Kopfhörer: Ein Teufel mit aktiver Geräuschunterdrückung

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Unser Alltag ist viel zu laut – höchste Zeit, ihn stummzuschalten. Mit dem Mute bietet Teufel erstmals einen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) an. Diese sorgt dafür, dass der größte Teil der Umgebungsgeräusche durch Gegenschall eliminiert wird. Wir haben den Active-Noise-Cancelling-Kopfhörer in der Kölner Innenstadt getestet.

Wir urbanen Menschen des 21. Jahrhunderts leben in lauten Zeiten: Nebenan renoviert der Nachbar die Bude, hinter dem Haus brüllen Kinder auf dem Spielplatz, oben streitet sich das nervige Ehepaar, das sich schon längst hätte scheiden lassen sollen und in den eigenen vier Wänden bellt permanent der Hund. Auf der Straße dreht ein tiefergelegter Golf mit Bassrolle und Technobeat auf Parkplatzsuche seine Runden, während gleichzeitig das Klingeln der Bahn ertönt und ein Krankenwagen vorbeirauscht. Der Kopf mag diese städtische Kakophonie binnen weniger Tage ausblenden, die Ohren hören sie aber trotzdem noch. Das fällt mir persönlich immer dann auf, wenn ich Musik nicht nur hören, sondern genießen möchte: Das unregelmäßige Grundrauschen der Kölner Innenstadt verhindert jede Freude an Rock, Pop, Hip-Hop und Klassik, egal wie leistungsstark die Stereoanlage ist. Deshalb müssen gute Kopfhörer her, am besten solche, die nicht nur das Ohr angenehm abschirmen, sondern Störgeräusche aktiv unterdrücken.

Teufel Mute: Obere Mittelklasse ohne Firlefanz

Nun sind gute, ohrumschließende Kopfhörer nicht leicht zu finden. Einfache Modelle aus Fernost bieten auf dem Papier tolle Technik und es gibt sie bereits für rund 20 Euro, ihre Leistung ist allerdings eher schwach. Echte Klangwunder von Edelmarken wie Bang & Olufsen kosten schnell das 15-fache, belohnen den Musikfreund aber mit perfektem Klang. So viel wollte ich allerdings nicht ausgeben, weshalb ich mit dem Mute ein interessantes Modell von Teufel fand: Preislich ist er in der oberen Mittelklasse angesiedelt und er verzichtet – zum Glück – auf modernen Firlefanz wie Bluetooth, Freisprechanlage oder Micro-USB-Ladetechnik. Stattdessen verbindet er sich ganz klassisch über eine Mini-Klinke mit dem Rechner, dem Smartphone und der Stereoanlage.

Test Kopfhörer Teufel Noise Cancelling

Noise Cancelling: Besonders auf Reisen ist der Mute eine Wohltat, blendet er den Lärm von Flugzeugturbinen, vorbeifahrenden Zügen und Busmotoren doch einfach aus.

Der Clou: Der Teufel Mute besitzt eine aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation, kurz ANC), die Außengeräusche „ausschaltet“. Im Lärmsumpf der rheinischen Großstadt verspricht das eine echte Entlastung, die jedoch voraussetzt, dass eine einzelne AAA-Batterie im Kopfhörer eingelegt ist. Allerdings funktioniert der Hörer auch ohne Stromquelle – dann aber ohne Lärmreduzierung. Dafür entfällt mit Bluetooth das lästige Koppeln – und damit einer der schlimmsten Qualitätskiller moderner Musikfreuden.

Teufel Mute: Gute Qualität und Ausstattung

Nun ist die Qualität eines Kopfhörers nur schwer an den technischen Daten abzulesen. Wie viele vergleichbare Modelle verschiedener Preisklassen besitzt der Teufel Mute einen Frequenzbereich von 20–20.000 Hertz und eine Nennimpendanz von 32 Ohm. Er verfügt über einen 40-mm-Linear-HD-Treiber mit Neodym-Magneten, was alles zunächst einmal nach Standardkost klingt. Allerdings zeigt sich die Qualität des Kopfhörers in der Verarbeitung und im Lieferumfang: Nach dem Öffnen der edlen Pappschachtel fällt dem Käufer eine robuste Transporthülle in die Hände, die den Kopfhörer enthält. Darin findet sich außerdem eine kleinere Tasche, in der das mitgelieferte Zubehör liegt. Neben einer AAA-Batterie ist das ein edles, stoffummanteltes Line-Kabel mit 1,3 Metern Länge, außerdem ein Adapter für Onboard-Entertainment-Systeme im Flugzeug.

Teufel Mute Test Kopfhörer

Der Mute von Teufel wird mit abnehmbarem, 1,3 Meter langem Anschlusskabel (3,5 mm), Adapter zum Anschluss im Flugzeug, hochwertiger Transportbox sowie einer AAA-Batterie ausgeliefert.

Der Kopfhörer selbst ist aus Kunststoff gefertigt, wiegt aber mit rund 240 Gramm sehr wenig und ist dank zahlreicher weicher Polster an den richtigen Stellen auch über einen längeren Zeitraum angenehm zu tragen.

Teufel Mute: Astreiner Klang

Nun lege ich noch die Batterie ein, die sich unsichtbar im rechten Ohrhörer unter der Abdeckung versteckt. Ein einzelner Knopf schaltet die Lärmreduzierung ein und aus, ansonsten gibt es, außer dem Klinkenanschluss, keine Bedienelemente. Zuletzt muss nur noch das Kabel mit dem Smartphone, Tablet, Computer oder der Stereoanlage verbunden werden, um mit dem ungestörten Musikgenuss loslegen zu können.

Active Noise Cancelling Kopfhörer Test

Im Teufel Mute kommen große Linear-HD-Treiber und Neodym-Magnete für sehr detaillierten Klang mit leichter Bassbetonung zum Einsatz.

Ich habe den Teufel mit allen möglichen Musikrichtungen getestet: Guter Orange-County-Ska wie der von Reel Big Fish klingt ähnlich gut wie auf meiner Yamaha-Kompaktanlage, die Bässe werden sauber abgeliefert, Mitten und Höhen sind angenehm definiert und klar hörbar. Gary Coopers „Over the hills and far away“ hat sich bei mir nie besser angehört und der auf vielen Kopfhörern und kleinen Boxen sonst nur noch in lärmendem Rauschen untergehende Celtic-Punk der Real McKenzies gibt der Teufel in einer kaum gekannten Klarheit wieder – Dudelsäcke inklusive. Moderne Rockmusik Marke The Gaslight Anthem geht sauber über die Ohren und sogar krawallig-basslastige Hip-Hop-Stücke wie DMX’ „X gon´ give it to ya“ und mein ewiges Boxen-Teststück „Parisien Du Nord“ von Alliance Ethnik werden sauber wiedergegeben. Allerdings stoße ich hier bei hoher Lautstärke auf eine Grenze: Starke Bässe scheppern in der Ohrmuschel.

Computer Bild Test Kopfhörer Noise Cancelling

Auch die Fachpresse ist begeistert: „Der Teufel Mute lässt kaum Wünsche übrig. Dass die teurere Konkurrenz mehr Feinheiten in den Gehörgang spielt und Musik etwas lebendiger rüberbringt, ist angesichts des Preisunterschieds zu verschmerzen“, urteilt COMPUTER BILD.

Grund genug für mich, einmal tief Luft zu holen und in die Untiefen meiner musikalischen Guilty Pleasures abzutauchen und das fiese Zeug auszugraben: Lady Gagas Loudness-War-Wasserstoffbombe „Telephone“? Klingt erstaunlich gut, bringt den Teufel im hohen Lautstärkebereich aber ans Limit, anders als Dance-Stücke aus der guten alten Zeit, als noch nicht alles ans völlige Limit gemixt wurde: „I can’t stop Raving“ von Dune – ja, die holländische Happy-Hardcore-Truppe aus den 90ern – bewältigt der Teufel mit Bravour. Erstaunlich nach all dem Schund: Klassik wie Beethovens Neunte in der Aufzeichnung des London Symphony Orchestras klingt erstaunlich präsent und warm.

Noise Cancelling: Lärmbeseitigung funktioniert

Natürlich darf bei all der Klangtesterei die Lärmreduzierung nicht fehlen. Die funktioniert nach dem einfachen Prinzip der Außengeräuschmessung: Der Lärm wird einfach mit einer Gegenwelle überlagert.

Geräuschunterdrückung Kopfhörer

Per Knopf an der linken Ohrmuschel aktiviert der Mute-Träger die Geräuschunterdrückung.

In der Praxis ist das so gut gelöst, dass sich klanglich bei aktiviertem ANC zunächst kein nennenswerter Unterschied zum Betrieb ohne die Technik ergibt – auch, weil die Hörer die Ohren per se schon gut von der Außenwelt abschirmen. Allerdings fällt bereits nach kurzem Betrieb mit Noise Cancellation auf, dass der immer noch nach einem Parkplatz suchende Bassrollenmann akustisch verschwunden ist, genau wie der Schlagbohrer in der Nachbarwohnung und die Kinder vor dem Haus.

Kopfhörer Teufel Geräuschunterdrückung Noise Cancelling

Ein erneuter Druck schaltet die Musikwiedergabe stumm und pausiert den Active-Noise-Cancelling-Betrieb, sodass man beispielsweise einer Ansage im Flughafen oder am Bahnsteig zuhören kann.

Tatsächlich fühlt sich die aktive Lärmreduktion an, als würde ich in aller Stille irgendwo im norwegischen Wald Musik über eine brauchbare Stereoanlage hören. Die Flucht aus der städtischen Lärm-Kakophonie gelingt also mit dem Teufel ausgesprochen gut – und das war ja auch Sinn und Zweck der Anschaffung.

Lesetipp der Redaktion: Was Sie beim Kauf eines Noise-Cancelling-Kopfhörers beachten müssen.

Fazit: Ein guter, ausgewogener Kopfhörer ohne Schnickschnack

Insgesamt konnte mich der Teufel total überzeugen: Seine ausgewogene Wiedergabe lässt jede Musik angenehm und fein differenziert klingen. Gleichzeitig sorgt die leistungsstarke Lärmreduzierung für zuverlässigen Musikgenuss ohne Störgeräusche – und das bis zu 40 Stunden lang mit einer einzigen AAA-Batterie. Insofern gibt es am Teufel Mute nichts zu meckern: Er ist ein guter, hochwertiger Allround-Kopfhörer ohne lästigen Firlefanz, der auch großstädtischen Lärmopfern wie mir ungestörten Musikgenuss erlaubt.

Lesetipp der Redaktion: Mit dem Real Z erweitert Teufel sein Kopfhörer-Sortiment. Der stylische Over-Ear-Kopfhörer bietet nicht nur hochwertige Verarbeitung und ein kultiges Retro-Design in zwei Farben, sondern auch eine deutlich verbesserte Verarbeitung sowie teuflisch gute Bässe. …mehr