben durchs Foto läuft, in Ihr Bild integrieren und diesen Fluss den Blick des Betrachters durch das Bild führen lassen. Auch mit einer Straße oder einem Wanderweg funktioniert dieses gestalterische Werkzeug sehr gut. Probieren Sie es aus!

Landschaftsfotografie

Hier ist die Perspektive perfekt gewählt: Der Weg führt das Auge des Betrachters durch das Bild.

Fotografieren Sie zur richtigen Zeit

Grelles Licht und blasse Farben ruinieren viele Ihrer Landschaftsfotos? Das kann auch daran liegen, dass Sie zur falschen Zeit fotografieren. Ungeeignet ist für Landschaftsaufnahmen die Mittagszeit, weil dann die Sonne besonders hoch am Himmel steht. Fotografieren Sie stattdessen bevorzugt in der Zeit kurz nach dem Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Das rötliche Sonnenlicht sorgt für warme Farben und schöne Kontraste.

Lesetipp der Redaktion: Von der Einsteiger-Spiegelreflexkamera bis zur Profi-DSLR: In diesem Kaufratgeber finden Sie eine Übersicht über die auf dem Markt erhältlichen EOS-Modelle von Canon.

Bringen Sie mit dem „perfekten Himmel“ Dynamik ins Bild

Wie stellen Sie sich den perfekten Urlaubstag vor? Wahrscheinlich mit strahlendem Sonnenschein und einem wolkenlosen Himmel. Für Landschaftsfotos ist solch ein wolkenloser Himmel aber nicht ideal. Der Grund ist simpel: Der Himmel macht einen Großteil einer Landschaftsaufnahme aus. Besteht dieser nur aus einer einheitlichen blauen Fläche, wirkt das langweilig.

Deutlich schöner wirken Landschaftsaufnahmen, wenn Wolken im Bild zu sehen sind. Das verpasst dem Foto eine hohe Dynamik. Doch das Wetter kann man sich ja bekanntlich leider nicht aussuchen. Deshalb gibt es eine Alternative. Nutzen Sie für Fotos bei wolkenlosem Himmel einen Verlaufsfilter. Diese Filter werden für alle gängigen DSLRs und spiegellose Systemkameras angeboten. Mit diesem Filter „zeichnen“ Sie einen leichten Hell-Dunkel-Verlauf ins Bild. Damit wirken die Fotos deutlich spannender als mit einer blauen Einheitsfläche.

Landschaftsfotografie: Dunkle Wolken

Die Wolkenzeichnung ist der Eyecatcher des Bildes. Da kann man dem Himmel auch mal Platz auf zwei Dritteln des Fotos gönnen.

Nutzen Sie die HDR-Funktion für einen erhöhten Kontrast

Schauen Sie einmal an Ihrer Kamera nach, ob diese eine HDR-Funktion mitbringt. Falls ja, schalten Sie diese bei Landschaftsaufnahmen doch mal ein. HDR steht für High Dynamic Range, also großen Kontrastumfang. Hierbei fotografiert die Kamera ein Motiv mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen und kombiniert diese Bilder zu einer einzigen Aufnahme – mit optimalen Belichtungswerten.

Dadurch erzielen Sie den Effekt, dass Sie bei einem Foto große Helligkeitsunterschiede problemlos wiedergeben können. Vor allem bei Aufnahmen, in denen helle Lichtquellen wie die Sonne abgebildet sind, ist das ansonsten nicht möglich. Da verschwinden Details in dunklen Bildbereichen, da das Foto ansonsten überbelichtet wäre. Mit HDR ist das kein Problem mehr.



Landschaftsfotografie: So fotografieren Sie fließendes Wasser

Bestimmt kennen Sie das: Wenn Sie fließendes Wasser fotografieren, egal ob Wasserfall, Bach oder Fluss, wirkt das Wasser auf dem Foto gar nicht so, als würde es fließen. Sie können zwar einzelne Wassertropfen gestochen scharf erkennen, doch die Szene wirkt wie eingefroren.

Das Problem entsteht durch die kurzen Belichtungszeiten, mit denen Ihre Kamera im Automatikmodus in der Regel fotografiert. Möchten Sie Wasser fließend darstellen, müssen Sie manuell eingreifen und mit längeren Belichtungszeiten arbeiten.

Wählen Sie manuell längere Einstellungen aus und experimentieren Sie. Beginnen Sie beispielsweise mit Belichtungszeiten von einer Viertelsekunde und verlängern Sie diese dann sukzessive. Die Ergebnisse werden Sie garantiert begeistern. Denn bei Belichtungszeiten von mehreren Sekunden verschmilzt der Wasserfall zu einer Art Nebelschleier. Je länger die Belichtungszeit ist, desto stärker ist der Effekt. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei langen Belichtungszeiten unbedingt ein Stativ verwenden müssen. Ansonsten verwackelt die Aufnahme.

Fazit: Landschaftsfotografie auch für Einsteiger kein Problem

Mit ein paar Kniffen gelingen Ihnen auch als Anfänger bessere Landschaftsfotos.
Für gelungene Landschaftsaufnahmen brauchen Sie keine teure Kamera. Wenn Sie unsere Gestaltungstipps beherzigen, gelingen Ihnen selbst mit einer Smartphone-Cam spektakuläre Aufnahmen.

Tipp: Von der Kompaktkamera über die digitale Spiegelreflexkamera bis zur spiegellosen Systemkamera – Wer eine neue Kamera kaufen möchte, ist bei Allyouneed.com an der richtigen Adresse.
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