Kräuter pflanzen: So klappt’s auch mit dem Rosmarin

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Ob Rosmarin, Minze oder Salbei: Es kann einiges schief gehen, wenn man Kräuter pflanzen will. Denn die würzigen Gewächse brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Wie ein perfekter Standort aussieht, wie viel Wasser welches Kraut benötigt und welche Kräuter sich gar nicht leiden können: Hier gibt’s die besten Tipps, wie Sie Ihren Kräutergarten in ein immergrünes Paradies verwandeln.


Sie sind grün, duften himmlisch und geben jedem Gericht die passende Würze. Kräuter zu pflanzen ist kein Hexenwerk und dennoch: Wenn ich mir meinen Balkon anschaue, sehe ich bloß eine verkümmerte Minze und einen verdorrten Strauch, der nur noch ganz entfernt an Rosmarin erinnert. Meine Kräuter haben den Winter auf dem Balkon nicht überlebt – Grund genug, neue Kräuter für den Frühling anzupflanzen. Aber dieses Mal richtig. Denn bei korrekter Pflege, dem richtigen Standort und der geeigneten Erde überleben die natürlichen Geschmacksverstärker jede Jahreszeit.

Kräuter pflanzen auf dem Balkon

Leider gehört zu meiner Großstadtwohnung kein Garten. Aber das ist nicht wirklich ein Problem. Denn auch ohne Grünfläche vorm Haus kann ich einen wunderbaren Kräutergarten herrichten. Dafür besorge ich mir schon vorgezogene Kräuter aus dem Gartencenter oder guten Gartenhändlern. Diese Pflanzen sind stark genug und können sich besser an ein Leben auf dem Balkon gewöhnen als kleine Keime, die erst noch gedeihen müssen. Vom Kauf der Kräuter im Supermarkt rate ich ab, da diese Pflanzen meist sehr anfällig sind und nicht lange überleben.

Kräuter pflanzen am idealen Standort

Kräuter lassen sich auch ganz einfach auf dem eigenen Balkon pflanzen. Ein Garten ist nicht zwingend notwendig.

Kräuter pflanzen im Überblick

Kräuter richtig pflanzen

Kräuter pflanzen am idealen Standort

Mein Balkon ist zur Südseite hin ausgerichtet – perfekte Lichtverhältnisse und ausreichend Sonne. Aber: Mögen überhaupt alle Kräuter die direkte Sonneneinstrahlung? Petersilie und Schnittlauch etwa sind Schattengewächse und verkümmern bei zu großer Hitze. Für meinen Balkon sind daher Basilikum, Thymian und Rosmarin bestens geeignet, da diese Kräuter die Sonne lieben. Wer einen Balkon Richtung Norden hat, pflanzt am besten Minze, Bärlauch oder Kresse.


Kräuter für einen sonnigen Standort sind:

  • Currystrauch
  • Basilikum
  • Schnittknoblauch
  • Oregano
  • Thymian
  • Zitronenmelisse
  • Koriander
  • Borretsch
  • Rosmarin
  • Lavendel

Diese Pflanzen lieben die Wärme und freuen sich über die direkten Sonnenstrahlen auf den Blättern. Allerdings sind sie nicht frostfest; Sie sollten diese Pflanzen im Winter unbedingt im Haus lagern. Viel Wasser benötigen die Sonnenkräuter nicht, daher zurückhaltend gießen – am besten immer dann, wenn die Erde trocken ist.

Kräuter für einen halbschattigen Standort auf dem Balkon sind:

  • Schnittlauch
  • Kerbel
  • Zitronenverbene
  • Petersilie
  • Estragon
  • Fenchel

Diese Kräuter sind empfindlicher, was die direkte Sonneneinstrahlung betrifft. Dennoch brauchen sie ausreichend Licht und verlangen regelmäßig Wasser. Anders als bei den Sonnenkräutern müssen Sie die Halbschattenkräuter also regelmäßig gießen.

Und dann gibt es noch die Kellerkinder unter den Kräutern, die Sie am besten im Schatten pflanzen und ebenfalls ausreichend gießen. Dazu gehören:

  • Bärlauch
  • Kresse
  • Minze
  • Rucola
  • Ampfer

Haben Sie die für Ihren Balkon am besten geeigneten Kräuter ausgesucht, geht es ans Pflanzen. Da viele Kräuter Staunässe nicht mögen, ist es wichtig, dass das Wasser abfließen kann. Kaufen Sie daher Töpfe oder Balkonkästen mit einem entsprechenden Abfluss und legen Sie eine Drainage, in der das Wasser besser versickern kann. Kieselsteine als unterste Schicht sorgen beispielsweise dafür, dass die Erde mit den wichtigen Nährstoffen nicht aus dem Topf herausläuft. Rosmarin, Salbei oder Dill etwa sind bei nassen Wurzeln sehr sensibel.

Aber auch die Größe des Topfes ist entscheidend. Dill ist zum Beispiel ein Tiefwurzler und benötigt viel Platz. Deswegen ist es ratsam, einen größeren Topf zu nehmen, so sparen Sie sich ein wöchentliches Umpflanzen. Die beste Jahreszeit, um Kräuter zu pflanzen, ist der Frühling. Herbst und Winter sind eher ungünstig, da die Kälte und das fehlende Sonnenlicht das Wachstum der Kräuter negativ beeinflussen.


Kräuter pflanzen in der Küche

Wer weder Garten noch Balkon besitzt, muss nicht auf frischen Oregano auf der Pizza verzichten. Denn auch in der Küche können Sie wunderbar Kräuter pflanzen. Die Fensterbank ist der perfekte Ort für einen Kräutergarten in den eigenen vier Wänden, denn sie bietet ausreichend Licht und Wärme und schützt vor Schädlingen und Kälte.

Kräuter pflanzen in der Küche

Auch in der Küche können Sie Kräuter pflanzen. Achten Sie nur auf die richtige Wahl der Kräuter.

Das Beste: Den teuren Raumduft können Sie sich sparen, denn die Pflanzen sorgen automatisch für einen frischwürzigen Duft in Ihrer Küche. Am besten eignet sich eine äußere Fensterbank, aber auch innen lassen sich Kräuter ziehen. Achten Sie jedoch darauf, dass sich unter der Fensterbank keine Heizung befindet. Die trockene und warme Luft schadet den Gewächsen.

Die besten Kräuter für die Küche sind:

  • Basilikum
  • Dill
  • Kresse
  • Oregano
  • Minze
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Oregano

Welche Kräuter nebeneinander pflanzen?

Kräuter können sich manchmal nicht ausstehen. Wie bei uns Menschen gibt es auch unter den Gewächsen die Einzelgänger und die Geselligen. Daher sollten Sie beim Kräuterpflanzen genau darauf achten, ob Sie Rosmarin neben der Minze platzieren, die Kresse bei der Kamille steht oder der Salbei lieber auf Gesellschaft verzichtet. Ungesellige Kräuter, die ganz für sich alleine wachsen möchten, sind etwa Liebstöckel, Melisse oder Estragon. Sie wachsen meist sehr schnell und brauchen dementsprechend viel Platz. Ist eine andere Pflanze im Weg, macht entweder die kleinere einen Rückzieher oder beide Pflanzen beschweren sich mit braunen Blättern.

Die eigenen Kräuter pflanzen und ernten

Wenn Sie reichlich Kräuter ernten wollen, müssen Sie darauf achten bestimmte Kräuter nicht nebeneinander anzupflanzen.

Diese Kräuter können sich aufgrund ihres Wachstums nicht ausstehen und sollten deswegen nicht nebeneinander gepflanzt werden:

  • Basilikum und Melisse
  • Minze und Kamille
  • Dill und Estragon
  • Koriander und Fenchel

Es gibt aber auch beste Freunde unter den Kräutern, die sich freuen, wenn Sie sie nebeneinander anpflanzen. Das sind etwa Petersilie, Majoran, Kerbel, Kresse und Dill auf der einen Seite. Und die andere Clique ist Schnittlauch, Rosmarin, Thymian und bei ausreichend Platz auch Zitronenmelisse und Salbei.


Checkliste: Was braucht man, um Kräuter anzupflanzen?

Ein Topf, ein bisschen Erde und die Kräutersamen – das war’s, was Sie zum Kräuter pflanzen brauchen? Im Grunde ja, aber wir wollen ein bisschen genauer hinschauen. Denn normale Blumenerde ist für die Aromabomben nicht immer gut geeignet.

  • Erde: Hier hängt die Auswahl von dem Kraut an sich ab. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel bevorzugen sandige Substrate; heimische Kräuter wie Ampfer oder Löwenzahn hingegen lieben humose und nährstoffreiche Erde. Sie können die richtige Mischung auch selbst herstellen, indem Sie Gartenerde mit Kompost und Quarz- oder Lavasand mischen. Das Verhältnis hängt von der jeweiligen Kräuterart ab.
  • Drainage: Nasse Füße mag keiner, auch Kräuter nicht. Bevor Sie die Erde in das Gefäß füllen, müssen Sie deshalb für eine Drainage sorgen. Kieselsteine oder Tonscherben sind dafür geeignet. Auf diese Drainage geben Sie dann die Kräutererde.
  • Topf: Der Topf muss unten löchrig sein, sodass keine Staunässe entstehen kann.
  • Düngemittel: Damit die Kräuter für das nötige Aroma im Essen sorgen, ist ein gelegentliches Düngen nicht verkehrt. Dafür eignen sich ganz natürliche Mittel, die jeder im Haus hat, wie beispielsweise Kaffeesatz oder Eierschalen.
  • Ernten und schneiden: Nutzen Sie dafür stets scharfe Messer oder Scheren und schneiden Sie nur gesunde Zweige und Blätter ab. Blüten sollten Sie übrigens sofort entfernen. Diese sehen zwar schön aus, rauben den Kräutern aber viel Energie.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kräuter pflanzen

Kräuter pflanzen im eigenen Kräutergarten

Mit wenigen Schritten kommen Sie zu Ihrem eigenen Kräutergarten.

  1. Als erstes entscheiden Sie sich für die Kräuterart, die Sie gerne anpflanzen möchten. Ich bevorzuge Kraut, das mir den Alltag etwas verwürzt, Rosmarin etwa oder frische Minze.
  2. Als nächstes bereiten Sie das Gefäß vor, in das Sie das Kraut einpflanzen möchten. Ein Terrakotta-Topf mit Löchern im Boden ist am besten geeignet.
  3. In den Topf geben Sie nun die Drainage. Befüllen Sie ihn etwa zu einem Viertel mit Kieselsteinen oder Tonscherben.
  4. Jetzt können Sie die Erde dazugeben, am besten mischen Sie noch etwas Kompost hinzu. Befüllen Sie etwa drei Viertel des Topfs mit der Erde. Achten Sie auch darauf, dass die Erde bereits feucht ist.
  5. Setzen Sie nun die vorgezogenen Kräuter in den Topf, wobei zwischen den einzelnen Pflanzen immer ein Abstand von mindestens 15 Zentimetern bestehen sollte, sodass sie genügend Platz haben, sich zu entfalten.
  6. Nun füllen Sie den Topf noch mit Erde auf, damit die Pflanzen einen sicheren Stand haben.
  7. Zu guter Letzt müssen Sie ordentlich gießen. Füllen Sie so lange Wasser nach, bis es unten aus dem Topf läuft. Damit ist die Erde einmal komplett durchtränkt worden.
  8. Für die perfekte Pflege schneiden Sie das Kraut schon direkt nach dem ersten Pflanzen etwas zurecht.
  9. Jetzt noch zwei, drei Düngestäbchen in die Erde drücken und schon kann das Kräuterwachstum beginnen.

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