Lampe anschließen – Schritt für Schritt zum schönen Licht

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Ihnen ist bisher noch kein Licht aufgegangen? Weil Sie die Lampen in Ihrem neuen oder alten Zuhause noch nicht anschließen konnten? Kein Problem. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug bringen Sie auch bei sich ein wenig Licht ins Dunkel – und das ganz ohne Kabelsalat. Wie das geht, was Lüsterklemmen sind und was die bunten Drähte zu bedeuten haben, erfahren Sie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung rund um das Thema Lampen anschließen.

Nach einem Umzug lässt man sich dafür fast immer die meiste Zeit: Lampen anschließen. Auch bei mir hängen immer noch die nackten Glühbirnen von der Decke, da ich noch nicht dazu gekommen bin, die passenden Lampen zu kaufen und richtig anzuschließen. Aber ganz ehrlich: Glühbirnen haben doch auch einen gewissen Charme, oder? Um erfolgreich Licht ins Dunkle zu bringen, sollte man sich allerdings vorher gut informieren, wie so ein Lampenschirm eigentlich installiert wird. Und vor allem: Braucht man einen Techniker oder reichen die eigenen handwerklichen Kenntnisse aus?

Zunächst einmal sollten Sie sich selbst die folgende Frage ehrlich beantworten: Wie viel handwerkliches Geschick wurde Ihnen in die Wiege gelegt? Wenn Sie hierauf eindeutig mit „Gar keins“ antworten und einen Schraubenzieher nicht von einem Hammer unterscheiden können, dann wäre es doch ratsam, einen Fachmann herbeizurufen, der die Lampe professionell anschließen kann. Immerhin hantiert man hier mit Stromleitungen, Fehler können lebensgefährlich werden. Wenn Sie sich also unsicher sind, dann ziehen Sie einen Elektriker zu Rate und investieren Sie lieber etwas Geld in einen Profi. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Wer nicht über zwei linke Hände verfügt und in Sachen Handwerk eine echte Leuchte ist, kann selbige auch ohne Profi anschließen. Denn eine Lampe an der Decke anzubringen, ist wahrlich kein Hexenwerk. Natürlich spreche ich hier von gewöhnlichen Lampen, bei allem, was darüber hinausgeht, beispielsweise Spots, die im ganzen Raum verteilt sind, hört selbst bei mir das Wissen auf. Auch hier ist wieder das Know-how eines Fachmanns gefragt. Fazit: Einfache Lampen wie Decken-, Wandleuchten oder Hängeleuchten können Sie selbst anbringen.

Was bedeuten die einzelnen Farben der Kabel beim Anschließen einer Lampe?

Gelb, grün, blau, schwarz, manchmal auch rot – bei so vielen Farben kann einem ganz schön schwindelig werden und sicherlich haben Sie sich schon mal gefragt: Hatte der Vormieter einfach eine Vorliebe für Farben oder warum hängt dort ein kleiner Regenbogen von der Wand? Ganz einfach, die jeweilige Farbe macht deutlich, mit welchem Kabel Sie es zu tun haben.

Die Kabelfarbe ist wichtig beim Lampen anschließen

Die verschiedenen Farben der Lampenkabel haben unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen.

Aber welche Farbe der Kabel steht eigentlich wofür? Und welche Farbe muss mit welcher Farbe verbunden werden? Diese sind keinesfalls willkürlich ausgewählt, sondern haben eine Bedeutung. Wenn man diese missachtet, glüht am Ende nichts außer der eigene Kopf, weil man sich das Hirn zermartert, wo der Fehler liegen könnte.

Meistens ist ein Lampenkabel dreiadrig. Das bedeutet, dass aus der Decke drei Kabel hängen, die es zu verbinden gilt. In älteren Gebäuden gibt es oft auch nur zwei Kabel. Die verschiedenen Farben und Kabel haben folgende Bedeutung:

  • grün-gelb: Dieses Kabel ist der sogenannte Schutzleiter und wird an der Klemme mit „PE“ abgekürzt. Das steht für „protective earth“. Dieses Kabel wird auch als Erdung bezeichnet und ist manchmal rot, was aber eher selten vorkommt.
  • braun oder schwarz: Hierbei handelt es sich um den Außenleiter (manchmal auch als Phase benannt) und wird mit „L“ abgekürzt, was „live wire“ oder „life conductor“ bedeutet. Hierüber wird der Strom an die Lampe geliefert und er ist somit auch der gefährlichste Leiter. Diesen sollten Sie immer als letztes verbinden.
  • blau oder grau: Dieses Kabel ist der Nullleiter oder auch Neutralleiter „N“.

Checkliste: Welches Werkzeug benötigen Sie, um eine Lampe anzuschließen?

Das nötige Werkzeug um Lampen anzuschließen

Wenn Sie Ihre Lampe selber anschließen wollen, brauchen Sie das richtige Werkzeug dafür.

  • Leiter, Trittstufe oder Stuhl – achten Sie darauf, dass Sie einen festen Halt haben. Immerhin müssen Sie über Kopf arbeiten. Holen Sie sich notfalls einen Helfer, der die Leiter festhalten kann.
  • Bohrmaschine: Manche Lampen müssen in einer Halterung an der Decke oder Wand festgebohrt werden.
  • Phasenprüfer: Mit dem Phasenprüfer checken Sie, bevor Sie die Lampe anschließen, ob noch Strom auf den Kabeln aus der Wand fließt. Da Sie vorher die Sicherung ausgeschaltet haben, sollte dies nicht der Fall sein. Leuchtet die Lampe am Phasenprüfer rot, ist ein Stromfluss noch vorhanden. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob Sie die richtige Sicherung ausgeschaltet haben.
  • Schraubenzieher
  • Lüsterklemme: Bei Lampen, die Sie im Kaufhaus erwerben, liegen normalerweise Lüsterklemmen oder Steckkontakte bei. Diese sind dafür nötig, um die Kabel aus der Wand mit den Kabeln der Lampe zu verbinden. Ist bei Ihrer Lichtquelle keine Klemme dabei, können Sie diese im Baumarkt für circa einen Euro erwerben.

Lesetipp der Redaktion: Bevor Sie Ihre Lampe anbringen, machen Sie sich auch Gedanken um das passende Leuchtmittel. Denn die gute alte Glühbirne ist seit 2012 verboten. Wir kläre Sie über Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Leuchtmittel auf.

Step by step eine Lampe anschließen – in der richtigen Reihenfolge

Schritt für Schritt zur angeschlossenen Lampe

Eine Lampe selber anzuschließen ist kein Hexenwerk. Doch achten Sie auf die nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

  1. Sicherung ausschalten. Es reicht nicht aus, nur den Lichtschalter auszuknipsen. Schalten Sie die Sicherung für den gesamten Raum am Stromkasten ab. Dann sind Sie auf der sicheren Seite und bekommen keinen Stromschlag.
  2. Ob Sie die richtige Sicherung erwischt haben, verrät Ihnen der Phasenprüfer. Halten Sie diesen an die aus der Decke herausragenden Kabel. Leuchtet keine Lampe auf, fließt auch kein Strom und Sie können weiterarbeiten. Sollte doch die Lampe am Phasenprüfer warnend aufblinken, heißt es, dass das Kabel noch unter Strom steht. Überprüfen Sie am Sicherungskasten, ob Sie die richtige Sicherung gelöst haben.
  3. Bohren Sie die passenden Löcher, je nachdem, wie die Lampe aufgehängt wird. Halten Sie ausreichend Abstand zu den Kabeln. Sollten Sie aus Versehen doch ein Kabel angebohrt haben, kann nur der Elektriker weiterhelfen.
  4. Jetzt kommt die Lüsterklemme ins Spiel. Lösen Sie zunächst die Schrauben an der Klemme.
  5. Danach heißt es: Kabel verbinden und zwar so, dass stets gleiche Farben miteinander verbunden sind.
  6. Verbinden Sie zuerst den Schutzleiter, der ist meistens gelb-grün, manchmal aber auch rot.
  7. Verbinden Sie nun den Nullleiter, meistens hat dieser die Farbe blau oder grau.
  8. Danach erst schließen Sie den braunen oder schwarzen Außenleiter an. Da hier der Strom durchfließt, sollte er als letztes angeschlossen werden.
  9. Bei Ihnen hängen nur zwei Kabel aus der Decke? Dann fehlt der Schutzleiter, das gelb-grüne Kabel. Verbinden Sie den Schutzleiter der Lampe daher einfach mit dem blauen Kabel, dem Nullleiter, der aus der Decke ragt. Es kann sein, dass Ihre Lampe bereits schutzisoliert ist, dann können Sie dieses Kabel einfach alleine ohne Verbindung in die Lüsterklemme stecken.
  10. Nachdem Sie alle Kabel verbunden haben, ziehen Sie die Schrauben an der Lüsterklemme wieder fest.
  11. Schrauben Sie die Halterung der Lampe in den vorgebohrten Löchern fest und verstecken Sie die Kabel in der dafür vorgesehenen Abdeckung.
  12. Legen Sie den Sicherungshebel wieder um und schalten den Lichtschalter an – und siehe da, es werde Licht.

Jetzt sollten Sie keine Probleme mehr haben, eine Lampe richtig anzuschließen. Lüsterklemme, gelb-grünes Erdungskabel und Phasenprüfer sind keine Fremdwörter mehr. Dann kann es ja losgehen. Mal schauen, wie lange es dieses Mal bei mir dauert, bis ich in der Küche Lampen aufgehängt habe … Vielleicht kommt bei Ihnen schneller Licht in die Wohnung?

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie nicht wissen welche Lampen sich am besten für Ihr Badezimmer eignen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Mit unseren Tipps zur richtigen Badbeleuchtung sorgen Sie für optimales Licht.