Kaufberatung: So finden Sie das passende HDMI-Kabel

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HDMI-Kabel – kennt man eines, kennt man alle? Nicht ganz! Denn beim Kauf des passenden Kabels für Fernseher, PC und Co. gibt es einige Details zu beachten. Doch ist ein teures HDMI-Kabel wirklich immer die bessere Lösung? Wir klären auf.

Die gute Nachricht zuerst: Für die Qualität der Bildübertragung spielt es keinerlei Rolle, wie viel Geld man für ein HDMI-Kabel ausgibt. Die Übertragung von Bild- und Tonsignalen per HDMI-Kabel funktioniert digital, es gibt also entweder eine „1“ oder eine „0“. Anders ausgedrückt: Entweder es kommt ein Signal an oder eben nicht. Es gibt keine Situation, in der ein Bild durch ein vermeintlich „schlechtes“ HDMI-Kabel schwammig oder generell weniger scharf ausfallen kann, wie es in der analogen Vergangenheit der Fall war. Das Gleiche gilt für den Ton, der ebenfalls digital übertragen wird.

Doch das bedeutet mitnichten, dass es keine qualitativen Unterschiede zwischen den verschiedenen HDMI-Kabeln gibt. Die Übertragung von digitalen Signalen über HDMI unterliegt äußeren Einflüssen und kann entsprechend gestört werden. Das äußert sich dann in Bild- und Tonaussetzern oder auch aufblitzenden oder „hängenden“ Pixeln. Durch die korrekte Verkabelung und den Einsatz von qualitativ hochwertigen Kabeln können Sie das aber vermeiden. Doch der Reihe nach!

HDMI-Kabel

Topqualität: HDMI steht für High Definition Multimedia Interface, also zu Deutsch hochauflösende Multimediaschnittstelle.

Was bedeutet HDMI?

Die Abkürzung HDMI steht für „High Definition Multimedia Interface“. Über HDMI-Kabel werden Bild- und Tonsignale digital von einem Sender (beispielsweise einem Notebook) an einen Empfänger (etwa einen Fernseher oder einen Projektor) übertragen. Der Kabelstandard wurde erstmals 2003 durch das HDMI-Konsortium (Link) festgelegt und wird seitdem laufend weiterentwickelt. Vor allem im TV-Sektor sind HDMI-Kabel der verbreitetste Standard, um externe Geräte wie Blu-ray-Player, Spielkonsolen oder Set-Top-Boxen zu verbinden.

Lesetipp der Redaktion: Ein HDMI-Kabel verbindet Fernseher und Endgeräte wie Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player oder Notebooks. Gerade Letztere können dank Streaming-Apps und Video-Downloads als praktische Allroundgeräte am TV von großem Nutzen sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Fernseher richtig mit dem Notebook verbinden.

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Bei HDMI handelt es sich um eine Weiterentwicklung des vor allem im PC-Bereich verbreiteten DVI-Standards. Über einen passenden DVI-auf-HDMI-Adapter lassen sich ältere Laptops oder PCs problemlos mit dem HDMI-Eingang neuerer Monitore oder Fernseher verbinden. Ein typisches HDMI-Kabel bietet auf beiden Seiten den verbreiteten „Typ A“-Stecker. Einen Sonderfall stellen Mini- und Micro-HDMI-Kabel dar, die mit der 2009 verabschiedeten HDMI-1.3-Revision eingeführt wurden. Diese kommen in der Regel bei Tablets, kleineren Laptops oder auch Smartphones zum Einsatz. Die kleineren Anschlüsse bieten die gleichen Funktionen zur Übertragung von Bild und Ton auf einen Fernseher oder Monitor. Die Kosten entsprechen in etwa denen der Standard-Kabel, die auf beiden Seiten den „klassischen“ Typ-A-Stecker besitzen.

HDMI-Kabel: Darauf müssen Sie achten

Am weitesten verbreitet sind derzeit HDMI-Kabel nach dem HDMI-1.4-Standard. Dieser wurde in seiner finalen Revision im Oktober 2011 verabschiedet und erlaubt die Wiedergabe von Bildern mit einer 4K-Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten (wenn auch mit Einschränkungen, doch dazu später mehr). Auch 3D-Videos und sogar Netzwerksignale können via HDMI übertragen werden.

HDMI-Kabel

Gestochen scharfe Bilder, satter Klang: Für manche ist es nur ein Kabel, für richtige Heimkino-Fans jedoch der alles entscheidende Unterschied.

Wie schon erwähnt unterstützen HDMI-Kabel unterschiedliche Standards. Das HDMI-Konsortium hat aber seit 2012 verboten, die Kabel anhand der Spezifikationsnummern zu beschriften. Aus diesem Grund finden Sie bei seriösen Anbietern keine Kabel, auf denen beispielsweise „HDMI 1.4b“ aufgedruckt ist. Stattdessen müssen die Eigenschaften in Form der unterstützten Funktionen auf dem Kabel stehen.

Faustregel: HDMI-High Speed schlägt Standard

Was auf den ersten Blick konfus wirkt, vereinfacht den Kabelkauf in der Praxis: Wollen Sie keinerlei Risiko in Sachen Kompatibilität eingehen, achten Sie einfach auf die Aufschrift „HDMI-High Speed with Ethernet“. Genau genommen können Sie auf den Zusatz „Ethernet“ sogar verzichten, sofern Sie keine Netzwerkanwendungen über das HDMI-Kabel verwenden möchten. Das entscheidende Schlüsselwort lautet „High Speed“. Es garantiert, dass alle wichtigen Funktionen wie die Übertragung von Bild, Ton und Sonderfunktionen wie 3D-Inhalte via HDMI funktionieren. In vielen Fällen lassen sich mit entsprechenden Kabeln sogar die neuen Funktionen von HDMI-2.0-Geräten (s. unten) nutzen. Lediglich von Kabeln mit der Aufschrift „Standard“ sollten Sie unbedingt Abstand nehmen, da diese nicht mehr den aktuellen Vorgaben entsprechen.

Die Verarbeitung des Kabels spielt ebenfalls eine Rolle – allerdings bei weitem keine so große, wie einige findige Händler es suggerieren. Eine gute Abschirmung kann verhindern, dass Störquellen Bildaussetzer verursachen. Lesen Sie hingegen Versprechen, dass besonders teure HDMI-Kabel für ein besseres Bild oder besonders tollen Sound sorgen, sollten Sie vom Kauf absehen. Wenn ein Kabel mehr kostet als das der Konkurrenz, sollte es zumindest über besondere Eigenschaften verfügen. Ein Beispiel dafür wäre eine besonders flexible Ummantelung, die das Verlegen in schwer zugänglichen Orten erleichtert. Auch abknickende HDMI-Stecker, die das Einstöpseln erleichtern, kosten in der Regel den einen oder anderen Euro mehr.

HDMI-Kabel: Es kommt doch auf die Länge an

Manch einer mag es nicht gerne hören, aber: Die Länge spielt eine Rolle! Planen Sie die HDMI-Verkabelung über größere Distanzen, sollten Sie unbedingt auf qualitativ hochwertige Kabel zurückgreifen. Bei längeren HDMI-Kabeln sind Störfaktoren eine größere Gefahr für die fehlerfreie Übertragung als bei der typischen Schreibtisch-Verkabelung. Durch die höheren Anforderungen an die Abschirmung können schlechte HDMI-Kabel ab einer Länge von rund 8 Metern Probleme bei der Übertragung von Bild- und Ton machen.

Spätestens, wenn Sie ein Gerät über eine Distanz von 15 Metern und mehr verkabeln möchten (beispielsweise den Beamer für die Übertragung des Fußballspiels bei der Gartenparty), sollten Sie lieber mehrere Kabel mit einem so genannten „HDMI-Repeater“ zusammenschalten. Entsprechende Geräte gibt es bereits für rund 20 Euro. Sie sorgen dafür, dass das HDMI-Signal von der Quelle zum Empfänger verstärkt wird, sodass Bildaussetzer im Idealfall nicht mehr auftreten.

HDMI-2.0-Standard spielt in der 4K-Champions League

Für einige Verwirrung bei Käufern von HDMI-Kabeln sorgte die Ankündigung des HDMI-2.0-Standards durch das HDMI-Konsortium. Der neue Standard erlaubt es Geräteherstellern, Daten mit einer höheren Bandbreite (genau genommen bis zu 18 Gigabit pro Sekunde) durch die Kabel zu jagen. Davon profitieren vor allem Monitore und Fernseher mit 4K-Auflösung.

HDMI 2.0

HDMI 2.0 jagt die Daten mit einer Geschwindigkeit von 18 Gigabyte pro Sekunde durch das Kabel. Sein Vorgänger kam nur auf eine Datenrate von 10,2 Gbit/s.

War die Bandbreite nach dem alten HDMI-1.4-Standard noch auf maximal 30 Bilder pro Sekunde begrenzt, können HDMI-2.0-konforme Geräte nunmehr bis zu 60 Bilder pro Sekunde wiedergeben. Während das für klassische Filme und TV-Serien keinen Unterschied macht (diese werden in der Regel mit 24 Bildern pro Sekunde gefilmt), sollen in Zukunft vor allem Liveübertragungen von Sport-Events in der höheren Bildrate ausgestrahlt werden. Noch wichtiger ist HDMI 2.0 für den Betrieb von 4K-Monitoren am PC: HDMI-2.0-kompatible Grafikkarten wie die NVIDIA GeForce GTX 970 (und höher) können 4K-Monitore mit einer Bildwiederholfrequenz von 60 anstelle von 30 Hertz ansteuern. Das bedeutet in der Praxis, dass grafische Anwendungen wie Spiele oder auch einfache Bewegungen wie das Verschieben des Mauszeigers deutlich weniger ruckeln.

4k HDMI

Perfektes 4K: Mit HDMI 2.0 ist es möglich, 4K-Filme (hier auf einem Samsung SUHD TV) mit 60 Bildern pro Sekunde zu übertragen.

Auch bei der Bildqualität von Filmen wird HDMI 2.0 über kurz oder lang einen Unterschied machen – zumindest, wenn moderne 4K-Fernseher mit passenden Zuspielern zusammengeschaltet werden. Erste Blu-ray-Player, aber auch Streaming-Boxen wie das NVIDIA SHIELD TV unterstützen die Wiedergabe von 4K-Filmen in „High Dynamic Range“, oder kurz HDR. Auf HDR-fähigen Fernsehern resultiert dies in einer deutlich realitätsnäheren Wiedergabe von Farben sowie besseren Kontrasten. Während HDR-fähige Blu-ray-Filme derzeit noch Mangelware sind, gehen Anbieter von Streaming-Videos immer mehr in die Offensive. So bietet Netflix viele seiner eigenproduzierten Serien und Filme in 4K-HDR an – vorausgesetzt, die Ausstattung im Wohnzimmer stimmt.

Brauche ich für HDMI 2.0 ein neues Kabel? Jein!

Die interessante Frage lautet: Brauche ich für HDMI 2.0 nun auch neue Kabel? Die nicht minder interessante Antwort: Nein – zumindest in aller Regel! In einer FAQ auf HDMI.org (Link) heißt es explizit, dass aktuelle High-Speed-HDMI-Kabel dazu in der Lage sind, die für HDMI 2.0 erforderliche Bandbreite zu liefern. Möchte Ihnen also jemand ein „spezielles“ HDMI-2.0-Kabel verkaufen, ist das grundsätzlich völlig in Ordnung, sofern Sie nicht mehr dafür bezahlen! Wollen Sie einhundertprozentig sichergehen, dass die Kabel auch den neuesten Standards gerecht werden, achten Sie auf das „Premium High Speed“-Label, mit dem die HDMI-Gesellschaft kompatible Kabel auszeichnet. Allerdings unterziehen sich längst nicht alle Kabelhersteller dem aufwändigen Zertifizierungsprozess. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein „High Speed with Ethernet“-Kabel die HDMI-2.0-Anforderungen erfüllt, ist unserer Erfahrung nach aber hoch.

Ältere Kabel könnten hingegen Probleme machen. Schlimmstenfalls heißt es beim Wechsel auf HDMI 2.0 also: Neue Kabel müssen her. Angesichts der Preise, die derzeit noch für entsprechendes Equipment ausgerufen werden, dürften die paar Euro allerdings nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Ältere Fernseher und Monitore lassen sich nicht auf HDMI 2.0 aufrüsten – hier ist ein Neukauf erforderlich. Auch wenn es aktuell nur wenige Filme und noch weniger TV-Inhalte gibt, die von den neuen Funktionen des HDMI-2.0-Standards Gebrauch machen, sollten Sie beim etwaigen Neukauf eines Fernsehers oder Monitors darauf achten, dass mindestens ein HDMI-2.0-Anschluss an Bord ist.

Fazit: Keine Angst beim Kauf eines HDMI-Kabel!

Der Mythos, dass teurere HDMI-Kabel eine bessere Bildqualität bieten, kann endgültig begraben werden! Schon mit einem ordentlichen High-Speed-Kabel für ein paar Euro können Sie dafür sorgen, dass das Bild vom PC, von der PlayStation oder dem Blu-ray-Player so auf dem Fernseher oder dem Monitor ankommt wie vorgesehen. Lediglich bei Sonderfällen wie Langstrecken-Verkabelung müssen Sie gegebenenfalls mit besonderen Konditionen rechnen und sich eventuell mit Repeatern oder anderen Lösungen behelfen. Achten Sie einfach darauf, dass Sie sich nicht von Scharlatanen vermeintlich bessere HDMI-Kabel andrehen lassen!

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